Wolfsmilch (Euphorbia) – vermehren, giftig, Standort

Wolfsmilch (Euphorbia) – vermehren, giftig, Standort

Die markante Anordnung der Blätter, die ins Auge springende Blattfärbung oder die wuchtige Gestalt – Wolfsmich-Arten haben viele Charakteristiken. Genauso viele Arten hat die Gattung auch, mehr als 2.000 um genau zu sein. Die Pflanze ist im Garten immer präsent. Auch wenn sie sich nicht in den Vordergrund drängt, zeigt sie doch immer Charakter. Euphorbia-Arten sind weltweit zu finden, von den Tropen bis in unsere Breiten. Einige von ihnen sind große Säulen, die wie Kakteen aussehen, andere wachsen strauchartig.

Die große Stärke der Euphorbien ist ihre lange Blütezeit, wobei man sie nicht wirklich als Blütezeit nennen kann. Denn die Blüten der Wolfsmilch, Cyathien genannt, vergehen schnell. Weitaus spektakulärer sind die Hochblätter, von denen die Blüten umgeben sind. Wochen oder Monate lang erfreuen sie ihren Betrachter in grünlichem Gelb, feurigem Orange oder herzhaftem Rot. Sobald man diese Pflanzenart berührt, kommt man in Kontakt mit ihrer zweiten Besonderheit, dem weißen Milchsaft. Obwohl er giftig ist, ist er nicht so gefährlich wie ein Wolf, ganz im Gegenteil zur Euphorbia lathyrus. Sie wurde lange Zeit als Abführ- und Brechmittel in der Volksmedizin verwendet. Heute vertreibt sie im Garten Wühlmäuse.

Alle anderen Wolfsmilch-Arten sind harmloser. Dennoch gilt auch hier: Wenn eine Hautpartie mit der weißen Milch in Berührung kommt, diese sofort säubern. Bei einigen empfindlichen Menschen kann der Saft Ausschlag oder Rötungen auslösen.

Beschreibung

Euphorbia, in Deutschland Wolfsmilch genannt, ist mit mehr als 2.000 Arten eine der größten, anerkannten Gattungen der Blütenpflanzen. Die Gattung ist grundsätzlich weltweit in vielen Ländern vertreten, insbesondere aber in dürren und halbtrockenen Regionen der Tropen und Subtropen. Die morphologische Vielfalt dieser Gattung umfasst Kräuter, Sträucher, Geophyten, Unterschichten, Laubwerke sowie eine Reihe von saftigen und xerophytischen Arten. Trotz dieser großen vegetativen Variation wird die gesamte Gattung von einer morphologischen Synapomorphie, den Archaeocyathiden, vereint.

Sortenliste

In Deutschland sind zahlreiche Euphorbien erhältlich. Einen Überblick über einige beliebte Exemplare bietet die nachfolgende Tabelle:

Botanischer Name Deutscher Name Höhe Blüte Besonderheiten
Euphorbia characias ssp. wulfenii Mittelmeer-Wolfsmilch 80 – 150 cm grüngelb; April bis Juni geeignet für wintermilde Lagen; Winterschutz ratsam
Euphorbia amygdaloides Rote Mandel-Wolfsmilch 60 cm grüngelb; April bis Juni purpurrote, wintergrüne Blätter
Euphorbia cyparissias Zypressen-Wolfsmilch 20 – 40 cm zitronengelb; Juni bis Juli geeignet für trockene, sonnige Standorte; breitet sich gut aus
Euphorbia griffithii Himalaya-Wolfsmilch 80 cm orangerot; Mai bis Juni geeignet für sonnige Plätze in geschützten Lagen; feuriger Blickfang im Garten
Euphorbia myrsinites Walzen-Wolfsmilch 15 – 25 cm gelb; Mai bis Juni wintergrün, robust, geeignet für Steingärten, Tröge und Mauern
Euphorbia palustris Sumpf-Wolfsmilch 80 – 100 cm gelb; Mai bis Juni Alleskönner für Teichrand oder Rabatte
Euphorbia polychroma Gold-Wolfsmilch 30 – 40 cm leuchtend Gelb; Mai bis Juni geeignet für sonnige Rabatten und Steingärten, attraktive Erscheinung zwischen Mai und Oktober
Euphorbia seguieriana ssp. niciciana Steppen-Wolfsmilch 40 – 50 cm hellgelb; Mai bis Oktober trockenheitsverträglich, Dauerblüher im Sommer (Juni bis September)
Euphorbia dulcis Süße Wolfsmilch 30 – 50 cm grüngelb; Mai bis Juli wechselnde Blattfärbung von Rotbraun und Orange bis Dunkelrot mit Grün, halbkugliger Wuchs

Staude des Jahres 2013

Obwohl Wolfsmilch eine sehr vielfältige Pflanze ist, zählt sie auch zu den giftigen. Bei Gärtnern sind ihre bunten Blätter beliebt – das und viele weitere Merkmale waren Grund genug, warum die Euphorbia zur Staude des Jahres 2013 ernannt wurde.

