Zu viel Lärm von draußen? Der richtige Schaumstoff mindert Straßen- und Nachbarlärm

Zu viel Lärm von draußen? Der richtige Schaumstoff mindert Straßen- und Nachbarlärm

Wenn Sie in einer Wohnung leben, haben Sie wahrscheinlich schon einmal mit dem Lärm Ihrer Nachbarn zu kämpfen gehabt. Ob es sich um eine Party handelt, die die ganze Nacht andauert, oder um Schritte, die sich anhören, als wären sie direkt neben Ihrem Kopf – Lärmbelästigung kann ein echtes Problem sein. Die gute Nachricht ist, dass es Möglichkeiten gibt, Ihre Wohnung schalldicht zu machen und die Lärmbelästigung zu reduzieren.

Die Wände sind oft nur dünn und so mancher Wohnungsinhaber hat das Pech, teilweise sogar jedes Niesen des Nachbarn mithören zu dürfen. Jedes Telefonklingeln wird bemerkt, der Fernseher schallt durch die Mauern hindurch. Der Lärm lauert überall und kann krank machen. Auch ist Lärm einer der häufigsten Gründe für einen Nachbarschaftsstreit. Doch damit muss sich niemand zufriedengeben. Mit einfachen Mitteln kann auch eine Wohnung gegen Lärm gedämmt werden. Schaumstoff ist das Zaubermaterial, denn das lässt sich leichter anbringen als Holz, Metall oder Plastik.

Es gibt eine Vielzahl von schalldämmenden Materialien auf dem Markt, von Akustikschaum bis hin zu schweren Vorhängen. Sie können auch versuchen, Teppiche zu verwenden, um den Schall zu absorbieren. Mit ein wenig Mühe können Sie Ihre Wohnung zu einer friedlichen Oase inmitten einer lauten Stadt machen. Wir geben Ihnen im nachfolgenden Ratgeber einige Tipps, wie Sie mit dem richtigen Schaumstoff den Lärm mindern können.

Esterschaum- oder Verbundschaumstoffe? Der richtige Schaumstoff für die Dämmung.

Es gibt unterschiedliche Materialien, mit denen eine Schalldämmung gelingen kann. Um den Hall im eigenen Raum zu minimieren, sind Noppenschaumstoffe und Pyramidenschaumstoffe optimal. Doch diese helfen nicht, wenn der Lärm vom Nachbarn kommt. Am besten wählt der Heimwerker hier Verbundschaumstoffe oder Esterschaumstoff. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Esterschaumstoff beispielsweise ist nicht allzu schwer (bis zu 35 Kilogramm pro Kubikmeter). Seine graue Färbung macht den Einbau in sichtbaren Bereichen möglich. Verbundschaumstoffe hingegen sind deutlich schwerer. Sie bringen ein Gewicht von bis zu 120 Kilogramm pro Kubikmeter mit sich. Das verbessert die Dämmleistung enorm.

Die farbliche Sprenkelung ist jedoch optisch nicht die schönste Lösung. Diese Schaumstoffplatten sollten gewählt werden, wenn sie als Zwischenwanddämmung verbaut werden können. Beide Lärmdämmungen sind in verschiedenen Stärken erhältlich. Vor allem in Verbindung mit Schwerfolie oder Bitumenpappe bringen sie oft die gewünschten Ergebnisse. Es gibt Qualitätsunterschiede beim Schaumstoff, weshalb eine ausführliche Beratung, welches Material sich am besten eignet, essenziell ist.

Was ist Akustikschaum?

Akustikschaum ist eine Art poröses Material, das zur Reduzierung von Lärm und Vibrationen verwendet wird. Der Schlüssel zur Wirksamkeit von Akustikschaum liegt in seiner Fähigkeit, Schallwellen zu absorbieren und zu verhindern, dass sie zurückprallen. Das macht ihn zur idealen Wahl für Aufnahmestudios, Büroräume und andere Orte, an denen eine Geräuschdämmung erwünscht ist. Akustikschaumstoff ist in verschiedenen Formen und Größen erhältlich und kann an die spezifischen Bedürfnisse eines jeden Raumes angepasst werden.

Er wird häufig zur Reduzierung von Umgebungsgeräuschen verwendet, kann aber auch zur Kontrolle von Echos in einem Raum eingesetzt werden. Darüber hinaus kann Akustikschaumstoff auch dazu beitragen, die Klangqualität zu verbessern, indem er unerwünschte Reflektionen reduziert. Daher ist er ein unverzichtbares Hilfsmittel für alle, die eine ruhige und akustisch perfekte Umgebung schaffen wollen.

