Warme Füße: Einen hochwertigen Teppich erkennen und kaufen

Warme Füße: Einen hochwertigen Teppich erkennen und kaufen

Der Teppich ist seit unzähligen Jahren ein wundervolles Produkt für die eigenen vier Wände, um uns das Laufen durch die Wohnung angenehmer zu machen und unsere Füße im kalten Winter zu wärmen. Gleichzeitig eignen sie sich, um dekorative Akzente in einer Wohnung zu schaffen und für mehr Behaglichkeit zu sorgen. Teppiche gibt es aber auch in vielen Ausführungen und unterschiedlichen Qualitäten. Deshalb erklären wir in diesem Artikel, wie man einen hochwertigen Teppich erkennt, damit die Füße auch garantiert warm bleiben.

Handgeknüpfte Teppiche: Wenn Tradition auf hohe Qualität stößt

Von Hand geknüpfte Teppiche sind im Handel als Perser- oder Orientteppiche bekannt. Ob gewebt oder geknüpft, ihre Verwendung ist genauso vielfältig wie ihre lange Entwicklung im Laufe der Jahre. Die vielfältige Verwendung ist einer der Gründe, warum sich im Orient, in China, Nordafrika, Indien und anderen Ländern die Teppichfertigung zu einer großen Kunst entwickelte.

Auf der Suche nach einem handgeknüpften Teppich stoßen Verbraucher heute auf unterschiedliche Bezeichnungen. Sie werden meist nach

  • dem Land der Herstellung,
  • dem Volksstams,
  • dem Ort der Herstellung,
  • der Musterung oder
  • der Größe bestimmt.

Der Wert und Preis eines Teppichs setzt sich aus acht Faktoren zusammen:

  1. Knotenzahl je Quadratmeter
  2. Gewicht je Quadratmeter
  3. Feinheit der Knüpfung
  4. Qualität der Wolle
  5. Art der Färbung
  6. Alter des Stückes
  7. Herkunft
  8. Erhaltungszustand

Die Anzahl der Knoten ist auch ein Indiz dafür, wie haltbar und fest ein Teppich ist. Wie viele Knoten ein Teppich hat, zeigt die nachfolgende Tabelle:

Feinheit Knoten pro m²
Gebrauchsqualität, grob ab 50.000
extra Wohnqualität, mittel ab 90.000
Luxusqualität, fein ab 180.000

Ein Überblick über verschiedene Arten von Teppichen

Knüpfteppiche aus Nordafrika

Die nordafrikanischen Berberstämme haben eine qualitativ hochwertige Teppichkunst entwickelt, dessen wichtigstes Herstellungsland heute Marokko ist. Im Vergleich zum Orientteppich wird eine gröbere Wolle verwendet, sodass man weniger Knoten benötigt. Die marokkanische Regierung hat für Exportware eine Mindestknotenzahl von 22.500 je Quadratmeter festgelegt, um eine gewisse Qualität zu garantieren.

Hirtenteppiche

Der griechische Hirtenteppich wird Flokati genannt. Er entstand in der Bergwelt rund um Parnass und Olymp. Die dort ansässigen Hirten und Bauern scheren nicht nur ihre Schafe, sondern sammeln die Wollreste, die an Ästen und Hecken hängen bleiben. Diese verweben sie dann mit der von den Tieren gewonnen Wolle zu Teppichen.

Maschinell produzierte Teppiche

Trotz der jahrelangen Kunst, Teppiche manuell zu knüpfen, gibt es auch die Möglichkeit, diese Produkte maschinell herzustellen. In Europa entwickelte sich die Teppichindustrie vom Rutenstuhl. Dabei wird neben dem Schuss- und Kettfaden die Polkette, ein drittes Fadensystem, ins Gewebe eingearbeitet. Dadurch entsteht der Loop, eine hochstehende Schlinge, welche die Teppichoberfläche darstellt.

Tipps zum Erkennen eines hochwertigen Teppichs

Einen hochwertigen Teppich erkennt man an seinen Teppichfasern. Diese müssen hohe Gebrauchs- und Pflegeeigenschaften aufweisen, strapazierfähig sein, eine gewisse Trittelastizität bieten und wärmeisolierend sein.

