Parkett versiegeln – Schaffung von dauerhaftem Schutz

Parkett versiegeln – Schaffung von dauerhaftem Schutz

Im Laufe der Jahre verliert Parkett ebenso seinen Glanz wie andere Böden aus echtem Holz. Auch Dielen werden durch die ständige Beanspruchung stumpf. Mit der Zeit zeigen sich Kratzer im Boden, Staub und Schmutz sorgen dafür, dass sich die Farbe des Bodens verändert. Geschickte Heimwerker können den alten Parkettboden oder Dielenboden in ihrem Haus in Eigenregie mit überschaubaren Kosten wieder auf Vordermann bringen. Im Gegensatz zu Laminat ist es bei Parkett nämlich kein Problem, den Holzboden zu renovieren, indem Sie die obere Schicht entfernen und anschließend eine neue Versiegelung auftragen. Dafür schleifen Sie das Parkett einfach ab und versiegeln es anschließend mit Lack, Öl oder Wachs.

Bei Kratzern im Laminat ist das nicht möglich, sodass Sie in diesem Fall einen neuen Boden verlegen müssten. Der Unterschied besteht nämlich darin, dass Mehrschichtparkett bis zu sechs Millimeter stark ist, während Laminat aus Holzfaserplatten besteht, auf die lediglich eine Dekor-Schicht aufgebracht wird. Würden Sie diese Schicht abschleifen, so kämen die darunter liegenden Holzfaserplatten zum Vorschein. Parkett kann hingegen sogar mehrfach abgeschliffen und versiegelt werden. Aus diesem Grund können sich an einem massiven Holzboden oft viele Generationen erfreuen.

Parkett ist weiterhin, genauso wie viele andere Holzböden auch, sehr empfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Um den hochwertigen Bodenbelag nicht bei jedem kleinen Tropfen Wasser zu gefährden, hilft es ebenfalls diesen mit einer Schutzschicht bzw. Parkettversiegelung zu versehen. Dafür wird in den meisten Fällen kein Handwerker benötigt und auch spezielle Werkzeuge müssen nicht noch für viel Geld gekauft werden. Werkzeuge die nicht vorhanden sind, können dabei auch oft einfach nur geliehen werden.

Unsere DIY-Anleitung verrät Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie beim Abschleifen und Versiegeln von Parkett am besten vorgehen sollten.

Benötigtes Zubehör, Werkzeug und Materialien

Bevor Sie an die Arbeit gehen und mit dem Abschleifen des Parketts beginnen können, benötigen Sie ein paar Werkzeuge und Materialien, die Sie sich unter Umständen erst noch kaufen oder beispielsweise im Baumarkt leihen müssen. Welche Utensilien Sie brauchen, können Sie der nachfolgenden Übersicht entnehmen.

Natürlich müssen Sie sich nicht direkt eine eigene Parkettschleifmaschine kaufen, nur um einmalig Ihr Parkett zu schleifen. Wir empfehlen Ihnen, im Baumarkt vor Ort nachzufragen und sich hier ein geeignetes Gerät auszuleihen.

Die Leihgebühren für Maschinen betragen pro Tag ca. 40 – 50 Euro pro Tag. Für das Ausleihen muss in der Regel eine Kaution ausgelegt werden, die üblicherweise beim Drei- bis Fünffachen der Tagesleihgebühr beträgt. Diese erhält man natürlich bei Abgeben der Geräte wieder.

Die einzelnen Schritte im Überblick

  1. Eine freie Arbeitsfläche schaffen und den Boden vorbereiten
  2. Grobschliff des Parketts
  3. Zwischenschliff des Parketts
  4. Fugen verschließen
  5. Feinschliff des Parketts
  6. Grundieren
  7. Anschleifen der aufgetragenen Grundierung
  8. Holzboden neu versiegeln

Das Schleifen des Parkettbodens

Schritt 1: Eine freie Arbeitsfläche schaffen und den Boden vorbereiten

Bevor Sie nun damit anfangen können, den Holzboden zu schleifen, müssen Sie den Raum möglichst komplett leer räumen. Wie bei den meisten Arbeiten im und am Haus, ist eine gute Vorbereitung eine der entscheidenden Schritte, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.  Kleben Sie Möbel, die sich nicht aus dem Zimmer tragen lassen, mit Malerfolie und Klebeband ab. Auch die Vorhänge und Gardinen sollten abgehängt werden. Sockelleisten entfernen Sie mit Hammer und Meißel.

