Estrich aufheizen – ein wichtiger Vorgang für gute Qualität

Estrich aufheizen – ein wichtiger Vorgang für gute Qualität

Estrich besitzt als Baustoff eine Vielzahl an Vorteilen. Neben den vielen verschiedenen Arten, wird auch beim Auftragen auf den Typ Bezug genommen. Besonders Fließestrich ist sehr flexibel und robust. Diese beiden Eigenschaften erlauben auch bei vielen Estrichen das Verbauen von Fußbodenheizungen. Diese bieten nicht nur großen Komfort, sondern können Ihren Räumen eine luxuriöse Aufwertung geben. Allerdings ist bei der Verwendung von Estrich darauf zu achten, diesen richtig aufzutragen und richtig aufzuheizen.

Die folgenden Abschnitte geben eine Übersicht darüber, wie Sie den Estrich richtig auftragen und aufheizen können.

Verschiedene Estricharten – die Grundlagen

Prinzipiell unterscheidet man Estrich nach den Materialien und nach den unterschiedlichen Arten beim Verlegen. Die geläufigsten Arten sind Calciumsulfatestrich, Gussasphaltestrich, Kunstharzestrich, Magnesiaestrich und Zementestrich. Jede dieser Formen hat unterschiedliche Eigenschaften. Einige trocknen schneller und andere sind etwas belastbarer. Auch die Ausdehnung beim Erwärmen spielt eine große Rolle. Bei der Verwendung sollten die verschiedenen Eigenschaften immer beachtet werden. Estrich wird entweder fließend oder fest, bzw. nass oder trocken, verlegt. Bei der fließenden Variante wird eine Art Mörtel hergestellt. Dieser wird dann ausgebreitet und geglättet. Im Gegensatz dazu wird der feste Estrich in Platten verlegt.

Die richtige Isolierung ist wichtig, damit die Hitze in den Raum abgegeben wird und nicht in den Boden. Daher wird Ihnen bei vielen Estrichen dazu geraten, eine Dämmschicht zu verbauen. Diese besteht meist aus einer Art schmaler Folie, die auf den Boden aufgetragen wird bevor der Estrich verbaut wird.

Geeignete Arten für Fußbodenheizungen

Nicht jede Art von Estrich ist für Fußbodenheizungen geeignet. Besonders eine gute Wärmeübertragung ist wichtig. Calciumsulfatestrich besitzt gute Wärmeleiteigenschaften und ist daher naturgemäß die erste Wahl. Zusätzlich wird die Wärme auch gut gespeichert. Die Ausdehnung liegt bei 0,010 mm/mK und ist damit relativ gering. Bei der fließenden Form ist diese Zahl etwas höher. Auch Zementestrich kann sehr gut genutzt werden. Es wird dazu geraten, Fließestrich zu nutzen, weil dieser die Heizungselemente direkt umschließt und somit die Wärme sehr gut leitet. Bei trockenen Systemen müssen zusätzliche wärmeleitende Elemente verwendet werden. Das können Leitbleche sein. Der Vorteil der trockenen Systeme liegt allerdings darin, dass große Spannungen auf das Material besser ausgeglichen werden.

Geeignete Heizungssysteme

Beim Verbauen der richtigen Heizung ist auf viele Faktoren zu achten. Es kann Unterschiede bei den Rohren geben, falls mit Flüssigkeit geheizt wird. Aber auch bei elektronischen Systemen gibt es große Unterschiede. Prinzipiell sollte das gewählte System geeignet sein, um mit dem gewählten Estrich verbaut zu werden. Außerdem ist auch auf die spätere gewünschte Temperatur zu achten. Diese wird aber nicht nur durch das gewählte Heizungssystem bestimmt, sondern hängt auch von der späteren Dicke des Estrichs ab.