Schaumstoffplatten zur Lärmminderung

Schaumstoffplatten sind eine beliebte Wahl für die Schalldämmung, und das aus gutem Grund. Die aus einer Vielzahl von Materialien wie Polyurethan und Polystyrol hergestellten Schaumstoffplatten sind unglaublich effektiv bei der Schalldämmung. Darüber hinaus sind sie leicht und einfach zu installieren. Schaumstoffplatten sind in verschiedenen Stärken erhältlich, so dass es wichtig ist, die richtige Platte für die jeweilige Aufgabe zu wählen.

Dickere Platten sind beispielsweise effektiver bei der Reduzierung von hochfrequentem Lärm, während dünnere Platten besser für niederfrequente Geräusche geeignet sind. Schaumstoffplatten sind sowohl für private als auch für gewerbliche Anwendungen eine ausgezeichnete Wahl und können dazu beitragen, eine ruhigere und friedlichere Umgebung zu schaffen.

Wie viel Lärm kann ausgeschlossen werden?

Es ist nicht immer einfach, vor der Baumaßnahme genau zu sagen, wie viel Lärm mit Schaumstoff vermindert werden kann. Der Erfolg hängt von zahlreichen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem:

  • Grundlautstärke
  • Frequenz
  • Bausubstanz
  • Schallbrücken
  • eingebaute Leitungen

Grundsätzlich gilt: Je dicker die Schaumstoffplatten sind, desto besser wird der Lärm gedämmt. Sind die Wände besonders dünn, sollte daher eher zu dickeren Platten gegriffen werden.

Ein ruhiges Zimmer hat meist einen Grundschallpegel von 20 bis 30 Dezibel. Der Fernseher auf Zimmerlautstärke erreicht bereits 60 Dezibel und eine Hauptverkehrsstraße kann Lärm bis zu 90 Dezibel verursachen.

Verkleben von Schaumstoffdämmung – so funktioniert es

In den meisten Fällen wird Schaumstoff verklebt. Hierzu hat der Handel beispielsweise selbstklebende Platten parat, die einfach anzubringen sind. Aber auch Sprüh- und Montagekleber bieten sich an, um den Schaumstoff an die Wand zu bringen. Hier sollte vor allem das Gewicht der Platten beachtet werden: Je schwerer der Schaumstoff, desto stärker sollte die Leistung des Klebers sein.

Bei der Montage wird dieser einfach auf die Wand aufgetragen. Dazu braucht der Heimwerker lediglich einen Spachtel. Die Schaumstoffplatten werden anschließend auf den Kleber fest angedrückt. Bei schweren Verbundschaumstoffen empfiehlt es sich jedoch, eine zusätzliche mechanische Fixierung zu verwenden. In vielen Fällen sind die Montagekleber auch wasserlöslich, sodass sich ein Rückbau leicht gestaltet.

Dämmung der Wände: Alternativen zur Verklebung

Zum Verkleben gibt es jedoch auch Alternativen. Kommt die Dämmung zwischen die Wände, kann der Schaumstoff einfach eingelegt werden. Aber auch Hakensysteme sind im Handel erhältlich. Diese werden in den Schaumstoff eingedreht und die Platten werden mittels Stahl- oder Nylonseil an den Wänden aufgehangen. Der Vorteil dieses Systems: Beim Auszug bleiben keine Klebereste über. Die Löcher der Haken in den Wänden lassen sich nach Abbau leicht wieder verschließen.

Mobil gestaltet sich die Schalldämmung, wenn die Schaumstoffplatten auf Holzplatten verklebt werden. Diese kann der Heimwerker gezielt im Raum aufhängen und auch leicht wieder entfernen. Weitere Wege sind die Befestigung mit Nagel oder Tacker. Doch hier ist nicht immer ein guter Halt garantiert und auch die Optik ist nicht die Schönste.

Fenster, Türen und Co

Nicht immer sind es nur die dünnen Wände, die einen lauten Lärmpegel im eigenen Heim verursachen. Auch Türen und Fenster sind oft lärmdurchlässig. Bei Fenstern gibt es beispielsweise die Möglichkeit, Schaumstoffplatten direkt in den Rollkasten zu verkleben. Aber auch flexible Schaumstoffe im Fensterschacht können zum gewünschten Ergebnis führen. Zahlreiche Anbieter offerieren hier exakt zugeschnittene Schaumstoffstücke, da sich die Maße von den Fenstern oft unterscheiden.

