Die richtige Farbgestaltung in den eigenen vier Wänden

Die richtige Farbgestaltung in den eigenen vier Wänden

Knallig bunt oder doch schlicht weiß? Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie man durch Farbgestaltung die eigenen vier Wände ein bisschen bunter kann. Doch nicht alle Farbkombinationen sind optimal. Wir geben in diesem Artikel praktische und wertvolle Tipps, welche Farbkombinationen zusammenpassen und welcher Farbton in welches Zimmer gehört.

Wie Farbgestaltung das Leben verändert

„Zu Hause ist es am schönsten“ – das ist nicht nur eine Redewendung, ein Großteil der Menschen assoziiert die eigenen vier Wände mit einem Ort, an den sie sich zurückziehen, wo sie sich wohlfühlen und entspannen können. Entsprechend gemütlich sollte das Zuhause gestaltet werden. Zur Einrichtung gehören: Stilgerechte Möbel und Wohnaccessoires sowie bunte Akzente durch individuelle Farbgestaltung, die zu jedem Zimmer passen. Wandfarben spielen die wahrscheinlich größte Rolle bei der Gestaltung einer Wohnung. Werden sie gezielt eingesetzt, können sie Räume nicht nur radikal umgestalten, sondern auch Tiefe und Flair vermitteln.

Grundsätzlich gilt: Wer sich bei der Farbgestaltung für die Eigenregie entscheidet und selbst mischen möchte, benötigt neben der weißen Deckfarbe entsprechende Abtönfarben, etwa grün, blau oder gelb. Abtönfarben werden lediglich zur weißen Deckfarbe hinzugemischt. Um einen Farbton zu erreichen, werden unterschiedliche Mischverhältnisse genutzt. Entsprechende Hinweise sind den Abtönfarben zu entnehmen.

Achtung: Das Mischverhältnis steht in Bezug zu einem Liter, beispielsweise: 950 ml + 50 ml oder 920 ml + 80 ml.

Zum Mischen der Farbe sollte eine Bohrmaschine mit elektronischer Regelung und einem Quirl-Aufsatz verwendet werden. Wer nicht über eine solche Ausrüstung verfügt, der kann die Farbe auch mit einem Holzlöffel vermischen. Hier gilt: Besonders lange umrühren, damit sie auch wirklich gleichmäßig vermischt wird.

Vier Hinweise zur Wirkung von Farben

Farbige Wände liegen im Trend. Doch mit der Farbgestaltung ist es nicht ganz einfach. Jede Farbe hat eine andere Wirkung. Die Auswahl fällt häufig nicht ganz einfach.

  1. Wenn die Decke auf den Kopf fällt: Wer einen kleines Zimmer mit niedriger Decke neu gestalten möchte, der sollte nicht verzweifeln. Eine helle Wand- und Deckenfläche lässt den Raum größer und höher erscheinen. Wird die Decke gegenüber der Wand heller abgesetzt, dann wirkt der Raum noch höher.
  2. Langer, schmaler Flur: Schmale und lange Räume sind alles andere als gut proportioniert. Sie sind allerdings gar nicht so schwer zu gestalten: Empfohlen wird die Stirnwand mit kräftiger, dunkler Farbe zu streichen. Das stiehlt dem Raum förmlich die Tiefe. Die Wirkung der Farbgestaltung kann mit einem warmen Farbton zusätzlich verstärkt werden.
  3. Hoch hinaus: Hohe decken sind gerade in alten Gebäuden vorzufinden. Sie sind zwar äußerst schön, stören aber eine ausgewogene Raumproportion. Die Lösung: Genau das Gegenteil von der Lösung für niedrige Decken, also die Wände hell und die Decke dunkler streichen. So wird die Raumhöhe optisch reduziert und das Zimmer wirkt nicht mehr so erdrückend.
  4. Was bei kleinen Räumen zu tun ist: Ein neuer Anstrich vergrößert zwar nicht die effektive Wohnfläche, sorgt aber für eine optische Vergrößerung. Helle, kalte Farbtöne, am besten weiß, sind ideal für kleine Räume. Sie vergrößern optisch um bis zu 10 Prozent. Wem weiß zu langweilig ist, kann auch schöne Blautöne sowie Blaugrün oder blauviolett wählen.

