Kopfsteinpflaster verlegen wie ein Profi

Kopfsteinpflaster verlegen wie ein Profi

Das Kopfsteinpflaster ist ein beliebtes Material für die Gestaltung von Außenflächen aller Art. Das natürliche Material lässt sich für Hofeinfahrten, Terrassenflächen oder Gartenwege nutzen. Dabei zeichnen sich die Natursteine durch eine Reihe von Besonderheiten aus.

Für das Pflastern von Flächen ist es nicht unbedingt notwendig, einen Fachmann zu engagieren. Mit dem richtigen Hintergrundwissen und den passenden Hilfsmitteln lässt sich das Kopfsteinpflaster in Eigenregie verlegen.

Welches Kopfsteinpflaster gibt es?

Die Pflastersteine werden in diversen Gesteinsarten angeboten. Besonders häufig sind die folgenden Arten zu finden:

  • Basalt
  • Granit
  • Porphyr

Diese bieten eine sehr hohe Langlebigkeit und sind extrem robust. Die Wahl des Pflastersteins ist aber nicht allein ausschlaggebend für die Festigkeit des Kopfsteinpflasters. Die korrekte Vorbereitung des Untergrundes und die richtige Umsetzung des Pflasterns machen das Bauprojekt erst zu einem Erfolg auf der ganzen Linie.

Die Steine haben eine typische Form. Sie sind an der Oberseite leicht abgerundet. Das verlegte Kopfsteinpflaster wird im professionellen Rahmen in zwei Ausführungen genutzt. Man spricht von einem ungebundenen und gebundenen Kopfsteinpflaster. Es ist kaum möglich, die zwei Arten optisch voneinander zu unterscheiden; sie weisen aber enorme Unterschiede in den Eigenschaften auf.

Ungebundenes Kopfsteinpflaster

Das ungebundene Kopfsteinpflaster ist generell am häufigsten anzutreffen. Es handelt sich hier um eine alte Konstruktionsart, die seit Jahrhunderten zum Einsatz kommt. Die Pflastersteine werden auf einen Untergrund aus Granulat, Sand oder Splitt gegeben. Die Fugen werden mit dem gleichen Material geschlemmt, aus denen auch der Untergrund besteht. Der Vorteil dieser Konstruktion ist die hohe Flexibilität. Die Steine sind in der Lage, auf hohe Temperaturumschläge zu reagieren und es kommt nicht zu hohen Spannungen innerhalb des Materials. Zeitgleich können die Fugen leicht ausgespült werden, was zu losen Steinen führen kann – entsprechend höher ist die Wartung des Kopfsteinpflasters.

Gebundenes Kopfsteinpflaster

Für Natursteine kommt in der Regel die gebundene Verlegeweise infrage. Anstelle von Sand kommt ein fester Zementmörtel für das Verfugen und das Unterbett zum Einsatz. Bereits während des Verlegens werden mögliche Verformungen vermieden. Um mögliche Probleme einer zu starren Pflasterdecke zu vermeiden, wird ein spezieller Mörtel verwendet. Dieser ist wasserdurchlässig und nicht anfällig für Frostschäden. Da diese Bauweise sehr aufwendig ist, ist sie für den Eigenbau kaum geeignet. Die starre Fläche erfordert ein präzise gebautes Unterbett. Kommt es hier zu leichten Unebenheiten, kann dies schnell das Resultat der Pflasterdecke negativ beeinflussen. Im Folgenden wird daher eine detaillierte Anleitung für die Umsetzung eines ungebundenen Kopfsteinpflasters geboten.

Kopfsteinpflaster richtig verlegen

  • Verlegesand und Kalksplitt
  • Schotter und Quarzsand
  • Schubkarre
  • Schaufel, Rechen, Spaten
  • Zollstock und Maurerschnur
  • Gummihammer
  • Flächenrüttler (Baumarktverleih)

1. Pflasterfläche vorbereiten

Die zu pflasternde Fläche muss von Beginn an abgesteckt werden. Dafür eignen sich Holzpflöcke und eine Maurerschnur. Die Pflöcke sollten entsprechend der benötigten Aushebehöhe gekennzeichnet sein, um sie bis zur Markierung zu versenken. Abhängig vom Nutzungsbereich ist die Aushebetiefe dabei unterschiedlich zu berechnen. Ein Gehweg mit einer normalen Nutzung ist in der Regel mit einer Tiefe von 20 cm ausreichend unterlegt. Für einen Bereich mit einer starken Nutzung, wie zum Beispiel einer Einfahrt, sind bis zu 40 notwendig. Wird das Kopfsteinpflaster auf einer ebenen Fläche verlegt, muss die Aushebung ebenfalls absolut eben ausfallen. Mögliche Unebenheiten können ansonsten zur Senkung der fertigen Pflasterung führen.