Die Vorteile verschiedener Teppichfasern im Überblick:

  • Reine Schurwolle:
    • gutes Wiederholungsvermögen
    • klimatisierend
    • warm und wohnlich
    • schwer entflammbar
  • Polyacrl (PAC):
    • permanente Kräuselung
    • gute Strapazierfähigkeit
    • pflegeleicht
    • gutes Wiederholungsvermögen
  • Polyamid (PA):
    • gutes Wiederholungsvermögen
    • gutes Wiederholungsvermögen
    • hohe Verschleißfestigkeit
    • pflegeleicht
  • Polyester (PE):
    • hohe Bauschkraft
    • pflegeleicht
    • gute Abriebsfestigkeit
  • Polypropylen (PP):
    • beste Verschleißfestigkeit
    • pflegeleicht
    • verrottungsbeständig

Neben diesen Anhaltspunkten sollten Verbraucher nach folgenden Gütesiegeln Ausschau halten:

  • Teppiche Schadstoff geprüft: Diese Produkte werden vom Deutschen Teppich-Forschungsinstitut auf Pestizide, Formaldehyd und Co. getestet und haben die Prüfung bestanden.
  • Teppich-Siegel-Qualität: Die vom Deutschen Teppichforschungsinstitut geprüften Artikel werden in puncto Nutzschicht, Eignungsbereich und Zusatzeignungen nach DIN-Normen geprüft.
  • Sollsiegel-Qualität: Produkte mit dem Siegel von dem Internationalen Wollsekretariat (IWS) bestehen aus Wolle von lebenden Schafen.

Mit der richtigen Pflege lange Zeit am Teppich erfreuen

Der Teppich gehört zu den Artikeln im Haus, die eine regelmäßige Pflege benötigen, damit man sich lange Zeit an ihnen erfreuen kann. Vom ersten Tag an muss man den Teppich regelmäßig saugen. Je nach Modell täglich oder wöchentlich. Mit dieser Pflegemaßnahme kann man groben, losen Schmutz und Sand beseitigen, der sich sonst in den Fasern absetzen würde.

Um eine Abnutzung des Teppichs zu vermeiden, sollte man ihn regelmäßige um die eigene Achse drehen. So wird er gleichmäßig abgenutzt und nicht nur auf einer Seite. Beidseitig verwendbare Modelle, zu denen Handwebteppiche gehören, kann man mehrmals pro Jahr wenden.

Bei der Fleckenentfernung gilt schnelles Handeln:

  • Flüssigkeiten mit einem Papiertuch aufsaugen
  • festen Schmutz mit einem Löffel entfernen
  • Fleck mit einem ph-neutralen Fleckenentferner behandeln
  • scharfe Mittel wie Gall- und Schmierseife oder Salmiakgeist vermeiden

3 Tipps zur Entfernung hartnäckiger Flecken

Ein umgefallenes Glas Wein, ein Kaugummi – sie und viele weitere Unfälle können den Teppich für immer ruinieren, wenn man nicht weiß, wie man sie richtig reinigt. Wie zuvor erwähnt, ist auch hier schnelles Handeln der Schlüssel zum Erfolg:

  1. Rotwein: Das rote Getränk sollte man schnellstmöglich mit einem saugfähigen Tuch abtupfen und mit Zitronensaft einreiben. Anschließend mit Mineralwasser ansprühen und dieses einwirken lassen. Abschließend mit Waschmittelschaum abtupfen.
  2. Kaugummi: In der Apotheke findet man ein Eisspray, mit dem man das Kaugummi schnellstmöglich einsprühen sollte. Anschließend lässt sich das Kaugummi mit einem Hammer zerbröseln und ausbürsten.
  3. Wachsflecken: Zunächst muss man den Wachsfleck mit einer Sprühflasche leicht anfeuchten. Dann einen Kaffeefilter auf den Fleck legen und mit einem mittelheißen Bügeleisen über den Filter bügeln. Bei jedem Durchgang sollte man eine neue Stelle des Filters verwenden. Der Kaffeefilter wird das Wachs aufnehmen. Anschließend das Wachs auskühlen lassen und mit einem Eisspray bearbeiten. Abschließend das Wachs wie ein Kaugummi entfernen.

Artikelbild: © Olesya Feketa / Shutterstock

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