Dachpappnagler: Mit Druckluft zur festen Dachpappe

Dachpappnagler: Mit Druckluft zur festen Dachpappe

Dem Heimwerker stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die Dachpappe hoch oben abdichtend zu befestigen. So mancher scheut vor der Möglichkeit, die Bahnen mit Nägeln fest zu schlagen. Nicht selten hinterlässt der Hammer auch einen blauen Daumen. Doch hier gibt es eine Alternative. Der Dachpappnagler braucht keine körperliche Kraft seitens des Heimwerkers.

So funktioniert der Dachpappnagler

Dahinter verbirgt sich ein elektrisches Gerät, dass die Nägel mit Druckluft schießt und so die Dachpappe befestigt. Mühsames Hauen mit dem Hammer ist damit Vergangenheit. Aus der Unterseite des Gehäuse wird Luft benutzt, um den Zuführkolben zu bewegen und den Nagel herauszuschießen. Mit einer Rückholfeder wird die Ausgangsposition wieder hergestellt. Die Nägel werden hierbei auch nicht einzeln in das Gerät eingeführt, sondern auf einer Spule oder einem Draht aufgezogen als Magazin in den Dachpappnagler gebracht. Das Gerät wird auch oft “Coilnagler“ genannt – aus dem Englischen, denn das Wort „Coil“ bedeutet „Spule“. Die Nägel sind meist feuerverzinkt, um auf dem Dach der Witterung standhalten zu können. Es gibt mehrere Hersteller, die unterschiedliche Modelle auf den Markt gebracht haben. Manche Modelle verfügen über Einzelauslösung, andere schießen ganze Salven von Nägel heraus. Hochwertige Produkte arbeiten auch mit Impulstechnik. Akkubetriebene Nagler vermeiden Stromkabel. Ebenso kann bei qualitätsvollen Modelle auch die Eintreibtiefe verstellt werden, Sicherungsnasen verbessern das Aufsetzen und der Magazinboden ist an verschiedene Nagellänge angleichbar.

Vorteile des Dachpappnaglers

Die Vorteile solch eines elektrischen Gerätes liegen auf der Hand. Der Dachpappnagler bietet:

  • Kraft durch Strom
  • Sicheres Eintreiben der Nägel
  • Tiefes Eintreiben der Nägel
  • festen Halt
  • Schnelligkeit
  • Schutz vor Beschädigungen und Kratzern
  • winkliche Ausrichtung

Statt mühsam mit dem Hammer jeden Nagel einzeln einzuschlagen, kann mit diesem Elektrogerät die Dachpappe deutlich schneller befestigt werden. Das erleichtert das Heimwerkerleben vor allem bei großen Dachflächen, die es abzudecken gilt. Statt Muskelkraft schlägt Druckluft die Nägel durch die Bitumenbahn und der Muskelkater am nächsten Tag bleibt erspart. Auch gewährleistet der Dachpappnagler eine feste Haltbarkeit, da die Nägel tief ins Material getrieben werden. Verschiedene Streben sorgen je nach Modell auch dafür, dass die Dachpappe beim Befestigen nicht beschädigt wird. Zudem kann der Heimwerker mit den meisten Varianten auch an schwierige Stellen herankommen, sodass der Dachpappnagler überall zum Einsatz kommen kann.

Nachteile des Dachpappnaglers

Mit Hammer und Nagel kann die Dachpappe gezielter befestigt werden. So mancher Heimwerker schreckt vor den Dachpappnagler zurück, da das Gefühl des Kontrollverlustes zu hoch ist. Es kann schon unheimlich sein, wie schnell der Nagel drin ist. Auch die Kosten sind nicht zu unterschätzen. Hammer und Muskelkraft sind immer günstiger. Auch sind die Nägel oft so fest und tief in das Material geschossen, dass sie nur schwer wieder entfernt werden können. Das ist gut für die Haltbarkeit, aber ein Nachteil, sollte die Dachpappe erneuert werden müssen.

