Venusfliegenfalle – Gießen, Pflege und Fütterung

Venusfliegenfalle – Gießen, Pflege und Fütterung

Eines der außergewöhnlichsten Exemplare der Pflanzenwelt ist eindeutig die Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula). Sie gehört zu den Sonnentau-Gewächsen und ist in der Tat eine fleischfressende Pflanze (Carnivorous). Das erste Mal fand sie um 1768 in der Literatur Erwähnung. Ursprünglich ist sie in den USA, vor allem in North und South Carolina beheimatet. Zunächst war sie nur in der Stadt Wilmington und im Umkreis von 100 Kilometern vertreten. Einige Jahre später siedelte sie sich auch im Nordwesten Floridas an. Ausgehend von ihrer Heimat können Sie sich bestimmt schon vorstellen, dass Sie bei der Pflege von Venusfliegenfallen einige Details beachten müssen, damit sich die Pflanzen auch hierzulande wohlfühlen. Wer die Anschaffung eines solchen Exoten plant, sollte sich daher rechtzeitig mit den Bedürfnissen der fleischfressenden Pflanze auseinander setzen. Wir verraten Ihnen heute, worauf es ankommt!

Besondere Merkmale der Venus-Fliegenfalle

Die fleischfressenden Pflanzen (Karnivoren) sind außergewöhnlich und selten, von Natur aus aber nicht besonders wählerisch. Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts sind sie auch in unseren Regionen vertreten und durchaus in der Lage, sich an verschiedene Umgebungsverhältnisse anzupassen. Allerdings stellt die exotische Pflanze ein paar ungewöhnliche Ansprüche an ihre Pflege. Wenn Sie jedoch einmal den Dreh raushaben, werden Sie sich lange Zeit an dieser Pflanze erfreuen können.

In der folgenden Liste haben wir die bemerkenswertesten Besonderheiten der Venusfliegenfalle für Sie zusammengefasst:

  • Aufgrund ihrer Heimat ist die Venusfliegenfalle daran gewöhnt, mit kargen Böden und wenig Wasser auszukommen
  • Auch Buschbrände sind dort keine Seltenheit und können der Pflanze kaum etwas anhaben, weil sie Wurzeln hat, die tief in den Erdboden hinab reichen
  • Die Wurzeln spenden dem Gewächs festen Halt und saugen das Wasser aus der Erde
  • Selbst wenn der obere Teil der Pflanze durch einen Brand zerstört wird, treibt das Wurzelwerk neu aus
  • Die Pflanze bildet Blüten, die auf einem langen Stängel sitzen
  • Sie besitzen einen Durchmesser von drei Zentimetern und sind strahlend weiß
  • Die Blüten überragen die eigentliche Pflanze bis zu 30 Zentimeter

Das letzte Merkmal ist für die Pflanze besonders wichtig, denn die Blüten dürfen keinesfalls in der Nähe der Fallenklappen ausgebildet werden. Sonst könnten Insekten, welche die Pflanze bestäuben möchten, unter Umständen in die Falle geraten. Somit stände die fleischfressende Pflanze sich bei der Vermehrung selbst im Wege, weil sie den Bestand an lebenswichtigen Insekten verringern würde. Daher befinden sich die Blüten deutlich oberhalb der Fallen.

Der perfekte Standort für die Venusfliegenfalle

Damit die Venusfliegenfalle gut wächst und gedeiht, benötigt sie vor allem eins: viel Licht! Ein sonniger Platz am Fenster, das im Idealfall nach Süden, Südwesten oder Südosten ausgerichtet sein sollte, ist optimal für die Ansprüche der Pflanze. Mit Temperaturen im Bereich von 20 bis 32 Grad Celsius kommt die exotische Zimmerpflanze gut zurecht. Denken Sie aber daran, dass die Skala des Thermometers gerade bei einem Standort direkt hinter dem Fensterglas schnell in die Höhe klettert, wenn die Sonne direkt hinein scheint.

Entscheidend für den richtigen Standort ist auch die optimale Luftfeuchtigkeit. Sie sollte zwischen 50 und 80 Prozent liegen!

