Dielenboden kaufen: Darauf sollte bei der Auswahl geachtet werden

Dielenboden kaufen: Darauf sollte bei der Auswahl geachtet werden

Er ist die älteste Form des Holzbodens und gleichzeitig immer noch die hochwertigste. Dielenboden hat unglaubliche viele Vorteile gegenüber modernem Parkett oder Laminat. Wer einen Dielenboden kaufen will, sollte dennoch auch auf einige Aspekte achten. Welche, erklären die folgenden Zeilen.

Was ist ein Dielenboden?

Dahinter verstehen Experten einen Holzfußboden, der zumeist aus Vollholzbrettern besteht. Diese sind besonders breit und lang – längst nicht mit Paneelen von Laminat und Co zu vergleichen. In vielen Fällen erstrecken sich die Dielen über die gesamte Länge des Raumes. Die Norm schreibt eine Stärke von 21 bis 50 Millimetern vor, die Breite ist bei 80 Millimetern aufwärts. Der Dielenboden ist die älteste Form des Holzbodens, heute noch genauso beliebt, wie vor hunderten Jahren.

Häufig wird heutzutage einheimisches Holz für einen Dielenboden verwendet: Tanne, Kiefer und Fichte sind typische Nadelhölzer, aber auch Dielenböden aus Eiche sind nicht selten. Exotisches Holz, wie die Douglasie, findet sich ebenfalls in der Produktion. Doch das war nicht immer so. Gerade in Bauten um das Jahr 1900 finden sich noch Dielenböden aus schweren Importkieferhölzern.

Schon seit dem 13. Jahrhundert wurden Dielen aus Herzbrettern geschnitten – jenes Brett, das aus der Mitte des Stammes gewonnen wurde. Die Industrialisierung machte aber ein deutlich gleichmäßigeres Sägen und einheitliche Herstellung von Dielen möglich, wodurch auch die Verlegung einfacher wurde.

Holzdielenboden hat zahlreiche Vorteile. Dazu gehören unter anderem:

  • Holzcharakteristik
  • hygienisch
  • pflegeleicht
  • Langlebigkeit
  • verbessert das Raumklima
  • gute Wärmedämmung

Der Holzboden aus Dielen bietet einen unvergleichlichen Charme, der vor allem im Altbau nicht fehlen darf. Häufig sind Astlöcher in den Dielen zu finden, die nur die Natürlichkeit unterstreichen. Ein Dielenboden kann das Raumklima verbessern, da er Feuchtigkeit reguliert. Zudem ist er langlebig. Es braucht nur das Abschleifen, um ihn neu erscheinen zu lassen. Dielenböden sind warm für die Füße, da sie eine gute Wärmedämmung bieten. Zudem sind sie auch hygienisch und sehr pflegeleicht.

Darum Dielenboden kaufen: Unterschiede zu Parkett, Laminat und Co

Wie bereits erwähnt, sind vor allem die Maße der Dielen ein großer Unterschied zu Parkett und Laminat. Nicht selten sind sie 18 Meter lang und fast einen halben Meter breit. Das macht die Verlegung nicht so kleinteilig. Doch auch wenn für den Dielenboden meist einheimisches Holz verwendet, und damit teure Transportwege vermieden werden, ist er oft teurer als Laminat oder Parkett.

Eine Diele mit einer Stärke von weniger als 40 Millimeter wird als Brett bezeichnet. Eine stärkere Diele heißt Bohle.

Auch die Stärke ist ein großer Unterschied. Gerade bei Bohlen macht sich dadurch die Langlebigkeit deutlich. Laminat kann gar nicht abgeschliffen werden, Parkett nur einige Male. Holzdielen können jedoch durch ihre Dicke immer wieder aufbereitet werden. Mit einer neuen Versiegelung erscheinen sich schnell wieder wie neu. Der Kauf eines Dielenbodens ist damit zwar für den Geldbeutel belastender, aber auf Dauer lohnender und durch die Aufbereitung letztendlich vielleicht doch günstiger.

In der Optik sind Dielen- und Parkettböden ebenfalls nicht zu vergleichen. Die langen und breiten Dielen wirken ganz anders, das Holz strahlt durch seine kleinen Mängel und deutliche Maserung viel mehr Wärme und Natürlichkeit aus. Auch die Verfärbungen eines Baumes können nur innerhalb einer langen Holzdiele zum Vorschein kommen. Zudem wirkt ein echter Holzdielenboden immer deutlich erhabener als modernes Laminat oder Parkett.

