Wie man einen Bachlauf im Garten anlegt

Wie man einen Bachlauf im Garten anlegt

Ein Teich im Garten ist fast schon ein Muss, viele Gartenbesitzer haben solch einen integriert. Fließendes Wasser hingegen ist eher seltener, denn es kommt kaum natürlich vor und das Anlegen ist nicht ganz einfach. Aber auch ein Bachlauf kann einen Garten bereichern, nicht nur mit seinem sanften Plätschern oder starkem Wasserrauschen. Ob naturnah, langsam fließend oder ein reißender Wasserfall – wer einen Bachlauf im Garten haben will, kann ihn selbst anlegen. Gewusst wie ist dabei die Devise.

Verschiedene Bäche: Das Wasser kann unterschiedlich fließen

Als Erstes steht die Entscheidung, welche Art Bach im Garten fließen soll. Hier gibt es zahlreiche Varianten. Wichtig ist, dass der Bachtyp zum Gesamteindruck des Gartens passt: Ein reißender Wasserfall in einem sonst abgelegenen und ruhigen Garten wirkt eher störend als bereichernd. Doch letztendlich ist die Wahl dem Geschmack des Gartenbesitzers überlassen. Je nach Geldbeutel, Platzangebot und Fantasie kann hier alles verwirklicht werden.

Grundsätzlich kann man Bachläufe in fünf verschiedene Typen einteilen:

  • langsamer, naturnaher Wiesenbach
  • romantischer Bach mit oder ohne Wasserfall
  • wilder, bewachsener Bach
  • Gebirgs- oder Felsbach
  • Wasserfall

Der Wiesenbach verschwindet optisch hinter Büschen und Gräsern und ist mehr zu hören, als zu sehen. Er hat oft einen geschwungenen Verlauf, die mit Staustufen oder Feldsteinen erreicht werden. Der romantische Bach wird von Stauden umrandet, die eine Waldstimmung erzeugen. Der wilde Bach ist ebenfalls optisch eher versteckt, aber sein stärkeres Rauschen verströmt Atmosphäre. Die Pflanzen um den Bach wachsen stark und üppig. Der Gebirgsbach bildet mit seinen aufgetürmten Felsblöcken eine wilde Szene mit Kaskaden und geschickt eingefügten Pflanzen, die hier nichts verdecken. Der Wasserfall kann je nach Geschmack aus Felsen herausschießen oder langsam hinunter plätschern. Gerade in kleinen Gärten bietet sich solch ein Bachlauf an, da er wenig Platz benötigt. Diese Kategorien sind natürlich kein Muss. Je nach Geschmack und Stil des Gartens kann ein Bachlauf völlig individuell gestaltet werden.

Die Theorie: Von der Planung zu den Materialien

Wer einen Bachlauf anlegen möchte, sollte mit der Theorie beginnen. Auf einer Zeichnung des Gartens überlegt es sich am besten, wo der Bach langlaufen könnte. Wo ist Platz? Wo wird es eng? Wo ist bereits eine abschüssige Fläche vorhanden? Schattige Plätze? Sonneneinstrahlung? All das sind Fragen, die im Vorfeld beantwortet werden sollten. Auch die bereits vorhandene Bepflanzung spielt eine wichtige Rolle. Der optimale Zeitpunkt, einen Bach zu bauen, ist der Spätfrühling. Im April und Mai gibt es keinen Bodenfrost mehr, sodass Wasser gefrieren könnte. Ebenso ist der Zeitpunkt optimal für die Pflanzung von Wasserpflanzen, die im Sommer nicht mehr in den Boden gesetzt werden können. Sie würden nicht mehr vor dem Winter anwachsen.

Die zweite Überlegung betrifft die Materialien für den Bau. Ein Bachlauf kann generell mit zwei verschiedenen Grundlagen gebildet werden: Teichfolie oder Bachlaufschalen. Letztere sind fertige Schalen entweder aus Kunststoff oder Beton und den Teichschalen ähnlich. Sie sind in einzelnen Elementen erhältlich, aber auch ganze Sets bietet der Handel an. Der Bau eines Baches mit ihnen ist einfach, dafür aber auch weniger individuell: Mit den Schalen ist der Lauf vorgegeben. Die Folie bietet die Möglichkeit eines eigen geformten Laufes des Bachs. Sie sind auch meist günstiger im Preis als die Schalen. Wer mit Folie einen Bach gestaltet, hat mehr Arbeit. Zudem braucht der Gärtner Teichvlies. Für beide Varianten ist auch Sand erforderlich.