Im Winter sollten Sie der Pflanze außerdem eine Winterruhe gönnen, während sie im Sommer gerne einen sonnigen Platz im Garten erhalten darf. Wichtig ist, dass die Temperaturen durchgängig mild sind, daher sollte sie frühestens ab Juni ins Freie gestellt werden. Gewöhnen Sie die Pflanze vorsichtig an die Sonne und setzen Sie sie nicht sofort der direkten Mittagssonne aus. Erhöhen Sie stattdessen Tag für Tag die Dauer der Sonnenstunden. Ende August oder spätestens Anfang September wird es dann Zeit, die Venusfliegenfalle wieder ins Haus zu holen, da die Temperaturen dann nachts schon deutlich kühler werden.

Das richtige Pflanzsubstrat

Am besten bietet sich ein Pflanzsubstrat an, das aus Sand und Torf besteht. Alternativ bekommen Sie im Handel auch spezielle Mischungen zu kaufen, die für die Kultur von fleischfressenden Pflanzen geeignet sind. Verzichten Sie auf jeden Fall darauf, die Erde zu düngen und verwenden Sie kein vorgedüngtes Substrat. Dünger entspricht nicht den natürlichen Bedürfnissen der Venusfliegenfalle!

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Tipps und Tricks für die Pflege

Natürlich benötigt auch die Venusfliegenfalle Wasser und Nährstoffe. Allerdings gibt es sowohl bei der Wasser- als auch bei der Nährstoffversorgung einige Dinge, die Sie berücksichtigen sollten.

Sparsam gießen – aber richtig!

Die robuste Venusfliegenfalle kann sich in eine echte Mimose verwandeln, wenn es um die Wasserzufuhr geht. Damit Sie sich lange Zeit an Ihrer Pflanze erfreuen können, sollten Sie folgende Anleitung beim Gießen beachten:

  1. Die Pflanze mag es nicht, von oben gegossen zu werden.
  2. Lieber möchte sie das Wasser aus dem Erdreich mit ihren Wurzeln nach oben ziehen.
  3. Setzen Sie die Venusfliegenfalle daher in einem Topf auf einen Untersetzer.
  4. Füllen Sie etwa zwei Zentimeter Wasser in den Untersetzer, damit sich die Pflanze selber mit Feuchtigkeit versorgen kann.
  5. Sobald das Wasser aufgebraucht ist, gönnen Sie der Venusfliegenfalle eine Pause von etwa zwei Tagen, damit die Erde nicht permanent feucht ist. Jedoch nicht an heißen Tagen. Im Sommer sollten Sie durchgehend 1-2 cm Wasser im Untersetzer stehen lassen.

Kalkreiches Leitungswasser ist zum Gießen der fleischfressenden Pflanze nicht geeignet. Stattdessen bietet sich Regenwasser an, denn es enthält ausreichend Nährstoffe und wenig Kalk.

Insekten statt Dünger

Da die Böden in ihrer Heimat karg sind, bezieht die Venusfliegenfalle ihre Nährstoffe über die klappbaren Fallen der Blätter. Sobald Fliegen oder andere kleine Insekten die Falle berühren, schließen sich die Blätter, wodurch sie die Beute fängt. Damit überhaupt Insekten angelockt werden, verfügen die Innenseiten der Klappe über einen Bereich, der sich durch die Einstrahlung der Sonne leuchtend rot färbt. So simuliert die Pflanze eine Blüte. Außerdem bildet die Venusfliegenfalle eine Art Nektar, der ebenfalls die Beute der fleischfressenden Pflanze anlockt.

Diesen „Blüten“ können Insekten kaum widerstehen. Sobald sich eine Fliege darauf niederlässt, wendet die Venusfliegenfalle einen Trick an: Die Borsten der Blatt-Ränder dienen als Sensoren und geben der Pflanze das Signal, die Falle zu schließen. Nun wird die Fliege verdaut, damit die Pflanze die Nährstoffe erhält, die sie für ihr Wachstum benötigt. Erst dann öffnet sich die Falle wieder.

Venusfliegenfallen sind auch als Zimmerpflanzen sehr beliebt, weil sie einen sinnvollen Nebeneffekt haben. Sie vernichten das ein oder andere lästige Insekt, das Sie lieber nicht auf Ihrer Fensterbank haben möchten.

