Flieder (Syringa) – pflanzen und pflegen

Flieder (Syringa) – pflanzen und pflegen

Der Geruch ist charakteristisch und betörend – der Flieder gehört zum Frühling wie die Rückkehr der Zugvögel. In Lila, Purpur, Rosa, Weiß und auch in Gelb erblühen die duftenden Blüten zwischen April und Juli und verleihen dem Garten einen besonderen Charme. Ob der gemeine Flieder, der gewöhnliche Flieder, wilder Flieder und Zwergzüchtungen – diese Pflanze darf in keinem Garten fehlen.

Herkunft

Der Flieder heißt im lateinischen „Syringa“ und gehört zu der Familie der Ölbaumgewächse („Oleaceae“). Der gemeine Flieder („Syringa vulgaris“) wird hierzulande meist als Zierstrauch gepflanzt. Ursprünglich stammt das Duftwunder aus der Balkanregion. Aus der Türkei landete der Flieder durch einen österreichischen Gesandten an den Wiener Hof, der Friedensverhandlungen in Konstantinopel führte. Auf seinem Rückweg im Jahr 1565 brachte er Tulpen, Hyazinthen und Flieder mit. Von Österreich aus verbreitete sich der Flieder schließlich über gesamt Mitteleuropa und ist seither nicht mehr aus dessen Gärten wegzudenken. Der Volksmund nannte die Pflanze der königlichen Gärten oft „spanischer Holunder“ oder „türkischer Holunder“.
Eine große Sortenvielfalt des Blütenstrauches wurde durch Züchtung in der französischen Baumschule „Lemoine“ Ende des 19. Jahrhunderts ermöglicht. Hier sind zahlreiche Edel-Flieder-Sorten entstanden, die den endgültigen Durchbruch für die Pflanze brachten. In England werden deswegen heute noch zahlreiche Züchtungen „franc lilac“ – „französischer Flieder“ genannt.

Sorten

Durch Züchtungen sind verschiedene Sorten entstanden. Insgesamt wird von rund 30 Sorten ausgegangen, die in Europa und Ostasien verbreitet sind. Die berühmteste Art ist der „gewöhnliche Flieder“ („Syringa vulgaris“), der in unseren Breiten sehr verbreitet ist. Weitere Sorten des Blütenstrauches sind unter anderem:

  • Himalaya Flieder
  • Ungarischer Flieder
  • Wolliger Flieder
  • Japanischer Flieder
  • Filziger Flieder
  • Wolfs Flieder
  • Königsflieder
  • kanadischer Flieder

Der „Himalaya-Flieder“ ist in Pakistan bis zum Himalaja und Tibet verbreitet. Er heißt lateinisch „Syringa tibetica“. Der „ungarische Flieder“ ist in Rumänien und in der Ukraine zu finden. Der „Wollige Flieder“ („Syringa pubescens“) hat seine Heimat in China und Korea ebenso wie der „Japanische Flieder“, der aber auch in Japan, Russland und der Mongolei zu finden ist. Der „filzige Flieder“ wächst ebenso in Tibet und China, wie auch der „Wolfs Flieder“. Der „Königsflieder“ und der „kanadische Flieder“ sind bekannte Kreuzungen. Diese sind zumeist aus dem „Bogen-Flieder“ und dem „zottigen Flieder“ hervorgegangen, zeichnen sich durch eine lange und späte Blüte sowie besonders guter Winterhärte aus. Besonders schöne Züchtungen des gemeinen Flieders sind unter anderem:

  • „Beauty of Moscow“
  • „Charles Joly“
  • „Lila Wonder“
  • „Primrose“
  • „Sensation“
  • „Professor Hoser“
  • „Taras Bulba“
  • „Minuet“
  • „Redwine“

Die „Schönheit von Moskau“ besticht vor allem durch seinen weißen Blüten, die im geschlossenen Zustand rosafarben erscheinen. Diese Sorte verfügt über einen intensiven Geruch. Der Edelflieder „Charles Joly“ hingegen hat purpurne bis violette Blüten, die sehr üppig ausfallen und ihn zu eine der beliebtesten Hybriden macht. Die Sorte „Lila Wonder“ blüht zweifarbig: in leichtem Lila und Weiß. Ebenso wie die Sorte „Sensation“ die das Weiße am Rand der Blüten zeigt.

