Leitungswasser testen

Leitungswasser testen

Durch die Trinkwasserverordnung sind die Trinkwasserqualität und die Unbedenklichkeit des Leitungswassers, das bis zu den Häusern in Deutschland fließt, gesichert. Das heißt, die Trinkwasserqualität der Wasserwerke endet bei der Wasseruhr.  Doch alte Hausinstallationen mit Blei- oder Kupferleitungen können diese Garantie nicht immer geben.

Die Trinkwasserqualität kann durch Verunreinigungen, die durch die maroden Leitungen entstehen, beeinträchtigt sein.  Hausbesitzer sind für die Instandhaltung und die Reinheit des Wassers selbst verantwortlich. Eine Probeentnahme gibt Klarheit, den Test können auch die Mieter selbst durchführen.

Was besagt das Trinkwassergesetz über einen Wassertest?

Die Trinkwasserqualität wird in Deutschland durch die sogenannte Trinkwasserverordnung (seit 1976) geregelt, einer Reinheitsgewährleistung des Trinkwassers.  Dieses Gesetz wurde im Mai 2001 durch die EG-Richtlinie für Wasserqualität verändert und trägt den Namen TrinkwV 2001 (Trinkwasserverordnung).

Diese gewährleistet, dass der Endverbraucher keinen gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt ist, die aus einer Verunreinigung entstehen können, insbesondere durch Krankheitserreger. Regelmäßige Tests der Wasserqualität und Trinkwasseranalysen werden bei den Wasserwerken deswegen durchgeführt und ein Überschreiten der Grenzwerte bzw. das Auffinden von Erregern wie z. B. Legionellen, unterliegen einer Meldepflicht bei der Wasserversorgung beim Gesundheitsamt.

Bei den routinemäßigen Trinkwasseruntersuchungen wird das Wasser außerdem auf verschiedene Parameter untersucht, wie Bakterien, Leitfähigkeit oder auf die Wasserhärte (pH-Wert).

Bleileitungen dürfen seit dem Jahr 2013 nicht mehr verbaut werden und der Bleigehalt hat einen Grenzwert von 0,010 mg/l. Falls diese doch noch vorhanden sind, müssen diese ausgetauscht werden. Falls Bleileitungen in einem Haushalt dennoch aufzufinden sind, können Betroffene sich an das Gesundheitsamt, Mieterverein oder auch die Verbraucherzentrale wenden. Bleihaltiges Wasser gefährdet die Gesundheit.

Wasserverunreinigung im Trinkwasser – Risiko für Verbraucher

Da das Gesetz, wie schon erwähnt, nur bis zum Wasseranschluss des Hauses gilt, ist es möglich, dass durch veraltete Rohrleitungen eine Verschmutzung durch die Schwermetalle im Wasser oder Bakterien ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Trotz der Aufbereitung der Wasserversorger kommt es immer wieder vor, dass sich schädliche Keime im Leitungswasser befinden. Die meisten davon sind zwar nicht gefährlich, sondern sogar nützlich, jedoch sind Legionellen ein großes Risiko für die Gesundheit. Diese werden trotz aller Vorsichtsmaßnahmen in den hauseigenen Wasserleitungen gefunden.

Die Wasserqualität und die Trinkwasseranalyse enden an der Wasseruhr des Hauses.

Grenzwerte der bei der Trinkwasseranalyse gemäß Trinkwasserverordnung

  • Blei: 0,010 mg/l
  • Kupfer: 2 mg/l
  • Nickel: 0,02 mg/l
  • Kalium: 12mg/l
  • Mangan: 0,05mg/l
  • Quecksilber: 0,001 mg/l
  • Eisen: 0,2 mg/l
  • Nitrit: 0,05 mg/l
  • Nitrat: 50 mg/l
  • Chlorid: 250mg/l
  • Natrium: 200mg/l
  • Koloniezahl bei 22 °C: 100/1 ml (Grenzwert für die Gesamtbelastung mit koloniebildenden Keimen wie Coli-Bakterien)
  • Legionellen: 100/100 ml
  • Leitfähigkeit: 2790 µS/cm bei einer Wassertemperatur von 25 °Celsius bzw. 2500µS /cm bei 20 °Celsius.