Kosten und Kalkulation

Der Markt bietet zahlreiche verschiedene Modelle. Einfache Dachpappnagler sind im Handel schon ab etwa 130 Euro zu haben. Sollen jedoch mehr Funktionen zur Verfügung stehen, so zahlt der Handwerker mehr. Werden Einzelauslösung oder mehrere verschiedene Bindungsarten der Nägel zur Auswahl gewünscht, sollten bereits 300 bis 400 Euro eingeplant werden. Impulsgeräte kosten so auch gut und gerne über 700 Euro. Wer sich es nicht leisten kann, solch ein Elektrogerät zu kaufen, kann die Option der Vermietung in Erwägung ziehen. So mancher Baufachmarkt um die Ecke bietet die Geräte bereits ab 15 bis etwa 50 Euro pro Tag an.

Darauf sollte beim Kauf geachtet werden

Das gewählte Modell sollte dem Erfahrungsschatz des Heimwerkers angepasst sein. Dachpappnagler können sowohl online als auch im Fachmarkt gekauft werden. Wer unsicher ist, ob das Modell für das Vorhaben geeignet ist, sollten den Experten um eine Beratung bitten. Beim Kauf ist es wichtig, dass die Nagellänge und der Nageldurchmesser mit dem Gerät kompatibel sind. Manche Modelle können auch auf verschiedene Nagellängen eingestellt werden. Das macht sie universell einsetzbar. Ebenso sollten auch die Hersteller der Nägel kompatibel mit dem Gerät sein. Die Bindung der Nägel kann ebenso unterschiedlich sein – so sollte die Kompatibilität des Nagelmagazins auch nicht außer Acht gelassen werden. Ist das Gerät Akkubetrieben? Dann sollte die Leistung ebenfalls genauer betrachtet werden. Welche Sicherungsmaßnahmen kann das Gerät vorweisen? Gerade ungeübte Heimwerker sollten Modelle wählen, die unter anderem schlagfest sind, einen Gehäuseschutz haben und auch rutschfeste Puffer vorweisen können. Ebenso gehören bei den meisten Produkten auch ein Transportkoffer und passende Schutzkleidung, wie eine Schutzbrille, zur Ausstattung.

Zur vollständigen Ausstattung eines Dachpappnaglers gehört auch das Zubehör zur notwendigen Reinigung. Spray und Öl sollten daher auch im Paket enthalten sein.

Handhabung des Dachpappnaglers

Wer sich für das Einschießen der Nägel mittels Druckluft auf dem Dach entscheidet, sollte einige Sicherungsmaßnahmen beachtet. Ist das Gerät nicht in Betrieb, sollte immer die Druckluftzufuhr unterbrochen werden. Das gilt insbesondere, wenn das Magazin gewechselt wird. Das verhindert Unfälle. Im Einsatz muss der Nagelkopf immer zum Boden gerichtet sein. Der Auslösemechanismus sollte nur während des Nagelns betätigt werden.

Das Arbeiten mit einem Dachpappnagler wird nur mit Schutzbrille und Handschuhe empfohlen. Auf dem Dach sind des Weiteren Helm und Arbeitsschuhe für die Sicherheit jedes Heimwerkers Pflicht. Ohrstöpsel schützen vor dem Krach.

Zusammenfassung

Wem es zu mühsam ist, die Dachpappen mit jedem Nagel einzeln zu befestigen, der kann zum Dachpappnagler greifen. Hier werden die Nägel mit Druckluft in das Material geschossen. Das geht oft schneller als die Handarbeit, jedoch kostet solch ein Gerät auch deutlich mehr. Die Nägel sind meist auf einer Spule oder Draht aufgezogen. Durch die Druckluft versprechen sie sehr gute Haltbarkeit.

Artikelbild: © TFoxFoto / Shutterstock

2 Kommentare

  1. Michael Heil 17.04.2018 11:50 Uhr

    Ein guter informativer Beitrag zum Thema Dachpappnagler für Heimerker.

    direkt antworten
  2. MiMa 16.06.2018 11:02 Uhr

    Sehr guter Beitrag, viele Informationen für den abitionierten Heimwerker.

    direkt antworten

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