Parkettkleber: so finden Sie den richtigen!

Parkettkleber: so finden Sie den richtigen!

Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten, Parkett zu verlegen. Die eine Methode ist die sogenannte schwimmende Verlegung. Hier wird das Parkett lediglich pro Panel miteinander verbunden (beispielsweise durch Klicksysteme), jedoch liegt das Parkett hier „schwimmend“ auf dem Boden. Diese Variante eignet sie sich für den kleinen Geldbeutel. Doch sind Elemente wie eine Bodenheizung integriert, sollte zur zweiten Methode gegriffen werden: Die vollflächige Verklebung von Parkett. Dieses Verfahren ist teurer, aber auch qualitativ wertvoller. Doch es kommt auch auf die Auswahl des richtigen Parkettklebers an: Diese gibt es im Handel wie Sand am Meer.

Vorteile von verklebtem Parkett

Wer sich für den Parkettkleber entscheidet, wählt die qualitativ bessere Methode, das Parkett zu verlegen. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • höhere Lebensdauer
  • bessere Stabilität
  • ebeneres Parkett
  • ruhigere Lage
  • geringere Raumschall
  • bessere Kooperation mit Fußbodenheizung

Im Gegensatz zur schwimmenden Verlegung entstehen hier keine Luftpolster, worin zahlreiche Vorteile begründet sind. Die Fußbodenheizung kann beispielsweise besser arbeiten, da die Wärmeleitfähigkeit so optimal ist. Die Verklebung ist jedoch die teurere Variante, dafür ist der Boden langlebiger. Möglich ist dieses Verfahren bei allen Parkettsorten. Oft werden hier auch Experten beauftragt, um die Verlegung professionell zu gestalten. Jedoch gibt es auch zahlreiche Varianten, bei denen der Heimwerker selbst Hand anlegen kann.

Ein verklebter Parkettboden lässt sich mühelos abschleifen und versiegeln. Dadurch kann er mehrfach renoviert werden und somit Jahrzehnte lang Bestand haben.

Auf den richtigen Kleber kommt es an

Es gibt unzählige Anbieter von den verschiedensten Parkettklebern: „Bona“, „Thomsit“ und „Wakol“ sind nur einige von ihnen. Für den Laien ist es schwer, da durchzusehen. Ebenso ist Parkett nicht gleich Parkett – verschiedene Materialien unterscheiden sich hier. Daher sollte der Heimwerker sich genau informieren, welcher Parkettkleber der richtige für seinen Boden ist. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen:

  • Lösungsmittelfreie Parkettkleber
    1. Dispersionsklebstoffe
    2. Pulverklebstoffe
  • Lösemittelklebstoffe (Kunstharz)
  • Reaktionsharzklebestoffe
  • Hybridklebestoffe

Lösungsmittelfreier Parkettkleber

Dispersionsklebstoff ist wasserbasiert. Das bedeutet, dass die Klebebindung durch Abgabe des Wassers an die Umgebung stattfindet. Der Kleber härtet aus. Diese Version gilt als geruchsneutral und emissionsarm. Sein Einsatz eignet sich nur für Parkett, das als quellunempfindlich gilt. Denn durch die Wasserabgabe ist er nicht für alle Parkette geeignet, da er dieses aufquellen lassen kann. Für den Geldbeutel ist er eine besonders günstige Möglichkeit. Dispersionskleber sind für die Gesundheit unbedenklich. Auch sollten hier wenige Spannungen auftreten. Als Alternative zum Dispersionskleber gelten die Pulverklebstoffe, die in den letzten Jahren immer mehr auf den Markt drängen. Diese Version gibt es in Pulverform und wird mit Wasser angerührt. Doch bei diesen Produkten kristallisiert das Wasser, sodass die Quellwirkung geringer ausfällt. Dennoch eignet sich dieser Kleber nicht für jedes Parkett. Möglich ist die Verklebung von lösungsmittelfreien Stoffen von Mosaikparkett, mehrschichtigem Fertigparkett oder Hochkantlammellen.

