Passionsblume – Alles zu Herkunft und Pflege

Passionsblume – Alles zu Herkunft und Pflege

Die Pflanzengattung der Passionsblumen zählt zur Familie der Passifloraceae. Es existieren über 500 Arten, welche überwiegend aus Mittelamerika, Südamerika und den Westindischen Inseln stammen. Ihren Namen verdankt die elegante Passionsblume christlichen Einwanderern, welche in der auffälligen Blüte der Pflanze ein Symbol der Passion Christi sahen. Passionsblumen sind in der Regel ausdauernd, verholzt oder krautig. Die Gewächse sind meistens als Kletterpflanzen zu finden, einige Arten wachsen jedoch aufrecht stehend. Passiflora-Arten bilden Ranken in ihren Blattachseln. Die Pflanzen sind aufgrund ihrer auffallend schönen, radiärsymmetrischen Blüten sehr beliebt.

Die etwa 530 verschiedenen Arten der Passionsblume variieren bezüglich der Blattfarbe, Blattform, Größe und Umfang des Wuchses sowie bezüglich der Blütenbildung und Blütenfarbe. Passiflora-Arten können Blüten in zartem Violett, edlem Weiß, hellem Pink, knalligem Rot und in den verschiedensten Blautönen bis hin zu Schwarz bilden. Durch Züchtungen kommen den natürlich gewachsenen Arten noch etwa 100 Hybriden hinzu. Am häufigsten findet sich die Passiflora caerulea, die blaue Passionsblume als äußerst dekorative Zimmerpflanze in heimischen Wohnräumen. Die Arten Passiflora edulis und Passiflora ligularis dienen als Nutzpflanzen, da sie die Maracuja-Frucht hervorbringen. Einige Arten der Passionsblume finden in der Naturheilkunde Verwendung.

Pflege, Standort und Vermehrung von Passionsblumen

Passiflora-Arten benötigen unbedingt eine regelmäßige, großzügige Wasserzufuhr. Die Pflanzen sollten jedoch vor schädlicher Staunässe geschützt werden. Passiflora-Arten gedeihen besonders gut an helle Standorten mit einigen Stunden Sonne pro Tag. Es empfiehlt sich ein Substrat mit hohem humosen Anteil und Kokosfasern. Langzeitdünger ist für Passiflora-Arten ratsam. Im Sommer können Passionsblumen mit Pflanzgefäß in den Gartenboden hinein gesetzt werden. Die Kletterpflanzenarten stehen gerne an Mauern oder Zäunen. Als Rankhilfen dienen den Pflanzen außerdem Gitter, Stäbe und auch andere Gewächse. Größere Kübel können mit mehreren Pflanzen der gleichen Art befüllt werden.

Die Passionsblume benötigt zum Überwintern einen kühleren Standort mit einer konstanten Temperatur von 10 Grad Celsius. Die Wasserzufuhr muss reduziert und das Düngen sollte komplett eingestellt werden. Ausnahmen bilden hier die Arten Passiflora lutea und Passiflora incarnata, sie zählen zu den robusteren Passionsblumen und können Temperaturen von -10 Grad aushalten. Die oberirdischen Teile der Pflanzen frieren bei diesen Witterungsbedingungen zurück und treiben im Frühling wieder neu aus. Das Umtopfen der Pflanze sollte im Frühling durchgeführt werden. In zu großen Gefäßen wächst die Pflanze zwar, blüht aber weniger üppig. Das Wurzelsystem der Passionsblume sollte aber dennoch ausreichend Platz haben. Passionsblumen benötigen in der Regel keinen Rückschnitt, die Triebe können aber kurz vor der Überwinterung um ein Drittel gekürzt werden, um den kompakten Wuchs zu erhalten.

Die Passiflora kann in den frühen Sommermonaten durch Kopfstecklinge vermehrt werden. Die Stecklinge werden unterhalb des Blattknotens abgetrennt und die unteren Blätter werden entfernt. Es empfiehlt sich, die Schnittstelle mit einem Bewurzelungshormon zu betupfen. Stecklinge der Passionsblume sind in einem Sand-Torf-Gemisch bestens aufgehoben. Der Vermehrungskasten wird an einem hellen Standort ohne volles, direktes Sonnenlicht platziert. Passionsblumen benötigen zur Bewurzelung Temperaturen von etwa 20 Grad. Die Stecklinge müssen mäßig gegossen werden. Nach der Bildung von Wurzeln können die kleinen Pflanzen eingetopft werden. Sie werden heller gestellt und sparsam, jedoch regelmäßig in einem Abstand von zwei Wochen, gedüngt.

Krankheiten und Schädlingsbefall bei Passionsblumen

Spinnmilben und Ohrenkneifer sind die am häufigsten vorkommenden Schädlinge an Passiflora-Arten. Akarizide Mittel können Abhilfe schaffen. Viren zeigen sich an Passionsblumen durch mosaikartige Fleckenbildung, Dellen, Risse oder Verformungen der einzelnen Pflanzenteile sowie durch unvollständig ausgebildetes Blattwerk. Vor Viren sind Gewächse kaum zu schützen. Eine adäquate Pflege kann hier helfen. Chlorosen durch Eisenmangel oder Lichtmangel sowie Sonnenbrände oder Verkühlungen kommen bei Passiflora-Arten immer wieder vor. Hier sollte entweder die Düngezufuhr optimiert oder gegebenenfalls der Standort der Pflanze gewechselt werden. Wurzelschäden durch Staunässe können in den meisten Fällen nicht behoben werden.

Artikelbild: © muratart / Shutterstock

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