Blaue Mauritius – Pflege, Überwintern, Kaufen

Blaue Mauritius – Pflege, Überwintern, Kaufen

Die leuchtende Blaue Mauritius, die auch unter dem lateinischen Namen Convolvulus sabatius bekannt ist, zählt zu der Familie der Windengewächse (Convolvulaceae). Die prächtigen blauen Blüten sind das markanteste Merkmal der krautigen Sommerblume. Sie sorgen dafür, dass diese Blume hierzulande so beliebt ist. Gärtner pflanzen sie am liebsten in Steingärten, als Ampelpflanze oder in einen Kübel. Bei der Blauen Mauritius handelt es sich um eine kriechende Pflanze, deren Wuchshöhe meist nur 10 Zentimeter, maximal jedoch 50 Zentimeter beträgt. Aus diesem Grund wird sie so gern als Unterpflanzung für höher wachsende Blumen und Pflanzen eingesetzt.

Sie ist aber auch auf der Terrasse und dem Balkon vieler Menschen zu sehen, da sie als Kletterblume in Kombination mit einer Rankhilfe einen prächtigen Sichtschutz vor den Blicken der Nachbarn darstellt. Die Blume stammt aus der mediterranen Region und ist daher nicht winterhart. Wird sie an einem warmen Plätzchen überwintert, kann man sich trotzdem mehrere Jahre an ihr erfreuen.

Ansprüche an Pflanzsubstrat, Standort und Pflege

Die ursprünglich aus Italien und Afrika stammende Blaue Mauritius bevorzugt auch in unseren Breitengraden einen sonnigen und warmen Standort. Damit sie blühen und gedeihen kann, sollte sie mindestens vier Stunden Sonne täglich genießen können. Das Pflanzsubstrat sollte eine ausgewogene Mischung aus Tongranulat und Blumenerde sein. Alternativ kann auch eine nährstoffreiche Lehmerde verwendet werden. Damit der Boden eine bessere Wasserdurchlässigkeit erhält, sollte man ihn mit etwas Sand anreichern. Ein wenig Algenkalk oder Gesteinsmehl kann ebenfalls hinzugegeben werden. Die Blaue Mauritius muss häufig und reichlich gegossen werden.

Gerade in Trockenphasen kommt man daher nicht um tägliches Wässern herum. Vorher ist eine Daumenprobe durchzuführen, denn Staunässe sollte immer vermieden werden. Die verwelkten Blüten der Pflanzen sollten mehrmals in der Woche entfernt werden. Wer das vergisst, muss damit rechnen, dass unerwünschte Samenstände entstehen. Gleichzeitig sorgt das Ausputzen der Pflanze dafür, dass sie dazu neigt, noch mehr Blüten auszubilden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Blaue Mauritius hin und wieder zurückzuschneiden, da so ebenfalls eine vermehrte Blütenbildung angeregt wird. Bei korrekter und liebevoller Pflege bedankt sich die Blaue Mauritius damit, dass sie ihre leuchtend blauen Blüten bis in den Oktober ausbildet.

Regelmäßiges Düngen ist notwendig

Gerade in der Blütezeit muss die Blaue Mauritius eine Vielzahl von Blüten und Blättern mit Nährstoffen versorgen, sodass ihr Nährstoffbedarf entsprechend hoch ist. Am besten sollte man daher schon beim Einpflanzen einen Langzeitdünger in die Erde geben, der seine Nährstoffe dann nach und nach in der Erde verteilt, wo sie von den Wurzeln der Pflanze aufgenommen werden können. Als Langzeitdünger eignet sich der eigene Gartenkompost. Auch Hornspäne oder Hornmehl können verwendet werden. Spätestens acht Wochen nach der Pflanzung hat die Blaue Mauritius alle Nährstoffe des Langzeitdüngers aufgebraucht. Von diesem Zeitpunkt an benötigt sie einmal in der Woche eine Nährstoffzufuhr in Form eines Flüssigdüngers. Im August sollte man mit dem Düngen aufhören, damit sich die Pflanze schon rechtzeitig auf die nahe Winterpause einrichten kann.

