Tapezieren Kosten: Diese Preise sind beim Renovieren einzuplanen

Tapezieren Kosten: Diese Preise sind beim Renovieren einzuplanen

„Du brauchst einen Tapetenwechsel“ –  das ist ein beliebter Spruch, der eher als Grund zum Verreisen zu interpretieren ist, als ihn wörtlich zu nehmen. Doch in jedem Haus ist auch mal der Zeitpunkt gekommen, tatsächlich die Tapeten zu wechseln – zur Renovierung. Denn nicht immer geht es, die Farbe der Räume mit Farbe zu ändern.

Neue Tapete an die Wand zu bringen, klingt meist nicht kompliziert, sodass die meisten dies schon einmal selbst ausgeführt haben. Doch soll es sich um Qualitätsarbeit handeln, werden hochwertige Tapeten oder komplizierte Muster verwendet, stellt sich oft die Frage nach einem Fachmann. Mit dem Profi von der Malerfirma gibt es keine schiefen Kanten. Werfen die Tapeten Blasen, kann er mit seinem Know-how punkten und auch ausgefranste Enden gibt es nicht bei der Profiarbeit. Auch das Tapezieren der Decke ist für den Experten ein deutlich leichteres Unterfangen als für den Heimwerker.

Doch was kostet das Tapezieren vom Profi? Mit welchen Preisen müssen Sie rechnen? Lohnt sich diese Investition? Antworten auf diese Fragen und einen Kostenüberblick haben wir in den folgenden Zeilen zusammengestellt.

Was kostet das Tapezieren? Eine Kalkulation und Beispiele

PositionPreis
Untergrundvorbereitung und Spachtelarbeiten600 Euro
Tapezieren480 Euro
Gesamtkosten1.080 Euro

Generell ist es immer schwierig, pauschale Kosten zu benennen. Doch allgemein sollte beim Tapezieren vom Fachmann mit Durchschnittspreisen zwischen 6 Euro und 15 Euro pro Quadratmeter Wandfläche kalkuliert werden. Die Untergrundbeschaffenheit kann die Preise jedoch deutlich höher treiben.

Vielen Malerbetriebe geben ihre Preise in den Kostenvoranschlägen jedoch nicht pro Quadratmeter Wandfläche an, sondern nutzen die Raumfläche als Richtwert. Darin wird meist pauschal von einer Raumhöhe mit 2,5 Metern ausgegangen. Richtpreise bei dieser Kalkulation mit der Raumhöhe liegen meist zwischen 32 und 39 Euro pro Wohnfläche.

Die tatsächlichen Kosten sind jedoch sehr individuell und richten sich nach den örtlichen Bedingungen, wie Kostenbeispiele zeigen. Im Folgenden soll ein Raum mit vier mal vier Meter Größe (40 m² Wandfläche als Richtwert) mit Mustertapete tapeziert werden. Der Untergrund ist an den meisten stellen unproblematisch, muss jedoch an wenigen Stellen gespachtelt werden.

In einem anderen Beispiel soll ein fünf mal fünf Meter großer Raum mit Mustertapete versehen werden – hier geht der Profi von 50 Quadratmeter Wohnfläche aus. Auch hier müssen einige Stellen verspachtelt werden, bevor die Tapete mit Kleister an die Wand kommen kann.

Diese Beispiele verdeutlicht, dass die Wahl der Mustertapete die Kosten nicht wirklich in die Höhe treibt. Die Untergrundvorbereitung ist jedoch ein deutlich ausschlaggebender Kostenfaktor und sorgt schnell für erhebliche Preisunterschiede.

Trotz der nicht gerade günstigen Preise lohnt sich der Fachmann aus verschiedenen Gründen gegenüber der Eigenleistung. Denn er ist es gewohnt, exakt zu arbeiten, hat Erfahrungen und entsprechende Qualifikationen, um auch mit schwierigen Tapetenübergängen umzugehen. Zudem sind seine Abläufe routinierter gegenüber dem Laien. Vor allem beim Arbeiten mit Kleister ist es wichtig, rasch vorgehen zu können. Der ungeübte Heimwerker macht hingegen schnell Fehler und muss die Arbeiten wiederholen – was die vermeintlich geringeren Kosten schnell dennoch in die Höhe treiben kann.

Selbst Tapezieren : Diese Kosten können dabei auf Sie zukommen

Wer dennoch das Anbringen der Tapete selbst in die Hand nehmen will, spart sich natürlich das Bezahlen der Arbeitskosten. In diesem Fall müssen nur die Materialkosten im Budget eingeplant werden – und natürlich auch die Zeit fürs Tapezieren selbst.

