Mein erstes Babyzimmer: Tipps zum Kauf von Babymöbeln

Mein erstes Babyzimmer: Tipps zum Kauf von Babymöbeln

Auf der Suche nach einer neuen Einrichtung für das neue Heim müssen Familien viele Entscheidungen treffen. Möbel kauft man in der Regel nur wenige Male im Leben, und dann sollten sie von hoher Qualität sein. Wenn dann das erste Kind kommt, sind die Eltern nicht nur aus dem Häuschen, sie beginnen gleichzeitig, das Babyzimmer einzurichten. Die Wahl der passenden Möbel für den Nachwuchs ist dabei gar nicht so einfach. Deshalb haben wir diesen Ratgeber erstellt, der werdende Eltern bei diesem Prozess unterstützt.

3 Irrtümer über Babymöbel

  1. Was viel kostet, ist auch gut für das Baby.

Mütter werden wissen, dass sie beginnend mit der Schwangerschaft, beginnen, mehr auf umweltschädliche Einflüsse zu achten. Welche Kleidung soll das Neugeborene tragen? Welche Babymöbel benötigen wir? Ebenso wie bei Nahrung und Kleidung gilt es, auch bei Möbeln darauf zu achten, dass sie umweltfreundlich hergestellt wurden. Diese Möbel sind nicht zwangsweise teurer als alle anderen. Zugegeben, Qualität hat ihren Preis, sie muss aber keineswegs unbezahlbar sein. Gleichzeitig ist alles, was teuer ist, nicht automatisch das Beste.

  1. Alle Produkte für Babys sind schadstofffrei.

Das würden sich alle Eltern wünschen, Testberichte zeigen allerdings, dass es leider nicht so ist. Viele Eltern legen ihren kleinen Schatz in den ersten Wochen in eine alte Wiege von den Eltern. Wenn sie dann das erste Bettchen kaufen, achten sie gar nicht mehr auf die Schadstofffreiheit, sie sollte schließlich bei allen Babyprodukten selbstverständlich sein. Tatsächlich gibt es Möbel, die für Kinder gesundheitliche Risiken bieten.

  1. Babymöbel sind automatisch sicher für die Kleinen.

Wie die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. festgestellt hat, hapert es im Bereich Produktsicherheit bei Babymöbeln teilweise gewaltig. Das Thema Unfallprävention sollte für Eltern eine große Rolle spielen, denn nicht alle Möbel sind automatisch sicher für die Knirpse. Das Problem: Möbel sind immer häufiger außerhalb des Babyfachhandels zu kaufen. Das Überangebot strapaziert werdende Eltern, die sich ohnehin nicht ausreichend informieren. Verstärkt wird das Problem durch fehlende Hinweise in Form von Sicherheitslabels, die den Auswahlprozess erleichtern.

Welche Möbel sind für das Baby zwingend notwendig?

Wenn ein neuer Erdenbürger ansteht, müssen Mama und Papa einige Dinge anschaffen. Die wichtigsten Anschaffungen gehören in das Babyzimmer. Was benötigt das Kind wirklich, was ist unsinnig und was überflüssig?

Für die ersten vier bis sechs Monate reicht eine Wiege oder ein Stubenwagen als Schlafmöglichkeit aus. Danach müssen die Eltern ein Babybettchen anschaffen. Die Wickelkommode ist ebenfalls ein Pflichtkauf, schließlich müssen die kleinen teilweise bis zum dritten Lebensjahr gewickelt werden. Kommoden sind nicht nur ein Wickelplatz, sondern bieten auch wichtigen Stauraum im Kinderzimmer. Einen Kleiderschrank benötigen Eltern nicht zwingend, er bietet aber Stauraum für Kleinkram. Babykleidung wie Bodys, Schlafanzüge und Strampler können Eltern zunächst in der Wickelkommode verstauen. Später sind die Schubladen allerdings zu klein, dann sollten Sie einen Kleiderschrank dazukaufen.

Viele Hersteller bieten passend zum Babyzimmer weitere Möbelstücke wie Sideboards oder Wandregale an. Diese sind für die Grundausstattung nicht zwingend notwendig, können aber eine nützliche Ergänzung sein. Wichtig ist, dass Eltern das Zimmer nicht überladen. Wenn genug Platz ist, dann schaden diese „Extras“ mit Sicherheit nicht.

