Balkonsanierung: Was Sie dabei beachten müssen

Balkonsanierung: Was Sie dabei beachten müssen

Da ein Balkon jeder Witterung ausgesetzt ist, ist es nicht verwunderlich, dass er im Laufe der Zeit saniert werden muss. Aus diesem Grund ist die Gefahr bei einem Balkon viel größer, dass das Material schnell altert und ermüdet. Das gilt vor allem auch, wenn es nicht fachmännisch verarbeitet wurde. Ist lediglich die Oberseite marode, kann man die Sanierung in den meisten Fällen selbst durchführen. Ist jedoch der Untergrund sanierungsbedürftig, sollte man die Sanierung einem Fachmann überlassen.

Ob gesprungener Fliesenbelag, abgeplatzter Beton oder kaputte Fugen und Abdichtungen auf dem Balkon, eine Balkonsanierung kann sehr aufwendig sein. Um den Balkon auch noch viele Jahre nutzen zu können, sollten einige Tipps zur Sanierung berücksichtigt werden.

Die Gründe für eine Balkonsanierung

Alle Balkone müssen dem Einfluss von Regenwasser standhalten. Sollte der Balkon marode sein, kann es in der Regel auf Planungsmängel, Materialmängel oder Verarbeitungsmängel hindeuten. Ist es erst einmal so weit gekommen, dass ein Balkon undicht ist, kann Regenwasser dorthin fließen, wo es eigentlich nicht hinfließen sollte. Die Ansammlung von Wasser kann zu einer Durchfeuchtung und gegebenenfalls zu Schimmel führen. Während ein Holzbalkon mit schützenden Anstrichen versehen wird, sind Stahlbalkone häufig sehr anfällig für diverse Mängel.

Oft liegen die Mängel im Belagsaufbau. In der Regel wird auf die Tragplatte Estrich geschüttet. Auf dem Estrich kommt ein Balkonbelag wie zum Beispiel Fliesen. Da sich diese Materialien allerdings bei Temperaturschwankungen unterschiedlich stark ausdehnen, entstehen Risse und das Wasser kann eindringen. Zudem fangen die Bewehrungseisen oft an zu rosten und sich vom Beton zu lösen. Jedoch sind auch Belagsfugen auf Dauer nicht wasserdicht.

Durch die Erwärmung verdunstet die Feuchtigkeit, sodass unschöne Kalkausblühungen entstehen. Hinzukommt, dass das Wasser im Winter friert und sich ausdenkt, sodass weitere Risse im Belag und Balkonboden entstehen. Äußerst kritisch ist es, wenn die Betontragplatte in Mitleidenschaft gezogen wird. Löst sich die Verbindung zwischen Bewehrungseisen und Beton, kommt man an einer Balkonsanierung nicht mehr vorbei.

Da das Angebot an Werkstoffen zur Balkonsanierung äußerst riesig ist, passen die Systemlösungen nicht immer zu dem jeweiligen Balkon. Aus diesem Grund sollte man bei der Balkonsanierung immer auf hochwertige Materialien achten, um Mängel zu vermeiden.<

Woran erkennt man, dass der Balkon undicht ist?

Woher man weiß, dass eine Balkonsanierung dringend notwendig ist, kann man an einigen Schwachstellen sehr gut erkennen. An den Belägen, den Beschichtungen, Abdichtungen, an der Hauswand, am Anstrich, an der Balkonplatte oder an der Balkonbrüstung kann man erkennen, dass man den Balkon unbedingt sanieren muss. In folgenden Fällen ist eine Instandsetzung notwendig:

  • Wurden für die Balkonoberfläche Fliesen ausgewählt, lassen sich die Stellen, an denen Wasser eindringen kann, sehr gut erkennen. Dies sind Risse in den Fugen oder in den Fliesen, abgelöste Fliesen, Abplatzungen durch Frost sowie Ausblühungen am Beton.
  • Befindet sich unter dem Fliesenbelag oder unter einem anderen Balkonbelag direkt die Betonplatte, kann es zu erheblichen Korrosionen durch Wasser kommen. Schließlich ist der reine Fliesenbelag keine ausreichende Abdichtung zum Schutz der Balkonplatte. Bei einer Dachterrasse ohne Unterkonstruktion kann es daher im darunterliegenden Raum zu feuchten Stellen an der Decke kommen.
  • Auch eine fehlende Abtropfkante kann der Balkonsubstanz ebenfalls auf Dauer schaden, da eine gerichtete Wasserabführung fehlt.
  • Fehlende oder ungeeignete Balkonabdichtungen sind ein klares Indiz für einen undichten Balkon. Führt das Gefälle außerdem zur Hauswand hin, dann sind Schäden durch eindringendes Regenwasser zu befürchten. Eine große Schwachstelle bildet die Balkontür.
  • Ein fehlendes oder nicht ausreichendes Gefälle kann zu Stauwasser auf dem Balkon führen. Das Gefälle sollte in jedem Fall mit einer Wasserwaage überprüft werden.
  • Wurde das Geländer durch die Belagsfläche hindurch befestigt, entstehen Möglichkeiten, an denen das Regenwasser eindringen kann. Richtig wäre es, wenn das Geländer von der Unterseite her befestigt wird.
  • Durch thermische Ausdehnung kommt es immer wieder zu Schäden am Balkonbelag. Sind Abdichtungsebene und Belagsebene nicht direkt miteinander verbunden, können sich die Ebenen unabhängig voneinander bewegen, sodass Mängel am Bodenbelag deutlich seltener vorkommen.

Diese Arten von Balkonsanierungen gibt es

Je nachdem, welche Schäden am Balkon aufgetreten sind, gibt es mehrere Möglichkeiten für eine Balkonsanierung. Entweder kann man nur den Boden sanieren, das Geländer erneuern oder aber direkt den ganzen Balkon abreißen und neu machen. Plant man, den Balkonboden zu sanieren, ist das Hauptziel, die Beläge thermisch voneinander zu trennen. Dadurch wird das Eindringen von Wasser in den Boden verhindert. Durch einen Belag aus Estrich wird außerdem ein Gefälle des Bodens erzeugt.

Eine Entkoppelung des Belages vom Untergrund sollte in jedem Fall fachgerecht durchgeführt werden, damit die Bewegungen des Bodens abgefangen werden und somit keine Risse und Spannungen entstehen können. Für diesen Schritt werden Entkoppelungsmatten benötigt, die über Drainagekanäle verfügen. Diese können die Feuchtigkeit optimal ableiten. Auch ein neues Geländer kann zu einer Balkonsanierung gehören. Das Material und der Stil des Geländers können allerdings individuell angepasst werden. Bei der Sanierung des Balkongeländers ist außerdem auf den Sicherheitsschutz zu achten.

Die vertikalen Stäbe dürfen dabei einen Abstand von maximal 14 cm haben. Die durchschnittliche Höhe des Geländers liegt bei 90 cm. Ist der Balkon schon ziemlich alt, ist es durchaus sinnvoll, eine Vollsanierung durch einen Fachbetrieb durchzuführen. Neben starken Schäden kann auch eine alte Bauweise für eine Balkonsanierung sprechen. Da bei alten Bauweisen die Kragplatte oft direkt mit der Betonplatte vom Haus verbunden ist, ist das Risiko für die Bildung von Feuchtigkeit an den Rauminnenseiten erhöht.

In diesem Fall ist die Betonplatte eine Verlängerung der Raumdecke nach außen. In dem Übergangsbereich an der Innenwand entstehen sogenannte Wärmebrücken, die für die Entstehung von Kondenswasser im Hausinneren verantwortlich sind und bei weiterer Ausbreitung zu Schimmel führen können.

Worauf muss man bei einer Balkonsanierung achten?

Da sich Balkonsanierungen immer voneinander unterscheiden, gibt es keine bestimmte Anleitung, die man verfolgen muss. Viele Dinge kann man mit ein wenig handwerklichem Geschick selbst erledigen. Komplizierte Arbeiten sollte man hingegen lieber einem Fachmann überlassen.

