Kamin einbauen – mit welchen Kosten muss man rechnen?

Kamin einbauen – mit welchen Kosten muss man rechnen?

Der Kaminofen im Wohnzimmer sorgt nicht nur für eine gemütliche Atmosphäre und Behaglichkeit, sondern er bietet auch eine Reihe von Vorteilen. Kaminöfen, die mit Pellets oder mit Holz befeuert werden, avancieren zum neuen Trend im Wohnraum. In vielen Wohnräumen zählt der Kaminofen als wärmespendendes Design-Element, welches den Raum aufwertet. Möchte man als Hausbesitzer den Kamineinbau nachträglich vornehmen, sollte man sich im Vorfeld über die Bestimmungen und die damit verbundenen Einbaukosten sowie die Anschaffungskosten genau informieren.

KostenfaktorenPreis
Kaminofen mit 7,5 kW Heizleistung in schwarz729 Euro
Ofenrohre komplett mit Senothermbeschichtung55 Euro
Lieferkosten Kaminofen0 Euro
Ofenplatte rechteckig aus Glas64 Euro
Kaminbesteck Design72 Euro
Edelstahlschornstein, Material524 Euro
Edelstahlschornstein, Einbaukosten850 Euro
Gesamtkosten inkl. Edelstahlschornstein und Montage2.294 Euro

Wie hoch sind die Kosten beim Kamin einbauen?

Die Anschaffungskosten für den Kaminofen hängen immer vom gewählten Ofenmodell ab. Hausbesitzer haben die Wahl zwischen dem gemütlichen Kachelofen, dem nostalgischen Holzofen oder dem Pelletofen. Beim Einbau des Kaminofens kommt es in Bezug auf die Kosten immer auf die örtlichen Gegebenheiten an, sodass kein Pauschalpreis für den Einbau eines Kamins genannt werden kann.

Zum Verdeutlichen ein gängiges Kostenbeispiel aus der Praxis eines Fachmanns:

In einem Wohnraum soll ein Kaminofen aufgestellt werden. Dazu muss an passender Stelle ein Edelstahlschornstein gebaut werden. Der Kaminofen hat eine Nennleistung (Heizleistung) von 7,5 kW.

Es handelt sich hier nur um ein einzelnes Kostenbeispiel (siehe oben), das nur für bestimmte Kaminöfen bei bestimmten örtlichen Gegebenheiten gilt. Die Kosten können je nach Fachbetrieb deutlich variieren. Im aktuellen Kostenbeispiel wurde nachträglich ein Edelstahlschornstein eingebaut. Der Fachbetrieb verlangte hierfür 850 Euro. Hätte der Hausbesitzer diesen Einbau in Eigenleistung erledigt, hätte er die Gesamtkosten um 850 Euro reduzieren können.

Kaminofen-Kosten im Überblick

Ein Kaminofen in guter Qualität mit einer Heizleistung von 6 kW kann man kostengünstig bereits ab 600 Euro bekommen. Einen schlichten No-Name Kaminofen aus dem Baumarkt oftmals sogar noch günstiger. Eine höhere Heizleistung von 8 kW ist meist nur geringfügig teurer. Für einen Designer-Kaminofen fallen unter Umständen Anschaffungskosten von bis zu 2.000 Euro an. Verkleidete Kamine kosten meist um die 1.000 Euro. An weiteren Zubehörkosten entfallen auf die Bodenplatte, die Ofenrohre, das Kaminbesteck, Aschekasten, die Abnahme durch den Schornsteinfeger und die Holzlagerung rund 100 bis 250 Euro.

Die Einbaukosten sind massiv von den örtlichen Gegebenheiten abhängig. Kann der Kaminofen an einen bestehenden Schornstein angeschlossen werden, bewegen sich die Einbaukosten inklusive der Aufstellkosten bei rund 200 Euro. Muss jedoch nachträglich ein Edelstahlschornstein an der Hausaußenseite angebracht werden, kann man mit Kosten von 800 bis 1.000 Euro kalkulieren. Um bei diesen Kosten zu sparen, kann man den Edelstahlschornstein auch in Eigenleistung montieren. Die Kosten liegen dann bei ca. 400 bis 600 Euro.

