Dachziegel aus Kunststoff

Dachziegel aus Kunststoff

Wer sein Dach decken will, hat die Qual der Wahl: Es gibt die klassischen Dachziegel aus Ton und Dachsteine aus Beton. Aber damit sind die Alternativen bei den Baustoffen längst nicht ausgeschöpft. Auch Dachpfannen aus Blech können verwendet werden. Eine weitere interessante Variante sind Dachziegel aus Kunststoff. Sie haben vor allem einen enormen Gewichtsvorteil und bieten dennoch Robustheit.

Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff

Dachziegel aus Kunststoff gibt es in zwei verschiedenen Varianten. Zum einen werden sie aus dem preiswerten Stoff PVC hergestellt. Diese sind jedoch nicht auf Langlebigkeit ausgelegt, sind selten UV-beständig und eignen sich daher nur für kleinere und temporäre Bauvorhaben.

Dem Gegenüber stehen jedoch auch Dachziegel aus hochwertigem Kunststoff. Diese werden aus Polymermineralstoffen hergestellt und bieten eine deutlichere Robustheit gegenüber ihren PVC-Verwandten. Dachpfannen aus hochwertiger Herstellung sind zumeist in Stabilität und Haltbarkeit mit anderen Dachpfannenvarianten vergleichbar.

Wer nicht nur auf den Geldbeutel achtet, sondern der Umwelt einen Gefallen tun will, kann auch Dachpfannen aus recyceltem Kunststoff erstehen. Dieser wird aus verschiedenen Abfällen gewonnen, neu verwertet und steht dennoch in Sachen Robustheit in Nichts nach. Die Dachpfanne aus Kunststoff ist zudem selbst wieder recycelbar.

Vorteile von Dachziegeln aus Kunststoff

Die Dachpfannen aus Kunststoff haben vor allem einen unschlagbaren Vorteil: ihr Gewicht. Ähnlich wie bei Bitum- oder Blechvarianten gelten sie als die leichte Alternative für das Dach. Bis zu 30 Prozent weniger Last muss hier getragen werden. Auch ist ihre Oberfläche meist so glatt, dass Moos, Flechten und Schmutz kaum eine Chance haben, sich auf ihnen abzusetzen.

Weitere Vorteile sind:

  • trittfest
  • bruchfest
  • hagelsicher
  • resistent gegen Feuchtigkeit
  • resistent gegen Frost
  • weniger Materialbedarf
  • unempfindlich gegen Moos und Flechten
  • mit Solarmodulen kombinierbar

Dachziegel aus Kunststoff sind zudem in fast jeder Farbe erhältlich. Auch alle klassischen Formen der Dachziegel hat der Handel meist auf Lager – ob Frankfurter Pfanne, Doppel-S-Form oder der Biberschwanzdachziegel. Zudem sind die Kunststoffvarianten natürlich auch als Firstziegel, Anfangs- und Abschlussziegel erhältlich.

Gerade bei Sanierungen ist der Einsatz von Kunststoffdachziegeln ein Vorteil. Ihr leichtes Gewicht ist bei alten Dachstühlen ohne Verstärkung ein Segen für die Konstruktion.

Nachteile von Dachziegeln aus Kunststoff

Aber auch Nachteile bietet diese Form der Dachbedeckung. Zwar entsprechen Dachpfannen aus Kunststoff den Brandschutzvorschriften, dennoch können sie leichter Feuer fangen, als Ziegel aus Ton oder Beton. Starker Wind kann diese Ziegel zudem auch leicht abdecken. Jedoch zerbersten sie beim Hinunterfallen nicht, wie es Tonziegel zu tun pflegen.

Auch in Sachen Preis ist hier nicht viel Ersparnis zu erwarten. Die Kosten für die Dachpfannen aus Plastik sind ähnlich wie bei anderen Produkten. Es werden durch eine breitere Verlegung weniger Pfannen benötigt. Jedoch müssen Dachziegel aus Kunststoff üblicherweise verschraubt werden – was weitere Materialkosten bedeutet. Auch der Arbeitsaufwand ist dadurch wesentlich höher.

Verwendung von Dachziegel aus Kunststoff

Nicht überall sind die Kunststoffpfannen wirklich geeignet. Eine offizielle Bauartzulassung gibt es für Gartenhäuser, Carports und Vordächer. Aber auch auf Wohnhäusern finden sich diese Dachpfannen bereits häufig. Hier ist jedoch eine länderspezifische Genehmigung zu beantragen.

Daher ist eine Verwendung auf folgenden Bauten sinnvoll:

  • Carports
  • Gartenhäuser
  • Vordächer
  • Gartenpavillons
  • kleine Ferienhäuser
  • Gartensaunen
  • bei Altbausanierung

Auch als Ersatz eignen sich Kunststoffpfannen hervorragend: Überall dort, wo Bitumschindeln, Kunststoffwellbahnen und Dachpappe zum Einsatz kamen.

Besonderheit beim Verlegen von Dachpfannen aus Kunststoff

Wer sich für diese Alternative entscheidet, hat bei der Verlegung von Kunststoffdachpfannen den Vorteil eines breiteren Lattenabstandes auf seiner Seite. Ein herkömmlicher Dachziegel aus Kunststoff ist meist 18 Zentimeter breit. Der Abstand hängt von der Dachneigung ab, je stärker, desto weniger Kunststoffziegel werden benötigt:

  • 12 Grad Dachneigung: 16 Zentimeter Abstand und etwa 35 Ziegel pro Quadratmeter
  • 22 Grad Dachneigung: 19 Zentimeter Abstand und etwa 29 Ziegel pro Quadratmeter
  • 30 Grad Dachneigung: 22 Zentimeter Abstand und etwa 26 Ziegel pro Quadratmeter

Preise und Hersteller von Dachziegel aus Kunststoff

Dachpfannen aus Kunststoff sind nicht deutlich preiswerter oder günstiger als andere Materialien. Die meisten Sorten beginnen bei etwa ein Euro pro Stück. Hier sollte der Heimwerker auf Mengenrabatte und Ausverkaufsware achten.

Die Befestigungsschrauben sind jedoch noch nicht in diesem Preis beinhaltet. Pro Ziegel braucht der Heimwerker zwei Schrauben, das sind circa 50 Stück bis 70 Stück je nach Dachneigung. Die Schrauben sind zumeist in 200er-Packungen erhältlich und kosten zwischen sechs und sieben Euro.

Der Handel hält auch komplette Dachpfannensysteme aus Kunststoff parat. Diese lassen sich besonders leicht verarbeiten und verlegen.

Wer Dachziegel aus Kunststoff kaufen will, sucht jedoch bei den klassischen Herstellern meist vergebens. Nur einige von ihnen führen auch die Plastikvarianten im Sortiment. Die meisten Hersteller dieser Dachpfannen sind Kunststoffprofis. Zu finden sind sie daher unter anderem bei:

  • Braas
  • Conrad
  • Etrusco
  • Roofeco
  • Weber

Der Dachdecker im Ort kann beim Bezug sicher helfen, sollte der Heimwerker nicht online kaufen wollen.

Zusammenfassung

Dachpfannen aus Kunststoff zeichnen sich vor allem durch ihr geringes Gewicht aus. Das macht sie als Dach auf Gartenhäusern, Carports und Vordächern besonders beliebt. Auch bei der Sanierung finden sie ihren Einsatz. Günstiger ist die Kunststoffvariante jedoch nicht und nicht immer auf herkömmlichen Wohnhäusern zu finden.
Artikelbild: © fredleonero / Bigstock.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.