Vor dem Kauf entscheiden: Der Handel bietet verschiedene Dielenböden

Wer einen Dielenboden kaufen will, wird dabei plötzlich mit verschiedenen Fachbegriffen konfrontiert. Denn Diele ist nicht gleich Diele. Dazu gehören beispielsweise:

  • Landhausdielen
  • Schlossdielen
  • geriffelte Dielen

Hier gilt es, diese zu unterscheiden, um den richtigen Dielenboden zu kaufen. Dielen können in der Massivholzvariante erstanden werden. Landhausdielen gehören nicht dazu – das sind zwei- oder mehrschichtige Dielen. Bei ihnen befindet sich lediglich eine dünne Massivholzplatte auf dem Holz. Trotzdem stehen sie auf der Beliebtheitsskala der Deutschen ganz oben an der Spitze. Die Landhausdiele ist meist zwei Meter lang.

Unter Schlossdielen werden hingegen die besonders großen und langen Dielen verstanden, die so nur aus der Natur zu gewinnen sind. Sie sind damit aus Massivholz. Ihren Namen haben sie der ursprünglichen Verwendung zu verdanken: Sie waren einst oft in Schlössern und Kirchen zu finden und verleihen auch heute noch einen Raum einen königlichen Charme.

Geriffelte Dielen finden sich vor allem im Außenbereich und werden oft im Garten als Terrassen- oder Balkonboden verwendet. Sie verfügen über eine gewellte Oberfläche, die Nässe und Frost perfekt standhalten kann. Das Regenwasser läuft besser ab und die Holzdiele fault weniger. Auch diese Dielen werden zum Großteil aus einheimischen Nadelhölzern wie Esche, Weißtanne oder Kiefer gemacht.

Zudem sollte beim Kauf eines Dielenbodens auch auf die unterschiedliche Behandlung geachtet werden. Dielen gibt es unbehandelt, geölt oder lackiert.

Auswahl beim Kauf: Diese Kriterien sind wichtig

Wer nun schon eine Orientierung zum richtigen Dielenboden bekommen hat, kann folgende Kriterien nutzen, um die beste Kaufentscheidung zu treffen.

Unter Sortierung wird die unterschiedliche Optik verstanden. Je nach Hersteller gibt es hier verschiedene Kategorien, die das Erscheinungsbild einteilt in:

  • ruhig und harmonisch
  • natürlich und ausgeglichen
  • lebhaft und urwüchsig

Mischsortierungen sind ebenfalls möglich. Hier sollte sich beim entsprechenden Hersteller genauer erkundigt werden.

Der Härtegrad des Dielenbodens ist vom verwendeten Holz abhängig. Er wird nach dem Brinellverfahren bestimmt: Je höher der Wert, desto widerstandsfähiger ist das Holz gegenüber dem Eindringen von festen Körpern. Ahorn (48) und Merbau (49) gehören dabei zu den härtesten Arten, Fichte (12) und Kiefer nordisch (19) zu den eher weicheren.

Holz verändert sich im Lauf der Zeit durch Lichteinfall. Auch hier hängt die Veränderung von der gewählten Holzart des Dielenbodens ab. Wer einen dunklen Dielenboden kauft, kann mit dem Nachdunkeln rechnen. Helle Hölzer bekommen oft einen gelblichen Schein. Die Farbdifferenzen innerhalb einer Diele werden dadurch im Lauf der Zeit ausgeglichen.

Der Kaufpreis: Schnäppchen sind möglich

Wer einen Dielenboden kaufen will, muss meist etwas tiefer in die Geldbörse greifen. Doch auch hier schwanken die Preise. Die günstigsten, unbehandelten Holzdielen sind schon ab etwa 13 Euro pro Quadratmeter bekommen. Diese müssen jedoch noch versiegelt werden, was weitere Kosten verursacht. Hochwertiger Holzboden mit geölten Dielen kostet jedoch auch gerne bis zu 250 Euro auf einen Quadratmeter.

Auch die Holzart wirkt sich auf den Preis aus: Die weniger strapazierfähigen Hölzer wie Fichte und Co sind deutlich günstiger als Eiche oder Birke. Je höherpreisig die Dielen, desto edler sind die Hölzer und schöner die Maserungen.

Zu den Einkaufspreisen müssen jedoch auch noch die Kosten für die Verlegung hinzugerechnet werden. Je nach gewählter Art kommen Kosten für eine Unterkonstruktion, Leim, Schrauben und Co hinzu. Fußleisten und Pflegeleistungen kommen ebenso oben auf den Preis drauf.

Auch Dielenböden können schwimmend verlegt werden. Der Handel bietet hierzu sogar Klickvarianten an. Da ein Dielenboden jedoch für die Dauer gedacht ist, sollte er entweder vollflächig verschraubt oder verklebt werden.

Zusammenfassung

Der Dielenboden ist einer der beliebtesten und hochwertigsten Holzböden, der auch noch heute häufig verlegt wird. Wer solch einen Boden kaufen will, kann von zahlreichen Vorteilen gegenüber Laminat, Parkett und Co zehren. Einige Kategorien und Fachbegriffe sollte der Käufer jedoch vor dem Kauf kennen.

Artikelbild: © vectorfusionart / Bigstock.com

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