Der Nistkasten, Heimat der Vogelfamilie

Der Nistkasten, Heimat der Vogelfamilie

Als Nistkasten wird eine künstlich geschaffene Nisthilfe für jeweils bestimmte Tierarten bezeichnet. Je nach Konstruktion und Verwendung lassen sich Synonyme verwenden, beispielsweise Vogelkasten, Hummelhaus, Bienenhaus oder Insektenhotel. Damit der Nistkasten von der gewünschten Tierart besiedelt wird, benötigt er eine bestimmte Beschaffenheit, einen geeigneten Ort, an dem er aufgehängt wird und eine gewisse Pflege.

Die Aufgaben des Nistkastens

Obwohl die Hersteller von Nisthilfen inzwischen sehr dekorative Modelle anbieten, dient der Nistkasten in erster Linie nicht der Verschönerung des menschlichen Umfeldes, sondern als Unterschlupf für Tiere. In seinem Innern weist er einen Hohlraum auf, der je nach Größe von bestimmten Tierarten zur Übernachtung, zum Schutz vor Unwettern und insbesondere zum Brüten sowie zur Aufzucht ihrer Jungen aufgesucht wird. Dementsprechend werden Nistkästen für ihre eigentliche Aufgabe bevorzugt vom zeitigen Frühjahr an bis zum späten Sommer aufgesucht. In den Wintermonaten werden sie auch von anderen Tierarten zum Überwintern angenommen, sie bieten einen thermischen und mechanischen Schutz. Je nach Größe und Beschaffenheit des Modells wird der Kasten von Vögeln, Insekten oder Säugern angenommen. Ein sorgsam ausgewählter und richtig aufgehängter Nistkasten leistet einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.

Auch der Forstwirt und der Obstbauer profitieren von der Besiedlung der Nistkästen. So sorgen beispielsweise insektenfressende Singvögel dafür, dass sich Schädlinge nicht allzu sehr ausbreiten können. Auf diese Weise lässt sich der Einsatz von Insektiziden einschränken oder gar ganz vermeiden. Dies schont wiederum die Umwelt und die Gesundheit von Mensch und Tier.

Verschiedene Arten von Nistkästen und ihre Beschaffenheit

Der wohl bekannteste Nistkasten ist der Vogelkasten, der in den unterschiedlichsten Größen angeboten wird. Die Größe seines Einfluglochs und die Ausmaße des Innenraums entscheiden darüber, welche Vogelarten ihn besiedeln können. Kleine Arten wie die Blau- und die Sumpfmeise nutzen Einfluglöcher mit einem Durchmesser zwischen 26 und 27 Millimetern. Soll der Nistkasten bevorzugt für diese Arten angeboten werden, darf das Einflugloch nicht größer sein, da ansonsten andere Arten wie der Sperling die Nisthilfe besiedeln und kleinere Arten verdrängen. Für die Kohlmeise und den Kleiber sollten die Einfluglöcher einen Durchmesser von etwa 34 Millimetern besitzen.

Nistkästen mit größeren Einfluglöchern werden in heimischen Gärten kaum angeboten, da diese auch unbeliebte Arten wie den Star anziehen würden. Dieser vernichtet im Sommer einen Großteil der Kirschernte. Amseln und Drosseln benötigen keinen Nistkasten, sie brüten in selbstgebauten Nestern, die in Hecken, Büschen oder in anderen geschützten Bereichen errichtet werden. Als Innenraummaß für den Nistkasten wird grundsätzlich von mindestens 1.600 Kubikzentimetern ausgegangen.

Einige Vogelarten brüten bevorzugt in Nischen. Zu ihnen zählen unter anderem das Rotkehlchen oder der Hausrotschwanz. Um Nischenbrüter zum Nisten zu animieren, werden Halbhöhlen aufgehängt. Sie sind im vorderen Teil lediglich bis zur Hälfte geschlossen. Alternativ können Nistkästen verwendet werden, welche 2 ovale Einfluglöcher besitzen. Letztere sorgen für ähnliche Lichtverhältnisse, erschweren Fressfeinden aber das Eindringen in den Kasten.