Weihnachtsstern, Maniok und Rizinus gehören zur Gattung der Wolfsmilchgewächse, die ein Lieferant für viele industrielle Grundstoffe sind. Aus dem Milchsaft des südamerikanischen Vetters, dem Kautschuk, wird Gummi hergestellt. Rizinus hingegen findet man im deutschen Hausgarten. Hobbygärtner kennen die Zierpflanze auch als Wunderbaum: Die einjährige Pflanze erreicht Höhen von immerhin zwei Metern. Rizinus wurde bereits im alten Ägypten angebaut, um Öl aus dessen Samen zu gewinnen. Heute nutzt die Industrie das Öl zur Herstellung von Pflastern und technischen Ölen.

Ein Grund, warum der Bund deutscher Staudengärtner die Wolfsmilch zur Staude des Jahres 2013 ernannte, ist unter anderem ihre Artenvielfalt: Mehr als 2.000 Arten gehören der Gattung an. Zu den bekanntesten Vertretern zählen Christusdorn und Weihnachtsstern. Einige Euphorbien haben eine besondere Fähigkeit: Sie können Wasser in ihrem Stamm speichern. Zudem haben sie kakteenähnliche Kurztriebe, die zu Dornen umgebildet sind. Diese Eigenschaft verdanken sie ihrer Herkunft: Zahlreiche sukkulente Arten der Gattung Wolfsmilch stammen aus Afrika. In den langen Trockenperioden müssen die Überlebenskünstler Wasser möglichst lange speichern, um nicht auszutrocknen.

Krebsheilung

Garten-Wolfsmilch ist im Allgemeinen als Unkraut bekannt. Jüngste Forschungen, die in der Zeitschrift Journal of British Dermatology publiziert wurden, zeigen, dass der Saft der Pflanze einige Krebsarten heilen kann.

Wenn Hobbygärtner auf Euphorbia peplus stoßen, reißen sie die Pflanze meist, ohne zu zögern aus dem Boden. Früher wurde die Pflanze weitaus mehr geschätzt – zu Recht, wie nun einige Forschungsergebnisse zeigen. Bereits vor vielen Jahren wurde Garten-Wolfsmilch in der Volksmedizin diverser Länder zur Bekämpfung von Beschwerden wie Warzen, Asthma aber auch Krebs eingesetzt.

Australische Forscher haben die Pflanze der Gattung Euphorbia nun genauer untersucht. Die Forscher unterschiedlicher Institute aus Brisbane testeten den Milchsaft bei Patienten, die unter Hautkrebs litten. Das Ergebnis: Der Saft wirkte gut auf nicht-melanomatösen Hauttumoren. Grund dafür ist ein Inhaltsstoff namens Ingenolmebutat, der in der Lage ist, Krebszellen zu zerstören.

Ein nicht-melanomatöser Hauttumor ist zum Beispiel der weiße Hautkrebs, an dem weltweit Hunderttausende Menschen leiden, der aber nur selten tödlich ist – ganz im Gegensatz zum schwarzen Hautkrebs. Bleibt der weiße Hautkrebs jedoch unbehandelt, kann er unschöne Hautveränderungen bedeuten.

