Erdbeerbaum (Arbutus) – pflegen und Geschmack der Früchte

Erdbeerbaum (Arbutus) – pflegen und Geschmack der Früchte

Seit wann wachsen Erdbeeren auf Bäumen, werden sich einige Menschen fragen, die den Namen dieser Gattung sehen. Erdbeerbäume (Arbutus) sind eine besondere Pflanzengattung, die zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) gehören. Ihre Arten sind in erster Linie im Mittelmeerraum und Mittelamerika zu finden. Kein Wunder also, dass man hierzulande keine Erdbeeren sieht, die auf Bäumen wachsen – und doch gibt es sie. Wer seinen Urlaub einmal auf Sardinien, Korsika oder Portugal verbracht hat, wird sie womöglich zu Gesicht bekommen haben. In Deutschland ist der Erdbeerbaum ein dekorativer Exot: Mit seinen glockenförmigen, weißen Blüten erfreut er das deutsche Auge beginnend mit dem Herbst. Das Beste: Seine erdbeergleichen Früchte sind nicht nur wahre Hingucker, sie sind auch essbar. Im Mittelmeerraum fertigt man aus den Früchten Medronho, ein hochprozentiges, destilliertes Getränk (Obstschnaps), aber auch Konfitüre, an.

Beschreibung

Der Erdbeerbraum ist ein immergrüner Strauch oder Baum mit rötlich brauner bis grauer Rinde, die glatt ist und abblättert. Die wechselständig angeordneten Blätter sind gesägt, einfach oder ganzrandig, ledig und auf der Oberseite glänzend. Die Verbreitung der Arbutus reicht von dem Mittelmeergebiet über Nicaragua und Mittelamerika bis hin zur Westküste Nordamerikas. In Mittelamerika ist der Erdbeerbaum in Höhenlagen bis 3.100 Metern zu finden. Die mitteleuropäischen Arten sind nicht winterhart.

Obwohl die Früchte des Erdbeerbraumes nichts mit den Erdbeeren an sich zutun haben, erhielt der Baum seinen Namen, weil sich die Früchte sehr ähneln. Einige Arbutus-Arten stellen für bestimmte Tiere Nahrung dar, dazu gehören Schmetterlinge wie das Kleine Nachtpauenauge (Saturnia pavonia).

Verwendung

Ein Großteil der Arbutus-Sorten wird als Zierpflanzen außerhalb ihres ursprünglichen Gebiets kultiviert. Die Kultivierung selbst ist allerdings nicht immer ganz einfach, da die Gewächse nicht winterhart sind und sehr intolerant sind, wenn bestimmte Dinge (Bauten, Zäune, etc.) ihr Wurzelwachstum behindern. Der Hybrid Arbutus Marina ist eine Sorte, die sich leicht an die typischen Gartenverhältnisse adaptiert und auch in milden Gebieten in Deutschland wachsen kann.

Der Arbutus unedo ist Teil der El oso y el madroño (Der Bär und der Erdbeerbaum) der spanischen Hauptstadt Madrid. Im Zentrum der Stadt (Puerta del Sol) befindet sich die Statue eines Bäres, der die Frucht des Erdbeerbaumes frisst. Dieses Bild ist auch auf dem Stadtwappen aber auch Taxis und anderen Teilen der Stadt zu sehen. Der Legende zufolge fermentiert die Frucht des Baumes im Magen des Bärs, der dadurch betrunken wird.

Für die Küsten-Salish von Vancouver Island waren Arbatus-Arten aus dem Grund von großer Bedeutung, weil sie Teile des Baumes, unter anderem die Blätter, zur Linderung von Erkältungen, Magenbeschwerden und Tuberkulosis verwendeten. Der Baum ist auch Teil vieler Mythen rund um die Küsten-Salish.

