Nicht an der falschen Stelle sparen: Kosten für Einbruchschutz sind überschaubar

Nicht an der falschen Stelle sparen: Kosten für Einbruchschutz sind überschaubar

Wenn ein neues Eigenheim gebaut oder eine bestehende Immobilie umgebaut wird, ist eine Vernachlässigung des Einbruchschutzes keine Seltenheit. Die Initiative „Nicht bei mir!“ setzt sich für aktiven Einbruchschutz ein und weist darauf hin, dass aus Kostengründen fast immer an dem Schutz gegen Einbrecher gespart werde.

Viele Hausbesitzer sparen damit auf die Kosten ihrer eigenen Sicherheit. Dabei ist das gar nicht notwendig: Die Kosten, die Sie aufbringen müssen, um einen wirksamen Einbruchschutz in Ihrem Zuhause zu installieren, halten sich in überschaubaren Grenzen. Wir legen Ihnen deshalb dringend ans Herz, nicht an der falschen Stelle zu sparen.

Sind die Kosten für einen Einbruchschutz überschaubar?

Art des Einbruchschutzes Kosten
Pilzkopfzapfenbeschläge ca. 150 – 250 Euro
Aufschraubsicherungen ca. 50 Euro
Stangenschloss ca. 100 Euro
Querriegelschloss ca. 120 Euro
Kastenzusatzschloss ca. 40 Euro
Bandsicherung ca. 20 Euro
Türspion ca. 20 Euro

Einbruchschutz in alten Häusern nachrüsten

In bestehenden Immobilien sollte über die Nachrüstung des Einbruchschutzes nachgedacht werden. Selbst wenn Sie in einem alten Haus wohnen, müssen Sie keine Angst vor Einbrechern haben, denn prinzipiell kann die Sicherheitstechnik in jedem Haus nachgerüstet werden.

Auch Mehrfamilienhäuser werden zu Opfern von Einbrechern. Etwa 56 Prozent der Straftäter verschaffen sich dabei Zugang über die Haustür.

In Einfamilienhäusern hingegen gelingt es Einbrechern in 81 Prozent der Fälle, über Fenstertüren und Fenster in das Haus zu gelangen. An diesen Stellen sollte daher sowohl in Mehrfamilien- als auch in Einfamilienhäusern die entsprechende Sicherheitstechnik nachgerüstet werden. Eine gute Darstellung möglicher Einbruchstellen finden Sie auf der vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg eingerichteten Seite polizei-beratung.de.

Fenster und Terrassentüren können nachträglich gegen Einbrüche gesichert werden, indem Sie Pilzkopfzapfenbeschläge oder Aufschraubsicherungen einbauen lassen. Damit die Wohnungstür sicherer wird, werden häufig Stangenschlösser, Querriegelschlösser, Kastenzusatzschlösser oder Bandsicherungen eingebaut.

Die Stiftung Warentest nahm 15 nachrüstbare Türsicherungen genauer unter die Lupe, wobei neun Produkte mit „mangelhaft“ bewertet wurden. Gerade die beliebten Kastenzusatzschlösser konnten die Prüfer nicht überzeugen.

Es hängt vom individuellen Einsatzzweck ab, welche Sicherheitstechnik am besten geeignet ist. Aus diesem Grund sollten Sie nicht zögern, sich Hilfe bei kriminalpolizeilichen Beratungsstellen zu holen. Diese Stellen beraten Sie kostenlos und kommen sogar zu Ihnen nach Hause, um sich von den baulichen Voraussetzungen ein eigenes Bild zu machen.

Die Mehrkosten für wirksame Maßnahmen gegen Einbrecher werden oft überschätzt

Die Grundausstattung für einen wirksamen Einbruchschutz umfasst:

  1. Einbruchhemmende Haustür mit einem VdS-geprüften Schließzylinder inklusive Sicherungskarte
  2. Einbruchhemmende Fenster im Erdgeschoss mit sogenannten Pilzkopfbeschlägen

Je nach Größe des Hauses entstehen für dieses Minimum an Sicherheitstechnik unterschiedliche Kosten. Geht man von einem durchschnittlichen Einfamilienhaus aus, so belaufen sich die Kosten auf eine Summe zwischen 1500 und 2500 Euro. Wird zusätzlich noch eine einfache Alarmanlage installiert, um einen noch umfassenderen Schutz zu gewährleisten, so müssen weitere 2000 Euro eingeplant werden.

Eine hochwertige Einbruchmeldeanlage ist daran erkennbar, dass sie mit der EU-Norm 50131 Klasse 2 oder mit der Zertifizierung VDS ausgezeichnet ist.

Am besten ist es, den Einbruchschutz direkt beim Neubau einer Immobilie zu berücksichtigen. Die Mehrkosten fallen dann kaum ins Gewicht. Außerdem sollte schon beim Bau des Hauses darauf geachtet werden, dass alle Fenster und Türen der DIN EN 1627 Norm und der von der Polizei empfohlenen Widerstandsklasse RC 2 entsprechen.

