So entfernen Sie Schimmel effektiv von der Wand

So entfernen Sie Schimmel effektiv von der Wand

Eines der gefährlichsten Probleme, das in den eigenen vier Wänden auftreten kann, ist Schimmelbefall. Dabei reichen schon wenige Umstände, um eine Schimmel-Invasion herbeizuführen: Hohe Luftfeuchtigkeit, Lecks im Wasserrohr und schon wird der fiese Pilz zum langzeitigen Hausbewohner. Die gute Nachricht lautet, dass Sie selbst einiges gegen den Befall tun können, sobald Sie Verdacht schöpfen. Wir erklären Ihnen, was und wie!

Die Gefahren von Schimmel

Besonders bei Kindern können sich die gesundheitlichen Folgen schnell bemerkbar machen. Die Gefahren von Schimmelbefall sollten nie unterschätzt werden. Schimmelpilze scheiden sogenannte Mykotoxine mit ihren Sporen aus, die in die Atemwege gelangen und befallene Menschen ernsthaft krank machen können. Bei einer Schimmelpilzbelastung können permanente Beschwerden auftreten, darunter allergische Reaktionen, Bronchitis, Atemwegsbeschwerden, Übelkeit und Husten.

Bei Kleinkindern und Menschen mit Asthma ist das Risiko für langzeitige Folgen noch größer, in extremen Fällen können diese dann sogar der Vergiftung erliegen. Daher sollten Sie bei dem ersten Anzeichen auf eine Schimmelpilzinvasion schnell und aggressiv handeln, um das Risiko zu minimieren. Falls bereits eine größere Fläche betroffen ist, sollten Sie sich allerdings eher an einen Experten wenden.

So erkennen Sie, ob Ihre Wand von Schimmel befallen ist

Das erste Anzeichen für Schimmel ist der Geruch. Wenn die Luft im Zimmer auch nach gründlichem Lüften moderig oder muffig riecht, kann dies ein Anzeichen für die Präsenz von Schimmelsporen sein. Falls sich an Ihren Wänden Verfärbungen erkennen lassen, sollten Sie lieber näher hinsehen. Oftmals tritt Schimmel zunächst in Gestalt kleinerer dunkler Flecke auf, die auf der Tapete haften oder unter der Wandfarbe hervorscheinen.

Falls Sie vermuten, dass Ihr Zimmer von Schimmelpilzen betroffen sein könnte, sollten Ihre erste Aktion sein, alle Möbel vorzuziehen und die Wände dahinter zu begutachten. Schimmelpilze gedeihen vor allem an feuchten und schlecht belüfteten Orten. Der Putz rund um die Fenster ist allerdings durch Schwitzwasser und Regenfälle ebenfalls gefährdet. Beachten Sie auch die Wand unter der Spüle sowie Ihr Bad. Falls Sie ungewöhnliche Verfärbungen erkennen können, die nicht durch Vergilbung der Wandfarbe erklärt werden können, sollten Sie systematisch suchen.

Falls Sie einen Schimmelpilz gefunden haben, sollten Sie diesen keinesfalls berühren oder versuchen, ihn abzuschaben, besonders ohne Schutzkleidung. Bei Berührung des Schimmelpilzes stößt dieser sofort eine Sporenwolke ab, die Ihnen gesundheitliche Probleme bereiten kann. Außerdem nisten sich die neuen Sporen unverzüglich wieder in der Wand ein und sorgen für eine erneute Invasion des Pilzes.

So bekämpfen Sie Schimmelbefall

Wenn Abschaben nicht die richtige Methode ist, den Pilz zu bekämpfen, was dann? Mit der richtigen Ausrüstung und Schutzkleidung können Sie kleinere Stellen auf einer Fläche von weniger als einem halben Quadratmeter selber entfernen. Bei größeren Flächen sollten Sie unbedingt mit einem Profi Kontakt aufnehmen. Wenn Sie sich entscheiden, selbst etwas gegen den Schimmelfleck zu unternehmen, sollten Sie sich zunächst die richtige Schutzkleidung zulegen. Es empfiehlt sich ein Ganzkörper-Schutzanzug, doch Gummihandschuhe, eine Schutzbrille und eine Atemmaske genügen in den meisten Fällen.

Falls Sie noch einen FFP3-Mundschutz haben, können Sie diesen als Schutzmaßnahme nutzen. Er ist für den Job ideal, da die Schimmelsporen nicht durch die feinen Poren der Maske gelangen können.

Bei leichtem Befall auf Oberflächen wie Metall, lackiertem Holz, Glas und Keramik können Sie den Pilz einfach mit heißem Seifenwasser abwischen und anschließend trocknen. Wenn Ihre Wand betroffen ist, ob Putz, Fuge oder Tapete, sollten Sie seriöser vorgehen. Öffnen Sie sicherheitshalber alle Fenster und Türen im Zimmer für besseren Luftaustausch und ziehen Sie Ihre Schutzkleidung an. Jetzt sprühen Sie die betroffene Stelle vorsichtig mit einem Schimmelmittel ein. Dies sorgt dafür, dass der Schimmelpilz geschwächt wird, und minimiert zugleich den Flug von Schimmelsporen.

