Zyperngras (Cyperus) – pflanzen, pflegen und nutzen

Zyperngras (Cyperus) – pflanzen, pflegen und nutzen

Hinter diesen Namen verbirgt sich ein subtropisches Ziergras, das äußerst vielseitig ist, viele Sorten aufweisen kann und nicht nur in Sachen Dekoration eine Freude ist. Zyperngras – auch Zypergras genannt – ist ein Universaltalent. Es kann nicht nur als Sichtschutz für Terrasse und Garten dienen, auch als Zimmerpflanze ist es sehr beliebt. Es hat unzählige Sorten und schon die Ägypter nutzten diese Pflanze ausgiebig – als Nahrungsquelle oder Baumaterial. Sie bedarf ein wenig Pflege und ist bei so mancher Tierart beliebt. Die Schirme aus den spitzen Blättern brachten dieser Pflanzengattung auch den Spitznamen Wasserpalme ein.

Herkunft

Die Pflanze „Cyperus“, wie sie botanisch heißt, gehört zu den Sumpfpflanzen und der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae) an. Weltweit sind bis zu 600 Arten verbreitet, vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten. So sind in Nordamerika rund 96 Arten zu finden, in China 62 – acht von ihnen sogar nur in diesem Land. Pakistan beheimatet rund 40 Arten. In Nicaragua sind circa 53 Sorten zu finden, Costa Rica kann 58 Arten vorweisen. Die meisten Sorten existieren jedoch in Madagaskar. Hier sind es insgesamt 97 Sorten, 38 von ihnen ausschließlich in diesem Land.

Sorten

In Europa sind rund 27 Sorten bekannt und beheimatet. In hiesigen Gefilden, in Mitteleuropa sind folgende Arten zu nennen:

  • Braunes Zypergras (Cyperus fuscus)
  • Frischgrünes Zypergras (Cyperus eragrostis)
  • Erdmandel (Cyperus esculentus)
  • Knäuel-Zypergras (Cyperus glomeratus)
  • Hohes Zypergras (Cyperus longus subsp. longus)
  • Kastanienbraunes Zypergras (Cyperus longus subsp.badius)
  • Zwerg-Zypergras (Cyperus michelianus)
  • Pannonisches Zypergras (Cyperus pannonicus)
  • Knolliges Zypergras (Cyperus rotundus)

Das Braune Zypergras ist ein kleinwüchsiges Sauergras. Es wird meist nur bis zu 25 Zentimeter hoch, ist einjährig und bildet Horste. Das Frischgrüne Zypergras ist ebenfalls einjährig, jedoch krautig und kann bis zu 60 Zentimeter hochwachsen. Auch der Erdmantel ist krautig und gehört zu den höheren Sorten. Bis zu 100 Zentimeter sind hier möglich. Die Sorte Knolliges Zypergras erreicht eine Höhe von 90 Zentimetern. Das Hohe Zypergras toppt das jedoch deutlich. Diese Sorte kann bis zu zwei Meter hoch werden. Ebenso bildet sie im Gegensatz zu vielen anderen Arten Ausläufer. Die kleinste Sorte ist das Zwerg-Zypergras, das nur bis zu 15 Zentimeter hochwächst.

Weitere Erwähnenswerte Arten sind:

  • Cyperus alternifolius
  • Cyperus alternifolius „Gracilis“
  • Cyperus alternifolius „Variegatus“
  • Cyperus albostriatus
  • Cyperus papyrus
  • Cyperus haspan

Das weltweit am meisten verbreitete Zyperngras ist die Sorte „Cyperus alternifolius“. Sie wird mit Abstand am häufigsten als Zimmerpflanze verkauft. Sie kann bis zu einem Meter hoch werden. Die Sorte „Cyperus albostriatus“ zeichnet sich vor allem durch eine leuchtend hellgrüne Farbe aus, während „Cyperus papyrus“ dunkelgrüne Halme hat und eine bis zu drei Meter hohe Staude ist. Die Sorte „Cyperus haspan“ wird wiederum nur 80 Zentimeter groß und ist daher wieder als Zimmerpflanze beliebt.