Die Preise für Tapeten im Baumarkt sind unterschiedlich und richten sich je nach Qualität und Art des Materials. Einfache Ausführungen gibt es schon ab 50 Cent pro Quadratmeter, hochwertige Papiertapeten können vier Euro und mehr pro Quadratmeter kosten. Wer nicht viel Erfahrung im Tapezieren hat, sollte Vinyltapete wählen. Diese sind zwar etwas teurer als herkömmliche Papierbahnen, lassen sich aber auch leichter an die Wand kleben, da sie robuster und stabiler sind.

Bei dem oben erwähnten Kostenbeispiel würden im Falle der Eigenleistung nur noch die Materialkosten übrig bleiben, die sich hier auf rund 160 Euro belaufen würden – ein Preis, der schon sehr großzügig kalkuliert ist.

Planen Sie beim Ausrechnen der benötigten Tapetenmenge Verschnitt ein. Nicht immer passt eine komplette Tapetenbahn an die Wand – insbesondere bei Dachschrägen oder vielen Fenstern muss zugeschnitten werden. Fehler können auch mehr Material bedeuten. Kaufen Sie daher bei der Tapete lieber großzügig ein, um Verschnitt zu ermöglicht.

Von diesen Faktoren hängen die Kosten des Tapezierens ab

Wie bereits erwähnt, unterschieden sich die Kosten für das Tapezieren eines Raumes durch die individuellen Begebenheiten. So könnten folgende Positionen die Kosten verteuern oder billig ausfallen lassen:

  • die Art der Tapete
  • die Beschaffenheit des Untergrunds
  • muss alte Tapete entfernt werden?
  • Ist eine Makulatur-Tapete notwendig?

Art der Tapete

Tapete ist nicht gleich Tapete. Hier hält der Handel verschiedene Tapetenarten auf Lager, von der einfachen Raufasertapete bis hin zu hochwertigen Mustertapeten aus Vinyl oder der sogar aufwendigen Fototapete. Die einen bringen optische Vorteile, die anderen Tapetenbahnen haben praktische Begleiterscheinungen. So ist Glasfasertapete beispielsweise extrem strapazierfähig und überstreichbar. Dementsprechend gibt es auch große Preisunterschiede. Welche Kosten möglich sind, zeigt die folgende Tabelle.

TapetenartPreis pro laufenden Meter
Einfache Raufasertapete0,20 Euro pro lfm
Raufaser-Vlies0,50 Euro pro lfm
Mustertapeten0,70 bis 2 Euro pro lfm
GlasfasertapetenAb 1 Euro pro lfm
Tapeten aus VliesAb 1,50 Euro pro lfm
Vliestapete mit Vinyloberfläche (abwaschbar)Zwischen 1 und 2 Euro pro lfm
ThermovliestapetenAb 10 Euro pro lfm

Das sind Kosten nur für die Tapetenrollen, die meist im Standardmaß von 0,53 Meter Breite und 10,05 Meter Länge zu kaufen sind. Hier kommen weitere Kosten hinzu, die sich ebenso nach Art der Tapete richten. So braucht es verschiedenen Tapetenkleister. Es gibt auch selbstklebende Tapeten, bei denen die Kosten für den Tapetenkleister wegfallen. Diese sind jedoch teurer. Bei den günstigen Tapeten aus Raufaser sollte noch bedacht werden, dass diese meist nach dem Tapezieren noch bestrichen werden müssen. Die Malerarbeiten kosten ebenfalls. Welche Farbe hier am besten zu verwenden ist, weiß der Lackierer.

Beschaffenheit des Untergrunds

Dieser Kostenfaktor kann sich erheblich auf die letztendlich Summe auswirken. Denn je mehr Vorarbeiten auf dem Untergrund notwendig sind, desto höher fallen die Kosten aus. Wichtig ist beim Tapezieren, dass der Untergrund keine Unebenheiten aufweist. So müssen andere Materialien entfernt werden und so manche Vertiefung zugemacht werden, damit die Unebenheiten beseitigt sind. Für das Verspachteln einer Wand im schlechten Zustand kann durchaus ein Quadratmeterpreis bis zu 40 Euro anfallen.

Entfernung alter Tapeten

Ist noch alte Tapete auf der Wand? Nicht immer ist es ratsam, auf diese neu drüber zu tapezieren. Dann muss die alte Tapete entfernt werden. Die Durchschnittspreise dafür liegen bei rund 5 Euro pro Quadratmeter. Doch in komplizierten Fällen können hier auch höhere Kosten anfallen, wenn beispielsweise mehrere Lagen Tapete auf der Wand verklebt sind. Dann können auch rund 20 Euro pro Quadratmeter anfallen.