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Schädlinge & Krankheiten

Krankheit Schadbild Befallsbedingungen Gegenmaßnahmen
Wurzelfäule (Pythium sp.) Gesamte Pflanze welkt, Blätter sind eingerollt, Wurzel verfärbt stauende Nässe, hohe Substratfeuchte, geringes Licht, niedrige Bodentemperatur Befallene Pflanzen entfernen, Kulturgefäße reinigen
Stängelgrundfäule (Phytophthora sp.) Triebe haben lila-schwarze Verfärbungen, Pflanze inklusive Blättern rollen sich ein, Wuzel verbräunt, häufig Mischbefall mit Pythium hohe Substratfeuchte, stauende Nässe, hohe Bodenwärme begünstigt Ausbreitung, schwache Pflanzen werden befallen Gegenmaßnahmen siehe Pythium
Grauschimmel (Botrytis cinerea) Pilz befällt Blätter, Brakteen und Spross, Nassfäule an Blatträndern, MIlchsaft tritt aus, später grauer Schimmelrasen feuchte Kulturführung, hohe Luftfeuchte, geringe Lichteinstrahlung Luftfeuchtigkeit senken, Blattnässe vermeiden, Ventilatoren einsetzen, großen Pflanzenabstand wählen v
Stängelgrundfäule (Rhizoctonia solani) schwarze Stängelbasis, Pflanze welkt, weiße Pilzfäden nasse Kulturführung, warme Temperaturen, hohe Substratfeuchtigkeit trockene Kulturführung, saubere Stellflächen, befallene Pflanzen entfernen
Weiße Fliege (Trialeurodes vaporariorum, Bemisia tabaci) gelbe Stellen an Blättern, Fliegen befinden sich auf Blattunterseite trocken-warmes Klima, Unrkäuter in der Nähe biologische und chemische Maßnahmen, Erstere mit Schlupfwespe (Encarisa formosa)
Spinnmilben (Tetranychus cinnabarinus) gelblich-weiße Punkte an Blattoberseite, Blätter werden zunehmend gelblich-braun, evtl. feines Gespinst erkennbar hohe Temperaturen und Trockenheit Bestände kontrollieren, Spinnmilben chemisch bekämpfen, Zusatz von Netzmittel ist u.U. sinnvoll

Pflege

Pflegehinweise zur Gattung Wolfsmilch lassen sich nur dann geben, wenn man den Standort der Pflanze in der Natur kennt. Abseits einiger Ausnahmefälle kommen die meisten Euphorbia-Arten aber mit jedem Standort aus.

  • Sonnig: Die Sonnenanbeter unter den Wolfsmilchgewächsen bevorzugen einen durchlässigen, neutralen und trockenen Boden. Sie vertragen keine Staunässe und benötigen nicht viel Wasser. Jedem Monat sollte man diese Exemplare mit Kakteendünger versorgen. Zwar sind die Gewächse grundsätzlich winterhart, dennoch muss man sie vor der Wintersonne schützen.
  • Halbschatten: Diese Gewächse lieben einen leicht feuchten, frischen Boden. Die Pflanzen möchten regelmäßig gewässert werden, vertragen aber ebenfalls keine Staunässe. Auch sie möchten monatlich mit Kakteendünger versorgt und vor der Wintersonne geschützt werden.
  • Schatten: Wolfsmilch-Arten, die sich im Schatten aufhalten, möchten reichlich und regelmäßig gewässert werden und benötigen jeden Monat Kakteendünger. Der Boden sollte mit Rindenmulch oder Kompost gemischt werden. Wichtig ist es, im Herbst das Laub rund um die Pflanze liegen zu lassen und sie vor der Wintersonne zu schützen.
  • Zimmerpflanzen: Sorten, die als Zimmerpflanze im Inneren des Hauses verweilen, benötigen einen warmen, hellen Standort mit viel Sonnenlicht. Die Erde sollte pH-neutral sein. Ein durchdringendes Wässern sowie Ablauflöcher, damit keine Staunässe entsteht, sind von großer Wichtigkeit.

Schnitt

Wie zuvor erwähnt, sollte das Laub im Herbst liegen bleiben, da es der Pflanze Schutz vor der Winterkälte bietet. Der erste Schnitt erfolgt im Frühjahr, bevor der erste Austrieb beginnt. Grundsätzlich sind alle Sorten, die im Garten eingepflanzt werden, schnittverträglich. Während der Pflege sollten sich Gärtner aber gut ausrüsten, denn der Milchsaft eine unangenehme Wirkung hat, die bei einigen Menschen Allergien auslöst.

Überwinterung

Ein Großteil der Wolfsmilchgewächse ist bedingt winterhart. Das Laub ist einer der Schutzmittel, um die Stauden gut durch den Winter zu bringen. Weiterhin müssen die Gewächse vor der Wintersonne gehütet werden, indem man Tannenwedel in den Boden steckt oder über die Pflanzen legt.

Systematik

Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)
Unterfamilie: Euphorbioideae
Tribus: Euphorbieae
Untertribus: Euphorbiinae
Gattung: Wolfsmilch

Wissenschaftlicher Name

Euphorbia

FAQ – Die häufigsten Fragen

Was sind Wolfsmilchgewächse?

Die Wolfsmilchgewächse werden lateinisch Euphorbia. Es existieren rund 240 Gattungen mit circa 6000 Arten. Diese Pflanzengattung zeichnet sich vor allem durch seine Vielseitigkeit aus. Bekannte Vertreter sind der Weihnachtstern, Christusdorn, viele Sukkulenten und der Wunderbaum. Die Staude wurde im Jahr 2013 zur Staude des Jahres gewählt.

