Haus verklinkern, mit welchen Kosten muss man rechnen?

Haus verklinkern, mit welchen Kosten muss man rechnen?

Baut man ein Haus, steht man nicht selten vor der Frage, ob man die Fassade verklinkern oder verputzen soll. Im Vergleich zu einer verputzten Fassade hat das Verklinkern den Vorteil, dass die Fassade dadurch extrem wetterfest und zudem pflegeleicht wird.

Selbstverständlich kann man sein Haus auch noch nachträglich verklinkern, jedoch muss man dann mit sehr hohen Kosten rechnen.

Preise für die Klinkersteine

Bei der Auswahl von Klinkersteinen steht man in der Regel vor einer großen Auswahl. Möchte man nur die Fassade verblenden, dann kommen die sogenannten Klinkerriemchen zum Einsatz. Diese sind sehr dünn und werden zumeist als Abschluss von Wärmedämmsystemen eingesetzt. Diese Art der Verklinkerung ist relativ günstig.

Die extrem hart gebrannten Klinker in verschiedenen Farbnuancen sind meist sehr teuer. Hier muss man im Schnitt mit 0,50 € je Klinkerstein rechnen. Pro Quadratmeter Fassade benötigen Sie im Schnitt zwischen 45 und 65 Klinkersteine. Rein rechnerisch kommen so pro Quadratmeter rund 22 bis 33 € nur an Klinkersteinen auf den Bauherren zu.

Dazu muss dann noch der Mörtel gerechnet werden sowie eventuell der Preis eines Maurers, wenn man die Arbeit nicht in Heimarbeit verrichtet.

Preisbeispiele für die unterschiedlichen Klinker

Klinkerstein Preis pro qm
Friesisch bunt, extra glatt 35,00 € je qm
Rot bunt 40,00 € je qm
Bronze bunt 25,00 € je qm
Vintage (künstlich gealtert) 60,00 € je qm

Preise für den Maurer

Je nach Region, in der man lebt, unterscheiden sich die Preise der Maurer deutlich. Aber auch innerhalb einer Region können die Preise von Handwerksbetrieb zu Handwerksbetrieb massiv voneinander abweichen. Erfahrungsgemäß muss man mit einem Preis von 40 bis 90 € je Quadratmeter Fassade an Maurerkosten rechnen.

Plant man hingegen nur die Klinkerriemchen, die einfach mit der Fassade verklebt werden und kein eigenes Fundament benötigen, wird der Preis meist deutlich günstiger. Wird ein Fundament für ganze oder halbe Klinker benötigt, dann sollte man in jedem Fall nach dem Fundament-Preis fragen.

Möchte man sein Haus verklinkern, sollte man sich Angebote von verschiedenen Firmen einholen.

Welche Kosten fallen noch beim Verklinkern an?

Der Hauptkostenfaktor beim Verklinkern eines Hauses sind sicherlich die Klinkersteine. Doch damit ist es in der Regel nicht getan. Nicht selten benötigt man einen Maueranker und eine Dampfbremse, welche zwischen den Klinkersteinen und dem Mauerwerk eingebracht werden muss. Beides ist zwar nicht sonderlich teuer, jedoch werden für den Einbau noch Sand und Zement benötigt, die das Budget deutlich belasten können. So kann das Bauen einer Klinkerfassade zu einer kostenspieligen Angelegenheit werden.

  • Für 10 m³ gesiebten Sand muss man regional mit einem Preis von 100 bis 200 € rechnen.
  • 25 Kilo Zement im Sack kosten ca. 8 €.
  • Der Beton für das Fundament schlägt mit ca. 75 € pro m³ zu Buche.
  • Isolierklinker, wenn Fassade noch nicht gedämmt

    Ist die Hausfassade noch nicht nach dem aktuellen Standard wärmegedämmt, dann sollte man Isoklinker verwenden. Mit diesen Steinen kann man die Fassade sowohl isolieren wie auch verklinkern. Dies spart deutlich Geld, denn es ist nur ein Arbeitsschritt vonnöten.

    Die Vorteile von Isolierklinker

    • Effektives Wärmedämmverbundsystem
    • Schöne Steinoptik
    • Wärmedämmplatten liegen auf der Rückseite der Klinker
    • Einfache Montage der einzelnen Klinker
    • Große Auswahl an verschiedenen Formaten der Klinker
    • Große Auswahl an verschiedenen Oberflächen und Farben
    • Witterungsbeständige und pflegeleichte Fassade

    Jedoch sollte man bedenken, dass die Preise für Isolierklinker deutlich über denen von normalen Klinkern liegen. Hier muss man mit einem Durchschnittpreis von 170 € inklusive Montage pro Quadratmeter rechnen. Eine relativ kleine Fassade mit ca. 100 qm kostet dann 17.000 €.

