Liquidambar formosana Hance

Liquidambar formosana Hance

Der Liquidambar formosana Hance ist in Deutschland eine relativ unbekannte und seltene Baumart. Das müsste sie eigentlich gar nicht sein, da sie sich auch in Europa zum umfassenden Bewuchs eignet. Sie können insgesamt durch ihr Aussehen überzeugen. Zusätzlich spricht für diese Bäume, dass sie in Europa etwas Besonderes und Außergewöhnliches darstellen im Kontrast mit heimischen Pflanzen.

Herkunft des Liquidambar formosana Hance

Dem Namen entsprechend, stammen diese Bäume aus Ostasien. Dort sind sie besonders in den etwas wärmen Gebieten in China aufzufinden. Dazu zählen besonders das zentrale und südliche China. Zusätzlich ist der Baum auch auf der Insel Taiwan beheimatet. Weitere Heimatorte befinden sich zudem in weiteren Staaten Süd-Ost-Asiens. Dazu zählt beispielsweise Thailand. Wenn das Klima einigermaßen stimmt, ist der Baum in diesem Raum immer wieder aufzufinden.

Verwendung

In einigen wenigen Fällen werden die Liquidambar formosana Hance zur Zierde in Parks angepflanzt. Ansonsten gibt es keine spezielle Nutzung der Bäume. Sie können, wenn das Klima und die Bedingungen stimmen, zur Zierde angepflanzt werden. Das ist besonders bei Alleen gut möglich. In der Vergangenheit hatte der Baum außerdem Nutzen in der Seidenherstellung. Das Laub wurde genutzt, um die Seidenraupen zu Füttern und stellt somit einen wichtigen Teil des Herstellungsprozesses der Seide dar. Außerdem wurde auch das Holz verwendet, um kleinere Holzkisten zu bauen. Allerdings kam diese Nutzung in der Heimat der Bäume relativ selten vor.

Häufiger war und ist der medizinische Nutzen. Es wird dabei fast jeder Teil des Baums für einen Zweck verwendet. Ein Beispiel dafür ist die Verwendung der Rinde, die zur Behandlung von Unreinheiten auf der Haut weiterverarbeitet werden kann. Ein anderes Beispiel ist die Nutzung des Harzes, das unter anderem als Schmerzmittel dient. Ebenso können Schwellungen behandelt werden. Auch die Früchte lassen sich verwenden. Neben Hautkrankheiten, lassen sich auch einige Krankheiten, wie beispielsweise Arthritis, damit behandeln. Die Blätter und Teile der Wurzeln werden in der Behandlung von Krebskrankheiten verwendet. Diese Verwendungen sind natürlich teilweise eher alternativ und auch mit entsprechenden Nebenwirkungen verbunden. Zusätzlich ist die richtige Weiterverarbeitung wichtig.

Erscheinungsbild, Blütenstand und Blüte

Die Chinesischen Amberbäume sind meist eher klein. Sie werden in der Regel nur bis zu zehn oder zwölf Meter groß, allerdings gibt es vereinzelte Exemplare, die bis zu 20 Meter Höhe erreichen können. Der Stamm besitzt eine helle braun-graue Farbe und es werden Korkleisten an den Ästen gebildet. Die Baumkrone ist meist nicht besonders dicht. Sie ist in frühen Wachstumsstadien erst einmal eher pyramidenförmig und wird später erst rund. Der jährliche Zuwachs beträgt in etwa 20-30 cm. Die Blätter sind insgesamt relativ groß. Sie werden zwischen 10 und 15 cm breit und sind dreilappig.

Die Oberseite ist in den Sommermonaten in einem kräftigen Grün eingefärbt, während die Unterseite etwas heller ist. Im Herbst kommt die besondere kräftige rote Färbung zum Vorschein. Diese kann auch in orangene und gelbe Töne übergehen, bevor die Blätter abfallen. Die Blüten sind entweder männlich oder weiblich und beide Geschlechter sind an einer Pflanze zu finden. Sie werden von Bienen bestäubt und die Blüten sind einhäusig. Die Blütezeit der Bäume ist im Mai. Die Blüten sind klein und hellgrün. Sie sind in Köpfchen angeordnet.

