Kamin richtig anfeuern – worauf sollte man achten?

Kamin richtig anfeuern – worauf sollte man achten?

Aufgrund der immer weiter steigenden Heizkosten suchen viele Menschen nach einer kostengünstigen Alternative zur Öl- oder Gaszentralheizung. Dabei fällt die Wahl besonders häufig auf den Kaminofen. Denn die Kaminöfen bieten eine angenehme Wärme und können auch nachträglich in das Haus oder die Wohnung eingebaut werden. Auf diese Weise kann man nicht nur umweltbewusst, sondern auch kostengünstig Heizen, ohne jedoch auf den gewohnten Komfort verzichten zu müssen. Damit die Freude über den Kaminofen lange währt, sollte man bereits beim Anfeuern ein paar Punkte berücksichtigen. Denn nicht nur die Wahl des Holzes spielt in Bezug auf die Heizleistung eine entscheidende Rolle, auch die Anfeuermethode kann schnell zu Unzufriedenheit und einer schlechten Wärmeentwicklung führen.

Welches Holz sollte man für den Kamin verwenden?

Für das Heizen mit dem Kaminofen eignen sich im Prinzip alle Weich-, Nadel-, Hart- und Obsthölzer. Wobei Weichhölzer jedoch besonders gut brennen. Wichtig bei der Auswahl des Holzes ist jedoch, dass das Holz bereits ausreichend getrocknet ist und nur eine geringe Restfeuchte aufweist. Auf keinen Fall in den Kamin gehören behandelte Hölzer, alte Möbelstücke und Sperrholz. Auch Zeitungspapier, Pappe oder andere bedruckte Papiere dürfen nicht im Kaminofen verbrannt werden. Hier können durch das Verbrennen giftige Gase entstehen, die gesundheitsgefährdend und umweltschädlich sind. Bemerkbar machen sich diese Brennstoffe durch einen Rauch mit grau-schwarzer Färbung. Dementsprechend ist natürlich auch von außen sichtbar, ob ein Haushalt mit feuchtem oder behandeltem Holz heizt. Daher: Finger weg, denn im schlimmsten Fall droht sogar eine Geldstrafe.

Feuchtes Holz verschwendet Energie

Viele Nutzer stellen sich die Frage, warum eigentlich kein feuchtes Holz in den Kamin darf. Häufig lautet die Antwort, dass es schlechter brennt und daher nicht geeignet ist. Doch das ist nicht ganz richtig. Feuchtes Holz brennt nicht nur schlechter, es verschwendet zudem auch unnötig Energie, die durch das Verdunsten des im Holz enthaltenen Wassers verloren geht. Frisches Holz weist eine Restfeuchtigkeit von ungefähr 50 Prozent auf und erbringt beim Verbrennen gerade einmal einen Wert von 2 Kilowattstunden. Die gleiche Menge Holz bringt bei einer Restfeuchtigkeit von 20 Prozent den doppelten Heizwert und liefert dementsprechend mehr Wärme.

Zusätzlich wird das Verbrennen von feuchtem Holz von einer hohen Rauchentwicklung begleitet. Das kann auf Dauer nicht nur zu Ärger mit den Nachbarn führen, sondern auch den Kamin beschädigen. Denn der Rauch enthält eine hohe Konzentration an Feuchtigkeit, die sich wiederum am Rauchrohr und Schornstein absetzen kann. Dies verursacht mit der Zeit eine sogenannte Versottung des Kamins, bei der Wasser in den Mantel des Schornsteins eindringt. Erkennbar ist die Versottung durch braune Flecken am Kamin und einen unangenehmen Geruch.

Kamin einfach und schnell anfeuern

Kaum steht der neue Kaminofen im Wohnzimmer macht sich bei vielen Nutzern die erste Ernüchterung breit. Grund dafür: Die Wärme will sich einfach nicht so verbreiten, wie man es sich wünscht und außerdem benötigt der Kamin zu viel Zeit, bis er richtig heizt. Ursache dafür ist jedoch häufig das Anheizen. Denn nur wenn man den Kamin richtig anfeuert, kann sich die Wärme schnell verbreiten und den Raum wie gewünscht heizen.

Damit der Kamin schnell heizt, sollte das Holz grundsätzlich von oben angezündet werden. Hierfür legt man am besten mehrere größere Holzstücke nach unten und stapelt darauf kleinere Holzscheite. Erst darauf wird dann die Anzündhilfe gegeben. Auf diese Weise kann das Holz Schritt für Schritt abbrennen und und die Luft im Kaminofen wird schneller erwärmt. Als Anzündhilfe eignen sich kleine Holzstücke, trockene Zweige oder im Handel erhältliche Brennhilfen. Wichtig bei der Auswahl ist nur, dass die Anzündhilfe eine große Oberfläche bietet und dadurch für eine schnelle Vergrößerung der Flamme sorgt. Aus diesem Grund sind Rundhölzer für das Anzünden des Holzes nur bedingt geeignet.

Auf die Luftzufuhr kommt es an!

Feuer benötigt Sauerstoff, um sich auszubreiten – das gilt selbstverständlich auch im Kamin. Wenn das Holz richtig angeordnet und der Stapel entzündet wurde, benötigt das Feuer eine bestmögliche Luftzufuhr, um größer zu werden und die gewünschte Heizleistung abzugeben. Um eine optimale Zufuhr von Sauerstoff zu gewährleisten, sollten die Kaminklappe und die Luftzufuhrregler offen sein. Wird genügend Luft zugeführt, dann breitet sich das Feuer nach und nach immer weiter aus und entzündet auch die tiefer liegenden Hölzer. Im Anschluss kann die Luftzufuhr wieder reguliert werden, bis man letztendlich auf den Dauerbetrieb stellt. Wie lange das Anfeuern dauert, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine Rolle spielt hier natürlich die Bauart des Kaminofens und des Schornsteins, aber auch die Holzsorte und die Luftzufuhr.

Regelmäßig nachlegen für konstante Wärme

Damit der Raum nicht wieder auskühlt, muss man natürlich regelmäßig Holz nachlegen. Hier entscheidet jedoch der Zeitpunkt des Nachlegens darüber, ob das Feuer wieder entfacht werden kann oder ob es erstickt. Neue Holzstücke sollte immer erst dann nachgelegt werden wenn sich nur noch Glut im Kamin befindet. Legt man weitere Holzstücke in die Flamme, können diese das Feuer ersticken und den Verbrennungsprozess beeinträchtigen. Wie auch beim Anfeuern benötigt man beim Nachlegen die volle Luftzufuhr, um das Feuer wieder zu entfachen.

Artikelbild: © melis / Shutterstock

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