Feinstaub kann sich durch Funkenflug leicht entzünden. Suchen Sie deshalb vor dem Abschleifen den gesamten Boden ab und entfernen Sie alle Nägel. Nun reinigen Sie die Holzoberfläche noch einmal sorgfältig mit dem Staubsauger oder wischen das Parkett mit einem fusselfreien Lappen.

Schritt 2: Grobschliff des Parketts

Jetzt beginnt der erste Schleifgang, der auch als Grobschliff bezeichnet wird. Dabei werden alte Öl-, Wachs- oder Lackreste ebenso entfernt wie grobe Verschmutzungen. Nutzen Sie ein Schleifpapier mit der Körnung 24 oder 36. Der Schliff fällt umso gröber aus, je geringer die Körnung ist. Gehen Sie beim Grobschliff diagonal zur Holzmaserung vor. Sobald Sie den ersten Schleifgang abgeschlossen haben, reinigen Sie den Holzboden gründlich mit dem Staubsauger.

Schritt 3: Zwischenschliff des Fußbodens

Nun steht der Zwischenschliff an, der mit einem Schleifpapier mit 60er Körnung erfolgt. Bei diesem Vorgang ist es ganz besonders wichtig, auf die Verlegerichtung Ihres Parketts zu achten. Dieser Schleifvorgang dient dazu, Unebenheiten und die Schleifspuren des Grobschliffs zu beseitigen. Wir empfehlen die folgenden Schleifrichtungen:

  • Stabparkett: Schleifen Sie in einem 7 bis 15 Grad Winkel
  • Fischgrätenparkett: Der Schliff erfolgt in diagonalen Bahnen parallel zur Maserung des Holzes
  • Mosaik- oder Würfelparkett: Schleifen Sie diagonal zum eigentlichen Faserverlauf

Je nachdem, in welchem Zustand der Parkettboden ist, kann es sein, dass Sie den Vorgang mehrfach wiederholen müssen.

Schritt 4: Fugen verschließen

Im Anschluss müssen Sie den Boden noch einmal genau untersuchen. Überprüfen Sie, ob es in der Oberfläche Risse oder Fugen gibt. Vertiefungen mit einer Breite von maximal zwei Millimetern können mit einer Füllmasse verschlossen werden. Diese wird aus Fugenkitt und dem Schleifstaub des Zwischenschliffs hergestellt. Verrühren Sie einen Teil Staub mit einem bis fünf Teilen Fugenkitt. Je mehr Bindemittel Sie zugeben, desto fließfähiger wird die Masse und desto einfacher ist es, auch feinere Fugen zu verschließen. Verwenden Sie eine Edelstahl-Spachtel, um die Füllmasse auf den Rissen und Fugen zu verteilen. Sie muss ungefähr eine halbe Stunde lang trocknen, bevor Sie mit dem letzten Schleifgang beginnen können. Alternativ können Sie auch einen Holzkitt verwenden. Beachten Sie hier auch hier die vorgegebene Trocknungszeit.

Fugen verschließen

Schritt 5: Feinschliff des Parkettbodens

Der sogenannte Feinschliff erfolgt mit einer 100er- oder 120er-Körnung. Sie gehen dabei entweder parallel oder quer zum Lichteinfall vor. Dieser Schliff dient dazu, dem Boden wieder seine glatte Oberfläche zu verleihen, die viele Heimwerker an Parkett sehr schätzen. Nach dem Abschluss der Arbeiten reinigen Sie den Boden gründlich und befreien ihn von sämtlichen Staubresten.