Verwendung

Ja nach Sorte kann Zyperngras unterschiedlich verwendet werden. Klein wachsend Pflanzen eignen sich hervorragend als Zimmerpflanzen, größere Sorten können sogar als Sichtschutz im Garten angepflanzt werden. So manche Sorte ist jedoch noch vielseitiger. Der Erdmantel beispielsweise bietet braune runde Knollen, die in Südeuropa und Westafrika als Lebensmittel dienen. Sie sind sehr kohlehydratreich. Ihr Geschmack ähnelt dem von Nüssen oder Mandeln. Sie sind in Frankreich und Spanien eine Delikatesse. Aber auch in der Geschichte wusste die Menschheit sich das Zyperngras bereits zunutze zu machen. Die meist bekannteste Verwendung ist die Herstellung von Papyrus, wofür die Sorte „Cyperus papyrus“ diente. Aber auch Tapeten und Besenstiele wurden im alten Ägypten aus so mancher Sorte hergestellt. Ebenso als Räucherwerk findet das Zypergras Verwendung. In der chinesischen Volksmedizin wird das Knollige Zypergras gegen Übelkeit und Muskelkrämpfe eingesetzt. Aber auch gegen Blähungen und zur Anregung des Harntriebes ist es nützlich. In Indien wurde aus so mancher Knolle Öl gewonnen, das afrikanische Volk „Hausa“ stellt Parfüm aus dem Zypergras her. Auch Körbe, Hütten und Matten können aus seinen Halmen geflochten werden.

Dieses Ziergras ist auch bei Katzen sehr beliebt und dient ihnen als wahre Delikatesse. Die beliebten Haustiere knabbern gern an den Blättern des Zyperngrases.

Erscheinungsbild, Blütenstand und Blüte

Das Erscheinungsbild des Zypergrases unterscheidet sich je nach Sorte. Es ist eine ein- bis zweijährige Pflanze, die meist krautig wächst. Manche Sorten bilden Pflanzenknollen, andere Ausläufer, auch Rhizome sind möglich. Wiederum andere Arten wachsen in ausgedehnten Horsten. Die Halme sind dreikantig oder rund und haben am Grund Blätter. Diese sind meist länglich und schmal. In der Krone können sich je nach Art weiße, gelbe oder braune Blüten zeigen. Die Blütezeit hängt von der Sorte ab und kann sich von April bis September erstrecken. Die Früchte des Zyperngrases sind linsenförmig und dreikantig, sie sind nussartig. Da die Blätter herabhängend sind und die Pflanze auch viel Wasser benötigt, hat sie den Spitznamen Wasserpalme im Volksmund bekommen.

Standort

Das Zyperngras braucht es warm und feucht, da es aus den Tropen stammt. Starke Sonneneinstrahlung macht dieser Pflanze nicht viel aus, jedoch sollte die pralle Mittagssonne vermieden werden. Die Erde sollte Wasser gut speichern können – ein hoher Humusanteil und eine fasrige Erde eignen sich dabei besonders gut. Wichtig ist, dass die Pflanze windgeschützt aufgestellt wird. Denn ihre langen Halme können schnell bei so manchem Lüftchen abknicken. Wer das Zyperngras in der Wohnung halten will, hat mit dem Ost- oder Westfensterbrett den besten Standort gefunden. Hier kann die Pflanze auch gern in Kies oder nur in Wasser als Hydrokultur gezogen werden.

Das Zyperngras braucht eine hohe Luftfeuchtigkeit – etwa 60 Prozent sind optimal. Wer die Pflanze im Inneren aufstellt, kann mit einem Luftbefeuchter für die passenden Bedingungen sorgen. Hat die Pflanze selbst viel Wasser zur Verfügung, gibt sie auch viel Feuchtigkeit an den Raum ab.

Pflanzen und vermehren

Die Pflanzung erfolgt klassisch als Aussaat, ob im Topf für die Wohnung oder im Freien im Garten. Die Vermehrung des Zypergrases kann auf verschiedene Arten erfolgen. Zur Verfügung stehen:

  • Vermehrung mittels Ableger
  • Vermehrung mittels Stecklinge
  • Vermehrung durch Aussaat
  • Vermehrung durch Teilung

Die Aussaat erfolgt klassisch wie beim ersten Pflanzen: Sie ist ganzjährig möglich. Samen können im örtlichen Handel erstanden, aber auch aus der Blüte der Pflanzen entnommen werden. Sie werden etwa 0,5 Zentimeter tief in die Erde getan. Das Zyperngras ist ein Lichtkeimer, daher sollten die Samen nicht mit Erde bedeckt werden. Bei ausreichend Wasser und Temperaturen um die 20 bis 25 Grad Celsius sollten nach drei bis vier Wochen die ersten Keimlinge erscheinen. Wer mittels Ableger vermehren möchte, kann diese aus der Krone gewinnen. Abgeschnitten werden sie mit der Blattseite nach unten in Wasser gestellt. Die Ableger wurzeln ziemlich schnell. Schon nach vier Wochen können sie eingepflanzt werden. Manche Sorten bilden jedoch keine Ableger. Hier besteht die Möglichkeit, Stecklinge zu nutzen. Fünf bis zehn von ihnen sollten auf einer Länge von 20 Zentimetern abgeschnitten werden. Die Blätter werden um die Hälfte eingekürzt, dann werden die Stecklinge wie Ableger im Wasser kopfüber zum Wurzeln gebracht. Die letzte Möglichkeit ist die Teilung. Auch das ist ganzjährig möglich. Die Pflanze lässt sich im Ganzen leicht auseinanderziehen, sodass zwei und mehr Teile entstehen. Diese können einzeln eingepflanzt werden. Die Teilung ist die einfachste Methode, Zyperngras zu vermehren.

