Koriander – aromatische Heilpflanze gegen Verdauungsbeschwerden

Koriander – aromatische Heilpflanze gegen Verdauungsbeschwerden

Die seit vielen Jahrhunderten bekannte Heilpflanze Koriander (Coriandrum sativum) gilt als besonders facettenreiches Gewächs. Bereits die alten Pharaonen im antiken Ägypten nutzten die Heilpflanze als Gewürz, während die Griechen das Gewächs zur Herstellung von Wein gebrauchten.

Koriander, der auch unter den Namen Wanzenkraut und chinesische Petersilie bekannt ist, ist vor allem als frisches Küchengewürz bekannt. Die darin enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe entfalten im menschlichen Körper positive Wirkungen: Sie lindern Verdauungsbeschwerden, bekämpfen antibiotikaresistente Infektionen und leiten Giftstoffe aus dem Körper.

Anbau, Aussaat und Pflanzung von Koriander

Koriander gehört zu der Gruppe der Doldengewächse (Apiaceae) und wird an vielen Orten der Welt angebaut. Der Koriander ist einfach kultivier- und vermehrbar, sodass er sich heute auf vielen verschiedenen Kontinenten, beispielsweise in Nordafrika, Mittelamerika, Israel und Armenien findet. Das beliebte Würz- und Heilkraut lässt sich an vielen verschiedenen Standorten anpflanzen.

Die Heilpflanze wächst heutzutage in bestimmten Gebieten des Bundesland Thüringens, wo sich sogar eine spezielle Unterart herausbildete.

Optimal gedeiht Koriander an sonnigen, windgeschützten und halbschattigen Plätzen in einem nährstoffreichen, gelockerten Boden, der nicht frisch gedünkt wurde. Bei einer Anpflanzung im Gewächshaus empfiehlt es sich, einen Sonnenschutz auf dem Dach anzubringen, das nachmittags für Schatten sorgt.

Zwischen den Monaten April und Juli lassen sich die Samen der Heilpflanze aussäen. Die Samen, welche für ein Gewürz infragekommen, sollten bereits im März und April ausgesät werden. Erfolgt die Aussaat zu spät, können die Samen nicht mehr vollständig reifen.

Das Auspflanzen erfolgt im Freiland in einer Reihe mit 20 bis 30 Zentimeter Abstand zur nächsten Pflanze. Als Topfpflanze lässt sich der Koriander kultivieren und gedeiht deshalb ebenfalls gut auf einem Balkon. Die Samen müssen dafür mindestens 1,5 Zentimeter tief in der Erde stecken und vollständig mit Erde bedeckt sein.

Koriander, der als Topfkultur angelegt ist, lässt sich mit einem guten Kräuterdünger versorgen. Ein phosphorbetonter Dünger eignet sich dann, wenn Samen gewonnen werden sollen.

Merkmale, Aussehen und Wuchs

Die Korianderpflanze aus der Familie der Apiaceae ist eine einjährige Kräuterpflanze, die bis zu 130 Zentimeter hoch wächst. Die Pflanze weist einen intensiven, leicht „wanzenartigen“ Geruch auf. Äußerlich kennzeichnet eine braune, manchmal leicht weißliche Hauptwurzel den Koriander, die Petersilie oder wilden Möhren ähnlichsieht.

Die Blätter der Pflanze wachsen altersabhängig in unterschiedlichen Formen. Die jungen Blätter sehen leicht gestelzt und rundlich aus. Ältere Korianderblätter haben hingegen deutliche Kerben. Die Unterseite hat eine wachsartige Schicht, während der Stängel aufrecht steht und mit einer grünen Färbung versehen ist. Für gewöhnlich wachsen am Stängel zahlreiche kleine Seitenstängel.

Der Koriander treibt typische Doldenblüten mit etwa fünf weißen bis cremefarbenen Blättern aus, an denen drei bis fünf Millimeter große, hellbraune Früchte wachsen. An ihnen wachsen Samen von gelblicher bis hellbrauner Farbe. Sie riechen eher zitrusartig.

Bezeichnung Coriandrum sativum
Herkunft Mittelmeerraum
Verbreitung Weltweit verbreitet
Inhaltsstoffe Linalool, Campher, Triglyceride
Heilwirkung verdauungsfördernd, krampflösend, regt den Appetit an
Einsatzbereiche als geschmackvolles Küchengewürz; in der Medizin: gegen Verdauungsbeschwerden, Appetit- und Schlaflosigkeit, Diabetes, Rheuma
Anbau Direktsaat im Freiland, im Gewächshaus oder auf dem Balkon
Blütenfarbe weiß bis cremefarben
Blütezeit Juni bis August
Blütenform Blütendolde
Blattfarbe hellgrün bis sattgrün
Blattform rundlich, gefiedert
Zier- oder Nutzwert Heilpflanze, Pollenpflanze, Blattschmuck
Verwendung Samen, Früchte
Wuchseigenschaften lange Blütenschaft, zieht Bienen an
Licht sonnig bis halbschattig
Nährstoffbedarf Nährstoffreich
Bodenart lehmiger Boden
Bodenfeuchte mäßig feucht