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Die Blaue Mauritius richtig überwintern

Ab September reduziert man schließlich auch die Flüssigkeitszufuhr, um die Pflanze auf die Winterzeit vorzubereiten. Da die Blaue Mauritius wie eingangs erwähnt nicht winterhart ist, muss sie in einem Raum überwintert werden, der vor Frost geschützt ist. Schon vor dem ersten Frost wird die Blume umgesiedelt. Wichtig ist, dass auch das Winterquartier ausreichend Licht bietet, sodass ein Kellerraum nicht in Frage kommt. Stattdessen eignen sich zum Beispiel ein Wintergarten, ein Gartenhäuschen, eine Garage oder ein Gewächshaus. Eine annähernd konstante Temperatur von etwa 10 Grad Celsius sollte während des gesamten Zeitraums gewährt werden.

Vor dem Umzug in das Winterquartier sollte die Blaue Mauritius um die Hälfte zurückgeschnitten werden, damit sie später wieder besser blühen und gedeihen kann. Während der kühlen Wintermonate braucht die Pflanze zwar deutlich weniger Wasser, sollte jedoch trotzdem hin und wieder mit Feuchtigkeit versorgt werden. Da die kriechende Winde keine großen Temperaturumschwünge verkraftet, sollte man sie schon ab Februar oder März langsam wieder an höhere Temperaturen sowie an mehr Sonnenlicht gewöhnen. Im Mai darf sie frühestens wieder ins Freie getragen werden. Stellt man sie schließlich nach draußen, sollte sie zunächst überwiegend im Schatten stehen, da die ganztägige Mai-Sonne andernfalls die Blätter verbrennen könnte. Später wird sie dann an ihren ursprünglichen sonnigen Platz umgesiedelt. Sobald sich neue Triebe zeigen, wird wieder mehr gegossen und auch Flüssigdünger hinzugefügt.

Übrigens: In unseren Breitengraden lohnt es sich kaum, die Blaue Mauritius im Beet zu kultivieren, da sie die harten Winter mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht übersteht. Möchte man es trotzdem versuchen, ist im Herbst ein radikaler Rückschnitt notwendig. Anschließend sollte man die Pflanze mit einer dicken Schicht von Blättern, Stroh und Reisig bedecken. Alternativ kann man auch Gartenvlies verwenden. In einem milden Winter hat die Blaue Mauritius auf diese Art und Weise eine Chance, die kalten Tage zu überstehen.

Vermehrung der Blauen Mauritius mittels Stecklingen

Die Blaue Mauritius kann über Stecklinge vermehrt werden. Nach einem Rückschnitt erhält man hierfür genügend Ausgangsmaterial. Zur Vermehrung dienen ausgereifte Triebe, welche jedoch nicht verholzt sein dürfen und mindestens drei Blattpaare besitzen müssen. Alle restlichen Blätter, Knospen und Blüten müssen entfernt werden. Anschließend steckt man jeweils drei Stecklinge in einem Topf, der mit der entsprechenden Anzuchterde gefüllt ist. Das Substrat sollte dann leicht angegossen oder besprüht werden. Dasselbe gilt auch für die Stecklinge. Die Töpfe werden in ein Minigewächshaus gestellt.

Wer keins besitzt oder anschaffen möchte, kann einfach eine Plastiktüte über den Blumentopf stülpen und diese fixieren. Anschließend wird ein warmer und heller Ort benötigt, der jedoch nicht der prallen Sonne ausgesetzt ist. Die Triebe müssen regelmäßig befeuchtet werden. Bei günstigen Bedingungen sollten sich nach drei bis vier Wochen Wurzeln ausbilden. Danach kann jeder Steckling einen separaten Topf erhalten. Ab Mitte Mai können die neuen Pflanzen dann so behandelt werden wie erwachsene Pflanzen.

