Technik im Kinderzimmer: Das sollten Eltern wissen

Technik im Kinderzimmer: Das sollten Eltern wissen

Die moderne Technik hat im gesamten Haushalt seinen Einzug gehalten. Und so lässt sie sich auch längst nicht aus dem Kinderzimmer aussperren. So manches Kind mag nicht mehr auf Tablet und Co verzichten. Hier lauern Gefahren, aber auch Potential. Was Eltern über Technik im Kinderzimmer wissen sollten, ist hier einmal zusammen getragen.

Technik verdrängt nicht das Spielzeug

Man könnte meinen, dass Laptop, Tablet und Co die Klassiker aus dem Kinderzimmer verdrängen. Doch entgegen vieler solcher Annahmen, ist das nicht er Fall. Eher ist es so, dass digitale und analoge Spielwaren nebeneinander im Kinderzimmer existieren. Eine Studie der Spielwarenmesse Nürnberg belegt eben genau dieses. Rund 89 Prozent der Befragten nutzen beiden: elektronische Geräte und reale Spielwaren. So zieht also die Technik in die Kinderzimmer ein, ohne die Klassiker zu vertreiben. In vielen Fällen wird sogar kombiniert: das dreidimensionale Puzzle, dass sich mit Tablet zum Leben erwecken lässt, der Helikopter mit Motor, der sich mittels App steuern lässt oder die Holzbahn bei der die Technik die Kugeln nach oben rollen lässt.

Ab wann eignet sich Technik für Kinder?

Die Experten sind sich nicht immer einig, ab wann die Technik auch im Kinderzimmer Einzug halten sollte. Verschiedene Studien warnen vor negativen Folgen von zu frühzeitigem Gebrauch von Tablets – die Fingerfertigkeit könnte sinken, die Geschicklichkeit sich nicht entwickeln und sogar vor Internet-Sucht warnen Krankenkassen. Doch was im Haushalt ist, lässt sich nicht aus dem Kinderzimmer fern halten. Ein kontrollierter Umgang ist wichtig. Doch vor dem 3. Lebensjahr ergibt ein Tablet keinen Sinn, da die motorischen Fähigkeiten noch nicht genügend ausgereift sind. Ab diesem Zeitpunkt sollte die Technik entsprechend dem Alter gekauft werden – das Kindertablet ist besser geeignet, als das „Erwachsenenspielzeug“. Im Kleinkinderalter spielt Musik eine große Rolle, bei Schülern tritt der Lerneffekt in den Vordergrund.

Die Klassiker haben die Nase vorn

Doch trotz des anhaltenden Einzugs – auch die Klassiker sind im Kinderzimmer noch zu finden. Bauklötze und Co weichen der Technik nicht. So meldete so mancher Hersteller in 2015, der großen Nachfrage nicht mehr gerecht werden zu können. Ein dänisches Bauspielzeugunternehmen hatte so in diesem Jahr ein zweistelliges Wachstum und einen Rekordgewinn. Plastikfiguren und Holzschiffe trotzen dem Touchscreen vehement. Grund ist die Realitätstreue, denn Kinder wollen auch echte Figuren anfassen. So sollten Eltern bedenkenlos nicht nur Technik unter den Weihnachtsbaum legen.

Aufräumen oder Chaos akzeptieren – das Alter ist ausschlaggebend!

Gerade bei empfindlicher Technik im Kinderzimmer ist das Chaos schwerwiegend: Der Streit ums Aufräumen ist ein wieder kehrendes Ritual. Dabei raten Erziehungsexperten, dass Eltern sich in dieser Frage dem Alter ihres Kindes anpassen sollten. So könnten Kinder jünger als zehn Jahre nicht selbst aufräumen. Ihnen muss erst gezeigt werden, was das überhaupt bedeutet. Wo kommt das Tablet hin? Warum kann der Kindercomputer nicht auf dem Boden liegen bleiben? In diesem Alter gilt es, Regeln und Werte zu vermitteln. Bei Jugendlichen hingegen sollten Eltern mehr Verständnis für das Chaos im Kinderzimmer haben. Denn es ähnelt dem Chaos im Kopf, das Pubertierende durchlaufen. Liegt der Laptop wieder im Wohnzimmer, der MPEG-Player im Badezimmer?