Wo Wasser fließt, muss es auch irgendwo aufgefangen werden: Dazu wird ein Auffangbehälter benötigt. In manchen Gärten bietet es sich an, den Bach in einen vorhandenen Teich münden zu lassen, in anderen muss ein Auffangbehälter gebaut werden. Hier wird eine Pumpe integriert, die das Wasser zum Ausgangspunkt des Baches zurückbringt. Hier empfiehlt es sich, im Fachhandel beraten zu lassen, welche Pumpe für das Vorhaben am besten geeignet ist. Auch gibt es hier meist Tipps für die Betriebszeiten. In Sachen Größe sollte man beachten: Ein Bachlauf mit fünf Meter Länge bedarf ein Auffangbecken von etwa 500 Liter Fassungsvermögen. Als letzte Materialien werden die Gestaltungselemente benötigt: dekorative Steine, Wasserpflanzen wie Farne, Gräser und verschiedene Sumpfpflanzen sowie weitere Dekorationen. Diese hängen ganz vom Geschmack des Besitzers ab.

Die Praxis: Bau und Dekoration des Bachlaufes

Sind die Überlegungen abgeschlossen und alle Materialien gekauft, kann mit dem Bau begonnen werden. Wer mit vorgefertigten Bachschalen arbeitet, sollte diese als Erstes auslegen. Dann wird das Rückhaltebecken ausgehoben und von dort aus der Bachlauf nach und nach gegraben. Achtung: Der Bach braucht ein leichtes Gefälle! Unter den Schalen muss der Boden sehr fest sein, darüber wird Sand geschichtet und dann die Schalen von unten nach oben verlegt. Ist alles verbaut, kann die Pumpe im Auslaufbecken installiert und die Leitung zum Ausgangspunkt verlegt werden. Nach einem erfolgreichen Probelauf können die Dekorationsarbeiten beginnen.

Der Arbeitsablauf mit Folien ähnelt dem mit Bachschalen. Hier muss der Bachlauf zunächst ausgehoben werden. Es empfiehlt sich, mit einem Seil oder Schlauch den Verlauf vorzumarkieren. Der ausgehobene Bachlauf muss dann fest und geglättet werden. Spitze Steine und andere scharfkantige Gegenstände sollten entfernt werden. Dann kommt aus Vlies und Sand eine Schutzschicht darauf, bevor die Folie verlegt wird. Achtung: Diese sollte mindestens zehn bis 15 Zentimeter überstehen. Jetzt ist es Zeit für einen Probelauf mit einem Wasserschlauch. Funktioniert der Lauf des Wassers reibungslos, kann wie bei der Bachschalen-Variante jetzt mit dem Bau von Auffangbecken, Pumpe, Schlauch und Dekoration begonnen werden.

Wer einen Bach direkt am Hang haben möchte, kann ebenfalls mit der Folie arbeiten. Hier wird ebenfalls zunächst der Bachlauf geformt und mit Sand und Vlies gearbeitet. Sehr steiles Gelände benötigt Stufen, damit das Wasser nicht zu schnell fließt. Diese können aus Beton gefertigt und eingesetzt werden. In diesem Fall sollte eine weitere Schicht Vlies verlegt werden, da Beton sehr rau ist. Bei einem Probelauf am Hang sollte darauf geachtet werden, dass das Wasser nicht bricht. Ist der Besitzer zufrieden mit dem Verlauf, können erneut Auffangbecken, Pumpe, Schlauch, Rohre und Dekorationen verlegt werden. Am Hang eigenen sich vor allem größere Steine, die den Verlauf des Wassers lenken. Die Bepflanzung kommt bei allen Varianten zum Schluss.

Artikelbild: © Phillip Minnis / Shutterstock

3 Kommentare

  1. Ingrid 21.07.2015 14:19 Uhr

    Ein wirklich schöner anregender Artikel !

    Herzliche GartenGrüße!
    Ingrid

    direkt antworten
    1. HeimHelden.de 21.07.2015 15:19 Uhr

      Hallo Ingrid, vielen Dank! :)

      Dein Heimhelden-Team!

      direkt antworten
  2. Der Heimwerker 24.08.2016 19:34 Uhr

    wie verdecke ich die Folie im Bachlauf wenn ich nicht nur Steine verwenden möchte? Nehme ich ein Pflanzsubstrat oder Sand in denen ich Pflanzen anbringe ?

    direkt antworten

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