Zum Nistkastenbau können unterschiedliche Materialien verwendet werden. Die einfachste Art ist der Bau eines Nistkastens aus Holzbrettern. Sein Dach ist abgeschrägt, damit das Regenwasser ablaufen kann. Allerdings verwittern Holzkästen schnell. Haltbarer sind Modelle aus Holzbeton. Hierbei handelt es sich um ein Sägemehl-Zement-Gemisch. Höhlenbrüter besiedeln am liebsten naturnahe Nisthöhlen, die aus Baumstämmen gefertigt sind.

Einige Vogelarten brüten in röhrenähnlichen Gebilden. Zu ihnen zählen unter anderem viele Eulenarten sowie der Turm- und der Wanderfalke. Für sie werden spezielle Niströhren mit einer Länge von etwa 30 Zentimetern angeboten.

Nistkästen für Insekten bestehen aus mehreren Fächern, in welche sich diverse Naturmaterialien einlegen lassen. Beispielsweise eignen sich Strohhalme, Tannenzapfen oder Hölzer, deren Bohrlöcher als Einschlupflöcher dienen. Zum Schutz gegen Vogelfraß sind Insektenhilfen häufig mit Drahtgittern versehen.

Die Anbringung des Nistkastens

Damit der Nistkasten besiedelt wird, muss er geschützt aufgehängt werden. Regen, Wind und eine allzu starke Sonneneinstrahlung dürfen nicht eindringen können. Dies gelingt, wenn der Nistkasten mit der Rückwand an einer Hauswand beziehungsweise einem Baumstamm angebracht wird. Das Einflugloch sollte nach Südosten gerichtet sein.

Ebenso sind Fressfeinde fernzuhalten. In heimischen Gärten zählen zu diesen insbesondere Katzen. Ein sogenannter Katzenabwehrgürtel, der unterhalb des Nistkastens angebracht wird, schafft Abhilfe. Allerdings darf der Nistkasten auch nicht von seitlichen Ästen aus erreichbar sein. Bis ein geeigneter Ort zur Aufhängung gefunden ist, müssen also einige Überlegungen getroffen werden, zumal die Umgebung nicht allzu belebt sein darf. Störungen während der Brutzeit würden die Altvögel eventuell übel nehmen und den Nistkasten verlassen.

Um eine Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten auf die nächste Brut zu verhindern, muss der Nistkasten in regelmäßigen Abständen gereinigt werden. Es empfiehlt sich, in den Monaten zwischen September und November alle Nistmaterialien aus dem Inneren zu entfernen und den Kasten mit einer Bürste und Seifenlauge zu reinigen. Gleichzeitig kann in diesem Zusammenhang die Stabilität des Kastens kontrolliert werden. Wer dem Nistkasten einen Anstrich verpassen möchte, um dessen Haltbarkeit zu erhöhen, sollte nur die Außenseite mit Farbe oder einer Lasur versehen. Dass diese umweltfreundliche Inhaltsstoffe besitzt, dürfte selbstverständlich sein.

Artikelbild: © Alex Alekseev / Shutterstock

1 Kommentar

  1. Michael 18.02.2016 11:30 Uhr

    Hier, e-mail aus Spanien.
    Bin Spanier auf der Suche eines Nistkasten mit Kamera wie beim AMAZON de. fúr ca.69 €uro angeboten wird.
    Nun aber besteht dieses Hauschen nicht im Amazon.es im Katalog.
    Haben Sie und könnte ich dieser Kasten oder ähnlicher bei Ihnen bestellen ?
    Vorauszahlung oder per VISA ist für mich selbstverständlich
    Für Ihre Information danke ich verbindlich.
    Grüsse aus Spanien Michael M.Asmir

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