So klappt die Überwinterung

Damit die Pflanze Sie auch nächstes Frühjahr noch erfreut, sollten Sie der Venusfliegenfalle etwa von Ende Oktober bis März eine Winterpause gönnen. Im Idealfall sollte die Winterruhe eingeleitet werden, wenn die Pflanze nur noch viele kleine Fallen ausbildet. Nun muss sie zur Überwinterung an einen kühlen Ort gebracht werden. In dieser Zeit gestaltet sich die Pflege der Pflanze etwas schwieriger. Im Idealfall sollte ein Raum verfügbar sein, in dem die Temperaturen zwischen 5 bis max. -10 Grad liegen.

Das Winterquartier sollte konstante Temperaturen bieten und die Pflanze nicht der Zugluft aussetzen.

Ein Wintergarten, der sich konstant temperieren lässt, ist das perfekte Winterquartier. Drosseln Sie während der langen Winterzeit auch das Gießen deutlich. Eine allgemeine Antwort auf die Frage, wie hoch die Menge der Wasserzufuhr im Winter sein darf, gibt es nicht, denn hier scheiden sich die Geister. Halten Sie die Pflanze konstant leicht feucht, nicht zu nass, nicht zu trocken.

Vermehrung von Venusfliegenfallen

Bei optimaler Pflege und Haltung wird sich die Venusfliegenfalle nach einiger Zeit von selbst vermehren. Sie benötigt dafür vor allem genügend Platz, sodass Sie das gelegentliche Umtopfen nicht vergessen sollten. In jedem Jahr teilt sich die Pflanze dann von ganz allein, ohne dass Sie irgendetwas dazu beitragen müssten.

Alternativ besteht die Möglichkeit, die Venusfliegenfalle mit Blattstecklingen zu vermehren:

  1. Knipsen Sie dafür das Blatt möglichst tief an der Basis ab.
  2. Wichtig ist, dass sich noch ein Teil der Wurzel daran befindet.
  3. Anschließend stecken Sie das Blatt in feuchten Torf.

Es wird zwar einige Monate dauern, bis sich aus derartigen Blattstecklingen neue Pflanzen bilden, dafür werden Sie für Ihre Geduld mit einer jungen Venusfliegenfalle belohnt.

FAQ – Die häufigsten Fragen

Was ist eine Venusfliegenfalle?

Dahinter verbirgt sich eine Pflanze aus der Familie der Sonnentaugewächse. Ihr lateinischer Name lautet „Dionaea muscipula“. Aufzeichnungen über die erste Erwähnung der Pflanze reichen bis ins Jahr 1768 zurück.

Wie sieht eine Venusfliegenfalle aus?

Die Venusfliegenfalle ist eine krautig und langsam wachsende Pflanze, die bis zu 30 Zentimeter hoch werden kann. Auffällig ist ihr aufwendig gebautes Fangblatt, das am höchsten Stängel angebracht ist. Weitere fünf bis zehn Blätter sind ebenfalls wie Fallen geformt.

Ist die Venusfliegenfalle fleischfressend?

Ja, sie gehört zu den fleischfressenden Pflanzen, die Karnivoren genannt werden. Die Pflanze ernährt sich vor allem von Fliegen, Spinnen und Armeisen. Sie fängt sie mit ihrem Fangblatt durch Schließen der Falle.

Wo wächst die Venusfliegenfalle?

Der natürliche Raum ist sehr eingeschränkt. Die Venusfalle ist fast ausschließlich in den Pocosin-Mooren in North und South Carolina in den USA ansässig. Weitere Orte sind um die Stadt Wilmington sowie der Nordwesten Floridas.

Welchen Standort braucht die Venusfliegenfalle?

Die Pflanze braucht zwei Dinge auf Dauer: eine hohe Luftfeuchtigkeit und einen sonnigen Standort. Der Boden sollte nährstoffarm und sandig sein. Ebenso dürfen die Temperaturen am Standort nicht schwanken. Winterzugluft mag die Pflanze gar nicht.

Wann blüht die Venusfliegenfalle?

Die erste Blüte erfolgt erst drei bis vier Jahre nach der Pflanzung. Blütezeit sind die Monate April, Mai und Juni.