Inspiration: Fünf aktuelle Trendfarben

  • Feurig Rot mit Grau: Rot repräsentiert häufig die feurige Flamme der Liebe, bringt aber auch Leben ins Haus. Die Trendfarbe „Salsa“ setzt einem sanften Grau die Krone auf. Das perfekte Gegenstück ist eine leuchtend orangene Couch. Das Farbtrio wirkt gleichzeitig belebend und wärmend.
  • Farbgestaltung mit Schokobraun: Braune Wände sind dezent und schlichtweg zeitlos. Sie werden heutzutage leider nur noch sehr selten genutzt, sollten aber von jeder Familie in Erwägung gezogen werden, die gerade renoviert. Mutige Menschen kombinieren die gedeckte Nuance zusammen mit einer Akzentfarbe, etwa Neontönen. Ein Grün oder Pink vor einer braunen Wand ist ein trendiges Arrangement.
  • Natur pur: Die Natur gibt in vielen Situationen unseres Lebens den Ton an. Die Trendfarbe Petrol kann einen Kamin wunderschön untermalen und einen farbigen Akzent setzen. Für den Rest des Zimmers sind sanfte Naturtöne wie Sand, Cremeweiß, Beige und Braun geeignet.
  • Einfach zeitlos: Graue Wände sind langweilig? Ganz im Gegenteil, der ruhige Ton passt perfekt zu Farben wie Weiß und Eichenholz. Der nötige Farbkick wird von einem violettfarbenen Accessoire, etwa einer Decke, herbeigeführt.
  • Einfach cool: Blau ist kühl und erfrischen. Besonders abwechslungsreich wird es, wenn zu einer azurblauen Wand diverse Türkis- und Weißtöne gewählt werden.

Die richtige Farbe wählen

Die Wahl der richtigen Farbe ist für Laien nicht unbedingt einfach. Wie zuvor erwähnt, haben unterschiedliche Farbtöne unterschiedliche Wirkungen. Niemand möchte das Schlafzimmer mit einem Farbton streichen, der Konzentration versprüht. Es gibt grundsätzlich drei Schritte, die befolgt werden sollten, um bei der Farbgestaltung richtig zu liegen.

Vor der Farbgestaltung sollte geklärt werden, wie das Zimmer wirken soll und was für Möbel dort stehen werden. Wie der Boden aussieht, ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Kommt die Farbgestaltung mit Rot in den Möbeln oder Accessoires bereits vor, sollte sie nur noch sparsam in anderen Bereichen eingesetzt werden. Rot regt nämlich an und treibt den Blutdruck nach oben. Wer sein rotes Zimmer farblich abheben möchte, sollte Naturtöne wählen. Zu empfehlen sind beispielsweise Kaffeetöne: Sie wirken beruhigend und sind der perfekte Kontrast zum rötlichen Farbton.

Im nächsten Schritt muss geklärt werden, welche Vorlieben die Gestalter für bestimmte Farben haben. Passen diese zur gewünschten Wirkung des Raumes? Wurde dies geklärt, folgt der dritte Schritt.

Der letzte Schritt setzt voraus, dass man eine Farbpalette im Bau- oder Fachmarkt kauft. Es gibt nämlich viele Abstufungen innerhalb eines Farbtons, die, je nach Mischverhältnis, sehr unterschiedlich sein können. Die Abstufungen sollten individuell abgestimmt werden. Um es sich einfacher zu machen, kann man einen Farbton mischen und auf Tapetenreste aufmalen. So kann die Wirkung bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen geprüft werden.

Passende Farben für die verschiedenen Zimmer

Grundsätzlich eignen sich bestimmte Farben für einige Zimmer besser als andere. Hier spielen farbpsychologische Aspekte eine entscheidende Rolle:

  • Wohnzimmer: Bei der farblichen Gestaltung eines Wohnzimmers gibt es viele Faktoren zu berücksichtigen. Hier muss in erster Linie darauf geachtet werden, wer sich hier aufhält. Mag es die Person oder die Personen eher extravagant oder doch lieber dezent? In diesem Fall kann man sich individuell „austoben“. Schwieriger wird es, wenn die ganze Familie gleich viel Zeit in diesem Zimmer verbringt. Dann muss ein Kompromiss gefunden werden, der für alle Beteiligten passt. Tipp: Wenn die Möbel oder Boden bereits ausgefallen sind, sollte den Wänden ein dezenter Farbton verpasst werden.
  • Schlafzimmer: Blau wird äußerst gerne in Schlafzimmern verwendet. Leider ist das für diejenigen, die besonders verfroren sind, nicht gerade empfehlenswert. Besser sind Erdtöne: Sie strahlen Ruhe und Wärme aus. Ein guter Kompromiss ist es, nur eine Wand in einem gewünschten Blauton zu streichen.
  • Badezimmer: Im Badezimmer sollten die Farben Reinlichkeit und Frische widerspiegeln sowie ein Gefühl der Hygiene vermitteln. Eine gute Wahl ist hier Grün. Sie hat eine positive und natürliche Ausstrahlung. Natürlich kann Grün auch mit Weiß kombiniert werden.
  • Küche: In der Küche verbringt man seine Zeit am Morgen. Dementsprechend wichtig ist es, dass der Raum die müden Geister weckt. Es kommt aber auch darauf an, was man für ein Typ ist. Morgenmuffel sollten lebhafte Farben wie Rot oder Orange wählen. Sie bringen den Kreislauf in Schwung.

Tipps für den Kauf von Wandfarben

Zehn Liter Dispersionsfarbe gibt es im Baumarkt bereits ab acht Euro. Diese ist für die Wohnräume allerdings ungeeignet. Erst ab einem Preis von 20 Euro sind Farbeimer zu finden, die sich sehen lassen können. Teure Produkte enthalten mehr Farbpigmente und Bindemittel. Gerade die Pigmente sorgen für Deckkraft und Brillanz. Bei billigen Farben muss man häufig zwei Mal streichen.
Viel Erfolg bei ihrer persönlichen Farbgestaltung!
Artikelbild: © Goodluz / Shutterstock

6 Kommentare

  1. S.Mayer 10.11.2015 12:31 Uhr

    Hallo.
    Ich stöbere nun schon seit Wochen in online Farbgestaltungsportalen. Ich werde einfach nicht fündig, geschweige den habe ich einen Plan was ich machen soll. Mir raubt das unheimlich viel Zeit und vorallem Nerven nicht zu Wissen wie ich den nun endlich die Wohnstube gemütlich gestalten kann. Ansich mögen wir es modern aber ich noch eine Spur gemütlicher. Wir haben eine weise Wand mit einem großen hellgauen Bild darauf dezent angesetzte brau, orange silbrige Töne im Bild.
    Vor der Wand haben wir eine Silbergraue Couch und silbergraue Vorhänge.. Mir fehlt ganz klar die gemütlichkeit und fühle mich deshalb nicht Wohl. Mein Mann ist total happy aber ich nicht. Hätte so gerne einen Kompromiss aber ich merke das ich absolut kein Einrichtungsprofi bin.

    Vieleicht können Sie mir helfen…
    Danke im vorraus und beste Grüße

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    1. HeimHelden.de 12.11.2015 06:48 Uhr

      Liebe(r) S.Mayer,

      mit diesem Problem sind Sie nicht alleine. In der Tat gibt es sogar sehr viele Paare, die sich hinsichtlich der Farbgestaltung des Wohnzimmers nicht einig sind, schließlich ist dies oftmals der wichtigste Raum in einer Wohnung.

      In Ihrem Wohnzimmer scheint momentan die Farbe Grau zu dominieren. Damit liegen Sie ganz sicher im Trend, denn Grau ist in modernen Einrichtungen derzeit so gefragt wie noch nie zuvor. Der Farbton hat den Vorteil, dass er sehr wandelfähig ist, denn es gibt ihn in unzähligen hellen, dunklen, warmen und kühlen Abstufungen. Dennoch ist es oft nicht so einfach, mit einer überwiegend grauen Einrichtung eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen. Das gilt insbesondere in Ihrem Fall, denn Sie haben sich mit Silbergrau für einen kühlen Grauton entschieden.