Die einzige in Gelb erstrahlende Fliedersorte ist „Primrose“. Die Blüten der „Professor Hoser“ sind Lichtblau, nachdem die Knospen zunächst purpurfarben erschienen sind. Über besonders große Knospen und Blüten verfügt die Sorte „Taras Bulba“, die doppelt lavendelfarben und in Rosa erscheinen. Die Sorten „Minuet“ (erblüht in Helllila) und „Redwine“ (erblüht in Purpurrot) sind Kreuzungen, die sich besonders für kleinen Gärten eignen, da sie nicht höher als drei Meter werden. Sie wurden in den Niederlanden sogar ausgezeichnet.

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Verwendung

In vielen Fällen wird der „gemeine Flieder“ als Zierpflanze im Garten verwendet. Auch in Parks und öffentlichen Einrichtungen macht er eine gute Figur. Oft ist er dabei als Solitärpflanze, aber auch in Gruppen oder als Fliederhecke zu finden. Der Blütenstrauch kann ebenso als Bodenbefestigung an Böschungen dienen. Ebenso können einige Sorten als Schnittblumen erscheinen. Symbolischen Charakter hat der Flieder als Ansteckschmuck zum „Vatertag“ oder „Männertag“ in Deutschland. Aus dem Flieder kann auch Sirup gekocht werden. Dazu werden die Blüten eingezuckert und aufgekocht. Aber auch sein Duft hat eine breite Verwendung – in ätherischen Ölen und in der Parfümerie. Ebenso wurde dieses Gewächs auch als Heilpflanze genutzt. Die Frucht und die Rinde galten als Mittel gegen Fieber, die Blätter gegen Malaria. Ein aus Flieder hergestelltes Öl sollte bei Ischias-Problemen Linderung schaffen.

Erscheinungsbild, Blütenstand und Blüte

Der Flieder kann bis zu sieben Meter hoch werden. Er wächst in vielen Fällen als Strauch, der dicht verzweigt und vielstämmig ist. Jedoch sind auch kleine Bäume und Zwergsorten möglich. Die Rinde ist graubraun und längsrissig, die Blätter eiförmig bis oval oder sogar herzförmig. Der Flieder zeigt zur Blüte seine Farbenpracht, hat jedoch keine Herbstfärbung. Die Blüten sind in vielen Fällen in Blau oder Violett, aber auch Rosa, Purpur, Weiß und Gelb sind mögliche Farben. Sie verbreiten den starken, charakteristischen Duft. Die Fruchtkapseln sind bis zu zwei Zentimeter lange braune Kapseln, die ledrig erscheinen und einen länglichen, abgeflachten Samen enthalten.

Standort

Auf eines kann der Flieder nicht verzichten: Sonne. Dieser Blütenbusch ist ein Sonnenanbeter und braucht daher unbedingt einen sonnigen Standort. Der optimale Boden für den Flieder ist mäßig trocken bis frisch, nährstoffreich, sandig bis trocken und lehmig. Ein hoher Kalkgehalt im Boden ist von Vorteil, denn Flieder liebt Kalk. Sind diese Bedingungen nicht gegeben, kommt der Flieder aber auch mit ungünstigerem Boden zurecht. Staunässe verträgt er jedoch nicht. Wer keinen großen Garten hat, kann für Terrasse und Balkon Zwergzüchtungen wie beispielsweise die „Superba“ nutzen, die auch im Kübel prächtig gedeiht und nicht über 1,5 Meter hoch wächst.

Im Garten kann Flieder sehr gut mit anderen Pflanzen kombiniert werden, die gleichzeitig blühen. Das sind zum Beispiel Zierapfel. Duftjasmin und Weigelie. Als Unterpflanze sollten robuste Stauden gewählt werden, da der Flieder ein dichtes Wurzelgeflecht hat und tief in den Boden ausläuft. Hier sind Zwiebelblumen, Brandkraut, Wald-Anemone oder Balkan-Storchschnabel gut geeignet.

Pflanzen und vermehren

Der Flieder sollte am besten im Herbst gepflanzt werden, damit er vor der Blüte im Frühjahr eingewurzelt ist. Aber auch im Frühjahr können die Pflanzen noch in den Boden gebracht werden. Bei einer Hecke sollte dabei ein Pflanzenabstand von etwa einen Meter zwischen den Pflanzen eingehalten werden. Eine ausreichende Wässerung nach der Pflanzung ist unerlässlich. Der Flieder wächst schnell, etwa 30 bis 50 Zentimeter pro Jahr. Das Wachstum wird durch Feuchtigkeit im Boden beschleunigt. Bis jedoch eine Hecke als Sichtschutz dient, können drei oder vier Jahre vergehen. Die Vermehrung des Flieders erfolgt über Ausläufer. Diese können im Herbst an der Pflanze mit dem Spaten abgestochen und als wurzelnackte Pflanze am gewünschten Standort in die Erde gebracht werden. Auch hier ist eine ausreichende Wässerung wichtig.