Wird das Kopfsteinpflaster mit einem Gefälle verlegt, muss dies eingeplant werden. Ein Gefälle von 1 % bedeutet dabei einen Höhenunterschied von 1 cm auf jeden Meter.

2. Untergrund verdichten und füllen

Ist die Grube ausgehoben, muss sie verdichtet werden. Dafür kommt eine Rüttelmaschine zum Einsatz. Handelt es sich lediglich um eine kleine Fläche, ist es auch möglich, diese festzutreten. Ist die Grube ausreichend vorbereitet, wir die Tragschicht eingegeben. Diese besteht aus Schotter oder Splitt und sie wird bis zu einer Höhe von 5 cm unter dem Rand eingefüllt – Gesamttiefe 20 cm = Schuttschicht 15 cm. Auch diese Schicht wird mit der Rüttelmaschine bearbeitet. Dabei sollte eine Absenkung von knapp 1 cm eingerechnet werden. Anschließend wird ein spezieller Verlegesand aufgetragen und verrüttelt. Der Sand lässt sich besonders gut verdichten und gibt einen soliden Untergrund für die Auflage der Steine.

3. Randsteine verlegen

Im nächsten Schritt werden die Seitensteine verlegt. Diese müssen sicher befestigt werden. Es gibt spezielle Randsteine, die sich tief einpflastern lassen und so einen stabilen Halt sichern. Für Bereiche mit einer hohen Beanspruchung ist es sinnvoll, eine Betonschicht am Rand einzufügen. Diese sitzt außerhalb des Kopfsteinpflasters und wird etwa 15 cm schräg an die Steine angesetzt.

4. Pflastersteine verlegen

Die Pflastersteine sind aus Naturstein gefertigt – entsprechend kann es zu leichten Unebenheiten kommen. Um diese auszugleichen, werden die Steine einzeln in das gerüttelte Sandbett eingesetzt. Mit einem Gummihammer lassen sie sich leicht in die korrekte Höhe schlagen. Dickes Natursteinpflaster muss tief in die Sandfläche eingeschlagen werden. Die Fugen sollten so gering wie möglich ausfallen, und die für die Gesamtfläche nicht mehr als 20 % einnehmen. Sobald das Kopfsteinpflaster in das Sandbett eingeschlagen ist, darf es nicht mehr betreten werden, um Unebenheiten vorzubeugen.

Das Verlegemuster lässt sich nach den eigenen Vorstellungen anpassen. So ist es möglich, Bögen, gerade Linien oder symmetrische Formen zu wählen. Die Farbverläufe der Natursteine sind nicht identisch. Um einen abrupten Farbwechsel zu vermeiden, sollten die Steine aus verschiedenen Paketen miteinander gemischt werden.

5. Fugen füllen

Die Pflastersteine können mit schwarzen oder weißen Fugen versehen werden. Für weiße Fugen wird Quarzsand verwendet, für schwarze Fugen kommt Basaltsand zum Einsatz. Einfach den gewählten Sand großzügig auf die Steine streuen und anschließend mit einem Besen in die Fugen der Pflastersteine kehren. Sind die einzelnen Fugen ausreichend mit Sand gefüllt, wird das Pflaster nass gemacht. Dies sorgt dafür, dass der Sand sich innerhalb der Fugen verdichtet. Große Fugen für große Pflastersteine lassen sich auch mit Splitt füllen. Ist der Sand getrocknet, wird der Überschuss abgekehrt. Mithilfe der Rüttelplatte wird das Pflaster auf das gewünschte Niveau gebracht. Abschließend wird die Fläche erneut mit Sand und Wasser bearbeitet.

Zusammenfassung

Es ist möglich, das Kopfsteinpflaster in Eigenregie zu verlegen. Dafür ist vor allem die richtige Vorbereitung des Untergrundes unumgänglich. Die Wahl der Pflastersteine ist abhängig vom eigenen Geschmack, vom Einsatzbereich und vom Budget. Generell lässt sich sagen, dass Flächen mit einer hohen Nutzung Steine mit einer hohen Stärke benötigen. Ist das Kopfsteinpflaster richtig verlegt, ist es für viele Jahre haltbar.

Artikelbild: © Stockcentral / Bigstock.com

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