Makulaturtapete

In manchen Fällen ist das Anbringen von Makulaturtapete notwendig. Diese sind Untertapeten, die helfen, ein störendes Untergrundmuster zu verstecken oder die Haftung der eigentlichen Tapete zu stärken. Das Tapezieren mit Untertapete wird oft nach dem notwendigen Aufwand kalkuliert. Dieser Posten erscheint meist nur mit wenigen Euros pro Quadratmetern auf der Rechnung.

Tapezieren Preisliste mit allen Faktoren

Die unterschiedlichen Preisfaktoren wirken sich also letztendlich auf die Gesamtkosten aus. Daher sollte immer ein Kostenvoranschlag vom Malerbetrieb eingeholt werden. Wer mehrere Angebote miteinander vergleicht, kann hier auch Geld sparen. Eine typische Preisliste eines Profis könnte wie folgt aussehen:

LeistungPreis pro QuadratmeterPreis für 70 Quadratmeter
Fachgerechtes Tapezieren mit Raufasertapete5-10 Euro350 bis 700 Euro
Fachgerechtes Tapezieren mit Muster-/Vliestapete7-15 Euro490 – 1.050 Euro
Alte Tapete entfernen5-20 Euro350 – 1.400 Euro
Wand/Decke verspachteln5-35 Euro350 – 2.450 Euro

In vielen Fällen muss nicht die gesamte Wand verspachtelt werden. Die Preise dafür richten sich daher danach, wie viele Stellen bearbeitet werden müssen.

Tipps und Tricks zum Kostensparen

Es gibt auch einige Wege, Kosten beim Tapezieren zu sparen. Wer sich nicht traut, selbst Hand anzulegen, könnte zumindest bei der Vorbereitung des Untergrunds Eigenarbeit leisten. Mögliche Vorbereitungsarbeiten sind beispielsweise, die alten Papiertapeten zu entfernen. Mit ein wenig handwerklichen Geschick können auch grobe Spachtelarbeiten selbst übernehmen werden. Damit fallen zwei große Kostenpunkte weg und die letztendlich zu zahlenden Preise würden sich um etwa die Hälfte reduzieren. Selbst Hand anlegen, lohnt sich also!

Tapezieren ist wieder in: Darum lohnt es sich!

Tapeten erleben ein echtes Revival in den letzten Jahren. Nicht immer streichen Hausbesitzer, sondern bringen aufwendige Muster an die Wand. Tapezieren ist wieder in! Im Vergleich zu Malerarbeiten ist der Kostenunterschied zum Tapezieren auch nicht groß. Zudem hat Tapete deutliche Vorteile dem Anstrich gegenüber.

Aufwendige Muster sind mit Papiertapeten leichter an die Wand zu bringen als mit dem Pinsel. Zudem überdeckt Tapete auch bereits gebohrte Löcher oder andere unschöne Begebenheiten der Wand. Wer sich für Tapeten aus Raufaser entscheidet, kann dennoch darauf mit dem Pinsel auch die Farbe leicht ändern. Manche Tapeten wirken zudem schallisolierend und auch wärmedämmend, was für ein besseres Raumklima sorgt.

Checkliste für das Tapezieren eines Raumes

Sie wollen in Ihren eigenen vier Wänden Tapezieren? Der ungeübte Laie verliert schnell den Überblick, welche Arbeiten dabei notwendig sind. Die folgende Checkliste hilft bei der Orientierung:

  1. Raum vorbereiten:
    1. Höhe und Wandfläche ausmessen
    2. Tapete auswählen
    3. Anzahl der notwendigen Rollen berechnen
  1. Fachbetrieb aussuchen:
    1. verschiedene Malerbetriebe oder Lackierer kontaktieren
    2. Vorgespräch führen, am besten Vor-Ort-Gespräch
    3. Qualifikationen vergleichen
    4. Kostenvoranschlag erstellen lassen und vergleichen
    5. Eigenleistungen/Vorbereitungen besprechen
    6. Firma beauftragen
    7. Termin vereinbaren
  1. Am Tapeziertag:
    1. Vorbereitungen rechtzeitig abgeschlossen
    2. Strom und Wasser bereitstellen
    3. Trinkgeld nach getaner Arbeit einplanen

Zusammenfassung

Tapezieren erlebt ein absolutes Revival und wird immer häufiger dem Anstrich vorgezogen. Die Kosten dafür richten sich danach, ob die Tapete selbst an die Wand gebracht wird oder ein Fachbetrieb die Ausführung übernimmt. Reine Materialkosten belaufen sich auf rund 160 Euro, der Auftrag eines Profis kostet zwischen 32 und 39 Euro pro Quadratmeter Raumfläche. Vor allem die Untergrundvorbereitung ist ein enormer Kostenfaktor.

Artikelbild: Elnur / Bigstock.com

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