Gießen und düngen

Flieder verträgt keine Staunässe, aber ebenso keine Trockenheit. Daher sollte der Boden immer feucht sein. Vor allem in den Jahren nach der Pflanzung und in heißen Sommern braucht dieses Gewächs den regelmäßigen Besuch der Gießkanne. Ältere Sträucher kommen jedoch auch in den trockenen Sommermonaten ohne regelmäßige Bewässerung aus. Dünger kann die Blüte fördern. Hier eignen sich phosphorhaltige Dünger, die im Frühjahr gegeben werden. Aber auch organische Dünger wie Hornspäne sind eine gute Pflege für den Blütenstrauch. Bei Stickstoff ist jedoch Vorsicht geboten, dieser fördert das Wachstum, behindert aber die Blüte. Regelmäßiges Mulchen kann im Sommer eine zu starke Austrocknung des Bodens verhindern.

Richtig schneiden und pflegen

In Sachen Pflege ist der Flieder meist anspruchslos und pflegeleicht. Hier sollten lediglich verblühte Stände nach der Blüte abgeschnitten werden. Ein weiterer Schnitt ist nicht notwendig, der Flieder mag in dieser Hinsicht lieber in Ruhe gelassen werden. Wenn notwendig, kann der Strauch jedoch durch einen radikalen Rückschnitt verjüngt werden. Dieser sollte im Sommer vorgenommen werden, damit die Wunden genügend Zeit zum Schließen haben. Eine Blüte fällt meist im folgenden Jahr aus.

Giftigkeit und Inhaltsstoffe

So schön der Flieder aussieht und auch duftet, alle grünen Teile von diesem Busch sind giftig. Die Rinde und auch die Früchte sollten ebenfalls nicht verzehrt werden, da sie allesamt ein Blausäureglykosid beinhalten, das Erbrechen und Durchfall auslösen kann. Dennoch ist der Giftgrad schwach – Flieder ist im Vergleich zu der Engelstrompete harmlos. Die Blüten enthalten kaum Giftstoffe.

Überwintern

Dieser Duftgarant ist ausreichend winterhart. Flieder braucht keinen besonderen Winterschutz, denn er hält auf natürlichen Wege Frost und Schnee stand. Im Frühjahr erblüht er von selbst neu.

Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge

In Sachen Krankheiten und Schädlinge ist der Flieder ebenfalls sehr robust. In seltenen Fällen wird der Blütenstrauch von der Fliedermotte befallen. Dann erscheinen braune Flecken, die von den Raupen verursacht werden. Eine mögliche Pilzerkrankung ist die „Verilium-Welke“. Hier werden die Wasserleitungsbahnen der Pflanze geschädigt, eine optimale Feuchtigkeitsversorgung ist nicht mehr gewährleistet. Um die Motte und diesen Pilz zu entfernen, sollten chemische Mittel verwendet werden. Auch ein Standortwechsel kann hilfreich sein.

Nach der Pflanzung braucht der Flieder meist einige Zeit, um sich einzuleben. So blüht er oft nicht im folgenden Jahr. Junger Flieder ist oft blütefaul. Sollte die Blüte danach weiterhin ausfallen, kann dies an falschem Rückschnitt, falschem Standort, Überdüngung oder Spätfrost liegen.

FAQ – Die häufigsten Fragen

Was ist Flieder?

Diese Pflanze ist ein Ölbaumgewächs, das ursprünglich aus der Balkanregion stammt. Der gemeine Flieder wird auch als „syringa vulgaris“ bezeichnet. Er duftet sehr intensiv und ist in vielen Gärten als Zierpflanze zu finden.

Was bedeutet Flieder?

Der Flieder hat zahlreiche Bedeutungen. In der Blumensprache symbolisiert er Unschuld und Reinheit, aber auch die erste Liebe, da er den Frühling ankündigt. Um die Pflanze ranken sich zahlreiche Feste. Auch steht sie für eine Farbe – Flieder ist mit Lila eng verbunden.

Wann Flieder pflanzen?