Für effektive Schimmelbeseitigung können Sie entweder chemische Schimmelentferner kaufen oder den Pilz mit Hausmitteln bekämpfen. Sie haben einige Optionen. Ein beliebtes Schimmelmittel ist Essig. Wenn Schimmel mit sehr sauren Mitteln in Berührung kommt, fängt dieser an, abzusterben. Herkömmlicher Speiseessig genügt bei den meisten Schimmelarten allerdings meist nicht, um den Pilz vollständig abzutöten.

Konzentrierte Essigessenz hingegen ist der Situation mehr als nur gewachsen. Ein weiteres effektives Hausmittel ist Alkohol. Hierfür sollten Sie Alkohol mit einer Konzentration von 70 Prozent oder höher verwenden, beispielsweise Brennspiritus oder medizinischen Alkohol. Zuletzt könnten Sie auch Wasserstoffperoxid benutzen. Dieses ist sehr effektiv, wenn Sie eine Lösung mit einer Konzentration von 3 % oder höher wählen.

Achten Sie darauf, dass Sie Wasserstoffperoxid nicht auf Tapeten auftragen, da die Flüssigkeit ein Bleichmittel ist und für Verfärbungen sorgen kann. Ansonsten ist ein neuer Anstrich nötig. Nutzen Sie ansonsten lieber Ethylalkohol, Chlor oder speziellen Schimmelentferner.

Sobald Sie den Schimmel besprüht haben, können Sie die Stelle vorsichtig mit einem Lappen abwischen oder abschrubben. Viele Menschen schwören sogar auf Dampfreiniger, wenn sie Schimmel von Putz entfernen wollen. Dies je nach Gerät nur mäßig effektiv, da oftmals die Dampftemperatur nicht hoch genug ist, um den Schimmel vollständig abzutöten. Andererseits ist der Dampfreiniger ein geniales Werkzeug für die Schimmelbekämpfung bei Möbeln.

Sobald Sie sicher sind, dass alle betroffenen Stellen gründlich gereinigt sind, gilt es abzuwarten. Behalten Sie die Stellen über die nächsten Tage und Wochen gut im Auge. Falls der Schimmel immer und immer wiederkehrt, besteht mit Sicherheit ein gravierenderes Problem. Vielleicht bildet sich irgendwo Schwitzwasser oder eines Ihrer Wasserrohre ist undicht. Möglicherweise sind aber auch die unterliegende Wand und das Mauerwerk bereits von zu viel Schimmel betroffen, als dass eine oberflächliche Behandlung einen Effekt haben könnte.

Übermäßiges Schimmelwachstum kann sogar Risse am Putz und in der Mauer entstehen lassen. An diesem Punkt sollten Sie sich einen Experten bestellen, der dann das Problem für Sie beheben kann. In manchen Fällen wächst der Pilz auch von der Außenwand nach innen, wenn die Mauer zu oft von Regen begossen wird oder durch Kondenswasser. Es genügt eine feuchte Stelle und ein wenig Pech, um eine Pilzinvasion herbeizurufen.

Schimmelbildung vorbeugen

Das alles klingt nach einer Menge Arbeit und Stress. Am besten ist es, Schimmelbildung vollkommen zu vermeiden. Daher sollten Sie stets darauf achten, dass Sie in Ihren Wohnräumen häufig genug lüften; durch Stoßlüften werden eventuelle Schimmelsporen stets nach draußen befördert. Falls die Luftfeuchtigkeit in Ihrem Haus zu hoch ist, steigt das Risiko von Schimmelpilzbildung immens.

Im Optimalfall sollte die Luftfeuchtigkeit bei 40 bis 60 Prozent liegen. Außerdem ist es besonders im Winter essenziell, korrekt zu heizen. Falls Ihr Haus zu kalt ist, kann die Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen, welche sich dann stattdessen als Kondensation auf allen Oberflächen in Ihrem Haus ablagert. Ein Luftentfeuchter schafft Abhilfe und hält die Luft stets trocken. Eine weitere tolle Option ist ein Luftfilter.

Stellen Sie einfach eines dieser Geräte in Ihrem Zimmer auf und schon werden die meisten Schimmelsporen, Staub und Keime aus der Raumluft herausgefiltert. Viele dieser Geräte haben sogar einen integrierten Luftentfeuchter, welcher die Luftfeuchtigkeit auf einem gesunden und angenehmen Niveau hält. So findet Schimmel zukünftig keinen Nährboden.

Zusammenfassung

Schimmel kann sich aus den verschiedensten Gründen im Haus niederlassen. Schimmelsporen können ernste gesundheitliche Konsequenzen mit sich bringen, weshalb schnell gehandelt werden sollte. Bei kleineren Flächen können Sie mit der richtigen Schutzausrüstung und Hausmitteln selber den Schimmelbefall stoppen, ansonsten ist ein Profi gefragt.

 

 

 

 

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