Oftmals unterschätzt – Hausbau und die Notwendigkeit von Parkplätzen

Oftmals unterschätzt – Hausbau und die Notwendigkeit von Parkplätzen

Als Bauherr ist beim Hausbau viel zu bedenken und zu erledigen. Nicht zuletzt ist der Bedarf an Parkflächen zu berücksichtigen. Dabei spielt die Anzahl der Bewohner, die über ein Fahrzeug verfügen bzw. künftig noch verfügen werden und der gegebene Platz am Baugrundstück ebenso eine Rolle, wie geltende Vorschriften zum Baurecht. Zudem sind perspektivisch Überlegungen zu Anschlüssen für Elektrofahrzeuge anzustellen.

Parkmöglichkeiten auf dem eigenen Grundstück

Beim Hausbau sind in den jeweiligen Landesbauordnungen teils auch Regelungen zur geforderten Anzahl von Autoparkplätzen und auch Möglichkeiten, um Fahrräder abzustellen enthalten. Häufig ist der persönliche Bedarf an Parkflächen allerdings höher, als es die gesetzlichen Vorgaben regeln. Bei der Planung von Parkplätzen sind diese Lösungen auf dem eigenen Grundstück üblich:

  • Garage ins Haus integriert
  • Garage als Nebengebäude
  • Carport
  • Stellplatz ohne Überdachung

Manche Städte untersagen aber auch das Anlegen von weiteren Parkflächen und Ausfahrten. Das ist besonders dann der Fall, wenn der örtliche Verkehrsfluss gestört wird oder Gefahrenbereiche entstehen würden. Daher sind bei der Planung Ihrer Parkplätze die speziellen Regelungen vor Ort und die Gegebenheiten am Baugrundstück und der Umgebung entscheidend.

Alternative Parkflächen

Wenn eine Parkfläche auf dem eigenen Grundstück am Haus nicht möglich ist, beispielsweise weil keine Ausfahrt genehmigt wird, können Sie schauen, ob angrenzend an das Grundstück oder im nahen Umfeld eine Fläche zu pachten, mieten oder zum Kaufen existiert. Auf solch nahen Plätzen können private Parkflächen angelegt oder existierende Parkplätze und Garagen genutzt werden.

Besteht die Gefahr, dass fremde Fahrzeuge Ihren privaten Parkplatz nutzen, lohnt sich eine deutliche Beschilderung des Privatparkplatzes, wie hier nochmals genauer erklärt: https://www.seton.de/16/Parkplatzschilder/, als preiswerte Variante. als preiswerte Variante. Poller, Schranken und Zäune sind weitere Methoden, um Ihren Parkplatz sicher für Sie freizuhalten und Fahrzeugdiebstahl vorzubeugen. Mit einer Garage besteht natürlich der höchste Diebstahlschutz.

Übersicht der Parkmöglichkeiten außerhalb des eigenen Grundstückes

  • Anwohnerparkplätze in öffentlichen Straßen
  • Mitnutzung eines Nachbargrundstückes
  • private offene Stellflächen zur Miete oder zum Kauf
  • Tiefgaragenstellplätze
  • Garagen-Komplexe
  • bewachte und/oder umzäunte Parkplatzflächen

Rechtliche Aspekte zur Planung von Parkplätzen

Der Stellplatz wird auch als Einstellplatz, Kraftfahrzeugstellplatz, PKW-Stellplatz oder PKW-Abstellplatz bezeichnet. Gemeint ist in allen Fällen die Fläche auf dem Baugrundstück, auf der ein Auto abgestellt werden kann. Im Bundesgesetz sind Grundbegriffe zu den Parkflächen und Garagen erklärt. Für Garagen sind beispielsweise mehrere Kategorien zu unterscheiden:

  • Offene Garagen
  • Offene Kleingaragen
  • Geschlossene Garagen
  • Oberirdische Garagen
  • Nutzfläche einer Garage

Zudem heißt es

„Ein Einstellplatz ist eine Fläche, die dem Abstellen eines Kraftfahrzeuges in einer Garage oder auf einem Stellplatz dient.“

Quelle: Bundesamt für Justiz

Genauere Vorgaben macht das jeweilige Landesrecht zu Abstandsregeln zu anderen Grundstücken und möglichen Bauvorgaben für Carports, Garagen und Stellplätzen unter freiem Himmel. Die erforderliche Mindestanzahl an Stellplätzen für die vorhandene oder geplante Nutzung des Gebäudes ergibt sich aus den Stellplatzverordnungen und den jeweiligen Landesbauordnungen. Ein Beispiel bietet das Landesrecht von Baden-Württemberg. Zudem müssen die geltenden Bestimmungen im Brandschutz und ggf. Vorgaben des Denkmalschutzes gelten.

