Kugel-Trompetenbaum – Tipps zu Standort, Pflege und zum Schneiden

Kugel-Trompetenbaum – Tipps zu Standort, Pflege und zum Schneiden

Der Kugel-Trompetenbaum ist eine weit verbreitete und beliebte Veredelung des herkömmlichen Trompetenbaumes. Aufgrund seines lateinischen Namens „Catalpa bignonioides Nana“ wird er häufig auch als Nana bezeichnet. Die Besonderheit des Kugel-Trompetenbaums besteht darin, dass die Krone kugelförmig ist. Während der Halbstamm des Baumes nach der Veredelung nicht mehr weiter wächst, kann die Krone im Laufe der Zeit eine Höhe von bis zu sechs Metern erreichen. Der Trompetenbaum gehört zu den Trompetenbaumgewächsen und stammt ursprünglich aus den USA. Dort ist er in einer Vielzahl von Gärten und Parkanlagen als Ziergehölz zu finden. Eine Besonderheit des Baumes sind seine attraktiven Blüten, die in Trompetenform wachsen. Kein Wunder, dass der ansprechende Baum daher auch in Europa und insbesondere in Deutschland gern als Zierbaum kultiviert wird.

Kugel-Trompetenbaum

Das markanteste Merkmal des Baumes besteht in seiner imposanten kugelförmigen Krone. Doch auch seine Blüten, die in Trompetenform wachsen und denen der Baum seinen Namen verdankt, sorgen für seine große Beliebtheit. Die Blütezeit ist im Juni und Juli. Die trompetenförmigen Blüten hängen an bis zu 15 Zentimeter langen Rispen und sind strahlend weiß. Aus ihnen bilden sich schließlich die Früchte, die wiederum bis zu 30 Zentimeter lang sind. Die Früchte erinnern aufgrund ihrer Optik an Zigarren und sind nicht essbar, sondern sogar giftig. Sie bleiben während der Winterzeit am Kugel-Trompetenbaum hängen und bilden in dieser Zeit die Samen aus. Erst im Frühjahr öffnen sie sich schließlich. Der Kugeltrompetenbaum hat eiförmige Blätter, die zwischen 10 und 20 Zentimeter lang werden. Im Herbst wirft der Baum seine Blätter ab, ohne dass sie sich zuvor verfärben.

Die richtige Pflege sorgt für ein ansprechendes Wachstum

Der Trompetenbaum ist umso ansehnlicher, je besser er gepflegt wird. Für den Kugel-Trompetenbaum ist es sehr wichtig, dass seine Wurzeln nicht austrocknen, denn dann geht er schnell ein. Bei einer regelmäßigen Wasserzufuhr ist der Baum sehr hitzebeständig und bevorzugt einen sonnigen Standort. Man sollte bei der Wahl des Pflanzortes jedoch berücksichtigen, dass die Krone des Baumes sehr groß und breit werden kann, sodass man einen großzügigen Abstand zu Hauswänden, Straßen und anderen Pflanzen im Garten einplanen sollte. Der Boden sollte feucht, ein wenig sandig und vor allem nährstoffreich sein. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, die Erde mit Hornspänen, Gartendünger oder Kompost anzureichern.

Ein junger Baum wird am besten im späten Sommer oder im frühen Herbst gepflanzt. Wichtig ist, dass der Trompetenbaum erst gepflanzt wird, wenn die größte Hitze des Jahres überstanden ist. Je nach Wetterlage ist daher die Zeit zwischen Ende August und Mitte September ideal. So hat der Baum noch genug Zeit, seine Wurzeln auszubilden und anzuwachsen. Bevor man den Baum einpflanzt, sollte man seine Wurzeln für einige Zeit in einen Eimer mit Wasser stellen. Wenn man das Pflanzloch aushebt, sollte man darauf achten, dass es doppelt so groß ist wie der Wurzelballen des Trompetenbaums. Neben den Wurzeln kann man einen Holzpfahl einsetzen, der mit dem Stamm zusammengebunden wird, um den Trompetenbaum zu stützen. Anschließend bedeckt man den Wurzelballen so mit dem Pflanzsubstrat, dass seine Oberfläche kurz unter dem Boden liegt. Unmittelbar nach dem Pflanzen sollte der junge Trompetenbaum kräftig angegossen werden. Junge Kugel-Trompetenbäume müssen hin und wieder mit Dünger versorgt werden.

