Unverzichtbar: Die Wohngebäudeversicherung

Unverzichtbar: Die Wohngebäudeversicherung

Der Traum vom Eigenheim: In Zeiten niedriger Zinsen entscheiden sich immer mehr Deutsche, diesen Traum zur Realität zu machen. Wer im Besitz einer Immobile ist, der hat aber auch zahlreiche Pflichten: Auf die passende Versicherung sollte nicht verzichtet werden. Die Wohngebäudeversicherung gehört zu diesen „Pflichten“. Zwar ist sie nicht gesetzlich vorgeschrieben, jedoch werden Immobilienkäufer von der Bank darauf hingewiesen, dass sie keine Hausfinanzierung ohne diese Police erhalten. Einer Schätzung der Stiftung Warentest zufolge haftet die Wohngebäudeversicherung für rund 70 Prozent aller Schäden durch Unwetter.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass deutsche Wohnhäuser oftmals schlecht versichert sind. Der Grund dafür könnte sein, dass die Käufer von Neubauten alleine dastehen, sie müssen sich selbst um eine Police kümmern. Wer dagegen ein altes Haus oder eine Eigentumswohnung erwirbt, der „kauft“ sie gleich mit. Theoretisch gesehen müssen Eigentumsbesitzer diese alte Police nicht behalten, sondern sie können sie nach einem Monat kündigen und durch eine leistungsstärkere und günstigere ersetzen. Problematischer ist es, wenn man Teil einer Eigentümergemeinschaft wird. In diesem Fall muss der Wechsel einheitlich abgestimmt werden.

Versicherung zahlt für Wiederaufbau

Die Wohngebäudeversicherung springt für viele Probleme ein: Bricht ein Feuer aus, Hagelkörner beschädigen die Rollläden oder ein heftiger Sturm reißt das Dach auseinander, dann kommt sie für die entstandenen Schäden auf. Auch Wasserschäden durch Rohrbruch, Hausschäden durch Explosion oder sogar nach einem Flugzeugabsturz werden von der Versicherung gezahlt. Im Extremfall werden auch die Kosten für einen kompletten Wiederaufbau gezahlt.

Ebenfalls mit eingeschlossen sind unter anderem Regenrinnen, Heizungsanlagen, Wasserleitungen und die Hauselektrik. Nebengebäude wie Garagen, Carports und Gartenhäuser müssen allerdings extra in die Police eingetragen werden, da sie nicht fester Bestandteil des Gebäudes sind.

Den Wert der Immobilie bestimmen

Hier tun sich die meisten Immobilienbesitzer schwer. Sie schätzen den Wert ihres Eigentums oftmals viel zu gering ein und bedenken zudem nicht, dass der Wert im Laufe der Jahre zunimmt. Schließlich werden neue Möbel, Elektronikgeräte und so weiter gekauft. Ausschlaggebend für die Beitragshöhe der Gebäudeversicherung sind die Postleitzahl, Wohnumfeld, Bauart und Alter sowie der Wert der Immobilie. Die Versicherungssumme sollte mit dem „Versicherungswert 1914“ bestimmt werden.

Beispiel: Ein Haus aus dem Jahr 2007 kostete 200.000 Euro. Um die Beitragshöhe zu ermitteln, wird der Wert des Hauses durch den Baukostenindex des Baujahres 2007 geteilt: 200.000 / 10,69 = 18.700 Mark. Der Index wird jedes Jahr vom Statistischen Bundesamt berechnet. Brennt das Haus im Jahr 2010 ab, wird die Summe mit dem Baukostenindex 11,86 multipliziert, was 221.782 Euro ergibt. Diese Summe würde der Eigentümer für den Neubau seines abgebrannten Hauses erhalten.

Tipp: Käufer einer Immobilie sollten den Wert der Versicherung nicht bedenkenlos übernehmen, sondern den Versicherungswert 1914 ermitteln. Ist der Wert zu hoch, trägt der Kunde unnötige Beitragskosten. Auf der anderen Seite gibt es im Falle eines Wiederaufbaus weniger Geld, wenn der Wert zu gering ist.

Billig-Versicherungstarife sind problematisch

Die Deutschen sparen äußerst gerne, oftmals allerdings am falschen Ende. Denn bei einer Haus-Versicherung sollte nicht gespart werden. Hier kann ein großer Schaden schnell den finanziellen Ruin für eine Familie bedeuten. Aufgrund von Preisdruck knausern viele Versicherer bei Schadensfällen. Billig-Tarife schaden nicht nur den Kunden, sondern in erster Linie auch den Anbietern selbst. Immobilienbesitzer sollten somit nicht am falschen Ende sparen.

Artikelbild: © Todd Klassy / Shutterstock

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