Hecken richtig pflegen und schneiden

Hecken richtig pflegen und schneiden

Egal ob Kirschlorbeer, Thuja, Liguster oder Hainbuche – eine Hecke ist im Garten nur ein Hingucker, wenn sie richtig gepflegt wird. Dekorativ oder blickdicht bleiben Hecken nur, wenn der Gartenbesitzer die Form wahrt. Die richtige Düngung ist ausschlaggebend für die grünen und farbenfrohen Erscheinungen. Daher sollten Gartenbesitzer wissen, wann eine Hecke geschnitten und wie sie gepflegt werden muss. Achtung: Hierbei sind auch gesetzliche Bestimmungen einzuhalten.

Der richtige Schnittzeitpunkt

Im Gegensatz zum Formschnitt ist der radikale Rückschnitt von Heckenpflanzen zeitlich vom Gesetz bestimmt. Noch bevor der Frühling beginnt, muss dieser abgeschlossen sein. Bis Ende Februar ist der Rückschnitt gesetzlich erlaubt, dann gilt bis zum 30. September ein Bestandsschutz. Dieser dient dem Schutz von Brutstätten von Tieren. Der Formschnitt hingegen ist auch zwischen März und September je nach Bedarf erlaubt. Er dient vor allem der leichten Korrektur von herauswachsenden Trieben.

Eine Ausnahme stellen Rotbuchen, Thujen und Zypressen dar. Sie sollten nur einmal im Jahr – meist im Sommer – in Form geschnitten werden. Auch die Temperaturen sind ausschlaggebend – Hecken dürfen nur bei einer Kälte bis zu minus fünf Grad Celsius beschnitten werden. Bei kälteren Temperaturen schadet der Schnitt eher, als dass er ein neues Treiben begünstigt. Nach Ende September ist der Schnitt nicht mehr zu empfehlen, da hier oft schon nächtlicher Frost die neuen Triebe schädigt. Ebenso sollte der Tag des Schnittes nicht zu sonnig sein. Eine zu starke Sonneneinstrahlung trocknet die Schnittflächen aus. Ideal sind daher trübe Tage mit bedecktem Himmel.

Der richtige Schnitt

Eine Hecke darf weder Lücken aufweisen, noch in das Nachbargrundstück hineinragen. Daher ist der Schnitt der Hecke eines der wichtigsten Bestandteile der Heckenpflege. Er sorgt nicht nur dafür, dass die Hecke in Form bleibt, sondern auch, dass sie blickdicht bleibt – meist der Grund für die Pflanzung einer Hecke. Durch den Schnitt wächst die Hecke schneller, die Pflanze wird dadurch angeregt, sich weiter zu verzweigen. Gerade die ersten Jahre sind für die Entwicklung der Hecke entscheidend, um einen dichten und gleichmäßigen Wuchs zu erreichen.

Bereits ab dem zweiten Jahr sollte die Hecke regelmäßig mindestens einmal im Jahr beschnitten werden. Schnell wachsende Sorten, wie Feldahorn, Berberitze und Hainbuche sollte der Gärtner sogar zweimal jährlich schneiden. Das ist auch für ältere Pflanzen wichtig. Dabei erfolgt der Rückschnitt vor dem Frühjahr radikaler als Formschnitte über die Sommermonate. Auch die Länge des Schnittes unterliegt gesetzlichen Bestimmungen: So ist es laut § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes verboten, Pflanzen zu roden und bis auf den Stock zurückzuschneiden. Der Gärtner kann etwa bis zu einem Drittel wegschneiden.

Bei jungen Hecken kann bis zur Hälfte weggenommen werden. Der Gärtner sollte jedoch auch beachten, dass die Hecke nicht nach oben hin breiter geschnitten wird. Dadurch würde dem unteren Teil der Hecke das Licht genommen und das Wachstum gehemmt werden. Es empfiehlt sich eher eine Trapezform. Wer einen besonders geraden Schnitt der Hecke bekommen möchte, sollte eine Schnur benutzen. Diese kann über die ganze Hecke gespannt eine optimale Orientierungshilfe sein.

Die richtigen Geräte

Nicht nur Schnittzeitpunkt und Schnittlänge sind ausschlaggebend für den optimalen Schnitt einer Hecke – auch das richtige Arbeitswerkzeug sollte genutzt werden. Optimal eignen sich Heckenscheren für das Trimmen und den Schnitt von halbhohen Hecken. Hierbei gibt es sowohl elektrische Geräte, als auch mit Benzin betriebene Varianten. Letztere bieten zwar viel Bewegungsfreiheit, aber sind sehr laut. Elektrische Scheren sind deutlich leiser, aber benötigen Strom. Hier sollte immer ein Sicherheitskabel verwendet werden, damit es nicht zu schlimmen Unfällen kommt.

Für hohe Hecken empfiehlt sich die Verwendung von Heckenschneidern. Mit ihnen wird die Leiter überflüssig, da sie oft über abwinkelbare Gelenke verfügen und individuell eingesetzt werden können. Auch eine Astschere kann beim Schnitt von Hecken guten Dienste leisten – bei dicken Ästen des Lorbeers beispielsweise. Wichtig ist, dass das Gerät vor und nach der Benutzung gut gewartet und gelagert wird. Nur so bleiben Klingen scharf und Scheren in Schuss. Stumpfe Geräte können den Pflanzen schaden – sie quetschen mehr, als dass sie schneiden.

Die richtige Pflege

Rund um den Schnitt brauchen Hecken meist nur wenig weitere Pflege. Vor und in der Wachstumsphase sollten sie ein- bis zweimal im Jahr gedüngt werden. Das kann der Gärtner mit Kompost oder auch mit einem mineralischen Dünger gewährleisten. Das Düngen sollte daher zwischen März und August erfolgen. Laub abwerfende Hecken müssen nur in extremen Trockenzeiten und direkt nach dem Pflanzen zusätzlich gegossen werden. Ihr Laub sollte am besten auf der Erde liegen gelassen werden. Es verstärkt die Anreicherung von Humus und düngt den Boden auf natürliche Weise mit Magnesium und Phosphat. Immergrüne Hecken brauchen jedoch auch im Winter zusätzliches Wasser, damit sie nicht austrocknen. An sonnigen Tagen verlieren sie auch in dieser Jahreszeit durch Verdunstung wichtiges Wasser. Sie freuen sich auch über eine Mulchdecke. Das verhindert den Befall mit Krankheiten.

Artikelbild: © Yganko / Shutterstock

 

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