Möchte der Hausbesitzer, dass der nachträgliche gebaute Schornstein im Hausinneren verläuft, belaufen sich die Kosten meist zwischen 3.000 und 4.000 Euro. Grund hierfür ist meist eine Dachdurchführung. Der Handwerker spricht bei dieser Bauart von einem Leichtbauschornstein. Die Nachrüstung ist entsprechend teuer.

Für einen wasserführenden Kaminofen, mit dem man neben dem Betrieb auch Heißwasser bereiten kann, bekommt man meist ab 1.000 bis 1.200 Euro. Dazu muss man noch die Kosten für den Pufferspeicher kalkulieren. Diese belaufen sich je nach Größe auf ca. 500 Euro. Kosten für den Anschluss der Heizanlage hängen im Einzelfall vom Aufwand ab. Hausbesitzer müssen meist für einen kompletten wasserführenden Kaminofen inklusive montieren und aufstellen mit 3.000 bis 6.000 Euro kalkulieren.

Warum lohnt der Einbau eines Kaminofens?

Sicherlich sehen viele Hausbesitzer in erster Linie beim Kaminofen den Gemütlichkeits-Aspekt, denn was gibt es Schöneres, als vor einem lodernden Kaminfeuer zu sitzen. Wohnräume können durch einen passenden Kaminofen mit überschaubarem Aufwand optisch aufgewertet werden.

Ein weiterer sehr großer Vorteil des Kaminofens ist die Nutzung als Heizquelle. So sind zum Beispiel Biomasse-Heizungen, die mit brennbarem Scheitholz, Pellets oder Hackschnitzel als Brennstoff betrieben werden komplett CO2-neutral und bieten eine kostengünstige Heizform. Bei Gas muss man mit ca. 6 Cent für 1 kWh Wärme rechnen, während es bei Holz nur 3,5 bis 5 Cent für 1 kWh Wärme sind.

Sehr oft wird die Leistungsfähigkeit eines Kaminofens unterschätzt. Mit einer Heizleistung von 6 bis 9 kW kann man bereits ein komplettes Geschoss im Haus beheizen. In der Übergangszeit kann meist die Hauptheizung komplett ausgeschaltet werden. Im Winter kann ein wasserführender Kaminofen die Hauptheizung und die Warmwasserbereitung unterstützen, wodurch es zur Entlastung der Heizkosten kommt.

Kaminöfen lassen sich ohne Probleme betreiben, sind langlebig, da sie robust sind und bieten so kaum ein Ausfallrisiko in der Heizsaison. Hartholz und Weichholz kann man meist günstig besorgen, wenn man auf alternative Bezugsquellen zurückgreifen möchte. Somit sinken die Betriebskosten für den Kaminofen noch weiter. Jedoch sollte man die Kosten für die Anschaffung und die Einbaukosten nicht vollkommen verdrängen.

Welche Faktoren bestimmen die Einbaukosten für den Kaminofen?

Es gibt eine Reihe von Kostenfaktoren, die die Gesamtkosten für den Kaminofen mitbestimmen.

  • Der wichtigste Kostenfaktor ist die Wahl des Kaminofens, den man sich aussucht.
  • Kosten für Ofenrohre und Zubehör
  • Kosten für das Aufstellen, montieren und anschließen des Kaminofens
  • Eventuell Liefer- und Transportkosten
  • Ist ein nachträglicher Schonsteineinbau nötig
  • Soll der nachträgliche Schornsteineinbau außen am Haus oder im Inneren verlaufen
  • Wird der nachträgliche Edelstahlschornstein in Eigenleistung oder vom Ofenbauer aufgebaut
  • Plant man einen wasserführenden Kaminofen
  • Soll der Kaminofen an das bestehende Heizungssystem angeschlossen werden
  • Welche Größe hat der Pufferspeicher
  • Welcher Aufwand entsteht beim Anschluss an das bestehende Heizungssystem