Trinkwassertest Schwermetalle

In alten Wasserrohren werden am häufigsten nach Blei auch Kupfer und Nickel gefunden. Auch Wasser, das zu lange in den Leitungen steht, wie z. B. bei Abwesenheit durch einen Urlaub, begünstigt chemische Reaktionen. Schlimmstenfalls werden Metalle an das Leitungswasser abgegeben, die bei dauerhaftem Verzehr krank machen.

Eine Trinkwasseranalyse beinhaltet folgende Untersuchungen:

  • Blei
  • Kupfer
  • Eisen
  • Cadmium
  • Nickel
  • PH-Wert (gibt Aufschluss auf eventuelle weitere Untersuchungen)

Durch eine Wasseranalyse, die selbst durchgeführt werden kann, ist es möglich, die Schadstoffe im Wasser zu messen. Teststreifen dafür sind in der Apotheke oder online erhältlich.

Ein Trinkwassertest zu Hause kann auch selbst mit Teststreifen durchgeführt werden.

Leitungswasser auf Keime testen

Im Trinkwasser befinden sich immer Keime, die gesundheitlich unbedenklich sind. Jedoch kann es bei Umbau- oder Wartungsarbeiten sowie Verkalkungen oder verunreinigte Wasserhähne passieren, dass sich die Gesamtkeimzahl erhöht.

Eine erhöhte Koloniezahl kann ein Hinweis auf Erregern sein, wobei die Trinkwasserverordnung den Grenzwert der Anzahl auf 100 Einheiten pro Milliliter festsetzt.  Coliforme Bakterien können gefährlich werden und dürfen nicht im Trinkwasser vorhanden sein.

Ein Wasserschnelltest lässt sich einfach durchführen. Wenn dieser auf Coli-Bakterien hinweist, können verschiedene Bakterien enthalten sein, wie z. B. Escherichia Coli, Ehec, Enterokokken oder Salmonellen hinweisen. Anhand der Teststreifen kann die Überschreitung der Gesamtkeimzahl Aufschluss geben. Dies ist besonders sinnvoll, wenn man unterwegs ist oder auch um Brunnenwasser zu testen.

Die Qualität des Brunnenwassers kann durch verschiedene Möglichkeiten beeinflusst werden. Da das Wasser durch verschiedene Gesteinsschichten fließt, kann es Bakterien und Keime aufnehmen. Besonders in der Umgebung liegende Landwirtschaften können das Brunnenwasser beeinflussen.

Auch wenn das Wasser klar aussieht und gut schmeckt, ist das kein Indikator für die Reinheit des Wassers. Ein Wassertest sollte deswegen immer regelmäßig durchgeführt werden.

Pestizide oder Medikamente im Trinkwasser

Das Leitungswasser kann nicht nur durch Keime belastet sein, sondern auch durch Pestizide wie z. B. Glyphosat oder durch Arzneimittel. In Deutschland ist laut Verbraucherzentrale die Qualität des Wassers gut und kann ohne Bedenken zu sich genommen werden.

Durch die Trinkwasserverordnung müssen Überschreitungen sofort gemeldet werden. Auch die Landwirtschaft verpflichtet sich meist vertraglich mit den Wasserversorgern, Pestizide nur in geringen Mengen zu verwenden.

Abgelaufene Medikamente sollten von der Bevölkerung fachgerecht entsorgt werden (Apotheke) und nicht in der Toilette landen.

Wassertest auf Legionellen

Die TrinkwV verpflichtet Vermieter auf eine regelmäßige Wasserprobe auf Legionellen, die mit dem Gesundheitsamt abgestimmt werden. Diese geben Intervalle für eine mikrobiologische Untersuchung an, die meist jährlich erfolgen. Falls nach mehreren Probenahmen keine Bedenklichkeit festgestellt wird, kann sich der Zeitraum auf maximal 3 Jahre erhöhen.