Noch einmal zusammengefasst. Für den Anfang reichen:

  • Babybett
  • Wickelkommode

Nützlich sind:

Schadstoffe von Baby fernhalten

Es klingt skurril, dass selbst Möbel für Babys und Kinder nicht alle frei von Schadstoffen sind. Dabei gibt es nichts Wichtigeres im Leben, als den Nachwuchs zu schützen. Gerade bei Möbeln von Billigherstellern ist es wichtig, auf Labels zu achten. Diese Hersteller halten häufig nicht die Richtlinien für gesundheitsschädliche Materialien wie Formaldehyd ein. Woraus bestehen Möbel für den Nachwuchs eigentlich? Die billigen Modelle werden aus Spanplatten gefertigt. Einige sind naturbelassen, andere lackiert, wieder andere besitzen Kunststoffoberflächen. Nachfolgend die einzelnen Materialien im Detail:

  • Möbel aus Massivholz sind in der Regel nicht furniert. Als solches dürfen ausschließlich Möbel genannt werden, die komplett aus massivem Holz bestehen, Rückwand und Schubladenböden ausgenommen, und nicht mit einem Furnier beschichtet sind.
  • Teilmassive Möbel bestehen, wie der Name vermuten lässt, zum Teil aus Holzwerkstoffen sowie aus Massivholzteilen. Gitterstäbe und Schubladenverkleidungen können aus Massivholzelementen bestehen, andere Teile dagegen aus Spanplatten.
  • Babymöbel aus Holzwerkstoffen nehmen den größten Teil des heutigen Angebots ein. Hier bestehen alle Bauteile aus gepressten Holzfasern oder -spänen. Durch die Kunststoffschicht sehen die Spanplatten wie normale Holzmöbel aus.

Wer sich für Möbel aus Holzwerkstoffen entscheidet, sollte darauf achten, dass es sich um E1-Spanplatten handelt. Diese besitzen einen geringen Anteil an Formaldehyd. Alle in Deutschland produzierten Möbel verwenden ausschließlich diese Platten. Zur Sicherheit sollte man im Möbelgeschäft nachfragen. Ebenfalls wichtig beim Möbelkauf sind die Kanten. Die Oberflächen sollten lückenlos und sauber sein. Nur bei guter Verarbeitung kann Formaldehyd nicht aus der Platte austreten.

Gütesiegel: Der Wegweiser für Eltern

Mittlerweile gibt es zahlreiche Gütesiegel, die Eltern helfen, gesunde, hochwertige Babymöbel zu erkennen. Nachfolgenden finden Sie eine Übersicht zu bewährten Siegeln, auf die in puncto Gesundheit, Qualität und Sicherheit verlass ist:

  • GS-Siegel: Das „geprüfte Sicherheit“-Siegel erhalten Möbel von zugelassenen Prüfstellen, wenn sie Sicherheitsprüfungen und mechanische Tests bestehen. Eine Schadstoffprüfung, die über gesetzliche Mindestanforderungen geht, findet nicht statt. Eltern sollten beachten, dass neben dem GS-Zeichen die jeweilige Prüfstelle zu sehen ist. Das Siegel wird im Ausland gerne imitiert.
  • RAL-Gütezeichen/Goldenes M: In Deutschland vergibt das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. das bundesweit einzig anerkannte Gütezeichen für komplette Möbel. „Das goldene M“ erhalten wird Babymöbeln verliehen, die intensive Tests in unabhängigen Testlaboren bestehen. Zu den Anforderungen gehören nicht nur einwandfreie Funktion und Langlebigkeit, sondern auch Sicherheit, Gesundheit und Umweltverträglichkeit.
  • Blauer Engel: Das Bundesumweltbundesamt kennzeichnet Produkte, die besonders schadstoffarm sind, mit dem „Blauen Engel“. In puncto Sicherheit und Gebrauchstauglichkeit entsprechen Möbel mit diesem Label allgemeinen Anforderungen. Die Anforderungen an die Babymöbel entsprechen denen des „Goldenen M“.

Genauere Informationen zu den einzelnen Labels gibt es auf dem Portal der Verbraucher Initiative e.V. www.label-online.de.

Artikelbild: © Katrina Elena / Shutterstock

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