Die Summe dieser Kostenfaktoren bestimmt die Gesamtkosten für den Einbau des Kaminofens. In der Praxis bedeutet dies eine breite Preisspanne beim Einbau des Kaminofens. Hausbesitzer sollten daher immer im Vorfeld genau die Einsatzmöglichkeiten des Kaminofens sowie die Ausführung der Einbauarbeiten mit einem Ofenbauer besprechen. So ist es möglich, dass mit einem geringen Kostenaufwand ein höchstmöglicher Nutzen erzielt werden kann.

Was kostet ein Kaminofen beim Betrieb?

Sind die Anschaffungskosten sowie die Einbaukosten erst einmal bezahlt, muss man kaum mit laufenden Kosten für den Betrieb des Kaminofens rechnen. Pro Jahr sind 1 bis 2 Überprüfungen des Kaminofens durch den Schornsteinfeger vorgesehen. Die Kosten bewegen sich hier meist zwischen 30 und 50 Euro pro Jahr. Wartungen oder gar Reparaturen fallen bei einem Kaminofen in der Regel nicht an. Des Weiteren sind Edelstahlschornsteine meist komplett wartungsfrei. Die Kosten für den Holzverbrauch richten sich immer nach der Nennleistung (Heizleistung) des Kaminofens, seinem Wirkungsgrad und der Betriebsdauer.

Bei richtigem Heizen liegt der Wirkungsgrad eines guten Kaminofens meist bei 80 %.

Für die Brennholzpreise muss man im Schnitt 4 Cent pro kWh rechnen. Findet man dagegen günstige Bezugsquellen für das Brennholz, sinken diese Kosten weiter. Holz wird meist in den Maßeinheiten Raummeter, Festmeter oder Schüttraummeter angeboten.

Kennt man die Brennholzkosten, dann lassen sich die Betriebskosten für den Kaminofen gut kalkulieren, sofern man den Heizwärmebedarf des Gebäudes kennt. Diese Kosten kann man sich im Übrigen von einem Energieberater ausrechnen lassen. So ist es möglich mit einem Kaminofen auch während der Heizperiode Geld zu sparen.

Welche Kosten fallen für die Kernbohrung beim Kaminofen an?

Je nach Durchmesser des Zylinders, der Dicke der Wand und der Art des Mauerwerkes können unterschiedliche Kosten für die Kernbohrung anfallen. Hat der Zylinder einen Durchmesser von 120 bis 150 mm muss man mit ca. 4 bis 5 Euro pro Zentimeter Mauerwerk rechnen. Des Weiteren gilt es zu beachten, dass für die Verbindung des Ofenrohrs zum Kamin ein Wandfutter benötigt wird. Um Kosten zu sparen, kann man das Wandfutter in Eigenleistung anbringen.

Vor- und Nachteile eines Kaminofens

VorteileNachteile
kostengünstige Zusatzheizungwasserführende Kaminöfen sind meist teurer
angenehme Strahlungswärme, behagliches AmbienteLagerplatz für das Brennholz nötig
günstige und nachwachsende CO2-neutrale Brennstoffeeventuell Nachteile in der Heizleistung und dem Brennstoffverbrauch
flexibel in Montage und Demontage

FAQ – Die häufigsten Fragen

Was kostet es, einen Kamin einzubauen?

Die Einbaukosten sind massiv von den örtlichen Gegebenheiten abhängig. Kann der Kaminofen an einen bestehenden Schornstein angeschlossen werden, bewegen sich die Einbaukosten inklusive der Aufstellkosten bei rund 200 Euro. Muss jedoch nachträglich ein Edelstahlschornstein an der Hausaußenseite angebracht werden, kann man mit Kosten von 800 bis 1.000 Euro kalkulieren.