Verlegen der Heizung und der Rohre

Auch bei diesen Schritten sollten die jeweiligen Eigenschaften beachtet werden. Dabei helfen besonders die Angaben der Hersteller. Begonnen wird, wie bei fast allen Heizungen, mit dem Heizkreisverteiler. Im Anschluss kann dann die Dämmschicht verlegt werden, sofern diese genutzt werden soll. Dann kann das eigentliche Verlegen der Heizung vorgenommen werden, bevor im nächsten Schritt überprüft werden sollte, ob diese komplett dicht ist. Um die spätere Feuchte des Estrichs zu messen, wird dazu geraten, im nächsten Schritt verschiedene Messstellen einzuarbeiten.

Im Anschluss daran sollten dann auch noch die Rohre gesichert werden, damit diese durch das Auftragen des Estrichs in Position bleiben. Im letzten Schritt kann dann der Estrich aufgetragen werden. Das sollte dann so erfolgen, wie es für den jeweiligen Fließestrich üblich ist.

Verlegen von Fließestrich

Die richtige Menge spielt eine große Rolle, damit die spätere Schicht nicht zu dick und nicht zu dünn ist. Daher kann die Arbeit auch in Abschnitten durchgeführt werden, sofern die Verlegung der Rohre das zulässt. Hierzu können Holzbretter genutzt werden, um den Boden zu unterteilen. Danach kann der Estrich dann in den jeweiligen Abschnitt aufgeschüttet und grob verteilt werden. Mithilfe von Abziehbrett und Wasserwaage wird der Estrich dann verteilt und geglättet. Weitere Glättungswerkzeuge, wie beispielsweise Stahlglätter und Reibebrett, können im Anschluss noch genutzt werden um eine vollkommen Flache Oberfläche herzustellen. Die Trocknungszeit hängt danach noch von Raumtemperatur und Durchlüftung, aber auch vom Material und der Dicke ab.

Aufheizen ganz grundsätzlich

Generell hängt das Aufheizen natürlich wieder von der Art des Estrichs ab. Es wird aber durchgeführt, um den Estrich nicht zu beschädigen und ist daher bei der Verwendung von Fußbodenheizungen entscheidend. Dabei wird der Estrich, nachdem er getrocknet ist, mehrfach erhitzt und somit langsam an die Belastung gewöhnt. Es wird auch überprüft, ob sich Risse bilden. Dementsprechend gibt es spezielle Pläne. Diese geben vor, wie sehr der Boden an den jeweiligen Tagen erhitzt werden soll. Nachdem diese Pläne abgeschlossen wurden, kann der Fußboden dann meiste vollständig genutzt, bzw. noch weiter belegt werden.

Sie sollten auf jeden Fall entsprechende Hinweise der Hersteller beachten. Unterschiedliche Heizungssysteme und Estriche können verschiedene Eigenschaften besitzen.

Durchführung des Aufheizens

Zementestrich wird in der Regel nach ca. 21 Tagen erstmalig erhitzt. Dabei wird eine Temperatur von 25° C empfohlen, die dann drei Tage gehalten werden sollte. Danach kann die Temperatur über einen Zeitraum von einigen Tagen solange um jeweils fünf Grad erhöht werden, bis die maximale Temperatur erreicht ist. Diese Temperatur wird dann für drei Tage gehalten, bevor sie wieder verringert wird. Das Abkühlen erfolgt dann in Schritten von zehn Grad pro Tag, bis die 25° wieder erreicht wurden. Im Anschluss kann dann meist direkt ein Oberflächenbelag aufgebracht werden. Dieses Heizprotokoll ist natürlich nur eine grobe Orientierung. Daher sollten unbedingt weitere Angaben beachtet werden.

Zusammenfassung

Fußbodenheizungen sind Aufwertungen für unterschiedlichste Räume und lassen sich besonders gut mit Estrich verbauen. Dabei ist aber nicht nur beim Verbauen auf einiges zu achten, sondern auch danach. Der Estrich muss sorgfältig erhitzt werden, um Schäden vorzubeugen.

Artikelbild: © zlikovec / Bigstock.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.