Gießen und düngen

Wie bereits erwähnt, braucht dieses Ziergras viel Wasser, nahezu im Überfluss. Die Jahreszeit ist dabei egal, die Wurzeln sollten immer feucht oder nass sein. Optimal ist kalkfreies Wasser. Wer also dazu neigt, seine Pflanzen zu ertränken, macht bei Zyperngras alles richtig. In der Wohnung empfiehlt sich ein Übertopf, in dem sich Wasser sammeln kann. Ebenso sollte die Pflanze regelmäßig mit Wasser besprüht werden. Auch in der Luft muss Feuchtigkeit vorhanden sein – ein Luftbefeuchter kann helfen. Düngen ist ebenfalls notwendig, vor allem in der Hauptwachstumsphase zwischen März und September. Hier sollte einmal im Monat ein flüssiger Kübelpflanzendünger hinzugegeben werden.

Im Freien an einem Gartenteich sollte das Zyperngras nicht gedüngt werden. Hier besteht die Gefahr der Überversorgung.

Richtig schneiden und pflegen

In den meisten Fällen muss das Zyperngras nicht geschnitten werden. Aber aus optischen Gründen kann diese Maßnahme dennoch notwendig werden, denn das Ziergras wächst sehr schnell und wird in manchen Fällen zu groß. Auch vertrocknete Halme und Blätter sollten weggeschnitten werden, ebenso umgeknickte Elemente. Wird die Pflanze zu groß für das vorhandene Gefäß, sollte sie umgetopft werden. Der beste Zeitpunkt dafür ist das Frühjahr.

Überwintern

Kälte und Frost sind keine Freunde des Zyperngrases, das aus den Tropen stammt. So können bereits Temperaturen unter 10 Grad Celsius zu Schäden führen. Daher sollten die Pflanzen nicht im Freien überwintern. Ab Ende August schon sollte sie ins Warme geholt werden. Auch Pflanzen in Beet und am Teich müssen weichen, denn es gibt keine Maßnahmen, die diese über den Winter bringen würden. Sie sollten stattdessen ebenfalls ein Winterquartier beziehen, das etwa 15 bis 18 Grad Celsius aufweist. Achtung: Auch hier ist eine hohe Luftfeuchtigkeit gefragt. Trockene Heizungsluft schadet dem Gras ebenso.

Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge

Es gibt zahlreiche Schädlinge, die dem Zyperngras gefährlich werden können. Das sind unter anderem:

  • Spinnmilben
  • Schildläuse
  • Thripse
  • Trauermücken

Ist die Luft zu trocken, können sich Spinnmilben auf dem Zyperngras verbreiten. Sollte diese Insekten auftreten, können sie bei leichtem Befall mit Wasser abgeduscht werden. Bei stärkerem Auftreten sollte Pflanzenschutzspray zum Einsatz kommen. Schildläuse können dem Ziergras vor allem im Winter zu Leibe rücken. Auch sie bevorzugen trockene Luft. Sie sind als kleine Schilder auf der Pflanze zu erkennen und können mit paraffinölhaltigen Mitteln beseitigt werden. Ein natürlicher Feind ist die Schlupfwespe. Ein Befall durch Thripse ist kaum zu erkennen. Meist fällt er erst auf, wenn die Pflanze schlechter wächst oder sogar verkrüppelt. Auch hier bedarf es Sprays oder Stäbchen zur Bekämpfung. Der letzte Schädling, die Trauermücke, wird vor allem durch die Feuchtigkeit angelockt, die das Ziergras benötigt. Hier können nur Insektizide helfen. Oft zeigen sich auch braune Blätter und Blattspitzen. Diese sind auf zu wenig Wasser bzw. Feuchtigkeit zurückzuführen. Das Gras droht, auszutrocknen. Die braunen Stellen sollten weggeschnitten und die gesamte Pflanze mit Wasser versorgt werden.

FAQ – Die häufigsten Fragen

Wie sieht Zyperngras aus?
Zyperngras zeichnet sich durch seine langen, feinen Blätter aus, die einen filigranen Eindruck erwecken. Typisch sind die schilfartigen Blattbüschel, die sich am oberen Ende eines elastischen Stiels befinden.