Schneiden

Meistens muss der Kugel-Trompetenbaum überhaupt nicht geschnitten werden, da es in der Natur des Baumes liegt, seine kugelförmige Krone zu erhalten. Kürzt man hingegen einzelne Äste, werden diese besenartig ausgetrieben, sodass die Krone ihre runde Form verliert. Dadurch wirkt der Kugel-Trompetenbaum unregelmäßig und stark verunstaltet. Allerdings kann ein Schnitt hin und wieder sinnvoll sein, insbesondere kurz nach dem Pflanzen, zum Auslichten oder um den Umfang der Krone etwas zu reduzieren. Wichtig ist, dass man bei dem Schnitt mit Sorgfalt vorgeht, damit die kugelförmige Wuchsform nicht beeinträchtigt wird.

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Hat man einen Kugel-Trompetenbaum neu gepflanzt, kann der Schnitt im darauffolgenden Frühjahr erfolgen. Die ideale Zeit für den Rückschnitt liegt zwischen Februar und April. Dabei kann der Baum oberhalb der Veredelungsstelle um zwei Drittel gekürzt werden. Dieses Vorgehen hört sich etwas radikal an, ist aber notwendig, um ein dichteres Wachstum der neuen Triebe zu erzielen und für eine gleichmäßige Kugelform der Krone zu sorgen. In den folgenden Jahren schneidet man entweder gar nicht oder sehr viel sparsamer. Es empfiehlt sich, den Baum regelmäßig zu verjüngen, damit die Krone nicht zu dicht wächst oder kahl wird. Bei einer Verjüngung werden die Triebspitzen in regelmäßigen Abständen leicht gekürzt. Wenn die Krone des Kugel-Trompetenbaumes zu dicht ist, kann man einzelne ältere Äste entfernen, um die Krone auszulichten.

Es ist prinzipiell auch möglich, den Baum radikal zurückzuschneiden, allerdings läuft man hiermit Gefahr, dass sich die typische Kugelform des Trompetenbaums verliert. Manchmal lässt sich ein Radikalschnitt dennoch nicht vermeiden, insbesondere bei einer zu breiten Krone. In dem Fall befreit man den Baum oberhalb der Veredelungsstelle von sämtlichen Ästen. Nur wenige Augen bleiben stehen. In der Regel wird der Kugel-Trompetenbaum nach einem Radikalschnitt jedoch noch schneller und stärker austreiben. Es empfiehlt sich daher, schon im Voraus dafür zu sorgen, dass die Krone gar nicht erst derart große Ausmaße annimmt.

Die richtige Überwinterung

Der Trompetenbaum konnte sich in den letzten Jahrhunderten sehr gut an unsere klimatischen Verhältnisse anpassen. Mittlerweile gilt er daher als verhältnismäßig winterfest. Trotzdem sollte man insbesondere junge Trompetenbäume vor zu starkem Frost schützen. Das gilt für alle Bäume, die jünger als fünf Jahre sind. Zum Schutz kann die Krone mit einer Folie und der Baumstamm mit Schilfmatten oder Jutestreifen umwickelt werden. Darüber hinaus geben Experten den Tipp, den Baumstamm mit weißer Farbe einzustreichen, damit der Trompetenbaum gesund überwintern kann. An sonnigen und kalten Tagen reißt die Baumrinde schnell auf, was durch ein Weißen des Stammes verhindert werden kann. Vorher sollte man den Baumstamm aber von Moos und Flechten befreien sowie einen Wundverschluss auftragen.

Alternativ hat man die Möglichkeit, einen jungen Trompetenbaum zunächst im Kübel zu ziehen, damit er in einem geeigneten Winterquartier überwintern kann. Hierfür bietet sich ein Wintergarten, ein Gartenhäuschen oder eine Garage an. Sobald der Baum dann älter ist, kann er ins Freie umgesetzt werden, da er dort in der Regel problemlos überwintert. Allerdings sollte man auch ältere Kugel-Trompetenbäume auf den Winter vorbereiten, indem man abgestorbene Äste entfernt.