    Kostenbeispiel

    Man möchte ein Haus aus den 60er Jahren verklinkern. Das Haus hat noch keine Wärmedämmung. Zur Verwendung kommen Klinkerriemen. Die Fassadengröße liegt bei 150 Quadratmeter.

    Material und Maurer Preise
    Klinkersteine und Mörtel 30 € je qm
    Maurerkosten 50 € je qm
    Summe 12.000,00 €

    Durch eine verklinkerte Fassade reduziert sich der spätere Wartungsaufwand für die Fassade. Im ersten Moment ist das Verklinkern deutlich teurer, als wenn man das Haus nur verputzen würde. Jedoch rechnet sich dieser finanzielle Aufwand im Laufe der Jahre, da eine fachmännisch verklinkerte Fassade über diele Jahrzehnte hält und die Fassade nicht mehr regelmäßig gestrichen werden muss.

    Bevor man sein Haus verklinkern möchte, sollte man einen Blick auf den Bebauungsplan werden. Hier erfährt man, ob das Verklinkern im Wohngebiet erlaub ist.

    Die Fassade nachträglich verklinkern

    Hat man sich für eine Putzfassade entschieden, wird man schnell feststellen, dass diese sehr pflegeintensiv ist, da sie im Laufe der Jahre immer wieder neu gestrichen werden muss. Die einstige Kostenersparnis ist somit bald aufgebraucht. Nicht selten entscheiden sich Hausbesitzer für das nachträgliche Verklinkern der Hausfassade.

    Dies kann auf der einen Seite den Wert des Hauses steigern und auf der anderen Seite kann man für eine effektive Dämmung sorgen. Gerade bei älteren Häusern ist dies oftmals eine sinnvolle Alternative zum herkömmlichen Streichen der Putzfassade. Man kann die Fassade in Eigenregie selbst verklinkern, um Kosten zu sparen.

    • Spaten, Schaufel
    • Mischmaschine
    • verschiedene Kellen
    • Schubkarre
    • Wasserwaage, Zollstock, Bleistift
    • Holzplatten
    • Zement, Sand
    • Dämmung, Dichtbahnen, Dampfsperre
    • Spezialkleber
    • Klinkersteine oder Klinkerriemchen

    Man kann die Fassade eines Hauses auch mit Klinkerriemchen verklinkern. Diese sorgen zwar für die Klinkeroptik, steigern aber nicht den Wert des Hauses. Ein Grund hierfür ist, dass die Klinkerriemchen keine Dämmung enthalten.

    Erlaubnis beim Baumamt einholen

    Möchte man eine bauliche Veränderung am Wohngebäude vornehmen, so muss man diese genehmigen lassen. Dies gilt auch für das Verklinkern der Fassade. Es gibt Regionen und Wohngebiete, in denen der Bebauungsplan bestimmt, wie die Häuser auszusehen haben. Dies geht soweit, dass sogar die genaue Farbe und die Steine einer Fassade festgeschrieben sind.

    Welche Art von Klinker verwenden?

    Hat man sich für das Verklinkern der Fassade entschieden, stellt sich bereits die nächste Frage. Möchte man Vollklinker oder lieber Hohlklinker verwenden. Durch den Brennvorgang wird die Qualität der Klinkersteine beeinflusst. Ein hart gebrannter Klinker ist praktisch unverwüstlich, lässt sich aber auch deutlich schwerer schneiden. Entscheidet man sich für einen Hohlklinker, dann ist dieser nicht so teuer, da er auch nicht so schwer ist.

    Ob man sich für den Vollklinker oder den Hohlklinker entscheidet, ist letztendlich eine Frage des Geschmacks und des Preises. Möchte man das Verklinkern in Eigenregie durchführen, sollte man bedenken, dass sich Hohlklinker schwerer verarbeiten lassen, denn hier müssen die Fugen deutlich schmaler als beim Vollklinker sein.

    Anleitung zum Verklinkern der Fassade

    Je nach Stärke der gewählten Klinkersteine entscheidet es sich, ob man zusätzliche Wandanker benötigt, die das alte und neue Mauerwerk verbinden. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch die Höhe der Fassade. Man sollte sich also im Vorfeld genau informieren, welche Materialien man benötigt.