Anbau

Der Anbau des Erdbeerbaums ist in klimatisch begünstigten und wintermilden Regionen Deutschlands durchaus möglich. Grundsätzlich eignen sich alle Heidekrautgewächse, zu der auch der Erdbeerbaum zählt, als Topf- und Wintergartenpflanzen. Wer das Gewächs dagegen in seinem Garten voller Stolz den Nachbarn präsentieren möchte, sollte darauf achten, dass der Standort sonnig bis halbschattig ist. Der Boden muss durchlässig sein und darf nicht zur Staunässe neigen, denn dass mag der Erdbeerbaum nicht. Ideal ist auch ein Standort, der windgeschützt ist, bestenfalls vor einer Wand. Arbutus-Sorten bevorzugen zudem kalkarme Böden. Obwohl Arbutus-Sorten durchaus auch in schattigen Lagen wachsen, ist ihre Blüte bei einem sonnigen Standort reicher. Wie gut es dem Baum geht, wird man im Laufe der Jahre an seiner Wuchshöhe erkennen. Diese erreicht im Regelfall zwei bis drei Meter, in einigen seltenen Fällen sogar bis zu fünf Meter.

Nicht erschrecken sollte man bei den Früchten des Winterblühers, denn diese reifen erstaunlich langsam, sodass rote Früchte und Blüten zum selben Zeitpunkt am Baum hängen. Die Früchte haben eine kugelige Form und einen Durchmesser von etwa 2,5 Zentimetern. Anfangs sind die Früchte grün, mit zunehmender Reife nehmen sie eine orangefarbene bis rote Farbe an – letztendlich ähneln sie auch der Erdbeerfrucht, daher der Name des Baumes.

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Pflege

Die Pflege des Erdbeerbaums hält sich in Grenzen. Im Sommer sollte der Boden leicht feucht gehalten werden, ohne dass es zu Staunässe kommt. Staunässe ist, wie zuvor erwähnt, ein No-Go für diese Pflanze. Lieber geht man auf Nummer sicher und wässert zu wenig, denn kurze Trockenheit kann dem Baum nicht schaden. Über seine Blätter ist er in der Lage, Trockenheit auszugleichen. Beim Düngen ist darauf zu achten, dass dieser sowohl im Frühjahr als auch im Sommer in die umliegende Erde eingearbeitet wird. Als Alternative eignet sich auch organischer Dünger. Alles in allem ist der Nährstoffbedarf des Baumes bescheiden.

Wichtig in Bezug auf die Pflege ist der Hinweis, die oberste Regel des Erdbeerbaums zu respektieren: Er möchte seinen Standort, den er einmal bewachsen hat, nie verlassen. Der Arbutus wird folglich nur einmal umgepflanzt, wenn er vom Anzuchttopf in den Kübel oder Garten gesetzt wird. Dieses Bedürfnis ist ein Grund, warum die eigenständige Anzucht der Pflanze wichtig ist. Denn je älter der Erdbeerbaum, desto schwieriger ist das Umpflanzen. Wer einen Erdbeerbaum kaufen möchte, sollte ein besonders junges Exemplar wählen.

Aufzucht

Wie zuvor erwähnt, macht die eigenständige Aufzucht des Erdbeerbaums am meisten Sinn. Nicht nur das Umtopfen ist einfacher, Interessierte müssen für dieses Gewächs auch eine beachtliche Summe hinlegen. Der selbst gezogene Baum hingegen wächst von Anfang an in dem Klima auf, indem er sich später behaupten muss. Dieses Klima unterscheidet sich grundlegend von seiner Heimat oder den Verhältnissen im Gartenbaubetrieb.

Die Anzucht des Arbutus funktioniert folgendermaßen:

  • frische Erdbeerbaum-Samen, sobald sie reif sind, aussäen
  • gekaufte Samen zunächst eine Woche in warmem Wasser einweichen
  • da es sich um Lichtkeimer handelt, werden sie nur auf die Erde gelegt
  • die Aufzucht sollte an einem schattigen Ort (Fensterbrett) erfolgen
  • die Anzuchterde darf nie trocken werden
  • die Umgebungstemperatur sollte bei 20 Grad Celsius liegen
  • Jungpflanzen möglichst früh vereinzeln
  • die Pflanzen in separate Gefäße umtopfen
  • ab jetzt auf eine gute Belüftung achten

Sobald die Pflanzen eine gewisse Größe erreicht haben, können sie in den finalen Kübel oder Garten umgepflanzt werden. Wer sich für den Kübel entscheidet, sollte ein möglichst großes Modell wählen, denn ein Umtopfen wird, wie bereits erwähnt, nicht mehr folgen.

