Bäume düngen – so klappt es garantiert

Bäume düngen – so klappt es garantiert

Ob Rasen, Büsche, Blumen oder Gemüse: Mit der Zeit will jede Pflanze im Garten ein wenig gedüngt werden. Dies gilt mitunter sogar für Bäume. Doch je nachdem, um welche Baumart es sich handelt, gelten andere Regeln, auf die Sie achten sollten, damit Sie dem Baum am Ende nicht noch Schaden zufügen, statt ihn zu pflegen. Dazu spielen auch viele verschiedene Faktoren eine wichtige Rolle, wie zum Beispiel das Wetter, die Größe des Baums, sein Standort und die Beschaffenheit des Bodens. Darüber hinaus gibt es aber auch einige Grundlagen, die Sie beachten sollten. Aber muss ein Baum eigentlich wirklich gedüngt werden?

Bäume richtig düngen – Grundlagen

Damit Bäume im Garten wachsen können, benötigen sie in erster Linie Licht, Sauerstoff, Kohlendioxid und Wasser, aber auch zahlreiche Nährstoffe und Spurenelemente, wie zum Beispiel:

  • Stickstoff (N)
  • Phosphor (P)
  • Schwefel (S)
  • Calcium (CA)
  • Magnesium (Mg)
  • Kalium (K)
  • Eisen (Fe)
  • Mangan (Mn)
  • Kupfer (Cu)
  • Zink (Zn)

Jedes dieser Elemente hat seine ganz eigene Funktion innerhalb des Stoffwechsels eines Baumes, alle zusammen stehen aber auch in einer direkten Wechselwirkung zueinander. Um gesund wachsen zu können ist sowohl ein Mindestgehalt als auch ein ausgewogenes Verhältnis an Nährstoffen erforderlich.

Gemäß dem sogenannten Mindestgesetz von Carl Sprengel und Justus von Liebig wird das Baumwachstum durch die im Verhältnis geringste Ressource bestimmt. Es gibt aber auch ein Sprichwort, welches im Grunde das gleiche Prinzip erklärt: Eine Kette ist nur so stark wie ihr stärkstes Glied!

Woher bekommt ein Baum normalerweise seine Nährstoffe?

Ein Baum bezieht ebenso wie jede andere Pflanze, egal ob im Wald oder im Garten, seine Nährstoffe über Wurzeln aus dem Boden. Je nach Art des Baumes kann sein Wurzelwerk völlig unterschiedlich ausgebildet sein. So können etwa Bäume mit einer weiteren Durchwurzlungstiefe weit mehr Nährstoffe aufnehmen, da sie über ein größeres Zulieferungsfeld verfügen. Der Boden wiederum erhält die Nährstoffe aus der Atmosphäre, aber auch über verschiedene Verwitterungsprozesse, indem etwa Laub oder Gehölz verrotten und ihre Nährstoffe in den Boden ausgewaschen werden. In der Regel ist die Natur sehr gut in der Lage, einen eng geschlossenen Nährstoffkreislauf aufrechtzuerhalten und somit einen Nährstoffmangel zu verhindern. Ein Baum nimmt Nährstoffe auf und lagert diese in seiner Biomasse ein. Eben diese Nährstoffe werden durch Streufall dem Humus zugeführt, wo sie ebenfalls eingelagert, durch Mineralisation nach und nach freigesetzt und an die Pflanzen weitergegeben werden. So entsteht schließlich ein geschlossener Kreislauf.

Es kann aber durchaus vorkommen, dass dieser Nährstoffkreislauf gestört wird. Der häufigste Grund dafür ist beispielsweise das regelmäßige Einsammeln von gefallenem Laub und Gehölz, welches schließlich über die Mülltonne entsorgt wird, sodass hier keine Verrottung an Ort und Stelle stattfinden kann und der Humus nicht mit neuen Nährstoffen versorgt wird.

Woran ist ein Nährstoffmangel erkennbar?

Wenn ein Nährstoffmangel bei einem Baum vorliegt, dann ist dies für gewöhnlich sehr gut durch einen nachlassenden Wuchs erkennbar. Allerdings ist allein dieser Faktor noch keine genaue Analyse, denn so wissen Sie nicht, welcher Nährstoff denn nun tatsächlich unzureichend verfügbar ist. Um dies herauszufinden und gezielt einen Nährstoffmangel auszugleichen, ist eine Bodenanalyse erforderlich. Daneben gibt es aber auch noch weitere Anzeichen, an denen ein Nährstoffmangel erkennbar ist, wie etwa die Bodenvegetation, also die Pflanzen, die um einen Baum herum wachsen. So lässt zum Beispiel ein vermehrtes Aufkommen der Brennnessel auf einen sehr stickstoffreichen Boden schließen, während ein stickstoffarmer Boden hingegen am Wachstum der Kamille oder dem Acker-Hohlzahn erkennbar ist. Auf einem kalkarmen Boden wiederum fühlen sich Adlerfarn, Sauerklee und Schachtelhalm wohl und auch Gänseblümchen, Heidekraut und der kleine Wiesensauerampfer fühlen sich generell auf einem nährstoffarmen Boden wohl. Auch der Baum selbst verändert sich bei einem Nährstoffmangel, was meist an einer charakteristischen Veränderung der Blätter, Nadeln und Triebe erkennbar ist.

