Norden, Süden, Osten, Westen – 5 Tipps zur Ausrichtung Ihres Hauses

Norden, Süden, Osten, Westen – 5 Tipps zur Ausrichtung Ihres Hauses

Die Ausrichtung des Hauses ist ein Faktor, der bei der Hausplanung allzu oft unterschätzt wird. Wer jedoch die Sonne optimal nutzen möchte, der sollte sich zu Beginn der Planung bereits Gedanken dazu machen. Die Ausrichtung, und somit der Sonneneinfall, hat großen Einfluss auf das Wohlbefinden. Viel wichtiger ist aber, dass Heizkosten bei guter Ausrichtung deutlich niedriger gehalten werden können.

Nach Süden liegende Räume erhalten im Winter und in der Übergangszeit am meisten Sonne. Im Sommer sind es jedoch die Räume auf der Westseite, die am meisten Sonnenlicht abbekommen. Die Räume im Osten bekommen morgens das meiste Licht, wohingegen die Nordräume immer recht dunkel bleiben.

Idealerweise wenden Sie Ihr Haus der Sonne zu und zeigen der Nordseite die kalte Schulter. Jedoch muss dabei vorab geklärt werden, ob der Bebauungsplan dies ermöglicht oder nicht. In jedem Fall sollten Sie sich von Ihrem Architekten beraten lassen und verschiedene Varianten ergründen, bevor sie sich festlegen. Eine sinnvolle Planung kann Ihnen langfristig viel Geld sparen.

Gut ist es auch, sich das Baugrundstück einmal zu verscheidenen Zeiten des Tages anzusehen und dabei zu untersuchen, wie sich das Licht verhält. Schliesslich können auch Nachbarbebauung oder Bäume Einfluss auf den Lichteinfall haben.

Im Folgenden erläutern wir Ihnen, welche Himmelsrichtung sich am besten für welche Räume und welche Art der Verglasung eignet:

Große Fenster nach Süden

Großzügige Verglasung an der Südseite garantiert Ihnen viel Sonne in den Räumen und damit im Winter eine bessere Erwärmung der Räume. Auch das Wohlbefinden steigt in sonnenreichen Räumen im Winter deutlich an. Sie sollten jedoch bedenken, dass im Sommer die Sonne so stark sein kann, dass sich Räume nach Süden zu sehr aufheizen. Daher empfiehlt sich ein festinstallierter, aussenliegender Sonnenschutz für die warmen Monate. Aussenliegend deshalb, weil er effizienter ist als innenliegender Sonnenschutz. Bei innenliegendem Sonnenschutz kann sich der Raum trotzdem aufheizen.

Im Westen etwas zurückhaltender sein

Da auch im Westen zu allen Jahreszeiten noch recht viel Sonne ankommt (vor allem die Abendsonne) ist es nicht schlecht, auch nach Westen hin grosszügiger zu verglasen. Die Problematik mit der Raumüberhitzung im Sommer ist hier jedoch auch gegeben bzw. mitunter sogar grösser, da im Sommer die Sonne im Westen besonders stark auf das Gebäude scheint. Ideal ist es also, im Westen zwar nicht zu wenig Glasfläche zu planen, aber die Wohnräume vor allem zur Südseite zu legen. Süd- und Westseite sollten jedenfalls die favorisierten Seiten für die Wohnräume sein, mit einem Schwerpunkt auf den Süden.

Dem Norden die kalte Schulter zeigen

Hier trifft im Winter keine direkte Sonnenstrahlung auf die Fenster, die solaren Gewinne können die entstehenden Wärmeverluste absolut nicht ausgleichen. Da Wände in der Regel deutlich besser dämmen als ein Fenster, empfiehlt sich hier eine geschlossene Bauweise. Legen Sie nach Norden auch am besten Räume, in denen Sie wenig Tageslicht benötigen. Der Eingang ist hier gut untergebracht, ein Treppenhaus ist auch für den Norden ideal. Schlafzimmer sind im Norden auch denkbar, jedoch im Zweifel besser auf der Ostseite aufgehoben, da die Morgensonne angenehm ist, um besser aus dem Bett zu kommen.

Wer eine Garage plant, kann diese auch sehr gut auf der Nordseite unterbringen. Ideal ist es natürlich, wenn die Strassenseite zugleich die Nordseite ist.

Im Osten geht die Sonne auf

Im Osten geht die Sonne auf, und wer steht nicht gerne mit etwas Sonnenlicht im Gesicht auf? Für Langschläfer und Morgenmuffel mag das nicht die ideale Lösung sein, aber die meisten Menschen bevorzugen es, wenn morgens die Sonne ins Schlafzimmer fällt. Küchenräume sind auch im Osten gut angesiedelt.

Ausrichtung des Dachfirst

Wenn die Umstände es erlauben, sollten Sie den Dachfirst in Ost-West-Richtung ausrichten. Diese Ausrichtung macht die Südausrichtung der Verglasung wesentlich leichter, da man auch problemlos im oberen Geschoss verglasen kann, ohne eine Gaube planen zu müssen. Zudem ermöglicht dies die optimale Positionierung einer Solaranlage auf der Südseite des Daches. Sollten Sie eine Photovoltaik-Anlage in der Zukunft nutzen wollen, ist diese Ausrichtung essentiell. Bei einer Süd-Ost-Ausrichtung des First, ist eine Solaranlage meist nicht sinnvoll.

Es besteht jedoch auch immer die Möglichkeit, Solarpanels an der südlichen Hausfassade zu installieren. Mittlerweile gibt es auch Fassadenelemente, in welchen die Photovoltaik gleich inbegriffen ist.

Sollten Sie ein Flachdach planen, ist von Seiten des Daches weiter nichts zu beachten. Jedoch ist auch bei Flachdächern eine Solaranlage nicht immer umsetzbar.

Am besten Sie untersuchen einmal detailliert, welche Möglichkeiten laut Bebauungsplan gegeben sind. Sollten Sie Ihr Haus nicht ideal ausrichten können, so ist dies auch kein Weltuntergang und sollte sie nicht in Ihrem Unternehmen bremsen. Oft lassen die Ämter aber mit sich reden, denn das Energiesparen ist ein gutes Argument für eine Ausnahmegenehmigung.

Artikelbild: © VICTOR TORRES / Shutterstock

1 Kommentar

  1. sahnekeks 10.08.2015 15:27 Uhr

    Ich empfehle thermochrome Gläser für die Süd- und Westfassade einzusetzen. Diese dunkeln im Sommer bei starker Sonneneinstrahlung ab und lassen weniger Licht hinein. Dadurch kommt es zu weniger Blendung und Aufheizung der Zimmer. Bei weniger Sonne oder wenn es kälter ist, hellen die Gläser auf und lassen wieder viel Licht hinein.

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