Der Vermieter ist verpflichtet, den Mieter über das Ergebnis der Wasserproben zu informieren. Hausbesitzer unterliegen dieser Pflicht zwar nicht, dennoch ist es sinnvoll, um einer Keimbelastung entgegenzuwirken, Wasserleitungen regelmäßig zu warten und eine freiwillige Untersuchung auf Legionellen zum Eigenschutz.

Eine Probenahme durch ein zugelassenes Institut und die Analyse in einem Trinkwasserlabor ist die beste Möglichkeit, sich vor Legionellen zu schützen.

Der Vermieter ist verpflichtet, dem Mieter die Ergebnisse der Wasseranalyse mitzuteilen.

Wer kann eine Legionellen-Prüfung durchführen?

Das Gesundheitsamt gibt Auskunft darüber, wer für die Legionellen-Prüfung zuständig ist, da diese nur von zugelassenen Firmen durchgeführt werden dürfen. Dies geschieht per Auftrag durch den Vermieter. Falls die Probe aus dem Trinkwasserlabor positiv ist, müssen die Ergebnisse dem Gesundheitsamt mitgeteilt werden. Je nach Höhe der Belastung werden dann weitere Schritte eingeleitet. Der Mieter muss darüber sofort durch den Vermieter informiert werden.

Die größte Gefahr, sich mit Legionellen zu infizieren, besteht dann, wenn Wasser verdampft und eingeatmet wird. Deswegen wird bis zur Behebung der Belastung das Duschen untersagt und obwohl das Trinken normalerweise nicht gefährlich ist, sollte es vorsorglich vermieden werden. Alternativen sind dafür Mineralwasser oder stilles Wasser.

Wieso sollten Trinkwasseruntersuchungen durchgeführt werden?

Bleirohre beim Hausbau sind heute nicht mehr erlaubt. Sie existieren jedoch noch in alten Häusern.  Doch auch längeres Stehen des Wassers in den Leitungen, wie z. B. nachts oder während des Urlaubs, kann eine chemische Reaktion zur Folge haben, die Metalle von den Rohren lösen.

Außerdem können sich in den Wasserhähnen krankheitserregende Keime befinden, wie z. E-Coli oder Legionellen, die ins Trinkwasser übergehen können. Dies ist besonders gefährlich für Säuglinge, kleine Kinder sowie ältere oder immungeschwächte Menschen.

Legionellen können sehr gefährlich sein, da sie schwere Lungenentzündungen hervorrufen können. Bei niedrigen Temperaturen (unter 60 Grad) sind sie besonders vermehrungsfähig.

Kann verunreinigtes Wasser erkannt werden?

Normalerweise riecht und schmeckt Wasser neutral. Ein eigenartiger oder metallener Geschmack kann ein Hinweis darauf sein, dass die Hausinstallation der Wasserrohre eine Verunreinigung besteht. Eine Trübung des Wassers, schlechter Geruch oder Geschmack von Chlor liegt meist an dem Reinigungssystem der Wasserversorger und dauert nicht lange, da dieses Verfahren nicht häufig eingesetzt wird.

Zusammenfassung

Das Trinkwasser kann in Deutschland ohne Bedenken getrunken werden, jedoch endet die Qualitätssicherung der Wasserwerke an der Wasseruhr des Hauses. In alten Wasserleitungen oder im Brunnenwasser können sich jedoch Keime und Bakterien bilden, die durch eine Wasseranalyse gefunden werden können. Falls der Verdacht auf Verunreinigung besteht oder sich im Haus alte Wasserrohre befinden, ist es ratsam, einen Wassertest zu machen.

Quellen und weiterführende Links

  • Hat Ihnen dieser Artikel weitergeholfen?
  • JaNein

Entspricht einer Bewertung von 4.6 / 5

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.