      Aber keine Angst: Mit einer Gestaltung in silbergrauen Farbtönen haben Sie eine gute Grundlage dafür gelegt, um mit einer anderen, intensiven Farbe für einen tollen Eyecatcher zu sorgen. Im Prinzip genügt dafür eine einzige Farbe, die Sie mit Ihrer grauen Einrichtung kombinieren. Dadurch wirkt das Wohnzimmer optisch freundlicher und zugleich auch gemütlicher. Zu den Farben, die hervorragend zu Grau passen, gehören frische Grüntöne, Pink, Gelb, Violett, Rot und Orange. Diese Farbtöne bringt das dezente Grau regelrecht zum Leuchten.

      Da in Ihrem Wandbild bereits orangefarbene Töne enthalten sind, können wir Ihnen diese Farbe ganz besonders ans Herz legen, um Ihrem Wohnzimmer einen wärmeren Ausdruck zu verleihen. Ein mit Orangetönen gestalteter Raum wirkt auf Anhieb fröhlicher, frischer und versprüht einen Hauch von Sommer, weil Orange ein sehr sonniger und warmer Farbton ist. Dadurch bringt diese Farbe Wärme und somit auch die von Ihnen gewünschte Gemütlichkeit in Ihr Wohnzimmer. Sie lässt den Raum sogar noch moderner wirken, sodass Ihr Mann nicht auf die Modernität der Einrichtung verzichten muss.

      Wir raten Ihnen, zu Beginn nicht gleich eine komplette Wand in dieser Farbe zu streichen. Fangen Sie stattdessen mit kleinen farbigen Accessoires an: Kaufen Sie sich orangefarbene Kissen für Ihre Couch, die gerne in verschiedenen Orangenuancen gehalten sein dürfen. Sie werden sehen, dass Ihr Wohnzimmer dadurch schon gemütlicher wirkt. Auch ein orangefarbener Teppich ist eine gute Idee, um Farbe in Ihre Wohnstube zu bringen. Wenn Ihnen das noch nicht ausreicht, haben Sie auch mit einer modernen Leuchte die Möglichkeit, weitere farbige Akzente zu setzen. Selbstverständlich bieten sich auch Kerzenhalter und Vasen als dekorative Elemente an. Gehen Sie einfach mit offenen Augen durch die Deko-Geschäfte und schärfen Sie Ihre Sinne für die Farbe Orange. So gelingt es Ihnen sicher, Stück für Stück ein gemütliches Flair in Ihrem Wohnzimmer zu erzeugen, ohne Ihren Mann mit Ihren neuen Einrichtungsideen von Anfang an zu überfordern. Wir hoffen, dass wir Ihnen weiterhelfen konnten und stehen für weitere Rückfragen gerne zur Verfügung.

      Liebe Grüße
      Ihr Heimhelden-Team

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  2. Yvonne Kuefer 19.01.2017 11:32 Uhr

    Wir ziehen gerade um und richten uns eigentlich komplett neu ein. Mein Freund hätte gerne einen dunkelgrauen Farbton, der sich durch die Wohnung zieht. Ich habe ein bisschen die Sorge, dass ein dunkelgrauer Stil mit Gardinen etwas zu düster wirkt. Habt ihr Erfahrungen oder Tipps? Liebe Grüße

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  3. Mia 12.11.2018 05:13 Uhr

    Danke für die guten Informationen zur Raumgestaltung. Wie oft man streichen muss, hängt allerdings auch vom Können ab. Profis bekommen mit ihrer Erfahrung meisten eine gleichmäßigere Schicht zustande. Da reicht oft auch nur ein Anstrich.

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  4. Franzi Heine 19.11.2018 15:01 Uhr

    Danke für die Tipps zur Farbgestaltung für das Zuhause. Meine Schwester hat einen Maler angestellt, um ihre Wohnung zu malern. Sie möchte auch eine Wand in den Trendfarben Rot mit Grau haben. Das mit der Couch in leuchtend orange werde ich ihr weiterempfehlen.

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  5. Luise 06.12.2018 11:20 Uhr

    Das ist ja super, dass ich unbewusst eine Trendfarbe für mein Wohnzimmer genutzt habe. Gut zu wissen, dass sich beim Thema Wandfarbe ein höherer Preis oft auch rentiert. Das nächste Mal möchte ich die Farbe online bestellen und werde auf die Pigmentierung achten.

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