    Das Fundament herstellen

    Entscheidet man sich gegen Klinkerriemchen und möchte eine echte Verklinkerung anbringen, benötigt man zwingend ein Fundament. Das Fundament muss in jedem Fall frostsicher sein und eine Tiefe von mindestens 80 cm haben. Bevor man die Armierung aus Eisenmatten oder mit Moniereisen vornimmt, sollte der Boden des Fundaments mit Kies ausgestreut werden.

    Anschließend kommt der frische Beton aus der Mischmaschine in die Verschalung. Hier sollte man in regelmäßigen Abschnitten mit einem Besenstiel nachstochern, damit der Beton in jeden Winkel rutschen kann. Idealerweise sollte man sich hierfür für Fertigbeton entscheiden. Dieser ist nicht wesentlich teurer als selbst angerührter Beton, hat jedoch eine gleichbleibende Qualität, was man mit einer kleinen Mischmaschine nicht erreichen kann.

    Die Dämmung anbringen

    Mit der Verklinkerung bekommt man die Möglichkeit geboten, eine Vorwanddämmung zu installieren. Diese besteht zumeist aus dicken Blöcken, die mit einem Spezialkleber sauber verklebt werden. Hierbei sind die Anweisungen der Hersteller der Dämmsysteme genau zu beachten.

    Unter Umständen bekommt man für die Dämmung eine Förderung. Es gibt hier regionale Programme, die man im Vorfeld erfragen sollte.

    Hat man sich für eine Dämmung entschieden, ist es wichtig, dass man sich den Dachüberstand anschaut, denn durch die Klinkermauer wird dies verändert und muss verlängert werden. Würde man den Dachüberstand nicht verlängern, kann es passieren, dass Regenwasser hinter der Fassade in die Klinkermauer läuft und diese bei Frost beschädigt.

    Die Klinker aufmauern

    Hat man wenig bis gar keine Erfahrung beim Mauern, dann sollte man sich für möglichst glatte Klinkersteine entscheiden. Ansonsten setzt sich übermäßiger Kleber als grauer Schleier in den Poren der Klinkersteine ab. Bevor man mit dem Verklinkern beginnt, muss sichergestellt sein, dass das Fundament komplett durchgetrocknet ist. Bevor die erste Reihe Klinker auf das Fundament kommen, wird hier ein Streifen Dichtbahn aufgelegt.

    Verklinkert man die Fassade ohne Muster, dann wird im Verbund gemauert. Dies bedeutet, dass die Fuge zwischen den Steinen der zweiten Reihe in der Mitte des darunterliegenden Klinkers liegt. Man muss zwingend auf den Verbund achten, denn schon das kleinste Verrutschen der Steine sorgt später für einen unansehnlichen Anblick der Fassade.

    Hat man sich für Hohlklinker entschieden, dann sollte man beim Kauf darauf achten, dass man auch halbe Steine kauft. Ganze Hohlsteine kann man nicht einfach schneiden, da man an den Ecken den Hohlraum im Inneren sehen würde. Auch beim Vollklinker sollte man die Schnittseite nicht an einer Ecke einbauen, da diese meist anders aussieht als direkt nach dem Brennen. Eventuelle Zuschnitte sollte man also immer innerhalb der Wand einbauen.

    Zum Schneiden der Klinker muss man sich nicht extra eine Steinschneidmaschine kaufen. Hier reicht auch ein Winkelschleifer mit einer guten Diamantscheibe. Die Querfugen sollten möglichst einen Zentimeter breit sein. Hat man zu viel Zement zwischen den Steinen verwendet oder ist etwas auf die fertige Mauer gefallen, so sollte man dies sofort mit klarem Wasser und einem Quast entfernen.

    Die Klinker verfugen

    Die Fuge zwischen den Steinen wird beim Mauern nie komplett gefüllt werden. Also muss man nachträglich die Klinker verfugen. Bevor man damit beginnt, sollte die Fassade einige Tage gut austrocknen, denn nur so kann alles an Restfeuchte entweichen. Verfugt man hingegen zu früh, kann die Restfeuchte nur über die alte Hauswand entweichen. Beim Verfügen werden die Fugen mit einer schmalen Fugenkelle mit Fugenmörtel ausgefüllt.

    Die Fugenfüllung sollte hierbei ein paar Millimeter hinter den Steinen liegen. Der Mörtel muss der Fugenkelle richtig festgedrückt und anschließend glatt gezogen werden. Bei dieser Arbeit sollte man immer einen Eimer Wasser, einen Pinsel und einen Quast in greifbarer Nähe haben, um überschüssigen Mörtel sofort zu entfernen.