Typische Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

Nur selten wird der Kugel-Trompetenbaum von Schädlingen befallen, es kommen jedoch hin und wieder Krankheiten vor. Typische Krankheiten sind zum Beispiel:

  • Mehltau
  • Verticillium-Welke
  • Brandkrustenpilz

Mehltau breitet sich immer dann besonders gut aus, wenn die äußeren Bedingungen für die Krankheit günstig sind. So wird ein Befall meist festgestellt, wenn das Frühjahr sehr feucht und der Sommer im Anschluss sehr heiß war. Die Ausbreitung des Mehltaus kann durch Fungizide eingedämmt werden. Andernfalls können auch Hausmittel verwendet werden, wie etwa eine Milch- oder Molke-Wassermischung, mit welcher der Trompetenbaum eingesprüht wird. Die Sporen des Mehltaus sammeln sich auf dem fallenden Laub. Daher ist es wichtig, sämtliches Laub einzusammeln und zu entsorgen, wobei hierfür nicht der Kompost verwendet werden sollte.

Die Verticillium-Welke ist leider kaum zu behandeln. Es handelt sich dabei um einen Pilz, den man nur schwer oder gar nicht besiegen kann. Der Befall äußert sich durch Blätter, die sich kräuseln oder gelb werden. Durch den Pilz werden die Nährstoffversorgung und der Wassertransport lahm gelegt, sodass der Baum nach und nach abstirbt. Obwohl es bisher noch keine Bekämpfungsmittel gegen Verticillium-Welke gibt, kann man einem Befall von vornherein vorbeugen, denn der Pilz tritt am häufigsten durch Stresssituationen auf.

Insbesondere ein nährstoffarmer Boden, ein zu feuchter Standort oder eine längere Trockenheit führen oft zur Verticillium-Welke. Daher sollte man darauf achten, dass der Boden nährstoffreich ist und regelmäßig düngen. Bei einem Rückschnitt werden nur scharfe und saubere Werkzeuge verwendet. Zudem empfiehlt es sich, im Abstand von drei bis vier Jahren eine Wurzelbelüftung in die Wege zu leiten.

Einen Befall mit dem Brandkrustenpilz erkennt man an hellen Fruchtkörpern, welche zu Moderfäule oder Weißfäule führen. Da der Pilz meist schon zeitig die Wurzeln befällt, verliert der Trompetenbaum seine Standfestigkeit. Es gibt bisher noch keine wirksamen Gegenmaßnahmen, sodass der Baum im Endeffekt abstirbt. Daher hilft es nur, einem Brandkrustenpilzbefall durch gute Pflege vorzubeugen.

Möglichkeiten zur Vermehrung

Zunächst zieht man durch Aussaat im Frühjahr, Stecklinge im Sommer oder Wurzelstecklinge im Winter einen herkömmlichen Trompetenbaum. Anschließend kann man durch Veredelung auf dem Stamm die Zwergform „Nana“ ziehen. Man sollte jedoch beachten, dass es durchaus einige Jahre dauern kann, bis sich nach der Veredelung die kugelförmige Wuchsform der Krone stabilisiert hat. Im Gartenfachhandel kann man auch bereits fertig veredelte Jungbäume kaufen.

Systematik

Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae)
Gattung: Trompetenbäume

Wissenschaftlicher Name

Catalpa

Fazit

Die kugelige Form der Krone, die großen Blätter und die trompetenartigen weißen Blüten sorgen dafür, dass der Kugel-Trompetenbaum für jeden weitläufigen privaten Garten ein wahres Schmuckstück ist. Auch aus öffentlichen Parkanlagen ist der Kugel-Trompetenbaum hierzulande kaum noch wegzudenken, seit er erstmals im 18. Jahrhundert aus den USA zu uns kam. Mittlerweile hat sich der Baum sehr gut an die hier herrschenden klimatischen Bedingungen angepasst, sodass er einfach zu pflegen ist. Auch Laien und Hobbygärtnern sollte es daher gelingen, den Trompetenbaum im eigenen Garten zu kultivieren. Einzig Familien mit Kindern sollten bei der Anschaffung des Baumes berücksichtigen, dass alle Teile und insbesondere auch die Blüten giftig sind und daher nicht in Kinderhände geraten sollten.

FAQ – die häufigsten Fragen

Wie schneidet man den Kugel-Trompetenbaum richtig?

