Rollputz auf Fliesen – Neues Aussehen ohne neue Fliesen

Rollputz auf Fliesen – Neues Aussehen ohne neue Fliesen

Alte Badezimmer und Küchen sind oftmals mit Fliesen verkleidet die keinesfalls mehr zeitgemäß sind. Oftmals sind dunkle und braune Farben mit merkwürdigen Mustern verlegt worden. In diesen Fällen müssen dann allerdings nicht die Fliesen komplett entfernt werden, denn es gibt auch andere Möglichkeiten. Dazu zählt generell das Verputzen, wobei Rollputz in Sachen Auftragen gegenüber anderen Putzarten punkten kann. Es ist nämlich möglich den Rollputz relativ einfach gleichmäßig aufzutragen und somit ein neues Gesamtbild zu erhalten.

Wie Sie den Rollputz auf die alten Fliesen auftragen können wird in der folgenden Anleitung erklärt.

Vorbereitung der Fliesen

Beim Auftragen von Rollputz ist die Vorbereitung einer der wichtigsten Arbeitsschritte. Die Vorbereitung bestimmt, wie gut der Putz hält und auch wie regelmäßig die spätere Schicht dann ist. Daher sollten zunächst einmal alte Fugen aus Silikon entfernt werden. Diese lassen sich in den meisten Fällen ganz einfach rausschneiden. Daraufhin können dann die Fliesen gründlich gereinigt werden. Meistens reicht dafür Spülmittel, allerdings sollte bei hartnäckigen Verschmutzungen zu speziellen Fliesenreinigern gegriffen werden. Die Fliesen sollten grundsätzlich frei von Staub, Fett und Wasser sein. Anschließend können dann noch Löcher und die Fugen mit Spachtelmasse geglättet werden, da der Putz nicht geeignet ist um solche Unebenheiten zu verdecken und diese meist durchscheinen.

Sie sollten auch Steckdosen und Armaturen vorbereiten, indem Sie diese abkleben. Auch der Boden und andere Einrichtungsstücke können mit Folien und Kreppband geschützt werden.

Grundierung auftragen

Im nächsten Schritt wird dann die wichtige Grundierung aufgetragen. Diese sorgt dafür, dass der Putz später an den Wänden bleibt, wodurch dabei ein gutes Auftragen enorm wichtig ist. Das Auftragen selber ist mit einer einfachen Schaumstoffrolle möglich. Falls auch andere Materialien als die Fliesen verputzt werden sollen, ist darauf zu achten, dass die Grundierung auch für diese Materialien geeignet ist. Darüber hinaus ist zu überprüfen, um welche Art von Fliese es sich handelt, da Fliesen unterschiedliche Tiefenstrukturen haben. Es kann unter Umständen nötig sein eher zu einem Tiefengrund zu greifen, als zu einer normalen Grundierung. Die Zeit zum Trocknen beträgt meist rund vier Stunden. Prinzipiell sollten aber einfach die Angaben auf der Verpackung beachtet werden.

Auftragen des Rollputzes

Bevor das Auftragen beginnen kann, muss der Rollputz meistens noch angerührt werden. Dazu eignet sich dann ein Rührquirl. Dabei kann auch spezielle Farbe eingemischt werden. Das Auftragen selber kann mit einer einfachen Schaumstoffrolle durchgeführt werden. Diese sollte noch kurz über einem Abstreifgitter abgerollt werden, damit nicht zu viel Putz verloren geht. Im Anschluss kann dann mit geraden Rollbewegungen der Putz auf die Grundierung aufgetragen werden. Dabei ist es sinnvoll abschnittweise vorzugehen, da Rollputz oftmals sehr schnell antrocknet. Darüber hinaus ist es hilfreich, den Putz in kreuzenden Zügen aufzutragen. Damit soll jede Stelle einmal vertikal und einmal horizontal überzogen werden. Dieser Vorgang wird dann so oft wiederholt, bis eine gleichmäßige Schicht von einigen Millimetern Dicke entstanden ist. Das Kreppband sollte nach dem Auftragen meist schon entfernt werden, damit es nicht am Putz kleben bleibt.

Nachbearbeitung des Putzes

Ein großer Vorteil von Rollputz ist die Möglichkeit, diesen nachzubearbeiten. Dabei lassen sich regelmäßige Muster erschaffen. Diese sind meist aufgeraute Oberflächenstrukturen, die auch mit der Art des Putzes zusammenhängen. Der Putz ist mit verschiedenen Korngrößen verfügbar. Solange der Putz noch nicht getrocknet ist, lässt er sich dann mit so genannten Strukturrollen bearbeiten. Dabei handelt es sich um Schaumstoffrollen, die mit Mustern an der Oberfläche versehen sind. Diese sind meist von der Porengröße der Rollen abhängig und werden beim Abrollen über den Putz auf diesen übertragen. Somit lassen sich die regelmäßig aufgerauten Strukturen anfertigen. Es ist aber auch möglich ganz individuelle Muster und Formen auf kleineren Flächen einzuarbeiten. Dazu eignen sich beispielsweise Pinsel oder Schwämme, wodurch der Kreativität kaum Grenzen gesetzt sind.

Der aufgetragene Putz lässt sich im Nachhinein auch noch mit Farbe streichen. Dabei kann es aber nötig sein, spezielle Farbe zu nutzen, da sonst die Zwischenräume in den Strukturen aufgefüllt werden.

Nicht jeder Rollputz ist geeignet

Besonders die Verwendung in Badezimmern und anderen Feuchträumen hat große Ansprüche an den Putz. Er muss im Grunde genommen die Aufgabe der Fliesen übernehmen und ist der Teil der Wand, der unmittelbar der Feuchtigkeit und hohen Lufttemperatur ausgesetzt ist. Daher gibt es spezielle Putze, die für Feuchträume und somit für diese Anwendungen gedacht sind. Bei Küchen ist das Problem nicht ganz so groß. Dabei ist eher darauf zu achten, dass der Putz die Hitzebelastung aushält, allerdings stellt das in der Regel kein Problem dar.

Fazit

Das Auftragen von Rollputz auf Fliesen stellt eine gute Möglichkeit dar, wie alten Räumen ein frisches Aussehen gegeben werden kann. Die Arbeitsschritte sind mit Sorgfalt durchzuführen, um ein gutes Gesamtergebnis zu erfüllen. Gestalterisch sind kaum Grenzen gesetzt, was ein riesen Vorteil gegenüber anderen Baustoffen ist.

Zusammenfassung

Um Fliesen mit Rollputz zu überdecken, müssen diese zunächst einmal ausführlich vorbereitet werden. Im Anschluss kann der Rollputz dann aufgetragen und nachbearbeitet werden. Es besteht somit die Möglichkeit, alte Fliesen zu überdecken, ohne diese zu entfernen.

Artikelbild: © Derek Hatfield / Shutterstock

  • Hat Ihnen dieser Artikel weitergeholfen?
  • JaNein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.