Womit sollte man Zyperngras düngen?
Von März bis September wird das Zyperngras einmal monatlich mit einem Flüssigdünger versorgt. Es kommt zum Beispiel Kübelpflanzendünger in Frage.

Was kostet Zyperngras und wo ist es erhältlich?
Zyperngras ist sehr preiswert. Erhältlich ist es als Jungpflanze oder Samen zum Beispiel online oder in Baumärkten, Gartencentern und im Pflanzenfachhandel.

Wie viele Arten von Zyperngras gibt es?
Insgesamt gibt es über 600 verschiedene Zyperngras-Arten.

Ist Zyperngras giftig?
Nein, Zyperngras ist nicht giftig.

Wie lässt sich Zyperngras aus Samen ziehen?
Der Samen kann ganzjährig ausgesät werden. Er wird einen halben Zentimeter in die Aussaaterde gedrückt und nicht mit Erde bedeckt, denn Zyperngras ist ein Lichtkeimer. Das Substrat muss gleichmäßig feucht gehalten werden, damit die Samen nach rund vier Wochen zu keimen beginnen.

Was sollte man über die Pflege von Zyperngras wissen?
Zyperngras ist eine Sumpfpflanze, die viel Wasser benötigt. Davon abgesehen gestaltet sich die Pflege unkompliziert.

Wie lässt sich Zyperngras vermehren?
Es ist möglich, das Zyperngras durch Ableger, Samen, Teilung und Stecklinge zu vermehren. Alle Methoden gestalten sich problemlos.

Ist Zyperngras für Katzen geeignet?
Nein, das Zyperngras (Cyperus Zumula) ist nicht für Katzen geeignet. Es ist zwar nicht giftig, allerdings sehr hart und zum Teil scharfkantig. Da Katzen die Grashalme oftmals unzerkaut schlucken und später wieder auswürgen, können gefährliche Verletzungen der Speiseröhre entstehen.

Wann sollte man Zyperngras umtopfen?
Das Zyperngras sollte umgetopft werden, wenn es sein Pflanzgefäß komplett ausfüllt. Am besten erledigt man das Umtopfen im zeitigen Frühjahr.

Wann blüht Zyperngras?
Je nach Art blüht das Zyperngras zwischen April und September.

Wann sollte man Zyperngras zurückschneiden?
Ein Rückschnitt ist nicht erforderlich. Es sollten lediglich aus optischen Gründen regelmäßig abgestorbene und vertrocknete Halme entfernt werden.

Wann kann man Zyperngras ins Freie setzen?
In der Sommerzeit kann das Zyperngras einen windgeschützten Standort im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon erhalten.

Wie oft muss man Zyperngras gießen?
Die Pflanze benötigt viel Wasser, weil der Wurzelballen durchgängig feucht bis nass sein muss. Deshalb ist es praktisch nicht möglich, das Zyperngras zu viel zu gießen.

Wie hoch wird Zyperngras?
Die maximale Wuchshöhe hängt von der Art ab. Üblich sind Wuchshöhen von 35 Zentimetern. Einige Arten werden bis zu 300 Zentimeter hoch.

Wie schnell wächst Zyperngras?
Das Zyperngras wächst sehr schnell und muss deshalb regelmäßig umgetopft werden.

Wie kann man Zyperngras überwintern?
Die Überwinterung erfolgt in einem frostfreien Raum. Wichtig ist, dass die Pflanze auch im Winter mit ausreichend Wasser versorgt wird.

Warum wird das Zyperngras gelb?
Wenn sich Blätter und Triebe gelb verfärben, liegt das in der Regel an Wassermangel.

Welche Erde ist für Zyperngras geeignet?
Der Boden sollte im Idealfall humusreich sein. Zudem kann man ein wenig Lehm untermischen, damit die Erde die Feuchtigkeit länger speichert.

Systematik

Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Unterfamilie: Cyperoideae
Gattung: Zypergräser

Wissenschaftlicher Name

Cyperus

Zusammenfassung

Aus den Tropen stammt das Zyperngras, das hierzulande vor allem als Zierpflanze innen und außen genutzt wird. Dabei ist die viel-artige Pflanze ein wahres Allroundtalent und wird vor allem in anderen Kulturen für weitere Bereiche des Lebens genutzt. Das Ziergras braucht viel Feuchtigkeit und somit viel Pflege bezüglich Gießen. Bei Wassermangel kann es zu Schäden kommen. Doch einmal den Dreh raus, kann diese Pflanze wunderbar gedeihen und den Besitzer erfreuen.

Artikelbild: © ntdanai / Shutterstock

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.