Lösemittelklebstoffe

Diese Produkte werden auch Kunstharzkleber genannt und eignen sich für fast alle Parkettarten. Es ist ein Universalkleber, der jedoch gesundheitlich als nicht ganz unbedenklich gilt. Schon während der Verklebung ist der Heimwerker schädlichen Dämpfen ausgesetzt, wenn das Lösemittel aushärtet. Bei Anwendungsfehler können sogar schwerwiegende Gesundheitsgefahren auftreten. Daher sind seit 2006 zahlreiche Kleber dieser Form verboten. Dieser Parkettkleber eignet sich für die Verlegung von schubfesten Parketten auch aus Ahorn, Buche und exotischen Holzen. Die Aushärtungszeit ist hier lang und sollte unbedingt eingehalten werden.

Reaktionsharzklebstoffe

Dieser Parkettkleber ist besonders gut geeignet. Er bietet eine hohe Klebewirkung und niedrige Ausdünstungen. Reaktionsharzklebestoffe unterteilen sich in Ein- oder Zwei-Komponentensysteme. Diese Form des Parkettklebers ist wasserfrei und basiert häufig auf organischen Bindemitteln wie Polyuhrethan oder Isocyanate. Der Reaktionsharzklebstoff eignet sich für die Verklebung von feuchtempfindlichen Parketten, die auch spannungsreich sein können. Buche, Ahorn und Exoten können damit verklebt werden. Dieser Parkettkleber härtet sehr schnell aus und eignet sich daher auch, wenn es mal schnell gehen muss.

Hybridklebstoffe

Neutral aushärtend und wasserfrei ist ebenso der Parkettkleber auf Hybridbasis. Er wird auch als „MS Polymerkleber“ oder „Hybrid-Elastik-Kleber“ bezeichnet und ist noch relativ neu auf dem Markt. Die Bedeutung als Parkettkleber nimmt immer mehr zu, denn er ersetzt nach dem Verbot immer mehr die Lösemittelklebstoffe. Dieser Kleber ist witterungsresistent und UV-stabil. Er verfügt über eine hohe Elastizität. Er hält ohne Vorbehandlung und Grundierung auch bei niedrigen Temperaturen. Mit ihm können fast alle Parkettarten verlegt werden, auch Stabparkett, Massiv- und Mehrschichtdielen sowie Holzpflaster. Jedoch fehlen beim Hybridklebstoff noch Langzeiterfahrungen, die vor allem exotische Hölzer betreffen.

Nachteile von Parkettkleber

Bei allen positiven Eigenschaften hat das Verkleben von Parkett auch negative Seiten. Zu den Nachteilen zählen beispielsweise die hohen Kosten, die investiert werden müssen. Je nach Kleberart ist auch nicht immer die Gesundheit sicher, mancher Kleber kann hier schädliche Auswirkungen haben. Wer Parkett klebt, tut dies auf Dauer. Einfach mal austauschen ist nicht so ohne Weiteres möglich. Daher sollte sich die Entscheidung für die Verklebung des Parketts gründlich überlegt werden.

Je nach Kleber kann es dauern, bis das Parkett begehbar ist. Ist der Parkettkleber noch nicht ausgehärtet, kann sich der Bodenbelag dadurch verschieben. Eine Neuverlegung ist dann notwendig. Bei der schwimmenden Verlegung kann dies direkt begangen werden.

Parkettkleber wieder entfernen

Wer sich für den Parkettkleber entscheidet, muss auch an die Entfernung denken. Sowohl beim Verlegen können Reste auftreten. Aber auch bei der Beseitigung des Parketts müssen die Klebereste eliminiert werden. In manchen Fällen reicht hier ein handelsübliches Reinigungstuch. Diese sind mit einem leichten Lösemittel versetzt. Doch in manchen Fällen kann der Parkettkleber auch hartnäckiger sein. Dann braucht es eine lösemittelhaltige Parkettpolitur. Hier werden die Rückstände mit der Maschine auspoliert.

Zusammenfassung

Parkett zu verlegen, gehört zu den Königdisziplinen des Heimwerkers. Hier kann er zwischen der schwimmenden und verklebenden Verlegung wählen. Bei der letzteren Variante kommt es auf den richtigen Parkettkleber an. Der Handel hält zahlreiche verschiedene Versionen vorrätig. Der Heimwerker sollte wissen, ob Hybridklebstoff oder lösemittelfreier Parkettkleber der richtige für seinen Bodenbelag ist. Denn das Parkett zu verkleben, ist ein Unternehmen für die Dauer.

Artikelbild: © Titi Matei / Shutterstock

  • Hat Ihnen dieser Artikel weitergeholfen?
  • JaNein

Teile diesen Beitrag jetzt:


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.