Wie kann man Venusfliegenfallen pflanzen?

Klassisch kann die Venusfliegenfalle mit Samen gepflanzt werden. Der richtige Zeitpunkt dafür ist der März. Die Samen sollten in Anzuchterde eingesetzt werden, die feucht und sandig ist. Die Venusfliegenfalle ist ein Lichtkeimer, daher sollten die Samen genügend Sonne bekommen.

Wie wird die Venusfliegenfalle gepflegt?

Die Pflanze braucht keinen Dünger, denn die Nährstoffe nimmt sie über die tierische Nahrung auf. Viel Licht und eine hohe Luftfeuchtigkeit sind jedoch essenziell.

Wie viel Wasser braucht die Venusfliegenfalle?

Das Sonnentaugewächs braucht viel Wasser, vor allem Kalkarmes. Am besten ist hier Regenwasser geeignet. Wer sich unsicher beim Gießen ist, kann einen großen Untersatz mit Wasser füllen, aus dem sich die Pflanze selbst entsprechend versorgen kann.

Wie wird die Venusfliegenfalle vermehrt?

Die Vermehrung erfolgt einerseits durch Samen, zum anderen mit Stecklingen. Diese können direkt an der Pflanze abgeschnitten und meist sogar noch geteilt werden.

Welche Feinde hat die Venusfliegenfalle?

Der größte Feind der Pflanze ist der Mensch, der durch Umweltverschmutzung den Lebensbereich einschränkt. Auch haben neueste Untersuchungen ergeben, dass die gefressenen Insekten mittels beinhalteten Metallen der Pflanze den Tod bringen können.

Wie winterhart ist die Venusfliegenfalle?

Die Venusfliegenfalle gilt nur als bedingt winterhart. Im Oktober tritt sie ihre Winterruhe an. Sie braucht einen hellen Platz. Temperaturen unter minus fünf Grad sind zu vermeiden.

Kann die Venusfliegenfalle in der Wohnung gehalten werden?

Da diese Pflanze keine zu niedrigen Temperaturen mag, ist sie vor allem für das Fensterbrett im Inneren geeignet. Hier gibt es meist genügend Licht. Aber auch gegen Stunden im Freien spricht bei den optimalen Bedingungen nichts.

Wo kann man Venusfliegenfallen kaufen?

Die fleischfressende Pflanze kann in jedem Gartenfachmarkt, aber auch im Onlinehandel erstanden werden. Die Preise beginnen je nach Größe schon unter fünf Euro pro Stück.

Systematik

Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Sonnentaugewächse (Droseraceae)
Gattung: Venusfliegenfallen
Art: Venusfliegenfalle

Wissenschaftlicher Name der Gattung

Dionaea
Sol. ex J.Ellis

Wissenschaftlicher Name der Art

Dionaea muscipula

Zusammenfassung

Die fleischfressende Venusfliegenfalle ist an sich sehr robust, braucht aber eine besondere Pflege, wenn sie hierzulande als Zimmerpflanze kultiviert werden soll. Der Standort sollte sonnig und warm sein. Außerdem kommt es auf das richtige Vorgehen beim Gießen an, denn die Pflanze möchte das Wasser mit ihren Wurzeln aus der Tiefe des Erdreichs ziehen. Dünger benötigt die Venusfliegenfalle nicht, weil sie die Nährstoffe in Form ihrer gefangenen Beute aufnimmt. Damit Sie dauerhaft Freude an Ihrer fleischfressenden Pflanze haben, sollten Sie ihr unbedingt eine Winterpause gönnen.

Artikelbild: © lobster20 / Shutterstock

1 Kommentar

  1. Gabi 17.02.2017 10:48 Uhr

    Ich kann nur empfehlen hier die Tipps zu beachten. Ich habe irre lange gebraucht, bis meine Pflanzen es länger als einige Wochen bei mir überlebt haben. Mein Fehler war tatsächlich die Kombination aus zu wenig Licht und zu niederdriger Temperatur. Seitdem mit ein netter Herr im Baumarkt den Tipp gegebn hat, die Venusfliegenfalle am sonnigsten Plätzchen meines Hauses zu platzieren, läuft es mit meinen kleinen FLiegenfängern 🙂

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