Wie sieht Wolfsmilch aus?

Das Aussehen von Wolfsmilch ist je nach Art sehr vielseitig. Die Pflanze kann prachtvoll und auffällig, aber auch klein und bescheiden wirken. Sie kann als krautige Pflanze vorkommen, aber auch als Halbstrauch, Strauch oder Baum wachsen. Die Pflanzenteile sind kahl oder beharrt, weich oder holzig. Manche Arten sind wintergrün, andere haben eine farbenfrohe Herbstfärbung, verlieren jedoch ihre Blätter. Die Wuchshöhe kann zwischen 10 und 200 Zentimeter betragen. Die Blüten sind meist Gelb, die Blätter können sich grünlich, gelblich und auch in Orangetönen zeigen.

Woher kommt der Name Wolfsmilch?

Der Milchsaft, den viele Arten dieser Pflanzengattung besitzen, ist der Namensgeber. Er erscheint weiß und milchartig und wird als Wolfsmilch bezeichnet, da er Fressfeinde fernhalten soll. Gleichzeitig dient der Saft auf als Verschluss der Wunden.

Ist Löwenzahn ein Wolfsmilchgewächs?

Der gemeine Löwenzahn gehört zu den Kornblütler. Er ist kein Wolfsmilchgewächs.

Wo wächst Wolfsmilch?

Manche Arten mögen sonnige Plätze, andere gedeihen in Halb- oder Vollschatten. Wolfsmilchgewächse finden sich in Beeten, aber auch im Stein- oder Kiesgarten. Ebenso gibt es Wolfsmilchpflanzen, die hervorragend in Kübeln und Töpfen wachsen.

Wann sollte Wolfsmilch gepflanzt werden?

Die Pflanzung dieser Gattung sollte im Frühjahr erfolgen. Wolfsmilchgewächse können durch Aussaat oder Stecklinge vermehrt und gepflanzt werden.

Wie pflegt man Wolfsmilch?

Allgemein sind Wolfsmilchgewächse sehr pflegeleicht. Ein Schnitt bedarf es bei besonders kriechenden und ausbreitenden Arten, gedüngt werden kann mit Kompost oder Kakteendünger. Wintergrüne Wolfsmilchgewächse müssen im Winter vor Frosttrockenheit geschützt werden. Der Boden sollte immer stark durchlässig gehalten sein, er darf nie vollständig austrocknen.

Wann blüht Wolfsmilch?

Die Blütezeit ist je nach Art auf das ganze Jahr verteilt. So gibt es Frühblüher (z. B. Gold-Wolfsmilch zwischen April und Mai). Andere blühen später – z. B. der bläuliche Wolfsmilch zwischen Juli und Oktober. Der bekannte Weihnachtsstern hat seine Blütezeit von November bis Februar. Spektakuläre Farben liefern meist jedoch nicht die Blüten, sondern die Hoch- und Hüllblätter nach der eigentlichen Blüte.

Wie bekämpfe ich Wolfsmilch?

Wenn Wolfsmilch entfernt werden soll, muss der Gärtner ihn vor der Blüte aus dem Boden zupfen. Denn dann hat die Pflanze ihre Samen noch nicht verteilt. Achtung: die Stängel sind zart und brechen. Daher sollte Wolfsmilch so nah wie möglich am Boden gezupft werden. Sie lassen sich am besten bei feuchtem Boden entfernen.

Wie giftig ist Wolfsmilch?

Zahlreiche Arten sind giftig. Der Saft der pflanze kann Haut- und Augenreizungen bei Kontakt hervorrufen. Der Verzehr hat Magen-Darmbeschwerden und ernste Vergiftungserscheinungen zur Folge. Für kleine Tiere und Vögel ist Wolfsmilch giftig.

Was sollte man bei Kontakt mit Wolfsmilch tun?

Bei Kontakt sollten gründlich mit Wasser gespült werden, sowohl auf der Haut als auch in den Augen. Dabei eignet sich lauwarmes Wasser am besten. Die Spülung sollte mehrere Minuten erfolgen, danach sollte ein Arzt aufgesucht werden. Bei Verzehr muss ebenfalls viel Flüssigkeit getrunken werden. Ärztliche Betreuung wird dringend angeraten.

Wie wird Wolfsmilch in der Homöopathie verwendet?

Wolfsmilch kann auch heilen. Allerdings sollte es nur in Fertigpräparaten homöopathisch und äußerlich angewendet werden. Es kann antibakteriell und harntreibend wirken und somit bei Verstopfungen, Warzen und Hühneraugen helfen.

Artikelbild: © Sukpaiboonwat / Shutterstock

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