Dann sollte nicht mit Vorwurf reagiert werden. Stattdessen raten Experten zu einem Gespräch über die Bedürfnisse der Familienmitglieder. Regeln sollten ausgehandelt werden, aber Eltern brauchen in dieser Phase viel Kompromissbereitschaft. Ist das Kind schon erwachsen, sollten keine Vorschriften mehr gemacht werden. Stattdessen ist Anleitung hilfreich: Wie wird Wäsche gewaschen? Dennoch sollte der Nachwuchs nicht vollständig sich selbst überlassen werden. Nimmt die Zeit vorm Computer zu große Ausmaße an, während die Dreckwäsche vor sich dahin schimmelt? Spätestens dann müssen Eltern eingreifen.

Tipps zum Aufräumen

Tipp 1: Je simpler das System, desto einfacher geht das Aufräumen Das Aufräumen beginnt schon bei der Einrichtung des Kinderzimmers. Denn schon hier sollte über Stauräume nachgedacht werden, wo später das geliebte Spielzeug untergebracht werden soll. Ist viel Technik vorhanden, braucht es sicher auch einen (Schreib)tisch, auf und in dem Stauraum für diese vorhanden ist. Sind die Kinder klein, sind Ordnungsräume in Bodennähe wichtig. Ältere Kinder können hervorragend ein System mit offenen Regalen entwickeln. Bei vertbaudet können zum Beispiel Stufenregale, aber auch Wandregale und andere Ausführungen erstanden werden, bei denen Kindern das Aufräumen leicht fällt. Was leicht greifbar ist, kann auch einfacher wieder weggeräumt werden.

Tipp 2: Stauräume nutzen Vor allem Boxen und Kisten bieten viel Stauraum, sie lassen sich stapeln, in Fächer räumen oder mit Rollen versehen auch leicht durch das Zimmer manövrieren. Hier haben Stifte, Papier, Kleber und Schere schnell einen Platz. Wichtig ist, hier feste Plätze zu verteilen. Nur wenn klar ist, wo was hingehört, kann sich das Kind auch an dieses Regelsystem gewöhnen. Eltern können hier mit Farben arbeiten – zum einen um die verschiedenen Spielzeuge zu sortieren, oder zum anderen wenn zwei Kinder sich ein Kinderzimmer teilen. Rot für den kleinen Bruder, Blau für den großen Jungen.

Tipp 3: Technik sicher verstauen Werte können vor allem bei der Einzug haltenden Technik vermittelt werden. Ein Tablet gehört in die Schutzhülle, andere Elektronik in die Dokingstation und die Spielkonsole sollte ebenfalls sicher verstaut werden. Denn geht hier ein Teil kaputt, ist die Trauer groß. Kindertablets und Computer sind zwar meist wurfsicher und stoßfest – dennoch sollte kein Risiko eingegangen werden. Denn der Anschaffungspreis von Technik unterscheidet sich deutlich von Spielklassikern.

Tipp 4: Regelmäßig ausmisten Nimmt das Chaos überhand, hilft auch im Kinderzimmer nur noch eins: ausmisten! Wer clever ist, macht dies regelmäßig und vor allem mit seinem Kind gemeinsam. Mit seiner Zustimmung kann entschieden werden, welches Spielzeug weggeworfen wird, was verschenkt und was aufbewahrt werden kann. Ist Technik kaputt oder aufgrund des Alters uninteressant geworden? Hier kann gemeinsam überlegt werden, was sich lohnt, reparieren zu lassen oder sogar zu verkaufen. Der Umgang mit Geld ist hier parallel lehrbar.

Tipp 5: Ein Lied zum Aufräumen Jeden Abend dreieinhalb Minuten einen Song hören und dabei aufräumen – das ist die Idee, die hinter dem Aufräumsong steckt, den Kinderexperten entwickeln haben. So wird Ordnung schaffen zur Routine, das Drängeln der Eltern entfällt. Zudem macht Aufräumen mit Musik mehr Spaß, grenzt das Zeitfenster ein und die Kinder bleiben konzentriert bei der Sache.

Artikelbild: © Alena Ozerova / Shutterstock

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