So machen Sie die Heizung fit für Herbst und Winter

So machen Sie die Heizung fit für Herbst und Winter

Irgendwann im Jahr kommt der Zeitpunkt, an dem der warme Sommer einmal vorbei ist und der Herbst kühleren Tagen einkehrt. An manchen Tagen würden Sie sicherlich gerne die Heizung einschalten, an anderen wiederum ist es wieder so warm, dass Sie darauf verzichten können. Doch irgendwann wird es sich nicht mehr verhindern lassen, dass Sie die Heizung einschalten müssen. Nach vielen Monate der Ruhe sollte die Heizung allerdings wieder einmal überprüft werden. Ohnehin ist eine jährliche Wartung der gesamten Heizungsanlage stets angeraten. Auf was dabei zu achten ist, erfahren Sie im nachfolgenden Ratgeber.

Schon beim Einbau einer Heizungsanlage sollte diese individuell auf die Gegebenheiten vor Ort eingestellt werden. Dazu gehört unter anderem ein hydraulischer Druckabgleich. Wird dies nicht durchgeführt, geht oftmals sehr viel Heizenergie verloren.

Heizungsanlage prüfen lassen

Ob Eigenheimbesitzer oder Mieter: Jedes Jahr sollte die Heizungsanlage gewartet werden. Idealerweise erfolgt dies während der Sommermonate, wenn die Heizung ohnehin ausgeschaltet wird und die Heizungsanlage somit weitestgehend unbenutzt bleibt. Grund dafür ist, dass sich während der langen Heizperiode allerhand Brennstoffrückstände ablagern können. Außerdem können beispielsweise Dichtungen verschleißen und sogar eine Anpassung der Einstellungen kann erforderlich sein. Wird nun keine Wartung der Heizungsanlage durchgeführt, dann führt dies dazu, dass diese nicht mehr effizient heizt und Sie am Ende wesentlich höhere Heizkosten haben. Eine Wartung sollte jedoch niemals selbst, sondern ausschließlich von einem Heizungsbauer durchgeführt werden.

Viele Fachbetriebe bieten die Möglichkeit, einen sogenannten Wartungsvertrag abzuschließen. Dieser gewährleistet eine regelmäßige Wartung ohne gesonderte Beauftragung, in der alles Notwendige durchgeführt wird, wie etwa:

  • Nachfüllen von Heizungswasser
  • gründliche Inspektion der gesamten Heizungsanlage
  • Einstellung der Vorlauftemperatur
  • Austausch von Verschleißteilen
  • Reinigung von Heizkessel und Brenner
  • Überprüfung der Abgaswerte
  • Überprüfung des Kesseldrucks

Häufiges Problem: Falsche Einstellungen

Eines der wohl häufigsten Probleme bei Heizungsanlagen sind falsche Einstellungen. In erstaunlich vielen Fällen ist es so, dass die Werkseinstellungen nach dem Einbau der neuen Anlage gar nicht angepasst werden. Schon alleine dadurch kann zu viel Heizenergie aufgewendet wird. Nun kann aber jede Heizungsanlage auf die jeweiligen Bedürfnisse eines jeden Bewohners eingestellt werden, wie etwa eine automatische Nachtabsenkung. Ist das Gebäude gut gedämmt, kann auch die Vorlauftemperatur wesentlich geringer eingestellt werden.

Sollte bei Ihrer Heizungsanlage noch nie oder bereits vor vielen Jahren ein hydraulischer Abgleich durchgeführt, dann sollten Sie dies umgehend machen lassen. Im Rahmen einer solchen Arbeit werden Heizungspumpe, Heizungsrohre und Heizkörper optimal aufeinander eingestellt, um eine ideale Wärmeabgabe zu erreichen. Wird dies nicht durchgeführt, dann verteilt sich das Heizwasser willkürlich im gesamten Rohrsystem und wählt stets den einfachsten Weg mit dem geringsten Widerstand, wodurch mancher Heizkörper womöglich deutlich schlechter aufgewärmt wird als andere.

Achten Sie darauf, ob sich alle Heizkörper gleichmäßig erwärmen. Wird ein Heizkörper besonders schnell extrem heiß, ein anderer jedoch bleibt lauwarm, dann deutet dies auf eine falsche Einstellung und ein hydraulischer Abgleich sollte durchgeführt werden.

Wasser nachfüllen – darauf ist zu achten

Werfen Sie hin und wieder mal einen Blick auf das Manometer der Heizungsanlage. Sobald die Nadel auf unter 1 bar sinkt, deutet dies auf einen zu geringen Kesseldruck und Sie sollten unbedingt Wasser nachfüllen. Gleiches gilt, wenn ein Heizkörper sich nur teilweise aufheizt. Aber wie kann es eigentlich sein, dass die Heizung wasser verliert?

Normalerweise ist ein Entweichen von Wasser aus der Heizung nicht üblich, da es sich hierbei um einen geschlossenen Kreislauf handelt. Werden jedoch Heizkörper entlüftet oder gibt es ein Leck an einem Rohr, dann zeigt sich dies schnell durch einen Druckverlust. Vor allem bei älteren Heizungsanlagen kann auch der Druckausgleichsbehälter defekt sein.

Bevor Sie Wasser nachfüllen, schalten Sie die Umwälzpumpe ab und drehen sämtliche Heizkörper auf. Schließen Sie nun einen Wasserschlauch an den Kessel an und achten Sie darauf, dass der Schlauch bereits mit Wasser gefüllt ist, damit keine Luft in das Heizungssystem gelangt. Öffnen Sie nun erst den Wasserzulauf und erst danach den Kessel-Füll-und-Entleer-Hahn und schießen Sie diese wieder in umgekehrter Reihenfolge, sobald der Kessel einen Druck von etwa 2 bar erreicht hat. Der Druck sollte keinesfalls den roten Bereich im Manometer erreichen. Abschließend können Sie nun noch einmal die Heizkörper entlüften und schließlich die Heizungsanlage einschalten.

Zusammenfassung

Bevor die Heizperiode beginnt und Sie Ihre Heizungsanlage wieder in Betrieb nehmen, sollten Sie die Anlage gründlich überprüfen lassen. Eine jährliche Wartung während der Sommermonate ist hier sehr sinnvoll. So gehen Sie sicher, dass jeder Raum optimal geheizt wird und keine Heizenergie verloren geht.

Artikelbild: © Felmeeeh / Bigstock.com

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