Eine Alternative ist die Vermehrung mit Samen

Wer keine Stecklinge setzen möchte, hat die Möglichkeit, die Blaue Mauritius über Samen zu vermehren. Diese können zum Einen meist verhältnismäßig günstig im Gartenfachhandel oder im Baumarkt gekauft werden, zum Anderen kann man sie auch selbst sammeln. Dafür müssen die reifen Kapseln geöffnet und getrocknet werden, damit sie bis zum nächsten Frühling aufbewahrt werden können. Bevor die Samen gesät werden, sollte man sie über Nacht bei Zimmertemperatur in Wasser vorquellen. Anschließend werden sie in einem kleinen Topf, der mit Anzuchterde gefüllt ist, ausgesät. Die Samen werden mit einer dünnen Schicht Erde, die nicht angeklopft werden sollte, bedeckt und mit etwas Wasser besprüht. Auch hier ist auf ein feuchtes, warmes Klima zu achten, weshalb eine Plastiktüte übergestülpt werden sollte.

In der Regel keimen die Samen nach etwa drei Wochen. Man sollte sie in dieser Zeit stets feucht halten. Sobald die Keimlinge eine Höhe von drei Zentimetern erreicht haben, pikiert man die kräftigsten mithilfe eines dafür geeigneten Pikierstabs. Nun kann man die kräftigen Keimlinge in einzelne Töpfe oder Gefäße umsetzen und weiter heranziehen, bis sie schließlich nach draußen getragen werden können.

Krankheiten und Schädlinge

Die Blaue Mauritius ist leider anfällig gegenüber von Blütenthripsen. Diese Schädlinge stammen ursprünglich aus Amerika und sorgten schon bei so manchem Hobbygärtner für Leid. Insbesondere bei einem Befall mit dem Kalifornischen Blütenthrips ist Ärger vorprogrammiert, da er einen Virus überträgt und gleichzeitig sehr resistent gegenüber von Insektiziden ist. Wer einen Befall feststellt, sollte daher nicht auf die Chemiekeule zurückgreifen, sondern die natürlichen Feinde des Schädlings einsetzen. Die Raubmilben und Florfliegenlarven sind hierfür zum Beispiel gut geeignet. Solche Nützlinge findet man im Fachhandel. Sie sollten entsprechend der Anleitung auf die Pflanze gebracht werden. Meistens muss dieses Vorgehen mehrmals wiederholt werden, bis wirklich alle Schädlinge bekämpft werden können. Auch Blattläuse, Spinnmilben und Weiße Fliegen können die Blaue Mauritius hin und wieder befallen.

Systematik

Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Windengewächse (Convolvulaceae)
Gattung: Winden (Convolvulus)
Art: Kriechende Winde

Wissenschaftlicher Name

Convolvulus sabatius

FAQ – Die häufigsten Fragen

Welche Pflanze verbirgt sich hinter dem botanischen Namen „Convolvulus Sabatius“?
Convolvulus Sabatius ist die botanische Bezeichnung für die Blaue Mauritius, ein Gewächs aus der Pflanzenfamilie der Windengewächse. Es handelt sich dabei um eine krautige Sommerblume, die sehr ausdauernd mit blauen Blüten blüht.

Wo kann man die Blaue Mauritius kaufen?
Die Blaue Mauritius ist im Gartenfachhandel ebenso erhältlich wie in zahlreichen Baumärkten. Auch im Internet wird man fündig, denn diverse Onlineshops, die sich auf Pflanzen spezialisiert haben, bieten die Blaue Mauritius ebenso zum Verkauf an.

Ist die Blaue Mauritius winterhart?
Nein, die Blaue Mauritius ist nicht winterhat und muss daher entsprechend ihrer Bedürfnisse überwintert werden, wenn man sich im folgenden Jahr wieder an ihren Blüten erfreuen möchte.

Wie wird die Blaue Mauritius überwintert?
Die Überwinterung der Blauen Mauritius erfolgt in einem frostsicheren und ausreichend hellen Raum. Eine Temperatur von etwa 10 Grad Celsius ist dabei ideal, sodass zum Beispiel ein unbeheiztes Treppenhaus, ein Gewächshaus oder eine Garage in Frage kommen. Ab August sollte die Pflanze nicht mehr gedüngt und ab September weniger gegossen werden. Während der Überwinterung benötigt die Blaue Mauritius deutlich weniger Wasser. Ab dem Frühjahr wird sie langsam wieder an mehr Sonne und höhere Temperaturen gewöhnt, bevor sie ab Mai nach draußen umgesetzt werden darf.