Planung eines Stellplatzes

Ermitteln Sie zuerst den persönlichen Platzbedarf für Ihre Parkplätze. Im öffentlichen Verkehrsraum bemessen Parkboxen in der Regel 5 x 2,50 Meter. Der Privatparkplatz kann natürlich angepasst an den eigenen Bedarf größer ausfallen.

Beträgt die Größe eines nach oben hin offenen Stellplatzes nicht mehr als 40 Quadratmeter, kann ohne Genehmigung gebaut werden. Eine nachträgliche Überdachung bedarf allerdings vor dem Bau einer Genehmigung beim zuständigen Bauamt.

Messen Sie Ihr Auto und bestimmen Sie auch den Platzbedarf bei geöffneten Türen. Planen Sie wenn möglich auch eine Platzreserve ein, falls in Zukunft ein größeres Fahrzeug geparkt werden soll. Zudem sollte ein leichtes Ein- und Ausfahren in die Zufahrt und auf den Stellplatz möglich sein.

Planen Sie daher auch die Zufahrt zu Ihrem Stellplatz sorgfältig und lassen diese genehmigen. Es empfiehlt sich, den Parkplatz nah am Haus und mit guter Beleuchtung zu planen. Oftmals kann eine zusätzliche Überdachung den Weg zwischen Haus und Carport oder Garage überbrücken und Sie so auch bei Regen schützen.

Einen Carport planen

Eine Baugenehmigung einzuholen ist ein zeitaufwendiger und kostenintensiver Prozess – daher entscheiden die jeweiligen Bundesländer selbst über die Notwendigkeit zur Vergabe einer Baugenehmigung. Fragen Sie daher bei Ihrem zuständigen Bauamt zu Ihrem Vorhaben nach.

Bauart des Daches berücksichtigen: Bei überdachten Parkflächen ist oftmals vorgeschrieben, den anfallenden Niederschlag beispielsweise zur Gartenbewässerung aufzufangen oder auf dem Grundstück versickern zu lassen. Je nach Bauart fällt die Bemessung der versiegelten Flächen unterschiedlich aus – das beeinflusst Ihre Abwassergebühren.

Ein Carport kann, wie hier in unserem Beitrag gezeigt wird, einfach selbst errichtet werden, weil es eine recht simple Konstruktion ist. Sie besteht in der Regel aus dem Fundament mit mindestens vier Stützen und einem Dachgerüst aus Holz – damit ist der Carport-Bau auch recht günstig.

Garage planen

Wie beim Carport hängt natürlich auch bei Garagen die Genehmigungspflicht vom Landesrecht ab. Bedenken Sie bei der Planung Ihrer Garage die Abstellfläche vor der Garage bereits mit. Dort wird der Verkehrsfluss nicht gehindert, während das Tor öffnet. Auch ausreichend Stauraum sollte in die Garage einkalkuliert werden – beispielsweise für Gartengeräte, Handwerkszubehör oder Fahrräder.

Stromanschluss und autarke Energiegewinnung

Beziehen Sie Pläne für Elektrofahrzeuge und nachhaltige Energiegewinnungsmöglichkeiten bereits in Ihre Planung mit ein. Das erspart später hohe Aufwendungen, Baulärm und Nerven. Planen Sie zum Beispiel Solarpanels auf dem Garagendach und/oder einen Kabel-Anschluss als Grundlage für das Laden eines Elektrofahrzeuges mit ein. Dann können Sie später mit Ihrem Elektroauto zum privaten Stellplatz vorfahren und alles ist schon vorbereitet.

Zusammenfassung

Für die Ermittlung ausreichender Parkflächen ist vor einem Bauvorhaben der eigene Parkplatz-Bedarf relevant. Je nach Anzahl der Familienmitglieder, die auf ein Fahrzeug angewiesen sind und der Zahl zu erwartender Besucher und Gäste, sind Parkmöglichkeiten vorzusehen – das gilt vor allem in Gebieten mit ungünstig ausgebautem Nahverkehr. Bei der Planung des privaten Parkraumes sind immer auch die vor Ort geltenden Bauvorschriften zu beachten.

Artikelbild: Rony Zmiri / Bigstock.com

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1 Kommentar

  1. Nico Alberts 18.03.2020 08:30 Uhr

    Interessant, dass in den jeweiligen Landesbauordnungen zu der geforderten Anzahl an Parkplätzen sowie Möglichkeiten Fahrräder abzustellen, stehen. Ich werde das Bauunternehmen, das sich um unseren Hausbau kümmert direkt mal darauf ansprechen. Gut zu wissen, dass man sowohl für einen Carport, als auch für eine Garage eine Baugenehmigung braucht.

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