Diese Pflanze wird optimalerweise im Herbst in den Boden gebracht. Dann kann der Flieder vor der ersten Blüte fest verwurzeln. Aber auch im Frühjahr ist eine Pflanzung möglich.

Wie hoch wächst Flieder?

Der Strauch kann sehr hoch wachsen und Höhen bis zu sieben Metern erreichen. Flieder wächst vielstämmig und dicht verzweigt.

Wann blüht Flieder?

Die Blüten sind im Frühling zu sehen und stehen charakteristisch für diese Jahreszeit. Die Blütezeit kann sich von April bis Juli erstrecken.

Welche Farbe kann Flieder haben?

Die Blüten können in verschiedenen Farben erstrahlen: Lila, Purpur, Weiß, Gelb und Rosa sind möglich.

Wie riecht Flieder?

Der Duft ist charakteristisch und intensiv. Häufig wird er als lieblich beschrieben. Die Kelten glaubten einst, dass der Duft in die Welt der Feen transportieren kann.

Wie tief wurzelt Flieder?

Die Pflanze wurzelt stark. Nicht selten reichen die Fliederwurzeln tief ins Erdreich. An der Oberfläche bilden sie ein dichtes Geflecht.

Was passt zu Flieder?

Zahlreiche andere Pflanzen können mit dem Flieder im Garten kombiniert werden. Dazu gehören zum Beispiel Weigelie, die Felsenbirne aber auch Blutjohannisbeere oder Hortensien.

Wie wird Flieder gepflegt?

Der Flieder braucht einen immer feuchten Boden, aber verträgt keine Staunässe. Daher muss vor allen in den Jahren nach der Pflanzung und während trockenen Tagen gegossen werden. Im Frühjahr sollte ein phosphorhaltiger Dünger gegeben werden.

Wie wird Flieder geschnitten?

Ein radikaler Schnitt ist nicht notwendig. Lediglich verblühte Stände sollten entfernt werden. Die meisten Schnittarbeiten bieten sich daher im Sommer nach der Blüte an.

Wer singt: „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“?

Dieser Name trägt ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 1953 und hat es dem Lied darin zu verdanken. Der Song stammt von Franz Doelles und war bereits in den Zwanzigern ein beliebter Schlager. Eine Version aus den 90er Jahren stammt von Max Raabe.

Was ist Fliederbeere?

Als Fliederbeeren werden auch die Holunderbeeren bezeichnet. Sie haben aber nichts mit dem Flieder zu tun, sondern sind dem „Schwarzen Holunder“ zuzuordnen.

Wozu kann Flieder genutzt werden?

Die Pflanze ist als Ziergehölz in vielen Gärten, aber auch als Schnittblume beliebt. Eine weitere Verwendung findet sich in der Kosmetikbranche: Der Duft ist in vielen Ölen und Parfümen zu finden. Als Heilpflanze wurde der Flieder in der Vergangenheit ebenfalls eingesetzt: gegen Fieber und Ischiasproblemen beispielsweise.

Wie hält Flieder in der Vase frisch?

Zum einen können die Stielenden eingeschnitten werden. Ein etwa fünf Zentimeter tiefer Schnitt ermöglicht den Zweigen, mehr Wasser aufzunehmen. Ebenso hilft es, die Stiele vor der Vase in heißes Wasser zu tauchen. Das öffnet die Poren.

Warum blüht mein Flieder nicht?

Ein falscher Rückschnitt ist die häufigste Ursache. Staunässe mag der Flieder nicht. Ist der Boden zu feucht, kann die Blüte ausbleiben. Aber auch Überdüngung mit stickstoffhaltigen Mitteln fördert das Wachstum, verhindert aber die Blüte. Spätfrost kann ebenfalls eine Ursache sein. Zudem gibt es einfach auch blühfaule Exemplare.

Systematik

Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Ölbaumgewächse (Oleaceae)
Gattung: Flieder

Wissenschaftlicher Name

Syringa

Zusammenfassung

Er ist eine Bereicherung im Garten für die Augen und die Nase. Denn der Flieder blüht im Frühling nicht nur farbenfroh, sondern duftet auch intensiv. Ursprünglich stammt dieser Blütenstrauch vom Balkan und kam über Österreich nach Europa. Im heimischen Garten liebt er daher die Sonne, ist jedoch meist pflegeleicht und von sich aus winterhart. Wer auf Balkon und Terrasse nicht auf diese Blütenpracht verzichten will, kann zu Zwergsorten greifen.

Artikelbild: © freya-photographer / Shutterstock

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