Bauanleitung Wandspiegel

Bauanleitung Wandspiegel

Der Wandspiegel ist ein essenzieller Bestandteil jedes Badezimmers. Im Rahmen der Ausstattung, Renovierung oder Sanierung der Nasszelle kommt dem Wandspiegel eine große Bedeutung zu. Die Bewohner des Hauses nutzen ihn jeden Morgen, um sich auf den Tag vorzubereiten. Folglich muss er genau zu ihnen und ihren Anforderungen passen.

Es gibt viele Gründe, warum Heimwerker einen Wandspiegel selbst bauen würden. Sie finden beispielsweise kein Modell, welches ihren Anforderungen entspricht. Das ist häufig in kleinen Bädern der Fall, wo der Platz gering ist oder eine bestimmte Spiegelform gewünscht ist. In anderen Situationen finden Verbraucher keinen passenden Spiegel, weil ihnen die Optik der vorhandenen Modelle nicht geällt. Durch den Eigenbau können Heimwerker das Design selbst bestimmen und diese Probleme umgehen.

Wandspiegel an das Badezimmer anpassen

Heimwerker, die sich dazu entscheiden, den Wandspiegel selbst herzustellen, haben einen großen gestalterischen Freiraum. Sie können den Wandspiegel in praktisch jeder denkbaren Form anfertigen. Selbst unkonventionelle Formen sind möglich und erlaubt, wenn sie zum Badezimmer passen.

Bei der Planung des Badezimmerspiegels sind zunächst alle anderen Elemente im Raum zu beobachten:

  • Welche Möbel sind darin zu finden?
  • Werden Möbel erst gekauft und wenn ja, welchen Stil sollen sie besitzen?
  • Aus welchem Material soll der Spiegel gefertigt werden?
  • Wie hoch ist das Budget für den Wandspiegel?
  • Wo kann der Spiegel positioniert werden, damit er möglichst viel Licht spiegelt?
  • Soll der Wandspiegel Stauraum, Licht oder andere Extras bieten?

Anhand dieser Fragen sollten Heimwerker zunächst eine Checkliste erstellen und alle Eigenschaften aufschreiben, die der Spiegel erfüllen soll.

Vorüberlegungen

Spiegelplatten können Sie inzwischen im Internet kaufen. Bei Onlineshops haben Sie die Möglichkeit, die gewünschte Größe einzugeben. Das Unternehmen schneidet die Spiegelplatte entsprechend zu und versendet das Produkt zu Ihnen nach Hause. Da der Zuschnitt häufig mit Plattensägen erfolgt, sind solche Spiegelplatten rau. Wählen Sie einen Anbieter, der mit Großformat-Fräsen arbeitet.

Weiterhin sollten Sie überlegen, aus welchem Material die Spiegelplatte bestehen sollte. Es stehen mehrere Materialien zur Auswahl:

  1. Aluminium: Kommt häufig in Turnhallen zum Einsatz. Spiegelplatten aus Alu haben einen guten Spiegeleffekt und sind praktisch unzerbrechlich.
  2. Polystyrol: Ein eher anspruchsvolles Material, welches dringend auf eine gerade Fläche fixiert werden muss, da das Spiegelbild ansonsten verzerrt ist.
  3. Inox: Dieses Material besticht mit einem guten Spiegeleffekt und einer leichten Reinigung. Das Material ist relativ schwer und muss ebenfalls flach montiert werden.
  4. Polycarbonat: Ein robustes, schwer brennbares und splitterfreies Material. Sie müssen ebenfalls auf eine einwandfreie Montage achten.

Wir empfehlen Spiegelplatten aus Aluminium, da sie sehr leicht sind.

Material- und Werkzeugliste

Für den Bau eines Wandspiegels benötigen Heimwerker einiges an Material. In puncto Werkzeug hingegen müssen sie keine nennenswerten Investitionen tätigen. Die meisten Utensilien sollten sich bereits in ihrem Besitz befinden.

  • Werkbank
  • Schutzausrüstung (Handschuhe, Schutzbrille, etc.)
  • Teile 1–4 aus Kanthölzern mit 30mm Stärke (Weichholz, z.B. Fichte oder Kiefer)
  • 35 x 20 cm Holzbrett mit 30mm Stärke (Weichholz, wie Kanthölzer)
  • 61 x 33,5 cm Spiegelplatte mit 3–4 mm Stärke
  • 65 x 37,5 cm MDF-Holzfaserplatte mit 3–4 mm Stärke
  • 8 x Holzdübel 8/40mm
  • mind. 6 Stahlnägel mit 20mm Länge
  • Holzleim (z.B. Ponal Express)
  • Holzbohrer 8 mm
  • Schmirgelpapier 400er Körnung
  • Akkuschrauber
  • Stichsäge mit Holzsägeblatt

Bauanleitung Wandspiegel

So wird’s gemacht:

Schritt 1

Bereiten Sie die Bauteile 1,3 und 4 wie auf dem Plan dargestellt vor. Messen Sie alle Teile sauber aus und übertragen Sie die Maße und Rundungen auf die Kanthölzer. Übertragen Sie die Maße des Teiles 2 auf das Holzbrett und sägen Sie alle Teile vorsichtig mit der Stichsäge aus. (Tipp: Denken Sie an genügend Platz zwischen den Teilen – falls Sie sich versägen!). Schleifen Sie alle Kanten mit dem Schmirgelpapier sauber ab.

Lassen Sie sich das Teil 6 in der Zuschnittabteilung eines Baumarktes zusägen. Die Spiegelplatte können Sie in den angegebenen Abmessungen bei einem Glaser in Ihrer Nähe, in der gewünschten Stärke, kaufen.

Fräsen und stemmen Sie, wie auf dem Plan dargestellt, eine 5mm tiefe und breite Nut in die inneren Kanten der Teile 1–4. Hier wird später der Spiegel eingelassen.

Schritt 2

Bohren Sie die Teile 1–4 mit dem Holzbohrer wie auf dem Plan angegeben seitlich ca. 2 cm tief vor. Bestreichen Sie die seitlichen Kanten der Teile 2 und 4 mit Holzleim und führen Sie die Holzdübel ein (zur Not mit ein paar leichten Hammerschlägen). Führen Sie die freistehenden Enden der Holzdübel in die vorgebohrten Löcher der Teile 1 und 3 ein, sodass ein Holzrahmen entsteht. Warten Sie bis der Leim getrocknet ist.

Schritt 3

Nun können Sie die Spiegelplatte in die vorbereitete Nut einlegen. Der Spiegel wird nur mithilfe der MDF-Holzfaserplatte festgeklemmt. Diese legen Sie nun mittig auf den Spiegel und nageln Sie seitlich fest.

Fertig!

Tipps:

  • Um die Nut in die Rückseite der Kanthölzer zu fräsen, können Sie eine Oberfräse verwenden. Wenn Sie keine Oberfräse besitzen, nutzen Sie ein scharfes Stecheisen und arbeiten Sie die Nut sauber heraus.
  • Nageln Sie die MDF-Holzfaserplatte ausreichend weit im Randbereich der Platte fest, sodass Sie mit den Nägeln nicht den Spiegel treffen.
  • Der Holzrahmen kann in allen erdenklichen Farben bemalt werden. Sie können dazu Acrylfarben nehmen, diese riechen nicht und sind für Innenräume geeignet!
  • Sie können den Spiegel einfach mithilfe von Bildaufhängern an die Wand hängen.
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