    Die nachträgliche Dämmung einer Klinkerfassade

    Sicherlich kann man eine verklinkerte Fassade auch nachträglich dämmen. Jedoch ist dies nicht immer ganz unproblematisch. Zwischen dem Mauerwerk und dem Klinker besteht eine Luftschicht, die in jedem Fall zu den Schwachpunkten zählt. Wird nachträglich eine Dämmung eingebaut, dann darf diese Luftschicht nicht offenbleiben, da die Dämmung ansonsten wirkungslos ist.

    Verschließt man die Luftschicht zu gut, kann es zu Feuchtigkeitsproblemen im Inneren der Wand kommen. Die Klinker zu entfernen ist wenig sinnvoll. Klinker sind nicht nur hochwertig und teuer, sondern muss auch kostenpflichtig entsorgt werden.

    Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) auf den Klinkern anzubringen, ist oftmals mit Schwierigkeiten verbunden. Hier ist nicht nur der Feuchtigkeitseinschluss ein großes Problem, sondern auch die Fenster sind problematisch. Diese müssten in der Dämmebene vorverlegt werden, was mit hohen Kosten verbunden ist.

    Aus diesem Grund entscheidet man sich oftmals für die Einblasdämmung. Dies bedeutet, dass die ungedämmte Luftschicht einfach in eine gedämmte verwandelt wird. Da Klinker nicht dampfdiffusionsdicht sind, ist die Kerndämmung als Wärmeverlustisolierung sehr vorteilhaft. Ob die Einblasdämmung durchführbar ist, sollte ein Fachmann immer vor Ort entscheiden, nachdem er das Haus und die Gegebenheiten gründlich untersucht hat.

    Klinker wieder entfernen – sinnvoll?

    Gerade bei älteren Häusern findet man sehr oft Klinker. Sie dienten als Wetterschutz und sorgten für eine haltbare Fassade. Nicht selten stellt man sich aber die Frage, ob es sinnvoll ist die Klinker zugunsten einer Alternative zu entfernen.

    Aufbau und Vorteile der Klinkerfassade

    Eine Klinkerfassade ist meist zweischalig. Das heißt, die Innenseite besteht aus Ziegel und die Außenseite aus Klinkersteinen. Dazwischen befindet sich der Luftschichtanker. Neuere Klinkerfassaden sind meist schon gedämmt.

    Die Klinkerfassade bietet einen wirksamen Wetterschutz, einen hervorragenden Schallschutz und lässt Feuchtigkeit von innen nach außen entweichen, aber nicht eindringen.

    Den Klinker entfernen?

    Klinker sind nicht nur langlebig, sondern auch teuer in der Anschaffung. Aus diesem Grund ist es nicht wirklich sinnvoll, eine bestehende Klinkerfassade zu entfernen. In einigen Fällen möchte man ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) nachträglich einbauen.

    Aber auch hier muss man die Klinkerfassade nicht entfernen, sondern sollte sich für eine andere Möglichkeit entscheiden. Bestehen Schäden an den Fugen der Klinker, dann sollte man die Klinker neu verfugen.

    Die Alternativen zum Entfernen der Klinker

    Stört die Optik der Klinkerfassade, dann kann man diese mit verschiedenen Möglichkeiten verändern. Zum einen kann man die Klinker einfach selbst streichen. Mit den richtigen Materialien lässt sich die Optik der Klinker schnell verändern.

    Hierzu müssen im Vorfeld die Klinker gründlich gereinigt und dann mit einer speziellen Grundierung behandelt werden. Nur so ist garantiert, dass die Farbe auf den Klinkern haftet. Zum Streichen verwendet man eine diffusionsoffene Farbe.

    Man kann die Klinker auch verputzen. Dies ist mit etwas Aufwand versehen, denn der Aufbau der Putzschicht muss exakt geplant werden. Am besten lässt man diese Arbeiten von einem Fachmann durchführen.

    Zusammenfassung

    Das Verklinkern einer Fassade ist eine kostenintensive Angelegenheit, die sich jedoch im Laufe der Jahre amortisiert und dem Hausbesitzer eine Reihe von Wartungsaufgaben erspart. Zusätzlich kann man mit Isolierklinker für eine sehr gute Wärmedämmung sorgen, ohne dass die Räume im Inneren des Hauses dadurch minimiert werden.

    Artikelbild: shawn_h / Bigstock.com

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