Parkett schleifen – die Kosten

Parkett schleifen – die Kosten

Geht es um Faktoren wie Werthaltigkeit, Atmosphäre und zeitlose Individualität, so bietet Parkett gewissermaßen die Basis für derart bewertete Fußböden. Nicht ohne Grund findet Parkett gerade im öffentlichen Raum, in Hotels oder Büros, häufig seine Verwendung – eine besondere akustische, den Schall dämpfende Eigenschaft lässt diesen Fußboden zu einem robusten und relativ pflegearmen Untergrund werden. Doch selbst Parkett kann den Zeichen der Zeit nicht entrinnen, es unterliegt durch permanente Einwirkung von Staub und Schmutzpartikeln einer gewissen Abnutzung – die durch Schleifen und Versiegeln behandelt werden kann.

Alles Wichtige zum Thema und der Pflege von Parkett im Allgemeinen, finden Sie in den folgenden Abschnitten.

I. Überprüfung des alten Parkettbodens und vorbereitende Maßnahmen

Bevor es an das Schleifen von Parkettfußböden geht, gilt es den Untergrund vorzubereiten und von störenden Elementen zu entfernen. Schauen Sie insbesondere nach gelockerten oder gänzlich abgelösten Parkettstäben, die zuvor in jedem Fall auszutauschen sind. Bezüglich der Sockelleisten ist es gerade ratsam, diese vorher und vollständig zu entfernen – sie fallen optisch direkt in den Blickwinkel und können durch reines Abkleben dennoch beschädigt werden. Sofern hier noch Stahlstifte sichtbar sind, müssen diese vollständig versenkt werden. Sollten Holzfugen vorhanden sein, müssen diese bei einer Größe von mehr als 3 Millimeter zuvor verleimt werden. Hilfsweise kann auf Fugenmasse frei von Silikonen zurückgegriffen werden.

Zuletzt gilt es, abstehende Reste von Filz oder Klebe zu entfernen und den gesamten Untergrund danach gründlich auszusaugen.

II. Einen festen Arbeitsuntergrund schaffen und Schutzmaßnahmen ergreifen

Diese Art von ausgiebigen Vorbereitungsmaßnahmen ist wichtig, da sich durch Holzstaub und Nagelreste sehr leicht Funkenflug entwickeln kann. Bei diesem Schleifstaub ist es sehr gefährlich, denn oftmals sorgt eine mangelhafte Belüftung für ein schnelles Übertreten auf umliegende Einrichtungsgegenstände.

Ansonsten gilt es, nur mit entsprechender Atemschutzmaske und passendem Gehörschutz zu arbeiten. Zudem sollten Sie „pflegeleichtes“ Schuhwerk tragen, insbesondere aber auf schwarze Sohlen verzichten. Sie würden das Risiko eines Abdrucks im Anschluss an die Lackierung nur unnötig erhöhen.

III. Grobschliff

Der Grundsatz beim Schleifen von Parkett lautet, dass stets in abwechselnden Vorgängen gearbeitet wird. So gibt es mehrere Einteilungen, die jeweils verschiedenen Eigenschaften des Untergrundes zugutekommen. Im ersten Schritt, dem sogenannten Grobschliff, sollen die sich an der Oberfläche eingefassten Überreste von Öl, Wachs, Lacken sowie allgemeine Abtragungen von Schmutz entfernt werden. Empfehlenswert sind Körnungsgrößen zwischen 24 und 36, es wird diagonal zur Maserung des Holzes vorgegangen. Teilweise kann es nötig sein, eine abweiche Körnung zu wählen – je geringer sie ausfällt, desto grobflächiger verläuft der Schleifvorgang. Anschließend wird der Untergrund wieder ausgiebig gereinigt und gesaugt.

IV. Zwischenschliff

Beim anschließenden Verfahren, dem Zwischenschliff, empfiehlt sich eine 60er-Körnung. Hauptaufgabe dieses Zwischenschrittes ist es, die Spuren des vorangegangenen Grobschliffes zu beseitigen. Gleichzeitig werden dabei noch kleinere Unebenheiten korrigiert. In Abhängigkeit zur Art des Parketts gilt es, verschiedene Schleifrichtungen einzuhalten. Bei klassischem Stabparkett gelingt der Feinschliff analog zur Maserung, ein Winkel von bis zu 15 Grad ist empfehlenswert. Einfaches Würfelparkett kann diagonal zur Ausrichtung der Faser feingeschliffen werden.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, die einzelnen Schritte gegebenenfalls zu wiederholen und damit die Parkettoberfläche insgesamt zu schonen. Das empfiehlt sich gerade bei der Bearbeitung der Ränder und Ecken, für die es besondere Schleifmaschinen gibt. Naturgemäß erfordern diese ebenso eine andere Körnung, Standard ist hier eine 40er-Körnung.

