Fliesen verputzen – Alternative bei veralteten Fliesen

Fliesen verputzen – Alternative bei veralteten Fliesen

Fliesen, so praktisch sie auch sind, haben in Sachen Optik ein zentrales Problem. Besonders speziell gestaltete Fliesen wirken sehr schnell veraltet und wirken negativ auf die Optik des Raumes. Das Problem ist aber nicht nur optisch, sondern auch die Qualität der Fliesen kann über die Jahre nachlassen. Eine Lösung wäre es mit großem Aufwand die alten Fliesen durch neue Ausführungen zu ersetzen. Diese Lösung ist allerdings sehr kosten- und zeitintensiv. Eine praktische Alternative, die auch ohne Hilfe des Profis durchgeführt werden kann, ist das Verputzen der Fliesen. Es bietet die Möglichkeit, optisch aufzuwerten, ohne die alten Fliesen entfernen zu müssen. Dabei werden lediglich neue Schichten auf die alten Fliesen aufgetragen.

Das konkrete Vorgehen und die verschiedenen Möglichkeiten beim Verputzen werden im Folgenden erläutert.

Vorbereitungen vor dem Verputzen

Damit der Putz anständig hält, sollten die alten Fliesen sorgfältig gereinigt werden. Dazu eignen sich ein Schwamm und Putzmittel gut. Es kann auch spezieller Fliesenreiniger verwendet werden. Welches Putzmittel und welche Putzutensilien genutzt werden ist dabei allerdings von den eigenen Vorlieben und dem Zustand der Fliesen abhängig. Wichtig ist nur, dass die Fliesen sauber sowie staub- und fettfrei sind. Bei der Verwendung von Verdünnern ist Vorsicht geboten und es werden unter Umständen ein Atemschutz und Handschuhe benötigt.

Für besonders gute Reinigung kann auch ein Verdünner benutzt werden. Dieser sorgt dafür, dass besonders fettige Rückstände komplett entfernt werden.

Füllung der Fugen und Aufrauen der Oberfläche

Der nächste Schritt ist das Füllen der Fugen zwischen den einzelnen Fliesen. Dafür wird der Fugenfüller sorgfältig aufgetragen, bis eine gleichmäßige Oberfläche entsteht. Bei beschädigten Fliesen lassen sich diese auch vereinzelt entfernen. Die entstandenen Lücken können dann ebenfalls gefüllt werden, um zur gleichmäßigen Oberfläche beizutragen. Je nach Oberflächenbeschaffenheit der Fliesen, sollten diese noch aufgeraut werden. Dadurch entsteht ein besserer Halt des Haftgrundes, was insgesamt zur Stabilität beiträgt.

Auftragen des Haftgrundes

Damit der Putz später auch an der Wand bleibt, muss als nächstes ein Haftgrund aufgetragen werden. Das liegt an der Oberflächenbeschaffenheit der meisten Fliesen. Sie nehmen Materialien wie Putz nur bedingt gut auf. Oftmals finden sich auf den Verpackungen auch Hinweise auf empfehlenswerte Materialien beziehungsweise zur Verbindung des Haftgrundes insgesamt. Der Haftgrund stellt das Verbindungsstück dar und hat eine stark klebende Wirkung. Der Haftgrund muss oftmals noch angerührt werden. Dafür kann beispielsweise eine Bohrmaschine mit Rührquirl verwendet werden. Zum Auftragen lassen sich dann Quast, ein breiter Pinsel oder eine Schaumstoffrolle verwenden. Hierbei ist zu beachten, dass alle Bereiche gleichmäßig abgedeckt werden sollten. Je nach Material kann es sein, dass der Haftgrund dann noch trocknen muss. Dafür sollte die Verpackung des verwendeten Materials aufmerksam studiert werden.

Wenn Feuchträume verputzt werden sollen, wird von gipshaltigen Materialien abgeraten, da Gips Wasser aufnehmen und speichern kann. Das sorgt oftmals für Speicherung von Feuchtigkeit in den Wänden, mit entsprechenden möglichen Folgeschäden.

Verputzen der Oberfläche

Wenn der Haftgrund dann aufgetragen und ggf. getrocknet ist kann das Verputzen beginnen. Auch hierbei sollten die Anweisungen des jeweiligen Herstellers beachtet werden. Das gilt besonders für das Anrühren, sowie den Verwendungszweck des Putzes. Wenn sich die Fliesen in einem Bad befinden, ist es empfehlenswert Feuchtraumputz zu verwenden. Beim Auftragen sollte darauf geachtet werden, dass dieser nicht zu dick aufgetragen wird, damit ein guter Halt gewährleistet ist. Eventuell zuvor eine Einzelfliese nehmen und auf alter Oberfläche austesten, wie viel realistisch benötigt wird. Nachdem die erste Schicht Putz getrocknet ist, kann als nächstes der Dekorputz aufgetragen werden. Dieser bietet eine Vielzahl an gestalterischen Möglichkeiten. Verschiedenste Muster nach dem eigenen Geschmack können in den Dekorputz eingearbeitet werden. Allerdings lässt sich der Dekorputz auch glattstreichen.

Gestaltung der verputzten Oberfläche

Der Dekorputz selbst bietet schon viele Gestaltungsmöglichkeiten. Diese lassen sich aber auch noch mit verschiedenen Farben kombinieren. Prinzipiell lässt sich die neu entstandene Oberfläche frei nach Geschmack und wie gewünscht gestalten. Selbst innerhalb ein und derselben Wandanordnung sind unterschiedliche Typen einsetzbar. Es lassen sich auch unterschiedliche Materialien auf den Putz auftragen. Dazu zählen Lack, Wandfarbe oder Tapete. Es sollte jedoch auch hier darauf geachtet werden, dass sich die jeweiligen Materialien für Feuchträume eignen.

Fazit

Wer mit dem Aussehen seiner Fliesen unzufrieden ist oder generell Renovieren möchte, hat mit dem Verputzen eine gute Alternative, für die kein Profihandwerker benötigt wird. Durch eine sorgfältige Auswahl von geeigneten Materialien ist es somit möglich, die eigenen Gestaltungswünsche qualitativ hochwertig umzusetzen.

Zusammenfassung

Ungewünschte Fliesen müssen nicht immer rausgerissen und neu verlegt werden, sondern lassen sich mit geringem Aufwand und ohne große Vorkenntnisse selber verputzen. Das Ergebnis ist dabei am Ende eine neu gestaltete Wand, nach den eigenen Vorstellungen.

Artikelbild: © Chiran Vlad / Shutterstock

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