  • Im ersten Schritt erfolgen die Belagentfernung und die Vorarbeit des Untergrundes. Dazu muss erst einmal der alte Bodenbelag entfernt und eine Reinigung des Untergrunds durchgeführt werden. Im Anschluss erfolgt die Prüfung der Saugfähigkeit des Bodens sowie der Abschliff der Oberflächen.
  • Im zweiten Schritt erfolgt die Betonsanierung. Löcher und Risse werden mit Mörtel verschlossen. Außerdem wird eine Prüfung des Gefälles unternommen. Bei Bedarf wird mit Estrich ein Gefälle von 1-2 % hergestellt.
  • Nun folgt im Außenbereich eine Balkonabdichtung. In diesem Schritt erfolgt das Anrühren des Dichtungsanstrichs. Danach wird der Anstrich in mehreren Schichten aufgetragen, sodass er vernünftig durchtrocknen kann.
  • Bei der Entkoppelung werden Entkoppelungs- und Drainagematten verlegt. Außerdem werden alle Kanten und Fugen abgedichtet.
  • Nach der Entkoppelung erfolgt die Verfliesung. Ob Steinteppich oder Fliesenbelag, nach dem Verlegen des Bodenbelags erfolgt das Absanden der letzten Schicht des Dichtungsabstrichs.
  • Nach dem Verlegen des Bodens werden die Fliesen verfugt. Dazu werden alle Eck- und Anschlussfugen sowie die Fliesenfläche verfugt.
  • Der Abschluss der Balkonsanierung wird durch die Erneuerung des Geländers oder der Regenrinne gekrönt.
  • Bei einer Balkonsanierung sollten nur hochwertige Materialien und Bauteile verwendet werden. Auch beim Kleben sollte man einen hoch flexiblen und mit Kunststoff vergüteten Fliesenkleber verwenden.

Balkonsanierung der Oberseite mit Flüssigkunststoff

Der Bodenbelag auf dem Balkon hält nicht mehr? Viele Experten nutzen mittlerweile Flüssigkunststoff bei der Balkonsanierung. Vor allem die unkomplizierte und schnelle Verarbeitung ist ein großer Vorteil. Eine Balkonsanierung mit Flüssigkunststoff bringt einige Vorteile mit sich. Schließlich ist er schnell zu verarbeiten, einfach aufzutragen, lange haltbar, preisgünstig, rutschhemmend und kälteelastisch.

Da der Flüssigkunststoff allerdings nur wenige Millimeter aufgetragen wird, kann es vor allem im Bereich der Balkontür zu einem hohen Absatz kommen. Dieser Niveauunterschied muss im Anschluss wieder ausgeglichen werden. Ein weiterer Nachteil ist die Optik der Oberfläche. Jedoch gibt es bezüglich der Beschaffenheit und der Farbe eine riesig große Auswahl. Der Flüssigkunststoff kann unter anderem aus einem dünnschichtigen Marmorkiesel- oder Quarzbelag bestehen.

Nachdem alle bisherigen Beläge vom Balkon entfernt, sämtliche Risse und Spalten verschlossen und größere Lücken abgedichtet wurden, kann mit dem Auftragen des Flüssigkunststoffes begonnen werden. Mit einer herkömmlichen Malerrolle ist das Auftragen schnell und einfach möglich. Der erste Anstrich sollte gut durchtrocknen. Bei Bedarf kann der Anstrich wiederholt werden. Flüssigkunststoffe eignen sich ideal für eine Balkonsanierung.

Schließlich findet bei herkömmlicher Verarbeitung Stauwasser immer einen Weg, zwischen Abdichtung und Nutzschicht Unheil anzurichten. Das gilt vor allem bei Fliesen. In diesem Fall kann eine versiegelte Kunststoffbeschichtung sehr hilfreich sein.

Balkonsanierung der Unterseite

Die Balkonsanierung der Unterseite ist meist etwas komplizierter, denn hier bedeutet die Balkonsanierung oft auch Betonsanierung. Schließlich kommen die meisten Balkone aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Zu dieser Zeit wurden die Balkone als Kragarmbalkone angelegt. Stahlbeton war in den früheren Jahren das Baumaterial, welches nicht immer korrekt verbaut wurde. Schadhafte Wärmebrücken entstanden, die eines der Kernprobleme dieser älteren Balkone sind.

