Dachpappe und Schweißbahn

Dachpappe und Schweißbahn

Besonderheiten, Einsatzbereiche und Tipps für die Verlegung

Dachpappe, die auch als Schweißbahn bezeichnet wird, stellt eine preisgünstige und unkomplizierte Möglichkeit dar, um Hausdächer abzudichten. Sie bietet sich aber auch für die Dächer von Garagen, Carports, Gartenhäusern und Bungalows an. Es gibt verschiedene Arten von Schweißbahnen, die sich durch ihre Eigenschaften zum Teil erheblich unterscheiden. Sie sollten sich daher vor dem Kauf mit den Besonderheiten und den Einsatzbereichen der Schweißbahnen auseinandersetzen. Im heutigen Ratgeber finden Sie Antworten auf alle Fragen, die Sie sich zum Thema Schweißbahnen stellen. Außerdem geben wir Ihnen Tipps für die fachmännische Verlegung der Bahnen.

Was sind sogenannte „Schweißbahnen“?

Schweißbahnen werden für die Dachabdichtung verwendet. Sie bestehen aus Geweben, welche sich aus Jute, Polyester oder Glasfasern zusammensetzen und bei der Herstellung in Bitumen getränkt werden. Ein bekanntes Beispiel für solche Schweißbahnen ist die Dachpappe V60: Bei dieser Variante findet als Fasereinlage-Material Glasvlies Verwendung, welches ein Gewicht von 60 Gramm pro m² aufweist. Schweißbahnen werden im Handel auf der Rolle angeboten. Je nach Einsatzort, Dachneigung und Belastung kann man die Dachpappe auf dem Dach einschichtig oder in mehreren Schichten verlegen.

Verschiedene Arten von Schweißbahnen

Die untere Schicht der Abdichtung bilden meist besandete oder mit Talkum beschichtete Bahnen zum Verschweißen. Für die Abdeckung werden in der Regel beschieferte Bitumenbahnen verlegt. Dadurch, dass die Dachpappe beschiefert ist, stellt sie einen guten Schutz gegen UV-Strahlung dar, weil der Schiefer die Sonnenstrahlen reflektiert. Es gibt auch Bahnen aus Polymerbitumen, denen Metalle wie Aluminium oder Kupfer beigemischt werden. Sie sind ideal für Dampfsperren oder bepflanzte Dächer.

Einsatzbereiche und Kosten

Schweißbahnen haben den Vorteil, dass sie nicht nur gegen ablaufende Feuchtigkeit beständig sind, sondern auch gegen stehendes Wasser. Sie können daher nicht nur als Abdichtung für Schrägdächer verwendet werden, sondern auch für Flachdächer. Außerdem werden sie für folgende Einsatzbereiche genutzt:

  • Dachhaut für Carports und Gartenhäuser
  • Unterhalb der Ziegel von Ziegeldächern, um für eine zusätzliche Abdichtung zu sorgen
  • Als Zusatzschicht für Dämmmaterialien

Einfache Schweißbahnen, die nicht besandet sind, gibt es im Baustofffachhandel schon für einen Euro pro Quadratmeter. Beschieferte Dachabdichtungsbahnen kosten hingegen rund drei Euro pro Quadratmeter. Als weitere Kostenpunkte müssen die Dachnägel, die Schutzkleidung und die Werkzeuge eingeplant werden.

Anleitung zum Verlegen von Schweißbahnen

Wenn Sie noch keinerlei Erfahrungen im Verlegen von Schweißbahnen sammeln konnten, ist es ratsam, einen professionellen Dachdecker zu beauftragen. Ein geübter Fachmann ist in der Lage, die Schweißbahnen in kurzer Zeit zu verlegen, sodass die Kosten für die Dachabdichtung meist nicht allzu hoch ausfallen.

Die Arbeit mit dem Gasbrenner auf dem Dach kann gerade für Laien gefährlich sein.

Außerdem unterlaufen unerfahrenen Heimwerkern oft Fehler, die dafür sorgen, dass das Dach nicht richtig dicht wird. Wenn Sie bereits mit Bitumen-Schweißbahnen gearbeitet haben und die Dachpappe selbstständig auf Ihrem Dach verlegen möchten, sollten Sie sich nach der folgenden Übersicht richten.