Schnitt

In der deutschsprachigen Literatur wird immer wieder empfohlen, den Erdbeerbaum möglichst wenig zu beschneiden, sprich nur dann, wenn die Zweige zu dicht zueinander wachsen. Diese Empfehlung richtet sich allerdings an Kübelpflanzen, die in wenigen Jahren ein Dekoelement darstellen werden und keine großartige Lebenserwartung besitzen.

Erfahrungen von Besitzern, die diese Pflanze in ihrer grünen Oase gepflanzt haben, besagen jedoch, dass Erdbeerbäume an Anfang buschig wachsen. Im Laufe der Jahre dagegen wachsen sie nicht mehr so dicht, wenn man sie gar nicht schneidet. Englischsprachige Gärtner dagegen sind sich sicher, dass ein regelmäßiger Schnitt wichtig ist. Sie können sich allerdings nicht genau auf den idealen Zeitpunkt festlegen. Einige sprechen vom Winteranfang, direkt nach der Blütezeit. Doch der Neuaustrieb könnte im Winter einfrieren. Der Beschnitt im Frühjahr birgt die Gefahr, die neuen Knospen versehentlich wegzuschneiden.

Wir empfehlen, einen Fachmann zu befragen, wie und wann man Erdbeerbäume beschneiden sollte, um sich möglichst lange an diesem Baum erfreuen zu können.

Überwinterung

Die in Mitteleuropa erhältlichen Erdbeerbäume sind größtenteils keine winterharten Sorten. Einige sollen Temperaturen von minus 15 Grad vertragen, jedoch sollte man hierzulande dieses Risiko keinesfalls eingehen. In diesem Artikel erwähnten wir bereits, dass es wichtig ist, denn Baum möglichst gut zu schützen, durch einen Standort in der Nähe einer Wand zum Beispiel.

Grundsätzlich benötigt der Erdbeerbaum aber einen ordentlichen Winterschutz. Der winterlichen Kälte ausgesetzt sind insbesondere Stamm und Blätter. Diese kann man mit speziellen Folien oder Stoffresten, die aus einem atmungsaktiven Material gefertigt sind, schützen. Bei Kübelpflanzen ist der Schutz weitaus einfacher, denn sie bringt man einfach in den Wintergarten oder die Garage. Wichtig ist, dass der neue Standort eine relativ kühle Temperatur aufweist, die zwischen drei und acht Grad Celsius liegt.

Hinweise

Sollte der Erdbeerbaum nach der Pflanzung gelbe Blätter entwickeln, kann folgender Grund vorliegen: Als immergrüne Pflanze muss der Arbutus alte Blätter immer wieder abwerfen, um neue bilden zu können. Verstärkt wird der Blattabwurf durch Anwachsprobleme, Wasserstress (zu wenig oder zu viel), ungünstige Witterung oder ein zu hoher pH-Wert. Solange der Baum weiterhin an seinen Triebspitzen austreibt, gibt es kein Problem.

Der zweite Hinweis für diese Pflanze bezieht sich auf die Früchte. Grundsätzlich sind die Früchte des Erdbeerbaumes essbar. Das Problem liegt darin, dass sie, im Gegensatz zu Erdbeeren, weder süß sind noch einen ausgeprägten Geschmack aufweisen. Dennoch ist es möglich, die Früchte zu Marmelade zu verarbeiten. Dann muss man allerdings Zucker beimischen, denn die Früchte selbst haben keinen nennenswerten Geschmack. In südlichen Ländern werden die Früchte auch zu eine Art Schnaps verarbeitet.

In puncto Schädlinge konnte man bisher lediglich Blattläuse beobachten, die sich an praktisch jeder Pflanze zu schaffen machen. Die Übeltäter kann man mit einer simplen Spiritus-Schmierseifen-Lösung vertreiben.

FAQ – Die häufigsten Fragen

Was ist ein Erdbeerbaum?
Der Erdbeerbaum ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Heidekrautgewächse. Zu dieser Gattung gehören insgesamt elf Arten. Man findet Erdbeerbäume hauptsächlich im Mittelmeerraum und in Mittelamerika.