Bei Kugel-Trompetenbäumen ist normalerweise kein Schnitt notwendig, da ein Auslichten in der Regel genügt. Dennoch sind die Bäume gut schnittverträglich. Durch einen regelmäßigen leichten Schnitt im März stellt man sicher, dass die Baumkrone weder zu kahl noch zu dicht wächst.

Ist der Kugel-Trompetenbaum giftig?
Alle Bestandteile des Trompetenbaums sind leicht giftig. Das giftige Catalpin kommt in allen Pflanzenteilen außer dem Samen vor. Außerdem enthält das Holz chinoide Verbindungen, die bei direktem Hautkontakt allergische Reaktionen verursachen können. Darüber hinaus enthalten die Blätter einen geringen Anteil an Ursolsäure, Kaffeesäure und Cumarsäure.

Was kostet der Kugel-Trompetenbaum und wo kann man ihn kaufen?
Der Kugel-Trompetenbaum ‚Nana‘ ist im Gartenfachhandel erhältlich, kann aber auch direkt online bestellt werden. Die Preise sind je nach Größe unterschiedlich und beginnen im Durchschnitt bei 40 Euro.

Welche Schädlinge und Krankheiten kommen beim Kugel-Trompetenbaum vor?
Schädlinge befallen den Kugel-Trompetenbaum eher selten. Er ist jedoch anfällig für Krankheiten wie Mehltau und die Verticillium-Welke. Mit einer geeigneten Pflege, die den Ansprüchen des Baumes entspricht, lassen sich derartige Krankheiten vermeiden.

Wie wird der Kugel-Trompetenbaum richtig gepflanzt?
Typischerweise wird der Kugel-Trompetenbaum im Garten ausgepflanzt. Die ersten 10 Jahre lang kann er aber auch gut im Kübel gehalten werden. In diesem Fall sollte man ihn frostfrei überwintern. Gepflanzt wird der Baum im zeitigen Frühjahr in ein Pflanzloch, das doppelt so groß ist wie der Wurzelballen der Pflanze. Der Grund sollte mit einer Mischung aus gewaschenem Sand, Lehm und Humus angefüllt werden, um die Nährstoffversorgung zu sichern. Um den Kugel-Trompetenbaum zu stabilisieren, sollten zwei Baumpfähle mit in das Pflanzloch eingesetzt werden. Der junge Baum muss in den ersten Wochen und Monaten nach dem Pflanzen gut bewässert werden.

Wann treibt der Kugel-Trompetenbaum aus und bildet seine Blätter?
Eine Besonderheit des Kugel-Trompetenbaums besteht darin, dass er erst recht spät austreibt. Wann genau der Austrieb stattfindet, hängt von verschiedenen Aspekten ab. So kann es zum Beispiel nach einem langen, harten Winter bis zum Mai dauern, bis das Gewächs die ersten Blätter zeigt. Diese herzförmigen Blätter verströmen einen kaum wahrnehmbaren Duft, der Mücken fernhält.

Wie groß wird ein Kugel-Trompetenbaum?
Im Gegensatz zum normalen Trompetenbaum, der bis zu 15 Meter hoch und 20 Meter breit werden kann, bleiben Kugel-Trompetenbäume eher kompakt. Größer als sechs Meter werden diese Pflanzen in der Regel nicht. Die am häufigsten vorkommende Sorte ‚Nana‘ erreicht sogar meist nur eine Wuchshöhe von drei bis fünf Metern. Die Bäume wachsen etwa 20 Zentimeter im Jahr.

Gibt es Kugel-Trompetenbäume auch als Hochstamm?
Die Sorte „Catalpa bungei“ wird im Handel oftmals als Hochstamm angeboten. Sie zeichnet sich durch den sehr langsamen Wuchs und den späten Austrieb aus. Die Blätter sind bei diesem Kugel-Trompetenbaum eher grüngelb und auch etwas kleiner als bei anderen Sorten. Die Stammhöhe liegt in der Regel bei maximal 2,25 Metern. Alternativ ist der Catalpa bungei auch als Halbstamm mit einer Stammhöhe von 120 Zentimetern erhältlich. Der Stamm nimmt in der Höhe nicht weiter zu, sondern wird mit der Zeit nur noch breiter.

Artikelbild: © flaviano fabrizi / Shutterstock


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