Auch bei Türen gibt es zwei Möglichkeiten, diese mit Schaumstoff zu dämmen. Einerseits kann dieser in den Türschacht geklemmt werden, andererseits kann die gesamte Tür mit Schaumstoff beklebt werden. Bei der letzteren Variante eignen sich selbstklebende Platten am besten, da die Verarbeitung besonders einfach ist. Bei der Klemmvariante kann der Schaumstoff hingegen wieder leicht entfernt werden. In beiden Fällen bleibt die Tür benutzbar.

Das richtige Schließen der Tür ist bei einer erfolgreichen Lärmdämmung essenziell. Hierzu braucht der Heimwerker Gummifugen, die im örtlichen Baumarkt erhältlich sind.

Wie wird Schaumstoff eigentlich hergestellt?

Schaumstoff wird durch das Einschließen von Lufttaschen in einem Material hergestellt. Das Ergebnis ist ein leichtes, aber dennoch starkes Material, das vielseitig einsetzbar ist. Schaumstoff wird häufig zur Isolierung von Gebäuden und Geräten verwendet, da er ein hervorragender Dämmstoff ist. Er wird auch in vielen Kleidungsstücken wie Jacken und Turnschuhen verwendet, da er den Körper vor Stößen schützt. Darüber hinaus wird Schaumstoff in einer Vielzahl von Produkten verwendet, von Möbeln bis hin zu Spielzeug.

Das Herstellungsverfahren für Schaumstoff variiert je nach Art des Schaumstoffs. Die gängigste Methode besteht jedoch darin, ein Treibmittel mit einem Polymer zu mischen und die Mischung dann in eine Form zu spritzen. Das Treibmittel dehnt das Polymer aus und erzeugt die Lufteinschlüsse, die dem Schaumstoff seine charakteristische Struktur verleihen.

Schallschutz im Partykeller oder Probenraum

Ist der Nachwuchs musikalisch? Oder wird im heimischen Partykeller gern gefeiert? Auch in diesen Fällen bietet sich Schaumstoff an. Die richtige Einrichtung des Proberaums geht hier über die Gestaltung, Beleuchtung und Ausstattung hinaus. Hier spricht der Experte von einer Lärmdämpfung, da der Geräuschpegel im eigentlichen Raum minimiert wird. Noppen- oder Pyramidenschaumstoff sind dazu die besten Materialien.

Hier ist die Frequenz ausschlaggebend, welche Dicke verwendet werden sollte. Dünne Platten dämmen hohe Frequenzen, dicke Platten hindern niedrige Frequenzen am Austreten. Experten empfehlen für den Partykeller eine Schaumstoffdichte von acht bis zehn Zentimetern sowie die Verwendung von speziellem Akustikschaumstoff. Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, dass diese Dämmung auch schwer entflammbar ist. In vielen Fällen reicht eine Fläche von 60 Prozent abzudämmen, um den Lärm deutlich zu reduzieren.

Was sind niederfrequente oder  hochfrequente Geräusche?

Schallwellen werden durch vibrierende Objekte erzeugt, und diese Wellen breiten sich durch die Luft (oder andere Medien) aus, bis sie unsere Ohren erreichen. Die Amplitude einer Schallwelle bestimmt ihre Lautstärke, während die Wellenlänge die Tonhöhe bestimmt. Niederfrequente Töne haben lange Wellenlängen und niedrige Tonhöhen, während hochfrequente Töne kurze Wellenlängen und hohe Tonhöhen haben.

Der Mensch kann normalerweise Schallwellen mit Frequenzen zwischen 20 Hz und 20.000 Hz hören. Jenseits dieses Bereichs beginnen wir, einen Hörverlust zu erleiden. Hunde hingegen können Frequenzen bis zu etwa 50.000 Hz hören, während Fledermäuse Frequenzen bis zu 100.000 Hz wahrnehmen können!

Zusammenfassung

Ab wann wird Lärmbelästigung zu einem Problem? Das hängt von einer Reihe von Faktoren ab, darunter die Art des Lärms, die Intensität des Lärms und die Dauer der Belastung. Lärm kann krank machen und nicht jede Wohnung ist ausreichend davor geschützt. Sind die Wände zum Nachbarn dünn, kann eine Dämmung mit Schaumstoff wahre Wunder bewirken. Dieser kann in unterschiedlicher Stärke mit verschiedenen Wegen befestigt werden. Achtung: Auch Türen und Fenster sollten dabei beachtet werden. Soll im eigenen Heim ein Partykeller oder ein Proberaum entstehen, dann ist auch eine Dämpfung des Lärms innerhalb des Raumes ratsam.

Artikelbild: © Strannik_fox / Shutterstock

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