Flieder vermehren und Ableger ziehen

Flieder vermehren und Ableger ziehen

Der Duft ist charakteristisch, die Farben sind kräftig und leuchtend. Der Gärtner, der einen Fliederbusch in seinem Garten sein Eigen nennen darf, wird im Frühling mit wunderbaren Blüten und Gerüchen beglückt. So mancher Nachbar schaut da neidisch über den Zaun. Zudem ist die Pflanze sehr pflegeleicht. Ein Schelm, wer sich nicht mehr davon wünscht: Flieder in eigenen Boden anzupflanzen oder gar zu vermehren, ist dabei keine große Zauberkunst. Denn der gemeine Flieder, der sogenannte „Syringa vulgaris“ bietet von sich aus durch Schösslinge gute Verbreitungsmöglichkeiten.

Der richtige Zeitpunkt

Wer seinen Flieder im Garten vermehren will, sollte am besten den Herbst für diese Aktion wählen. Es ist zwar möglich, Flieder auch im Frühjahr zu pflanzen, doch gerade bei den meisten Vermehrungsmethoden ist der Herbst die bessere Alternative: So kann die Pflanze bis zum Frühjahr gut einwurzeln und austreiben. Nur wer mit Containerware zu spät dran ist, sollte mit dem Einpflanzen über die kalten Wintertage waren. Der Gärtner, der keine fertigen Jungpflanzen im Gartenhandel erstehen will, kann auf verschiedene Methoden zurückgreifen, um dieses Gewächs im Garten zu vermehren:

  • Vermehrung durch Wurzelausläufer
  • Vermehrung durch Ableger/Stecklinge
  • Vermehrung durch Samen
  • Vermehrung durch Absenker

Flieder vermehren durch Wurzelausläufer

Wurzelausläufer sind die Garanten für eine erfolgreiche Vermehrung von Flieder. Denn die Pflanze bildet sie eben zu diesem Zwecke aus. Nach der Blüte bis zum Sommer wachsen zahlreiche Schösslinge um die Mutterpflanze herum. Sie kann der Gärtner stehen lassen. Dadurch wird der vorhandene Busch dichter. Um den Flieder jedoch im Garten ausbreiten zu lassen, können die Wurzelausläufer im Herbst ausgegraben und an anderer Stelle wieder in die Erde gebracht werden. Hier sollte unbedingt der Spaten genutzt werden. Es wäre ein Fehler, den Ausläufer aus der Erde zu reißen.

Beim Einpflanzen sollten darauf geachtet werden, dass der Wurzelausläufer tief in die Erde kommt. Das mindert die Gefahr, beim Jäten des Unkrautes die Wurzeln zu beschädigen. Hat der Schössling noch nicht genügend Wurzelbildung, hilft es, ihn vor dem Eingraben einige Tage in einem Gefäß mit Wasser stehen zu lassen. Die Eingrabung sollte dann unbedingt an einem sonnigen Ort des Gartens sein, denn Flieder liebt die Sonne. Der Boden sollte humusreich, kalkhaltig und feucht sein. Regelmäßige Wässerung ist nach der Pflanzung ein Muss, das Mulchen zu empfehlen.

Flieder vermehren durch Ableger bzw. Stecklinge

In wenigen Fällen bildet die Mutterpflanze keinen Tochterschösslinge. Hier kann der Gärtner alternativ selbst welche heranzüchten. Diese Variante ist jedoch mühsam und nicht immer von Erfolg gekrönt. Dabei werden im Herbst Zweige abgeschnitten, die in einem Behälter mit Wasser gestellt werden. Wer sichergehen will, sollte lieber mehr als weniger Zweige abtrennen. Das Wasser sollte jedoch nur wenige Zentimeter hochstehen. Hier können die Zweige Wurzeln ausbilden. Wichtig ist, das Wasser regelmäßig zu wechseln, damit es nicht fault. Haben diese Stecklinge Wurzelwerk bekommen, können sie wie die Schösslinge in die Erde gebracht werden.

Die Wurzelbildung kann jedoch mehrere Wochen dauern. Zudem sind solche Ableger meist anfälliger und sollten unbedingt vor Frost und Co geschützt werden. Ist der Steckling in die Erde gebracht, kann in der Spitze der Mitteltrieb am oberen Ende entfernt werden. Das regt das Längenwachstum an. Je häufiger dies im jungen Alter geschieht, umso buschiger wird der Flieder werden.

Flieder vermehren durch Samen

Wie bei allen anderen Pflanzen im Garten auch kann der Flieder natürlich ebenso durch Samen vermehrt werden. Diese sind an der Pflanze nach der Blüte zu finden und fallen zu Boden. Ebenso können im Handel zahlreiche Samen von veredelten und unveredelten Sorten erstanden werden. Das Aussäen von Flieder fordert jedoch viel Geduld vom Gärtner. Es sollte im Frühjahr geschehen. Oft haben sich bis zum Herbst kleine Pflänzchen gebildet, von denen manche den Winter jedoch nicht überstehen werden. Daher sollten lieber mehr Samen gepflanzt werden. Bis ein stattliches Büschchen entstanden ist, können einige Jahre vorüberziehen.

Flieder vermehren durch Absenker

Eine letzte Variante, den Flieder zu vermehren, ist die Möglichkeit, mit Absenkern zu arbeiten. Hier werden Zweige an der Pflanze direkt zum Boden herunter gebunden und dort mit Erde bedeckt. So können die Zweige im Boden über die kommenden Monate Wurzeln bilden und dann im Herbst umgepflanzt werden. Der Nachteil bei Flieder ist jedoch, dass diese Methode nicht immer einfach gelingt. Das beginnt schon mit der Schwierigkeit, einen geeigneten Ast zu finden, der zum Boden gebunden werden kann, ohne dass er abbricht. Ebenso gibt es keine Garantie für die Wurzelbindung.

Wer definitiv (mehr) Flieder im Garten haben möchte, sollte daher unbedingt mit Schösslingen und Stecklingen arbeiten. Ob aus dem Garten des freundlichen Nachbars oder aus dem Handel ist diese Methode der Vermehrung die erfolgreichste, um im Mai den charakteristischen Duft des Flieders um sich zu haben. Es gibt Züchtungsspezialisten, die hochwertige Jungpflanzen erzeugen. Hier findet der Gärtner nicht nur weitere Anleitung, Tipps und Ideen, sondern auch Raritäten und Exklusivvermehrungen.

Schon gewusst? Flieder wächst 30 bis 50 Zentimeter pro Jahr, Um eine Schutzhecke aus Flieder zu haben, braucht es drei bis vier Jahre.

Artikelbild: © sarsmis / Shutterstock

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