Die richtigen Schweißbahnen finden

Generell gilt: Schweißbahn ist nicht gleich Schweißbahn! Je nach Typ bestehen sie aus verschiedenen Trägermaterialien. Jedes Material hat individuelle Eigenschaften und verhält sich beim Erhitzen anders. Achten Sie daher schon beim Kauf darauf, ob die gewünschte Dachpappe überhaupt für Ihren Einsatzzweck in Frage kommt. Lassen Sie sich im Baumarkt von einem Fachmann beraten, der Ihnen sicher gern erklärt, welche Schweißbahn für welche Abdeckungsschicht geeignet ist.

Auf die richtige Verlege-Richtung kommt es an

Die Schweißbahnen werden ebenso wie andere Dachpappe von unten nach oben verlegt, wenn es sich um ein Schrägdach handelt. Falls Sie die Schweißbahnen auf einem Flachdach verlegen möchten, sollten Sie daran denken, einen Zugang für später übrig zu lassen. So vermeiden Sie, dass Sie die frisch verschweißten Bahnen überqueren müssen.

Die optimale Witterung wählen

Wenn Sie planen, die Schweißbahnen in mehreren Schichten übereinander zu verlegen, müssen Sie zunächst Bahn für Bahn die erste Schicht fertigstellen, bevor Sie mit der nächsten Lage beginnen können.

Mit der mehrschichtigen Verlegung geht ein hoher Zeitaufwand einher. Informieren Sie sich deshalb im Voraus über die Wettervorhersage für den kompletten Tag, um zu verhindern, dass plötzlicher Regen Sie dazu zwingt, mit dem Bauen der Dachabdichtung aufzuhören, obwohl noch nicht alle Lagen verlegt sind.

Nach dem Erhitzen mit dem Gasbrenner benötigt das Material der Schweißbahnen genügend Zeit, damit es wieder abkühlen kann. Wenn eine der unteren Schichten feucht wird oder noch nicht komplett ausgekühlt ist, lösen sich die einzelnen Bahnen später wieder voneinander oder werden undicht. Generell sollten Sie für die Verlegung der Schweißbahnen daher einen Tag mit vollständiger Trockenheit und geringer Luftfeuchtigkeit wählen. Schwüles Wetter ist für derartige Arbeiten nicht geeignet.

So verlegen Sie die Schweißbahnen

Sobald ein Tag mit einer geeigneten Witterung gekommen ist und Sie genügend Zeit für das Verlegen der Schweißbahnen haben, können Sie mit der Arbeit beginnen.

Bringen Sie zwischen der Unterkonstruktion aus Holz und der Schweißbahn zunächst eine Nagelpappe an. So vermeiden Sie, dass sich das Holz während des Schweißens mit dem Gasbrenner entzündet.

Beachten Sie bei der Verlegung auch die folgenden Punkte, um für ein perfektes Abdichtungsergebnis zu sorgen:

  1. Rollen Sie die einzelnen Bahnen aus und verflüssigen Sie die Bitumen-Beschichtung schon währenddessen mit dem Schweißgerät.
  2. Achten Sie darauf, dass sich die Bitumen-Schicht nicht nur oberflächlich verflüssigt, da in diesem Fall keine 100-prozentige Dichtheit gewährleistet werden kann.
  3. Wichtig ist auch, dass Sie das Bitumen nicht zu stark erhitzen, da es dadurch verdampfen oder verbrennen könnte.

Wenn Sie diese Dinge berücksichtigen, steht Ihrer Dachabdichtung mit Schweißbahnen nichts mehr im Wege.

Zusammenfassung

Als Schweißbahnen bezeichnet man Dachpappe, die mithilfe eines Gasbrenners durch Erhitzen auf dem Dach verlegt wird. Sie sind optimal, um einfach und preisgünstig für eine Abdichtung der Dächer auf Häusern, Bungalows, Gartenhäuschen, Carports und Garagen zu sorgen. Die verschiedenen Arten von Schweißbahnen unterscheiden sich durch ihr Trägermaterial und bieten daher unterschiedliche Eigenschaften, weshalb sie nicht alle für denselben Einsatzzweck geeignet sind.

Artikelbild: © trabachar / Shutterstock

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