Standort

Primär sind die Bäume auf Weiden vorzufinden. Aber auch ein Standort im Garten ist möglich. Dabei ist darauf zu achten, dass der Baum nicht in der Nähe von gepflasterten und fest versiegelten Flächen angepflanzt wird. Das liegt daran, dass die Wurzeln sehr aggressiv sind und somit diese Flächen beschädigen können. Darüber hinaus sind die Wurzeln auch sehr weitreichend. Neben einem entsprechend warmen Klima werden auch bestimmte Böden bevorzugt. Sie sollten einigermaßen feucht sein. Die Bäume vertragen feste und auch lockere Böden. Der Standort sollte dabei mindestens halbschattig sein, aber auch Stellen ohne Schatten sind möglich. Ein relativ windgeschützter Standort wird von den Pflanzen bevorzugt. Pflanzen und vermehren

Die einfachste Möglichkeit die Bäume zu pflanzen ist, junge Bäume zu kaufen. Diese können dann einfach eingepflanzt werden. Das Vermehren ist auch möglich. Das Keimen lässt sich am besten im Winter durchführen, ist aber sehr aufwändig und schwierig.

Gießen und Düngen

Zusätzlich gegossen werden muss der Baum eigentlich nur in sehr trockenen Gebieten und in regenarmen Zeiten. Da die Böden aber generell eher feucht sein sollten, ist es meist kein Problem. Das Düngen kann ab August regelmäßig durchgeführt werden, um die Bäume besser durch den Winter zu bringen. Dazu dient Mineraldünger oder Kompost.

Richtig schneiden, pflegen und aussäen

Das Schneiden kann in der Regel vernachlässigt werden. Prinzipiell muss der Baum gar nicht geschnitten werden. Allerdings können ungewöhnlich stehende Äste oder vertrocknete Zweige herausgeschnitten werden. Das kann dann auch beim Überwintern helfen, da die Bäume mehr Licht erhalten. Die Pflege ist dementsprechend auch relativ einfach. Die Aussaat kann im Herbst im Frühbeetkasten erfolgen. Im Sommer sind eher Stecklinge sinnvoll.

Giftigkeit und Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe sind generell nicht giftig, sollten aber trotzdem nicht ohne weiteres konsumiert werden. Zusätzlich sind auch die medizinischen Nutzen nicht ohne weiteres anzuwenden, sondern sollten immer mit einem Experten auf diesem Gebiet abgesprochen werden.

Überwintern

Die Chinesischen Amberbäume mögen zwar sehr warme Gebiete, sind aber dennoch winterfest. Sie überstehen Temperaturen von bis zu –15° C. Allerdings tun so niedrige Temperaturen den Bäumen auch nicht gut. Neben dem Abschneiden von alten Ästen, wird eigentlich keine weitere Pflege nötig. Bei jüngeren Exemplaren ist es oft hilfreich, diese zusätzlich zu schützen, oder falls es noch möglich ist, in einen Topf umzupflanzen. Danach können sie zumindest an einen windgeschützten Ort, im besten Fall aber sogar in einen Wintergarten, gebracht werden.

Anfälligkeit für Krankheiten

Es sind keine größeren Anfälligkeiten für Krankheiten bekannt. Neben den üblichen Gefahren, von denen alle Bäume betroffen sind, ist die größte Gefahr der falsche Standort. Die meisten Probleme sind darauf zurückzuführen. Daher ist es wichtig diese Bäume an der richtigen Stelle anzupflanzen.

Interessantes

Der letzte Teil des lateinischen Namens, Liquidambar formosana Hance, ist nach einem britischen Diplomat und Forscher benannt. Henry Fletcher Hance bereiste China, um dort heimische Pflanzen zu erforschen. Die Benennung der Pflanze nach ihm hängt damit zusammen, dass er diese Pflanze das erste Mal niedergeschrieben hat. Darüber hinaus sind die Amberbäume eine sehr interessante Gattung. Das liegt in erster Linie an der Verbreitung, da verschiedene Arten ursprünglich aus verschiedenen Regionen der Welt kommen. Neben den in Asien vorkommenden Arten, gibt es auch Arten, die beispielsweise aus Nordamerika stammen.

Zusammenfassung

Insgesamt sind die Chinesischen Amberbäume eine sehr seltene und unbekannte Art, die sich in Europa noch nicht weiter etabliert hat und nur in seltenen Fällen vorkommt. Das liegt allerdings nicht an falschen klimatischen Voraussetzungen, sondern eher an bisher fehlendender Bekanntheit. Auch die Haltung der Bäume ist insgesamt als eher einfach zu bezeichnen.

Artikelbild: © Dmitry Maslov / Bigstock.com

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