Für die Balkonsanierung der Unterseite sollten vor allem alle morschen Betonteile großmäßig entfernt werden. Danach muss die Stahl-Bewehrung mechanisch entrostet werden. Rostumwandler sind in diesem Fall vollkommen fehl am Platz, denn diese Produkte sind leider meist wirkungslos. Wurden die Stahlteile entrostet, werden diese mit einer Rostschutz-Grundierung behandelt. Je nach Aufgabe auf dem Gebinde muss diese Grundierung zwei bis vier Tage lang trocknen.

Mit Reparatur-Mörtel wird die Schadstelle wieder verschlossen. Nicht selten werden mehrere Schichten benötigt. Nach einer Abbindezeit von 30 Tagen kann die Schadstelle mit einer Fassadenfarbe gestrichen werden. Sollte die Stahl-Bewehrung allerdings schon durchgerostet sein, muss zwingend ein Fachmann zurate gezogen werden. Wurde die Kragplatte bereits stark beschädigt, muss außerdem ein Drainagesystem eingebaut werden, denn eine Drainage leitet das Regenwasser schnell und ohne Umwege zu den Ablaufrohren.

Mittlerweile existieren Systeme, die aus mehreren Platten mit eingebauter Drainage und einer Dämmung bestehen. Diese Systeme beugen allzu großen Spannungen vor, die häufig durch große Temperaturschwankungen entstehen können.

Die Kosten einer Balkonsanierung

Je nachdem, ob man Eigentümer oder Mieter des Wohnobjekts ist, muss man die Kosten für eine Balkonsanierung selbst tragen. Bei schwerwiegenden Rissen kommt hingegen der Vermieter für die Sanierungskosten auf. Für eine Grundsanierung des Balkons benötigt man Mörtel, Estrich, Dämmstreifen, Entkoppelungsmatten, Abschlussprofil, Abdichtband, Malerrolle, Quast und den gewünschten Bodenbelag. Die Materialkosten liegen in der Regel zwischen 150 Euro und 600 Euro. Bevor man mit der Balkonsanierung beginnt, müssen die alten Bodenbeläge entfernt werden.

Lässt man die Altbeläge durch eine Firma entfernen, muss man mit Kosten zwischen 10 Euro bis 30 Euro pro m2 rechnen. Die Entfernung von Fliesen kostet allerdings zwischen 25 Euro und 70 Euro. Da sich viele Bodenbeläge für einen Balkon eignen, können die Kosten für einen neuen Bodenbelag nicht so einfach bestimmt werden. Während Dielen aus Holz ab 15 Euro pro m2 und Klickfliesen aus WPC ab 10 Euro pro m2 kosten, liegen die Kosten bei einer fachmännischen Verarbeitung ab 70 Euro pro m2. Falls der Balkon über eine betonierte Brüstung verfügt und diese durch einen Fachmann ausgebessert werden soll, muss man mit Kosten um die 100 Euro pro Meter rechnen. Ein Balkongeländer aus Stahl kann man bereits ab 150 Euro pro Meter kaufen.

Auf einem Balkon können unterschiedliche Bodenbeläge verlegt werden. Ob Holz, Naturstein, Beton, Kunststoffe, Kunstrasen, Kunststein oder WPC, alle Beläge haben ihre Vor- und Nachteile.

Zusammenfassung

Je nachdem, wie schwerwiegend die Schäden am Balkon sind, lohnt sich eine Balkonsanierung. Sind Risse im Bodenbelag zu erkennen oder gibt es Probleme beim Wasserablauf? Bei einer klassischen Balkonsanierung können einzelne Schäden behoben oder ein kompletter Abriss durchgeführt werden. Oft kann die Sanierung von einem selbst durchgeführt werden. Sollten die Schäden allerdings schwerwiegender sein, kann ein Fachmann hilfreich sein.

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