Dachpappe schneiden: So funktioniert es

Dachpappe schneiden: So funktioniert es

Dachpappe ist handelsüblich auf Rollbahnen erhältlich. Doch nicht immer sind Länge und Breite auch für das Vorhaben des Heimwerkers passend. Wer Dachpappe individuell verwenden will, muss sie oft auch schneiden. Doch Vorsicht: Nicht immer eignet sich die haushaltsübliche Schere dafür.

Dicke und Beschichtung: Auf die Dachpappenvariante kommt es an

Dachpappe ist nicht gleich Dachpappe und davon hängt auch der richtige Schnitt ab. Ist es eine dünne Version, die keinerlei Beschichtung aufweist, kann unter Umständen zur Schere gegriffen werden. Auch ein scharfes Messer kann eine Möglichkeit darstellen. Ist die Dachpappe jedoch dicker, scheitern solche Werkzeuge oft. Abenteuerliche Ratschläge kursieren in diversen Internetforen: Hier wird sogar zu Schraubenzieher und Hammer mit anschließendem Abknicken geraten, um dickere Dachpappe in sich zu trennen. Vor solchem Missbrauch der Werkzeuge ist nur zu warnen. In der Community sind nicht immer die besten Tipps vorhanden, die sich dann auch zum Nachahmen eignen. Verletzungen können bei unsachlichem Gebrauch schnell geschehen.

Was einmal weggeschnitten ist, ist auch ab. Bevor das Schneiden von Dachpappe wirklich vorgenommen wird, sollten Aspekte wie notwendige Überlappungen und Überstände genau geprüft werden. Manchmal braucht es den geplanten Zuschnitt doch nicht.

Mögliche Schneidegeräte und ihre Vor- und Nachteile

Neben Schere und Messer gibt es weitere Möglichkeiten, Dachpappe zu schneiden.

Bei dünner Dachpappe kann eine Schere oder ein Cuttermesser durchaus noch ausreichen. Doch ist die Dachpappe dicker, eventuell mit Sand oder Schieferteilchen beschichtet, dann versagen diese Werkzeuge oft schnell, werden verschmutzt oder Messer mit dünnen Klingen brechen ab. Auch muss der Heimwerker unnötige Kraft aufwenden, wenn nicht beispielsweise eine Akkuschere im Einsatz ist. Ratsamer ist es hier, speziellere Messer im Handel zu erstehen. Hier bieten Teppichmesser mit sogenannten Hakenklingen gute Möglichkeiten. Diese Klinge zeichnet sich, wie der Name schon sagt, durch einen Haken aus, in der sich die Schärfe der Klinge befindet. Das macht das Schneiden präziser. Jedoch erfordert es auch ein wenig Geschick, mit solch einer Klinge umzugehen.

Es gibt auch Hakenklingen als Ersatzklingen zu kaufen, sodass nicht immer das gesamte Messer ausgetauscht werden muss. Universalmesser haben sogar die Auswahl zwischen Trapez- und Hakenklinge.

Dachpappe lässt sich aber auch mit Universalschneider auseinander trennen. Hier gibt es verschiedene Modelle, die meist mit einem Akku betrieben sind. Vorreiter ist hier das Modell „Xeo“ von Bosch. Die elektrischen Geräte machen das Zuschneiden durch CutControl-Funktion, Akkuleistung, und Schutz vor Verletzungen oft kinderleicht. Formen schneiden ist damit auch kein Problem, während bei den meisten Messern nur gradliniges Schneiden möglich ist. Zudem kann der Schneider bei unterschiedlichen Materialien zum Einsatz kommen und wird in einem Heimwerkerhaushalt sicher öfter gebraucht. Eine weitere Alternative zum Schneiden von Dachpappe sind jedoch auch Sägen. So mancher Heimwerker schneidet damit gesamte Rollen. Doch nicht immer ist dies ratsam. Sowohl Ketten- als auch Bügelsäge können die Dachpappen empfindlich einreißen. Hier kommt es darauf an, das richtige Sägeblatt zu verwenden. Dieses muss für Bitumen geeignet sein und ist nicht immer billig zu erstehen. Schwierig wird es, wenn bereits verlegte Dachpappe geschnitten werden soll. Hier braucht es professionelles Gerät – Dachdeckerfirmen setzen Dachschneider und den sogenannten Dachstripper ein. Dahinter verbirgt sich ein Gerät, dass die Dachpappe vom Dach löst. Er schält die Pappe quasi vom Dach ab. Solche Geräte sind in der Anschaffung meist teuer. Sie zu mieten, ist für den Heimwerker meist eine lohnenswerte Alternative

Darauf sollte beim Zuschnitt geachtet werden

Einfach drauf losschneiden, ist in keinem Fall ratsam. Wer seine Dachpappe schneiden will oder muss, sollte mit Bedacht vorgehen. Hier bedarf es weitere Materialien:

Das Zuschneiden beginnt mit dem Ausrollen der Dachpappe. Hier sollte ein Untergrund gewählt werden, der vom Schnitt nicht geschädigt wird. Der Rasen vor dem Gartenhäuschen kann hierbei sehr gute Dienste leisten. Der clevere Heimwerker markiert vor dem eigentlichen Schnitt die gewünschte Trennlinie mit Bleistift und Messwerkzeug. Mit der Wasserwaage kann überprüft werden, ob die Markierung waagerecht ist und nicht ausbricht. Anschließend wird mit dem Schneidegerät der eigentlich Schnitt vorgenommen. Hier können Teppichmesser und Universalschneider individuell für den Heimwerker gute Dienste leisten. Das Schneidegut sollte dabei gut festgehalten werden – eine zweite, hilfreiche Hand kann hier von großem Vorteil sein. Fehlt diese, muss mit einer Hand geschnitten, mit der anderen die Pappe fixiert werden. Optimal positioniert der Handwerker seinen Körper seitlich der Schnittlinie, um Verletzungen zu vermeiden. Nach dem Zuschnitt sollte die Dachpappe wieder aufgerollt werden, bevor sie auf das Dach zur Befestigung transportiert wird.

Niemals mit stumpfen Klingen schneiden. Egal, welches Schneidegerät gewählt wird, eine stumpfe Klinge ist immer Tabu. Sie ist Unfallursache Nummer eins. Oft wird mehr Kraft verwendet, was ein Abbrechen der Klinge oder sogar gefährliches Abrutschen zur Folge hat. Auch in der Luft schneiden, vermeidet der clevere Handwerker.

Zusammenfassung

In manchen Fällen kann es notwendig sein, dass die Dachpappe vor der Verlegung auf Gartenhaus oder Garage zugeschnitten werden muss. Doch je nach Dicke und Beschichtung eignet sich nicht immer die herkömmliche Schere oder das handelsübliche Cuttermesser. Hakenklingen und Universalschneider können hier wertvolle Dienste leisten. Der Profi kann mit den entsprechenden Geräten sogar bereits verschweißte Dachpappe auf dem Dach schneiden, abschälen und entfernen.

Artikelbild: © Vadim Ratnikov / Shutterstock

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