Umweltbewusst und nachhaltig einrichten

Umweltbewusst und nachhaltig einrichten

Das Thema Umweltschutz ist auch für den Bereich der Wohneinrichtung relevant. Leider ist es nicht immer einfach, in den eigenen vier Wänden eine umweltbewusste wie nachhaltige Einrichtung umzusetzen. Woher weiß man, welche Möbel nachhaltig gefertigt sind? Und welche anderen Möglichkeiten gibt es in diesem Zusammenhang? Im Folgenden sind alle wichtigen Informationen rund um das Thema.

Möbel kaufen – So schont man die Umwelt

Der beste Weg, eine umweltbewusste Einrichtung zu schaffen, ist die Nutzung von Second-Hand-Möbeln. Ob auf dem Flohmarkt, vom Restaurateur oder von Omas Dachboden, es lässen sich überall echte Schmuckstücke finden. Der aktuelle Wohntrend, antike Stücke mit modernen Elementen zu kombinieren, ist dafür ideal geeignet.

Natürlich ist es nicht immer möglich, die passenden Stücke aus zweiter Hand zu bekommen. Aber auch für Neuwaren gibt es ein paar Tricks für den Kauf zu beachten. Ein guter Grundsatz ist es, auf den Kauf von Billigmöbeln zu verzichten. Hochwertige Stücke halten viele Jahre. Dies reduziert den Möbelmüll und schont auf Dauer sogar den Geldbeutel. Denn wer immer wieder neue Möbelstücke kauft, der zahlt am Ende mehr für die Billigwaren, als für die hochwertigen Stücke.

Die günstigen Möbel sind aber nicht nur im Punkt der Haltbarkeit eine Belastung für die Umwelt. Sie stammen oft aus asiatischen Fabriken; hier gibt es keine strengen Kontrollen und Auflagen, kommt es zu möglichen Schadstoffen in den verwendeten Materialien. Lacke mit schädlichen Weichmachern oder schadstoffhaltige Klebstoffe kommen zum Einsatz. Darüber hinaus müssen die Stücke um den halben Globus transportiert werden, um in den europäischen Möbelhäusern stehen zu können.

Wer seine Möbel online bestellt, der sollte darauf achten, einen Anbieter zu nutzen, der auf Massivholzmöbeln setzt, da diese eine längere Lebensdauer haben, als Produkte die mit (billigerer) Presspappe hergestellt wurden. Einer dieser Anbieter ist Restyle24. Auch Anbieter, deren Möbel innerhalb der EU oder Deutschland produziert werden, sind eine gute Wahl.

Immer mehr Hersteller entscheiden sich dazu, die Möbel ausschließlich aus europäischen Laubhölzern zu produzieren. Die Nutzung von Tropenhölzern wird hier komplett vermieden.

Möbelkauf nach Maß

Eine Option, die für viele völlig außer Reichweite scheint, sind maßgeschneiderte Möbel vom Schreiner. Dabei bieten lokale Handwerker erstklassige Arbeiten zu fairen Preisen an. Eine Möglichkeit ist es, dabei die Einrichtung Stück für Stück durch Maßanfertigen zu ergänzen. Die Möbel halten nicht selten zwanzig Jahre oder länger.

Ein zeitloses Design ist daher für Möbel immer eine gute Wahl. Schlichte Formen und gedeckte Farben lassen sich mit vielen Stilrichtungen kombinieren. So ist es möglich, den Raum immer wieder neu zu gestalten, ohne dass die Möbel ersetzt werden müssen.

FCS-Siegel – Was steckt dahinter?

Vertrauenswürdige Anbieter fertigen Möbel, die mit relevanten Siegeln und Zertifikaten versehen sind. Dazu gehört das FSC- oder PEFC-Siegel. Das FSC-Siegel wird für Holzprodukte vergeben, deren Material aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft stammt. Dies bedeutet, dass die verwendeten Holzarten in einem ausgeglichenen Anbau-Nachwachs-Verhältnis stehen. Wenn möglich, sollte man auf die Nutzung von Tropenhölzern komplett verzichten. Wenn die Möbel aber doch aus Teak oder Bangkirai gefertigt sind, sollte sie mehrere Auflagen erfüllen:

  • FSC-Siegel
  • Fair Trade
  • Massivholzmöbel

Das Angebot für heimische Baumarten ist groß. Es gibt für jeden Geschmack die passenden Farben und Maserungen zu finden. Gute Beispiele für lokale Holzarten sind Esche, Buche, Ahorn oder Eiche.