Was kostet ein Kaminofen?

Ein Kaminofen in guter Qualität mit einer Heizleistung von 6 kW kann man kostengünstig bereits ab 600 Euro bekommen. Einen schlichten No-Name Kaminofen aus dem Baumarkt oftmals sogar noch günstiger. Eine höhere Heizleistung von 8 kW ist meist nur geringfügig teurer. Für einen Designer-Kaminofen fallen unter Umständen Anschaffungskosten von bis zu 2.000 Euro an. Verkleidete Kamine kosten meist um die 1.000 Euro.

Was kostet ein wasserführender Kaminofen?

Für einen wasserführenden Kaminofen, mit dem man neben dem Betrieb auch Heißwasser bereiten kann, bekommt man meist ab 1.000 bis 1.200 Euro. Dazu muss man noch die Kosten für den Pufferspeicher kalkulieren. Diese belaufen sich je nach Größe auf ca. 500 Euro. Kosten für den Anschluss der Heizanlage hängen vom Aufwand ab. Für einen kompletten wasserführenden Kaminofen inklusive montieren und aufstellen sollte man ca. 3.000 bis 6.000 Euro kalkulieren.

Was kostet ein Kaminofen beim Betrieb?

Pro Jahr sind 1 bis 2 Überprüfungen des Kaminofens durch den Schornsteinfeger vorgesehen. Die Kosten bewegen sich hier meist zwischen 30 und 50 Euro pro Jahr. Für die Brennholzpreise muss man im Schnitt 4 Cent pro kWh rechnen.

Was kostet eine Kernbohrung beim Kaminofen?

Je nach Durchmesser des Zylinders, der Dicke der Wand und der Art des Mauerwerkes können unterschiedliche Kosten für die Kernbohrung anfallen. Hat der Zylinder einen Durchmesser von 120 bis 150 mm muss man mit ca. 4 bis 5 Euro pro Zentimeter Mauerwerk rechnen.

Zusammenfassung

Durch das Nachrüsten mit einem Kaminofen kann man mit einem überschaubaren Aufwand für mehr Behaglichkeit in seinen Wohnräumen sorgen. Sind erst einmal die Anschaffungskosten und die Einbaukosten bezahlt, spart man deutlich an den Betriebskosten und kann in der Übergangszeit oft ganz auf die Hauptheizung verzichten. Brennstoffe bekommt man unter Umständen günstig.

Artikelbild: New Africa / Bigstock.com

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2 Kommentare

  1. Laura Urban 22.01.2020 08:58 Uhr

    Wir überlegen, uns einen Kamin ins Wohnzimmer einbauen zu lassen. Da in unserem Umfeld aber bisher niemand einen Kamin hat fällt es uns schwer, die möglichen Kosten abzuschätzen. Wir interessieren uns nicht für die Design-Variante, sondern für einen klassischen Ofen mit 6 kW Leistung. Gut zu wissen, dass man diesen schon ab 600 Euro in guter Qualität finden kann.

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  2. M. Scheffler 19.02.2020 09:15 Uhr

    Danke, dass Sie die Kosten für einen Kamin-Einbau mit 2.300 Euro so exakt benennen. Wir überlegen schon lange, uns einen Kamin einbauen zu lassen und lassen uns bald beraten. Meine Frau hat leider einen ganz anderen Geschmack wie ich. Ich hoffe, wir werden uns einig, welcher Kaminofen es sein soll.

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  3. Franz Miller 14.05.2020 10:54 Uhr

    Gut zu wissen, dass je nach Durchmesser des Zylinders, der Dicke der Wand und der Art des Mauerwerkes unterschiedliche Kosten für die Kernbohrungen anfallen können. Interessant, dass die Verbindung des Ofenrohrs zum Kamin ein Wandfutter benötigt. Ich wusste gar nicht, dass man das Betonschneiden für den Einbau eines Kamins benötigt.

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