Wie pflegt man die Blaue Mauritius richtig?
Die Blaue Mauritius benötigt ein nährstoffreiches Substrat, das am besten aus Blumenerde und Tongranulat bestehen sollte. Die Pflanze wird nach der Daumenprobe reichlich gegossen und muss in Trockenperioden unter Umständen täglich gewässert werden. Außerdem empfiehlt es sich, die Blaue Mauritius regelmäßig zurückzuschneiden, um die Blütenbildung anzuregen.

Welcher Standort ist für die Blaue Mauritius gut geeignet?
Die Blaue Mauritius stammt ursprünglich aus Afrika und Italien, weshalb sie einen sehr sonnigen und warmen Standort bevorzugt, der möglichst vor Wind geschützt sein sollte. Wenigstens vier Stunden Sonne pro Tag sind notwendig.

Wo bildet die Blaue Mauritius ihr Saatgut aus?
Nachdem die Blüten der Blauen Mauritius verwelkt sind, bildet sich daraus das Saatgut. Wer vermeiden möchte, dass sich die Pflanze unkontrolliert selbst vermehrt, sollte daher das Ausputzen der verwelkten Blüten nicht versäumen. Selbstverständlich können die reifen Samenkapseln auch geöffnet und die so gewonnenen Samen getrocknet werden. Dann kann man sie im nächsten Frühjahr gezielt aussäen.

Wie vermehrt man die Blaue Mauritius am besten?
Im Idealfall wird die Blaue Mauritius mit Stecklingen vermehrt. Dafür verwendet man die ausgereiften, aber nicht verholzten Triebe, die drei Blattpaare haben sollten. Alle Knospen, Blüten und die restlichen Blätter werden entfernt. Schließlich steckt man je drei Stecklinge in einen Topf, der mit Anzuchterde gefüllt ist. Die Triebe werden leicht angegossen. Außerdem sollte eine Plastiktüte über den Topf gestülpt werden. Nun wird er an einen hellen und warmen Ort gestellt.

Klappt die Vermehrung der Blauen Mauritius auch mit Samen?
Ja, eine Vermehrung mit Samen ist auch möglich. Dafür lässt man das Saatgut über Nacht vorquellen und sät die Samen dann in einem kleinen Topf mit Anzuchterde aus. Der Samen wird leicht mit Erde bedeckt und mit Wasser besprüht.

Fazit

Durch ihre attraktive Farbgebung ist die Blaue Mauritius die perfekte Pflanzenwahl für sonnige Standorte im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon. Sie ist vielseitig verwendbar und kann zum Beispiel als kletternde Balkonpflanze zum Sichtschutz dienen oder auch als bodendeckende Unterpflanzung höherer Gehölze verwendet werden. Viele Gärtner kultivieren sie auch gern als Ampelpflanze. Sogar als dekorative Zimmerpflanze ist sie einsetzbar. Ein schöner Effekt wird erzielt, wenn man mehrere Pflanzen dieser Art miteinander kombiniert, denn so entsteht ein Meer aus blauen Blüten. Gut zur Geltung kommt die Blaue Mauritius auch, wenn sie mit anderen Pflanzen kultiviert wird.

Hierfür bieten sich zum Beispiel Begonien, Gänseblümchen, Petunien, Lobelien und Geranien an. Die Blaue Mauritius zählt zu den Pflanzen, die zwar einen etwas erhöhten Pflegebedarf haben, sich dafür jedoch mit ihrem besonders schönen Erscheinungsbild revanchieren. Eine mehrjährige Kultivierung der Blauen Mauritius ist kein Problem, sodass man sich durchaus mehrere Jahre an ihr erfreuen kann, solange man ihr ein geeignetes Winterquartier bietet.

Artikelbild: © KPG Payless2 / Shutterstock

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