Das Versiegeln des Parkettbodens

Grundieren

Beim Grundieren ist es auf jeden Fall wichtig in einer sinnvollen Reihenfolge vorzugehen, damit bereits grundierte Flächen, nicht erneut betreten werden müssen. Daher sollte auf jeden Fall gegenüber der Tür und in einer Ecke begonnen werden. Dabei ist es sinnvoll zunächst einmal den Rand mit einem Pinsel zu grundieren. Es macht viel Sinn in Abschnitten von etwa zwei Metern vorzugehen. Nachdem der Rand aufgetragen wurde, kann dann etwas weniger Vorsichtig mit einer Rolle der Bereich innerhalb aufgefüllt werden. Es ist darauf zu achten, die Rolle senkrecht zur Verlegrichtung der einzelnen Dielen, abzurollen.

Dieser Vorgang wird dann in weiteren Abschnitten so oft wiederholt, bis die gesamte Fläche grundiert ist. Im Bereich der Tür ist erneut Vorsicht geboten, da diese als aller letztes grundiert werden sollte.

Anschleifen der aufgetragenen Grundierung

Im nächsten Schritt kann das zuvor verwendete Schleifgerät erneut geschliffen werden. Nach maximal vier Stunden Zeit zum Trocknen der Grundierung, sollte damit in der gleichen Ecke begonnen werden, wie zuvor. Es wird zu einer Körnung des Schleifpapiers zwischen 120 und 150 geraten. Es ist enorm wichtig, das Parkett wirklich nur sehr kurz anzuschleifen, da der Eingriff sonst zu sehr die Grundierung und das darunter liegende Parkett beschädigt.

Schritt 6: Holzboden neu versiegeln

Jetzt müssen Sie den Boden nur noch neu versiegeln. Das klappt durch Ölen, Wachsen oder Lackieren. Es ist darauf zu achten, dass der verwendete Lack für die entsprechende Holzart und für die Grundierung geeignet ist. Bei einigen Lacken muss dieser nach dem Öffnen des Eimers noch kurz umgerührt und in Kontakt mit der Luft gebracht werden. Für beides sollten auf jeden Fall die Anweisungen auf der Verpackung beachtet werden.

Die Versiegelung mit Lack ist am aufwendigsten, aber sehr effektiv. Sie müssen erst eine Grundierung auftragen, dann nach dem Trocknen erneut mit Schmirgelpapier (120er Körnung) nachschleifen und anschließend Siegellack auftragen.

Holzboden neu versiegeln

Falls Sie sich für Öl entscheiden, steht neben aushärtendem Öl auch nicht aushärtendes Öl zur Auswahl. Generell muss Öl in zwei Arbeitsdurchgängen aufgetragen werden. Es versiegelt den Boden aber nicht, sondern stellt lediglich einen offenporigen Schutzfilm dar. Deshalb ist es empfehlenswert, gerade bei nicht aushärtenden Ölen im Anschluss noch eine Wachschicht aufzutragen. Parkettwachs wird in fester und in flüssiger Form angeboten.

Das Vorgehen beim Auftragen ist im Prinzip genauso, wie bei der Grundierung. Auch hierbei sollte in einer Ecke angefangen werden. Ebenso sinnvoll ist es, abschnittweise vorzugehen. Allerdings sollte auch nicht zu langsam vorgegangen werden, damit der Lack nicht bereits antrocknet, bevor er überall aufgetragen ist. Es ist insgesamt auf ein sehr gleichmäßiges Auftragen zu achten, was aber meist durch die Schaumstoffrollen gewährleistet wird. Im Anschluss muss der Lack dann noch trocknen.

Es macht eigentlich immer Sinn noch mindestens eine weitere Schicht Lack aufzutragen. Vor jeder Lackschicht sollte der Boden allerdings kurz angeschliffen werden. Wie viele Schichten am Ende sind, hängt von der späteren Belastung ab.

Unterschiede von Lack, Öl und Wachs

Lack gilt prinzipiell als sehr solide und dauerhaft. Er bietet guten Schutz gegenüber verschiedensten Schmutz. Das Aussehen ist dabei eher Schlicht und unauffällig. Der einzige wirkliche Nachteil liegt darin, dass bei kleinen Beschädigungen des Lacks, direkt der ganze Lack erneut ausgebessert werden muss, was auch mit einem erneuten Abschleifen zusammenhängt.