Wo kann man einen Erdbeerbaum kaufen?
Am ehesten wird man im Internet in speziellen Pflanzenshops fündig. Hin und wieder sind Erdbeerbäume aber auch im Pflanzenfachhandel erhältlich.

Welche Bestandteile des Erdbeerbaums sind essbar?
Die erdbeerähnlichen Früchte des Erdbeerbaums können gegessen werden.

Wie kann man den Erdbeerbaum aus Samen ziehen?
Frische Erdbeerbaumsamen sollten sofort ausgesät werden, während gekaufte oder gelagerte Samen erst sechs Tage in Wasser weichen müssen. Erdbeerbaumsamen sind Lichtkeimer und werden daher nur auf die Erde gelegt und nicht damit bedeckt. Ein schattiger Standort auf dem Fensterbrett oder im Gewächshaus eignet sich für die Anzucht am besten. Die Erde darf nie austrocknen und die Temperatur sollte bei etwa 20 Grad Celsius liegen.

Ist der Erdbeerbaum winterhart?
Nein, Erdbeerbäume sind hierzulande in der Regel nicht winterhart. Die in der Mittelmeerregion heimischen Arten vertragen zwar ein gewisses Maß an Kälte, allerdings sind die Winter in unserer Region oftmals zu kalt.

Wie wird der Erdbeerbaum überwintert?
Wer den Erdbeerbaum im Freiland überwintern möchte, sollte für einen sehr guten Winterschutz sorgen. Die Blätter, der Stamm und der untere Teil der Pflanze müssen gut eingepackt werden. Dafür eignen sich Stoffreste aus atmungsaktivem Material. Besser ist die Überwinterung in einem Wintergarten bei Temperaturen von drei bis acht Grad Celsius. Alternativ kann der Erdbeerbaum auch in einem Keller mit Fenster oder in einem ungeheizten Treppenhaus überwintert werden. In dieser Zeit wird die Pflanze nur gelegentlich und sparsam gegossen, um ein Austrocknen zu vermeiden. Auf Düngergaben muss vollkommen verzichtet werden.

Kann man den Erdbeerbaum auspflanzen?
Da der Erdbeerbaum sehr standorttreu ist und daher möglichst nicht umgetopft werden sollte, empfiehlt es sich nicht, ihn im Garten auszupflanzen. Das gilt insbesondere dann, wenn der Baum im Winter wieder ausgegraben muss.

Wann blüht der Erdbeerbaum?
Der Erdbeerbaum blüht immer im Winter: Der Arbutus unedo zeigt seine Blüten vom Herbst bis zum Ende des Jahres, während der Arbutus andrachne von Februar bis April blüht.

Wann trägt der Erdbeerbaum Früchte?
Früchte bilden sich etwa zeitgleich mit den Blüten. Meist muss bei der Bestäubung aber mit einem Pinsel nachgeholfen werden.

Wie schmecken die Früchte des Erdbeerbaums?
Die Früchte schmecken leicht süßlich, hinterlassen aber oft einen eher unangenehmen Nachgeschmack.

Wie schnell wächst ein Erdbeerbaum?
Der Erdbeerbaum wächst etwa zehn Zentimeter pro Jahr.

Wie groß kann ein Erdbeerbaum werden?
In seiner Heimat kann der Erdbeerbaum eine Höhe von bis zu zehn Metern erreichen. Im Kübel wird er oft nur zwei bis drei Meter hoch.

Wie wird der Erdbeerbaum richtig gepflegt?
Der Erdbeerbaum ist recht pflegeleicht. Er braucht lediglich ausreichend Wasser und sollte im 14-Tage-Rythmus mit Dünger versorgt werden.

Welche Erde ist für den Erdbeerbaum geeignet?
Das Substrat sollte leicht sandig bis lehmig und gut wasserdurchlässig sein. Ein saurer pH-Wert ist ideal, aber auch ein schwach basischer Boden schadet dem Erdbeerbaum nicht.

Systematik

Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Unterfamilie: Arbutoideae
Gattung: Erdbeerbäume

Wissenschaftlicher Name

Arbutus

Artikelbild: © LFRabanedo / Shutterstock

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