Bambus ist auf dem Vormarsch

Eine Holzart, die weltweit immer beliebter wird, ist Bambus. Denn das Holz hat ein paar Vorteile zu bieten, die für den Möbelbau erstklassig sind. Das robuste und harte Holz lässt sich leicht biegen und in Form bringen – ideal, um eine Vielzahl von Designs zu kreieren. Auch wechselnde Umweltbedingungen können dem Holz kaum etwas anhaben. Die stabile Zellstruktur sorgt dafür, dass es bei Feuchtigkeit nicht aufquellt und sich bei Temperaturänderung nicht verzieht.

Bambus wächst schnell nach und ist sehr effizient nutzbar. Dies macht das Material nicht nur zu einer nachhaltigen Wahl, sondern auch zu einer günstigen Alternative zu Teak und Co. Designer verwenden das moderne Material dabei in allen Bereichen der Einrichtung:

  • Möbel
  • Boden und Wandverkleidungen
  • Wohnaccessoires

Auch beim Kauf von Tapeten und Farben genau hinschauen. Der passende Bodenbelag und die richtige Farbe an der Wand sind für eine tolle Inneinrichtung nicht wegzudenken. Auch hier ist es möglich, umweltfreundliche Entscheidungen zu treffen. Für die Wandgestaltung auf Produkte verzichten, die Weichmacher oder Vinyl enthalten. Auch Produkte mit Polypropylen und Polyethylen (PP/PE) sind keine gute Wahl. Diese Inhaltstoffe sind nicht nur schädlich für die Umwelt, sie können auch schädlich für die eigene Gesundheit sein. Hohe Konzentrationen von Weichmachern in der Luft haben negative Auswirkungen auf die Atemwege.

Es gibt Recycling-Tapeten, die aus Altpapier gefertigt sind. Generell sind Vliestapeten die bessere Wahl. Sie verzichten auf umweltschädliche Stoffe.

Farben und Lacke können ebenfalls jede Menge Schadstoffe in die Wohnluft bringen. Bei der Auswahl darauf achten, Farben auf Leim-, Kalk- oder Kasein-Basis zu nutzen. Diese Bestandteile tragen keine Schadstoffe und lassen sich umweltfreundlich gewinnen.

Laminat für einen umweltfreundlichen Bodenbelag

Auch für den Bodenbelag gibt es umweltfreundliche Optionen zu entdecken. Natursteinböden sind Keramikfliesen vorzuziehen. Sie sind besonders langhaltig und frei von jeglichen Zusatzstoffen. Neben klassischen Holzböden sind Laminatböden eine gute Wahl. Die Holzfasern werden mit Melaninharz verklebt, das frei von Formaldehyd ist. Die robusten Böden lassen sich außerdem wieder verwerten und recyceln.

Es gibt diverse Zertifikate für Bodenbeläge, welche die Umweltfreundlichkeit belegen. Dazu gehört für Laminatböden das Siegel „Blauer Engel“. Weitere Holzbeläge sind unter anderem mit dem „Naturplus“-Zertifikat versehen.

Teppichböden sollten aus Naturfasern gefertigt sein. Baumwolle ist langlebig und robust. Für das Einfärben nutzen viele Hersteller natürliche Farbstoffe. Auf Weichmacher wird weitgehend verzichtet. Wird der Teppichboden verklebt, auch für das Klebemittel darauf achten, eine schadstofffreie Variante zu wählen.

Zusammenfassung

Wer ein umweltfreundliches Zuhause schaffen möchte, der kann in allen Einrichtungsbereichen die passenden Produkte wählen. Es ist hilfreich, bei der Auswahl auf diverse Umwelt-Zertifikate zu achten. Möbel in einem zeitlosen Design sind für eine lange Zeit ein zuverlässiger Begleiter. Auch einfach Tricks, wie die Nutzung von Second-Hand-Möbeln machen einen Unterschied in Sachen Umweltschutz.
Artikelbild: © Yastremska / Bigstock.com

1 Kommentar

  1. Laura Heimisch 08.11.2018 09:37 Uhr

    Ich und mein Mann werden bald in eine neue Wohnung umziehen und möchten gerne sie mit einem besonderen Stil einrichten und die Umwelt schonen. Wir haben vor, zu einem Einrichtungshaus zu fahren, um Ideen zu sammeln, aber die Idee vom Bambus fand ich schon echt cool! Ich werde das mit meinem Mann besprechen. Danke!

    direkt antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.