Es reicht aber nicht aus, wenn in der Baubeschreibung vom Einbau einbruchsicherer Türen gesprochen wird. Wichtig ist, dass sowohl die Widerstandsklasse als auch die DIN-Zertifizierung genau erwähnt werden. Während des Baus sollte der Bauherr überprüfen, ob die Sicherheitstechnik, die vertraglich vereinbart wurde, tatsächlich eingebaut wird.

Sichern Sie sich Ihren staatlichen Zuschuss

Mittlerweile wird der Einbruchschutz sogar staatlich gefördert. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bezuschusst zum Beispiel folgende Sicherheitstechnik finanziell:

  • Einbau von einbruchhemmenden Fenstern und Türen
  • Installation von Alarmanlagen
  • Ausstattung mit Zugangskontroll- und Beleuchtungssystemen

Damit wird das Ziel verfolgt, die Hemmungen zu senken, die viele Eigenheimbesitzer aufgrund der vermeintlich hohen Kosten haben.

Überlassen Sie den Einbruchschutz den Profis

Egal, ob Sie den Einbruchschutz von vornherein beim Bau Ihres Eigenheims berücksichtigen möchten oder ein bestehendes Haus noch entsprechend nachrüsten wollen, bei diesem wichtigen Thema sollten Sie sich immer auf das Know-How und die Erfahrung von Profis verlassen. Legen Sie den Einbau der Sicherheitstechnik immer in die Hände eines geschulten Experten. Egal, wie hochwertig die von Ihnen gekauften Sicherheitsprodukte sind, bei einer fehlerhaften Installation verfehlt die effektivste Vorrichtung ihren Zweck.

Die polizeilichen Beratungsstellen sind in der Lage, Ihnen kompetente Experten zu empfehlen. Manche Landeskriminalämter haben auch ein Webangebot mit entsprechenden Herstellerverzeichnissen. Dort können Sie sich darüber informieren, welche Produkte vertrauenswürdig sind und welche Fachbetriebe über die für den Einbau benötigten Qualifikationen verfügen.

Die gängigen Ausreden zählen nicht

Viele Menschen sind der Meinung, dass Einbrecher nur in den Häusern der Reichen zuschlagen. Das stimmt so jedoch nicht. Die meisten Einbrecher sind mit ein bisschen Bargeld, einem Smartphone, ein wenig Schmuck und einem Laptop schon voll und ganz zufrieden. Außerdem wissen die meisten Täter im Voraus nicht, wie groß die Beute ist, die sie in dem jeweiligen Haus finden werden. Selbst wenn Ihnen bei einem Einbruch kein materieller Schaden entstehen sollte, dürfen Sie nicht das psychologische Trauma unterschätzen, das mit dem Eindringen eines Fremden in Ihre Privatsphäre immer einhergeht.

Auch die Ausrede, dass sich die Täter ohnehin überall Zugang verschaffen, wenn sie wirklich einen Einbruch planen und ein Einbruchschutz daher sein Geld nicht wert sei, ist längst überholt. Die Polizei betont, dass die meisten Einbrecher nicht besonders gut ausgerüstet sind, sondern insbesondere dort zuschlagen, wo der Zugang kein Problem darstellt. Das Tatwerkzeug, das am häufigsten für Einbrüche zum Einsatz kommt, ist deshalb auch ein einfacher Schraubenzieher.

Wer sein Haus mit einbruchsicheren Türen und Fenstern ausstattet, ist durchaus auf der sicheren Seite. Oftmals unternehmen die Täter gar keinen Versuch, einen solchen Sicherheitsmechanismus aufzuhebeln, weil es zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Dadurch ist die Gefahr erwischt zu werden höher.

Statistik zum Thema

Polizeiliche Aufklärungsquote bei Wohnungseinbruchdiebstahl in Deutschland


Quelle: Bundeskriminalamt (Deutschland, 2001 bis 2014)

Zusammenfassung

Beim Neubau von Ein- und Mehrfamilienhäusern wird der Einbruchschutz meist ebenso vernachlässigt wie bei der Modernisierung bestehender Gebäude. Dabei halten sich die Mehrkosten für den Einbruchschutz in Grenzen und es gibt sogar staatliche Zuschüsse. Wichtig ist, den Einbau der Sicherheitstechnik geschulten Experten zu überlassen.

Artikelbild: © Lisa S. / Shutterstock

1 Kommentar

  1. Tom Vogt 27.12.2018 10:52 Uhr

    Guten Tag und vielen Dank an den Author für diesen Artikel.
    Bei uns wäre solche Sicherheitsvorkehrungen durchaus mal nötig. Wahnsinn, ich wusste gar nicht, dass Diese dann auch noch staatlich gefördert werden. Gerade die Installation eine Alarmanlage und eines Beleuchtungssystems wäre interessant für mich. Damit ich einen guten Einbruchschutz habe.

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