Dachpappe anbringen

Dachpappe anbringen

Dachpappe ist eine sehr feste und stabile Pappe, welche mit Bitumen getränkt wurde. Man bekommt diese spezielle Bedachungsmöglichkeit in den Baumärkten als Rollen gekauft. Um damit ein Dach zu decken, muss man sich im Vorfeld überlegen, ob die Dachpappe aufgeschweißt, geklebt oder genagelt werden soll.

Während in den frühen 1950er und '60er Jahren noch viele Häuser mit Dachpappe gedeckt wurden, hat die Zahl im Laufe der ganzen Jahre sehr stark abgenommen. Immer mehr Häuser wurden nach und nach mit Schindeln oder Dachziegeln gedeckt. Heute werden überwiegend nur noch Blockhäuser und Gartenhäuser sowie Garagen damit gedeckt.

Um ein Dach richtig decken zu können, muss zunächst einmal die erforderliche Menge an Dachpappe ausgerechnet werden. Dafür sind aber nicht nur die Länge sowie die Breite zu messen. Es muss auch an die Überlappung der einzelnen Bahnen gedacht werden. Man sollte schon zwischen 15 und 25 Zentimeter Überlappung einplanen. Zudem sollten rund 10 bis 15 Zentimeter an den einzelnen langen Bahnen hinzugerechnet werden. Schließlich muss die Dachpappe nach dem kompletten Decken des Daches auch an den Enden richtig abgedichtet werden, damit kein Wasser durch das Dach kommt.

Untergrund des Daches

Nachdem die ganze Rechnerei endlich geschafft wurde und die Anzahl der Rollen nun errechnet wurden, werden die gesamten Rollen nach dem Kauf auf das Dach gebracht, denn es darf während des Auftragens der Dachpappe kein Leerlauf sein, schon gar nicht, wenn die Dachpappe aufgeschweißt werden soll. Bevor die Rollen jedoch auf das Dach können, muss der Untergrund des Daches von allen möglichen spitzen Gegenständen befreit werden. Auch sollte das gesamte Dach noch gründlich gefegt werden, bevor die Arbeiten mit der Dachpappe beginnen können.

Die einfachste Art, die Dachpappe zu verlegen ist, die einzelnen Rollen nach und nach abzurollen. Dabei sollte zunächst seitlich sowie an der Dachrinne die Dachpappe mindestens 10 Zentimeter überstehen. Dann rollt man die gesamte Rolle ab, zumindest so weit, bis ebenfalls 10 Zentimeter auf der anderen Seite überstehen. Danach fängt man wieder an der gleichen Seite an und vergisst dabei aber nicht die Überlappung. So wird Bahn für Bahn abgerollt, bis man mit der letzten Bahn entweder den First oder das Ende des gesamten Daches mit der Dachpappe abgedeckt hat.

Verschweißen oder befestigen

Nun kommt die Entscheidung, ob man die Pappe mit Dachnägeln komplett befestigt oder ob man die einzelnen Bahnen verschweißt. Bei der einfachen Verlegung, also mit nur einer Lage Dachpappe, ist das anschließende Verschweißen die sicherste Methode, um das gesamte Dach abzudichten. Damit man mit der Dachpappe eine längere Lebensdauer erzielen kann, verarbeiten viele Menschen noch eine zweite Lage Dachpappe auf die erste. Diesmal braucht aber an der Dachrinne kein separater Überstand der Dachpappe berücksichtigt werden. Auf diese Weise kommen nicht die einzelnen Nähte der Dachpappe übereinander. So werden wieder die einzelnen Bahnen bis zum Ende des Daches ausgelegt und die Überlappungen wieder mit der vorherigen Bahn verschweißt. Auf diese Weise hat man das gesamte Dach abgedichtet.

Wenn man genau weiß, dass man mit zwei Lagen Dachpappe arbeitet, kann die unterste Lage auch von unten nach oben verlegt werden. Auf diese Weise hat man sogar den Vorteil, dass die einzelnen Bahnen nicht einfach übereinander liegen, sondern die Dachpappe versetzt verlegt wurde. Dies ist ebenfalls eine bessere Art der Dichtigkeit als es nur mit einer Lage Dachpappe zu machen.

Verlegung von Dachschindeln

Eine weitere Art, ein Dach mit Dachpappe zu decken ist die Verlegung von Dachschindeln. Diese Schindeln bestehen aus der härtesten Dachpappe, welche auf dem Markt ist. Auch die Schindeln wurden einzeln in Bitumen getränkt, um noch widerstandsfähiger und zugleich dichtend zu sein. Die Schindeln können eine Größe bis zu 30 cm * 30 cm haben und werden auch, wie bei der Dachpappe in Rollenform, von unten nach oben gelegt. Allerdings bleiben hier seitlich und auch bei der ersten Bahn an der Dachrinne nur ein Überstand von 5 Zentimetern.

Die Schindeln werden auch überlappend gelegt. Spätestens bei jeder zweiten Schindel wird in die rechte obere Ecke ein Dachnagel geschlagen. Für jede Reihe der Dachschindeln sollten 10 Zentimeter Überlappung hinzugerechnet werden. Auf diese Weise der Verlegung wird das Dach auch richtig dicht.

Wenn die Schindeln bis zum oberen Ende komplett verlegt worden sind, kann man auch noch zusätzlich zur besseren Abdichtung auch das gesamte Dach noch einmal mit flüssigem Bitumen übersprühen. Dies hat den Vorteil, dass das gesamte Dach noch einmal zusätzlich abgedichtet wird und keine Ritzen und Löcher mehr vorhanden sind.

Auf diese Weise werden in erster Linie Blockhäuser und Garagen mit Dachpappe abgedichtet. Natürlich kann im Laufe der darauf folgenden Jahre einmal ein kleines Loch entstehen, durch das Wasser durch die Decke gelangen kann. Dann hat man zunächst die Möglichkeit, nur die eine Stelle noch einmal großflächig mit Dachpappe abzudichten. Allerdings kann man dabei nicht wissen, ob nicht unter Umständen das Wasser sogar unter der Dachpappe noch größeren Schaden angerichtet hat.

Die beste Möglichkeit, dann wieder für einige Jahre Ruhe vor einer Reparatur zu haben, ist die komplette neue Abdeckung mit Dachpappe. Dabei ist es ganz gleich, ob mit Schindeln oder der Dachpappe auf Rollen das Dach wieder richtig abgedichtet wird.

Artikelbild: © L Barnwell / Shutterstock

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