V. Feinschliff

Nachdem Sie bei den vorangegangenen Schleifvorgängen schon etwas üben konnten, geht es nun um den Feinschliff. Wichtig ist hier ein ebenso gleichmäßiges wie mit nur geringem Druck ausgegebenes Vorgehen, ganz nach Belieben und Vorstellungen über die neue Haptik der Oberfläche. Standardmäßig wird eine Körnung zwischen 100 und 120 hierfür gewählt. Aus praktischen Gründen erfolgt dieser Schritt quer zum Einfall des Lichtes in dem Raum, je nach Ausgestaltung kann auch parallel vorgegangen werden. Auch hier sind die Ecken und Ränder besonders zu beachten, eine geringfügig kleinere Körnung sollte reichen.

Hinweise zum Kostenrahmen

Das Schleifen und anschließende Versiegeln von Parkett ist die bewährte Methode zur Aufwertung von Dielen. Durch das Abschleifen wird die Oberfläche in mehreren Schritten gereinigt, eben gehalten und erhält dadurch einen natürlichen Glanz. Aus Sicht des Heimwerkers stellt sich dabei zwangsläufig die Kostenfrage, die in Bezug auf den Quadratmeter durchaus verschiedene Preise mit sich bringt. Der Grundpreis, gewissermaßen der Preis für alle notwendigen Gerätschaften und Materialien, steht zu Beginn und ist abhängig von der zu bearbeitenden Fläche. Der örtliche Fachhandel beziehungsweise Baumarkt bietet alle wichtigen Geräte auch auf Leihbasis, üblich sind stundenweise oder tageweise Abrechnungsformen.

  • Kalkulatorisch müssen Sie zwischen 40 und 50 EUR pro Tag für Leihgebühren einrechnen, bezogen auf Schleif- und Poliermaschine
  • Hinzu kommt eine Kaution, die üblicherweise beim Drei- bis Fünffachen der Tagesleihgebühr liegt
  • Die benötigten Schleifscheiben, erhältlich in den abgestuften Körnungsgrößen und Schnittmaßen, müssen mit etwa 5 EUR einkalkuliert werden.

Die Höhe der Kosten für anschließende Versiegelungsmaßnahmen können nur näherungsweise angegeben werden. Für typische Anwendungsbereiche und Flächen dürfte das hierfür benötigte Wachs aber selten über 100 EUR liegen. Atemmasken sowie Schutzkleidung werden als Grundvoraussetzung nicht mit einbezogen, insbesondere Einmal-Atemmasken sind aber schon für 5 EUR erhältlich.

Fehlt es Ihnen an Zeit für die korrekte Ausführung des Schleifens, so lohnt sich möglicherweise die Beauftragung eines Fachmanns. Je nach Region und Arbeitsaufwand ist mit einem Kostenrahmen von 20 bis 25 EUR pro Quadratmeter zu rechnen, hinzu kommen Anfahrtskosten und ein möglicher Mehraufwand.

Zusammenfassung

Parkett verliert mit der Zeit an natürlichem Glanz, Dreck und andere Schmutzpartikeln lagern sich tief in die Oberflächenbeschichtung ein. Mittels mehrerer, auf unterschiedlichen Körnungsgrößen basierenden Schleifvorgängen, werden Parkettflächen wieder modernisiert. Anschließend empfiehlt sich eine Versiegelung.

Artikelbild: © Uwphotographer / Bigstock.com

2 Kommentare

  1. Luise 29.10.2018 14:01 Uhr

    Ursprünglich wollte ich selbst unseren Parkettboden schleifen. Nachdem ich den hier beschriebenen Arbeits- und Materialaufwand gesehen habe, werde ich vielleicht doch einen Experten hinzuziehen. Man kann ja doch auch einiges falsch machen, sodass ich hier kein Risiko eingehen will.

    direkt antworten
  2. Mian 28.12.2018 16:06 Uhr

    Falls man die Schutzmaßnahmen ignorieren möchte, kann man die Sanität Krems Webseite anschauen.

    Die bieten viele verschiedene Dienstleistungen an. Es ist ein wenig wie ein Supermarkt für Installateure. Ziemlich praktish.

    direkt antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.