Bauanleitung: Geräteschuppen selber bauen

Bauanleitung: Geräteschuppen selber bauen

Hobbygärtner kennen das Problem: Ein Sack Erde, die Gießkanne, der Rasenmäher und andere Geräte füllen schnell den Platz in der Garage und lassen kaum noch Platz für das Automobil. Zwar besitzen viele ein Gartenhaus, jedoch ist es nicht immer ideal. Gartenhäuser nehmen häufig viel Platz ein, dieser ist in spärlichen Gärten nicht immer vorhanden. Die Lösung: ein Geräteschuppen. Mit der nachfolgenden Anleitung können Eigenheimbesitzer den Schuppen selbstständig bauen.

Vor der Errichtung

Bevor Immobilienbesitzer mit der Fertigung von einem Geräteschuppen beginnen, sollten sie zunächst überlegen, ob eine Baugenehmigung benötigt wird. Allgemeine Regeln gibt es nicht, die Länder beziehungsweise Gemeinden haben in dieser Hinsicht ihre eigenen Regeln. In Brandenburg und Bayern zum Beispiel sind alle Bauten mit einem Volumen von maximal 75 Kubikmeter baugenehmigungsfrei, solange sie nicht im Außenbereich stehen, sondern Teil des Bebauungszusammenhanges sind. In Nordrhein-Westfalen liegt die Grenze bei 30 und in Niedersachsen bei 40 Raummetern. Interessierte sollten demnach bei ihrem Landesamt nachfragen und sich die Regeln schriftlich aushändigen lassen, bevor sie mit der Errichtung von ihrem Gerätehaus beginnen.

Liste der benötigten Materialien

Geräteschuppen-Skizze

Skizze

Theoretisch können Heimwerker selbst wählen, welches Holz sie für ihren Schuppen einsetzen möchten, wir empfehlen allerdings sägerauhes Fichtenholz. Dieses Holz wird seit Jahren in Schweden verwendet, weil es das Holz zusammen mit passenden Schutzfarben sehr gut geschützt ist. Die Farbe haftet gut und blättert nicht schnell ab. Die Hölzer sind in jedem Baumarkt zu finden, können optional aber auch in einer Zimmerei fertig zugeschnitten gekauft werden. Letztere bietet in der Regel bessere Preise und häufig weitaus höhere Qualität. Folgende Materialien kommen beim Bau zum Einsatz:

Geräteschuppen selber bauen

Um einen Holzschuppen selber bauen zu können sind 5 Schritte notwendig:

1. Das Fundament

Ein Plattenfundament ist eine mühselige Arbeit, die sich in der Regel nicht lohnt. Bei dieser Untergrundart handelt es sich um einzelne Betonplatten, die auf einem Kiesbett liegen. Der Nachteil: Es besteht kein Frostschutz, was in kalten Regionen schnell zum Problem werden kann. Gefrorenes Wasser dehnt sich aus und bewegt die Betonplatten aus ihrer ursprünglichen Lage. Der Schuppen steht so nicht mehr auf einem festen Untergrund.

Die besser Lösung: Eine Betonplatte ohne Schalung. Die Platte liegt direkt auf der Erde. Im Idealfall hat diese jahrelang keinen Spaten gesehen und ist so sehr fest. Heimwerker müssen aus Kantsteinen einfach nur einen Rahmen bilden und mit Kies als Drainage auffüllen. Wichtig: Eine Betonplatte bedeutet immer höhere Materialkosten, kann sich aber lohnen, wenn man den Schuppen auch noch in 50 Jahren nutzen möchte.

2. Die Pfosten

Die Montage beginnt mit dem Setzen der senkrechten Pfosten. Dazu im ersten Schritt fünf Löcher ausheben, die Pfähle ausrichten und einbetonieren. Folgende Abstände (gemessen von Postenmittelpunkt zum Nächsten) einhalten:

  • zwischen den drei hinteren Ankern: jeweils 120,5 cm
  • zwischen den vorderen und hinteren Ankern: 171 cm

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3. Der Bau beginnt

Nach dem Setzen der Pfosten muss der Beton aushärten. Je nach Jahreszeit kann die Errichtung des Gerätehauses nach etwa zwei Tagen fortgeführt werden, dann erreicht Beton die nach DIN EN 197–1 und DIN EN 14216 geforderte Anfangsfestigkeit. Die Normfestigkeit erreicht das Material aber erst nach etwa einem Monat. Während dieser Zeit müssen Heimwerker darauf achten, dass der Beton nicht austrocknet. Deshalb: Wenn nötig den Beton nachbehandeln (nässen) und gegebenenfalls mit einer Folie abdecken, damit er feucht bleibt.

Nach der Aushärtung beginnt der eigentliche Bau von dem Geräteschuppen. Vorne die beiden 230 Zentimeter langen Pfosten und hinten die restlichen drei 200 Zentimeter-Pfosten anbringen. Anschließend die unteren beiden Querpfosten an den Seiten mit Winkeltaschen und Schrauben (siehe Abbildung oben) anbringen. Pro Querpfosten sind vier Winkeltaschen notwendig. Um eine stabile Konstruktion zu gewährleisten, müssen sich die Querpfosten alle auf derselben Höhe befinden.

Im nächsten Schritt folgen die oberen Querpfosten, die ebenfalls mit jeweils vier Winkeltaschen pro Pfosten verschraubt werden. Anschließend die Dachbalken montieren.

4. Das Dach

Für das Dach verlegen Heimwerker Grobspanplatte (OSB-Platten). Durch die Langen und schlangen Späne besitzen diese Platten eine höhere Biegefestigkeit als die von normalen Spanplatten. Auf die Grobspanplatten nageln Hausbesitzer Bitumenschindel. Das Anbringen von Dachlatten ist optional, man könnte das Dach durchaus auch mit richtigen Dachziegeln abdecken, um ihn vor heftigem Unwetter und Hagel zu schützen.

5. Die Verkleidung

Die Seiten von dem Geräteschuppen sollten Heimwerker verkleiden. Dazu geeignet sind Fichtenbretter, die sie ebenfalls mit Winkeln anbringen können. Optional sind im Baumarkt auch fertige Zaunelemente zu finden.

Tipp: Ein Zaunelement kann mithilfe von Klappscharnieren in eine Tür umfunktioniert werden.

Artikelbild: © Copit / Shutterstock

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1 Kommentar

  1. Felix Kannix 29.06.2016 08:02 Uhr

    Können Sie bitte den Teil mit dem besseren Fundament nochmal etwas ausführlicher erklären? Wie sieht das dann am Ende aus? Wird Erde für das Fundament ausgehoben und dann die Kantsteine für die Drainage gesetzt und zwischen Fundament und Kantsteine Kies aufgefüllt?

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