Wachse gelten als natürliche Versiegelungen, die sich insgesamt sehr neutral und atmungsaktiv verhalten. Diese sollten allerdings jährlich ausgebessert werden, wodurch ein hoher Pflegebedarf entsteht.

Eine weitere Möglichkeit Parkett zu versiegeln bieten Öle. Diese sorgen für eine sehr matte Optik. Auch Öle sind Wasserabweisend und halten die Poren des Parketts dennoch geöffnet, wodurch das Raumklima oftmals verbessert wird. Allerdings muss ein geöltes Parkett öfter gepflegt werden als ein gewachstes Parkett, bis zu drei Mal im Jahr. Prinzipiell lässt sich die Versiegelung gut mit diesen drei Materialarten durchführen.

Das optische Ergebnis ist immer das Zusammenspiel aus Holzart und Versiegelungsmaterial und sollte daher immer beachtet werden.

Tipps für die Handhabung der Schleifmaschine

Damit bei der Verwendung der Schleifmaschine nichts schiefgehen kann, sollten Sie ein paar Hinweise beachten. Warten Sie unbedingt, bis die Maschine ihre volle Drehzahl erreicht hat, bevor Sie die Walze auf den Holzboden herablassen. Nur so können Sie Rillen im Boden vermeiden. Am besten senken Sie die Walze während der Vorwärtsbewegung behutsam ab.

Sobald Sie eine Bahn abgeschliffen haben, heben Sie die Maschine wieder vorsichtig an. Gehen Sie beim Schleifgang gleichmäßig und ruhig vor. Solange die Schleifwalze in Betrieb ist, sollten Sie nicht stehenbleiben. Auch Richtungsänderungen bei laufender Walze sind nicht sinnvoll. Dadurch könnten Vertiefungen in Ihrem Parkett entstehen, die sich später nicht mehr entfernen lassen.

Unebenheiten sollten im rechten Winkel zur ursprünglichen Schleifung abgeschliffen werden. Danach können Sie noch einmal in der eigentlichen Richtung nachschleifen.

Unterschätzen Sie nicht den Schleifstaub, der beim Abschleifen von Holzböden entsteht. Achten Sie auf eine ausreichende Lüftung und tragen Sie unbedingt eine Atemmaske, um sich vor dem Feinstaub zu schützen.

Fazit

Wie hoch der Arbeitsaufwand beim Abschleifen und Versiegeln von Parkettböden ist, hängt unter anderem von dem Zustand des Holzfußbodens und der Größe des Raums ab. Für eine Auffrischung bei leichter Beanspruchung benötigen Sie nur drei Schleifgänge, damit der Boden wieder in neuem Glanz erstrahlt. Bei starker Abnutzung oder Verschmutzung sind bis zu sechs Schleifgänge notwendig. Es ist insgesamt wichtig darauf zu achten, die richtigen Materialien zu verwenden und sorgfältig vorzugehen, um ein gutes Gesamtergebnis zu erhalten. In jedem Fall lohnt sich der Aufwand, denn nach der umfassenden Pflege sieht das Parkett wieder aus wie neu.

Zusammenfassung

Wenn Parkett- oder Dielenböden im Laufe der Zeit ihren Glanz verlieren oder Kratzer aufweisen, kann der geschickte Heimwerker den Holzboden abschleifen und neu versiegeln. Im Anschluss kann er dann nach dem Auftragen einer Grundierung mit Lack versiegelt werden. Neben Lack eignen sich aber auch Öle und Wachse zur Behandlung der Oberfläche. Je nach der Stärke des Bodens ist dieser Prozess sogar mehrfach möglich, sodass Sie sich viele Jahre lang an einem massiven Holzboden erfreuen können.

Artikelbild oben: Varavin88 / Bigstock.com
Fugen verschließen: ljupchoskopje / Bigstock.com
Holzboden neu versiegeln: ljupchoskopje / Bigstock.com

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