Blitzschläge verursachen immer höhere Kosten

Blitzschläge verursachen immer höhere Kosten

Im vergangenen Jahr krachte es am deutschen Himmel stärker als in den Jahren zuvor. Deutschlands Sachversicherer registrierten über 410.000 Schadenmeldungen, die aufgrund von Blitzen oder Überspannung ausgelöst wurden. Somit gab es 90.000 Fälle mehr als im Jahr zuvor. Die Geschädigten erhielten von den Versicherern insgesamt 340 Millionen Euro. Versicherungsunternehmen zahlten 100 Millionen Euro mehr als 2013. Aufgeteilt auf jeden einzelnen Fall entspricht die Schadensumme durchschnittlich 830 Euro. 2013 kostete ein Überspannungs- oder Blitzschaden nur etwa 750 Euro.

Die Sommermonate sind für deutsche Immobilienbesitzer tückisch. Sommergewitter sind keine Seltenheit, werden aber von Verbrauchern häufig vernachlässigt. Nicht nur das richtige Verhalten bei Gewitter ist von großer Wichtigkeit. Verbraucher sind auch beraten, sich gegen eventuelle Schäden finanziell abzusichern.

Kosten für Blitz-Schäden werden immer teurer

Schäden für Blitzeinschläge werden immer teurer. Das erklärt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in einer offiziellen Pressemitteilung. Das ist nicht verwunderlich: Die deutschen Verbraucher investieren immer mehr Geld in Unterhaltungselektronik. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) besitzen drei von vier Haushalten (76 %) einen Flachbildfernseher. Vor fünf Jahren war es nur einer von vier Haushalten, der ein solches Gerät sein Eigen nennen durfte.

Da der Haushaltswert der Otto-Normalverbraucher steigt, tun es auch die Blitz-Schäden, wenn sie eintreffen. Laut dem GDV kostete der durchschnittliche Blitzschlag im Jahr 2006 rund 620 Euro. Acht Jahre später schlägt er mit 830 Euro zu Buche.

Interessant ist auch die Differenz zwischen den sich ereigneten Fällen und der Schadenssumme. Vergleichen wir anhand der obigen Grafik erneut die Jahre 2006 und 2014, dann fällt auf, dass die Versicherungsleistungen dieselben sind (340 Millionen Euro). Doch die Anzahl der Schäden ist unterschiedlich (550.000 im Jahr 2006 beziehungsweise 410.000 im Jahr 2014). Auch das ist damit zu begründen, dass der Wert des Hausrates in den letzten acht Jahren immer größer geworden ist. Ein einziger Schadenfall kostet einen Versicherer heute mehr Geld als vor acht Jahren.

Sich mit einer Versicherung finanziell vor Blitzschäden schützen

Der Blitzschlag kann jeden Haushalt völlig unerwartet treffen. Er hinterlässt häufig Schäden, die im bezahlbaren Rahmen liegen. Dennoch müssen Verbraucher sie nicht übernehmen, wenn sie sich passend versichern. Für Schäden durch Blitzschlag gibt es zwei wichtige Versicherungen:

1. Hausratversicherung

Die Hausratversicherung ist ein Schutz für den Hausrat – also alle Gegenstände, die sich im Haus befinden. Dazu gehören auch elektrische und elektronische Geräte wie Fernseher, Computer oder Kühlschränke. Sie können, wenn sie zum Zeitpunkt des Blitzschlages an das Stromnetz angeschlossen sind, beschädigt werden.

Laut Internet ist eine Hausratversicherung ab 30 Euro pro Jahr (für einen Singlehaushalt) erhältlich. Verbraucher sollten beim Abschluss der Police nicht nur auf den Preis, sondern auch die Leistung achten. Genau hier gibt es von Anbieter zu Anbieter große Unterschiede. So kann es vorkommen, dass einige Versicherer nicht gegen Überspannungsschäden versichern beziehungsweise nur gegen Aufpreis. Schlägt der Blitz nicht direkt in das Gerät ein, sondern seine Energie wird über das Stromnetz und die Telefonleitung verbreitet, übernimmt der Versicherer keine Kosten für den Schaden.

2. Wohngebäudeversicherung

Die elektrischen und elektronischen Geräte sind nicht die Einzigen, die bei Gewitter Schaden nehmen können. Ein Blitzschlag kann zum Beispiel in einem Baum einschlagen und diesen anzünden. Das Feuer kann dann unter Umständen auf das Haus überspringen.

Um die daraus resultierenden Schäden nicht zahlen zu müssen, können sich Immobilienbesitzer mit einer Wohngebäudeversicherung schützen. Sie schützt grundsätzlich gegen alle finanziellen Folgen, die durch Schäden am Haus entstehen. Dazu gehören unter anderem auch Überspannungs- und Brandschäden durch Blitze.

Wie auch bei der Hausratversicherung gilt auch hier: Einen genauen Blick in den Vertrag und die Konditionen werfen. Einige Versicherer verlangen von ihren Kunden, dass sie einen Blitzableiter auf ihrem Dach installieren müssen. Die Montage alleine reicht nicht aus. Der Blitzableiter muss regelmäßig gewartet und voll funktionsfähig sein.

Verhaltensmaßnahmen zur Reduzierung von Gefahren

Abseits der finanziellen Absicherung können sich Verbraucher auch mit einem angepassten Verhalten vor Gefahren schützen. Bei langer Abwesenheit, einem Urlaub zum Beispiel, ist es sinnvoll, alle elektronischen und elektrischen Geräte vom Stromnetz zu trennen. Dazu kann man einfach den Stecker ziehen oder man schaltet die Geräte über eine Überspannungssteckleiste ab. Apropos Überspannungssteckleiste: Jedes elektrische und elektronische Gerät sollte über eine solche Steckleiste mit dem Stromnetz verbunden sein. Bei Blitzschlag schaltet sich die Steckleiste ab und trennt den Stromfluss, sodass alle angeschlossenen Geräte geschützt sind.

Zusammenfassung

Blitzschläge sind kein so seltenes Phänomen, wie es einige Verbraucher annehmen. Aus diesem Grund sollten sich Hausbesitzer mithilfe einer Hausrat- und Wohngebäudeversicherung vor Schäden durch Blitzschlag schützen. Mit zusätzlichen Verhaltensmaßnahmen kann das Risiko vor Schäden durch Blitzschlag weiter minimiert werden.

Artikelbild: © Vasin Lee / Shutterstock

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