Wann und wie sollte man ein Baum düngen?

Normalerweise sind Bäume sehr gut in der Lage, einen Nährstoffmangel zumindest bis zu einem gewissen Teil selbst auszugleichen, indem die Nährstoffe stets zu den aktivsten Teilen eines Baumes transportiert werden, also etwa zu jungen Trieben und Blättern. Sollten Sie jedoch einen Nährstoffmangel festgestellt haben, dann ist eine gezielte Düngung empfehlenswert.

Ein wichtiger Bereich bei der Baumpflege ist die Baumscheibe. Hierbei handelt es sich um den direkten Bereich um den Baumstamm herum. Erkennbar ist die Baumscheibe vor allem an den recht hoch im Erdreich befindlichen Wurzeln und auch daran, dass andere Pflanzen in der Regel nicht bodenständig werden, da die Baumwurzeln die Nährstoffe und die Feuchtigkeit in diesem Bereich für sich beanspruchen. Außerdem wird die Baumscheibe durch die Baumkrone sehr gut beschattet. Einige Bäume, wie etwa der Walnussbaum, sondern sogar wachstumshemmende Stoffe ab, durch welche andere Pflanzen im direkten Umfeld des Baumes kaum eine Chance haben zu wachsen.

Die Baumscheibe darf unter keinen Umständern umgegraben oder anderweitig gehackt werden, da dadurch ansonsten eine Beschädigung der Wurzeln möglich ist.

Kompost

Um dem Baum wieder auf die Beine zu verhelfen, können Sie zunächst etwas frischen Kompost auf die Baumscheibe streuen, der nicht in den Boden eingearbeitet wird. Kompost ist ein idealer und vor allen natürlicher Dünger. Zusätzlich können Sie etwas Urgesteinsmehl hinzugeben und alles mit einer Mulchschicht abdecken. Handelt es sich um Obstbäume, dann lassen Sie Fallobst ruhig liegen und entfernen Sie dieses nicht sofort, denn auch das Obst ist ein sehr guter natürlicher Dünger. Gerade für junge Obstbäume hat sich dies durchaus bewährt. Vor allem bei einem recht felsigen oder sandigen Boden ist dies sehr empfehlenswert.

Von dem gefallenen Obst profitieren nicht nur die Obstbäume, sondern auch Tiere ernähren sich davon. Wenn Sie es liegen lassen, liefern Sie Ihren Bäumen also nicht nur ein gutes Düngemittel, sondern helfen auch der Tierwelt, sicher über den Winter zu kommen.

Frischer beziehungsweise reifer Kompost kann sehr gut mit Stickstoffdünger vermengt werden. Hierfür eignen sich sehr gut zum Beispiel Hornspäne oder Hornmehl. Handelt es sich bei Ihren Obstbäumen beispielsweise um Steinobstbäume, dann genügen für gewöhnlich zwischen 100 und 140 Gramm Stickstoffdünger je Baum. Bei Kernobstbäumen hingegen sind sogar bereits zwischen 70 und 100 Gramm je Baum ausreichend. Um den Kaliumgehalt zu erhöhen, können Sie etwas Holzasche zugeben und für weitere wichtige Spurenelemente eignen sich zum Beispiel Algenkalk oder Gesteinsmehl.

Mist

Neben reifem Kompost können Sie auch natürlichen Mist zum Düngen Ihrer Obstbäume verwenden. Hierfür eignen sich zum Beispiel

  • Pferdemist
  • Schafmist
  • Rindermist
  • Kaninchenmist
  • Hühnermist

Dieser sollte jedoch niemals frisch aufgebracht werden, sondern zuvor gut verrottet und auch bereits eine Weile gelagert worden sein. Ist der Mist zu frisch, dann regt dies das Triebwachstum zu sehr an, wodurch dem Baum schließlich die Kraft zur Fruchtbildung fehlt. Außerdem besteht das Risiko, dass der Baum anfälliger für Krankheiten wird.

Führen Sie idealerweise im Abstand von etwa vier Jahren eine Bodenanalyse durch. So sind Sie in der Lage, das Düngemittel optimal an die erforderlichen Gegebenheiten anzupassen, wodurch ein Überdüngen weitestgehend verhindert werden kann.

Zusammenfassung

Bäume sind normalerweise sehr gut in der Lage, sich selbst mit Nährstoffen zu versorgen. In den meisten Gärten wird der geschlossene Nährstoffkreislauf jedoch durch den Gartenbesitzer gestört, wodurch ein Nährstoffmangel entsteht. Deshalb ist eine gezielte Düngung erforderlich, damit die Obstbäume auch in der Lage sind, Früchte zu tragen.

Artikelbild: © Kirisa99 / Bigstock.com

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