Pflanzenfamilie und Sorten

Der Echte Koriander (Coriandrum sativum) gehört zur großen Familie der Doldenblütler. Den Koriander gibt es lediglich in zwei verschiedenen Arten: Die erste Art ist der Echte Koriander, die zweite Gattung nennt sich Coriandrum tordylium. Sie wächst ausschließlich in einigen Teilen Vorderasiens. Koriander wird aufgrund seiner Beliebtheit weltweit verwendet. Infolge dieser starken Nutzung bildeten sich zahlreiche „Unterarten“ heraus:

  • Eine beliebte Koriander-Art heißt „Santo“. Sie besitzt ein starkes Aroma und erreicht eine Höhe von bis zu 50 Zentimetern.
  • „Cilantro“ ist ein italienischer Blattkoriander, der viele Blätter hervorbringt und erst spät Samen bildet.

Herkunft und Vorkommen des Korianders

Die Herkunft des Korianders lässt sich nicht eindeutig gesichert zurückverfolgen. Forscher gehen aufgrund der historischen Funde davon aus, dass die vielseitige Heilpflanze ursprünglich erstmals im Mittelmeergebiet und Südosteuropa zwischen anderen Getreidepflanzen wuchs. Sie wird heute wiederum ebenfalls in Ungarn, den Niederlanden, Israel, Rumänien, Ostasien und Amerika angebaut. In Deutschland wächst die vielseitige Heilpflanze besonders gut in Thüringen, Franken und Württemberg.

Ernte und Lagerung

Der Koriander benötigt eine lange Blütenschaft und braucht einige Zeit, um vollständig zu gedeihen. Nach rund 24 Wochen ist die Aussaat des Korianders reif zur Ernte. Am besten lassen sich die Samen ernten, kurz bevor sie ihr volles Reifestadium erreichen. Sind sie überreif, so fallen sie aufs Beet und lösen sich von der Dolde. Die Blätter lassen sich nach Bedarf ernten.

Am besten ist es, ausschließlich die unteren Blätter abzuernten. Die Pflanze kann sich anschließend von der Ernte erholen und neu austreiben. Die beste Tageszeit, um zu ernten, ist der frühe Morgen. Im Anschluss können die Samen auf einem Papier trocknen und lichtgeschützt ausreifen. Sie lassen sich am besten in einem trockenen Beutel aus naturnaher Baumwolle aufbewahren.

Die Samen des Korianders werden kurz vor der Verwendung gemahlen. Auf diese Weise behalten sie ihr volles Aroma. Frischer Koriander lässt sich in einem geeigneten Gefäß, beispielsweise einem Topf, mehrere Tage lagern und wächst, wenn er richtig gepflegt wird, nach. Der frische Koriander lässt sich in der Küche waschen, trockenschütteln und hacken. Die Stiele können problemlos zerkleinert werden.

Pflege, Krankheiten und Schädlinge des Korianders

Koriander gedeiht bei einem warmen, teilweise schwülen Klima hervorragend. Die relativ pflegeleichte Heilpflanze benötigt zum Wachsen regelmäßig Wasser. Flüssiger Dünger sorgt außerdem dafür, dass die Pflanze schneller wächst. Nach rund drei Wochen hat sich der Blatt-Koriander vollständig herausgebildet und kann geerntet werden.

Das ideale Klima für die Korianderpflanze – ein mäßig feuchtes – begünstigt diverse Schädlinge und Krankheiten. Zu ihnen gehört der „Echte Mehltau“, der vielen (Hobby-)Gärtnern ein Begriff ist. Dieser weißliche Belag dieser Pilzerkrankung kommt an der Oberseite von Zier- und Nutzpflanzen vor. Der milchig-weiße Belag ist abwaschbar, aber überträgt sich bereits durch einen leichten Windstoß auf andere Pflanzen.

Vorbeugen lässt sich mit einem großzügigen Abstand zwischen den Pflanzen und indem der Koriander nicht unmittelbar neben einem Komposthaufen wächst. Es kann ebenfalls ratsam sein, die Pflanze morgens oder mittags statt in den Abendstunden zu gießen, damit die Blätter nachts trocken sind.

Tritt der Echte Mehltau dennoch auf, lohnt es sich, sofort zu handeln. Eine Mischung aus drei Tüten Backpulver, 50 ml Speiseöl, einem Liter Wasser, einem Spritzgerät und einem Bottich wirkt dem Echten Mehltau entgegen. Die mit einem Spülmittel angereicherten Zutaten sollten idealerweise abends auf die Korianderpflanze gesprüht werden.

Eine weitere weit verbreitete Krankheit heißt Doldenbrand. Dieser Pilz gedeiht bei einem feuchtwarmen Wetter und lässt die Blätter des Korianders verwelken. Leider existiert bisher kein bekanntes Heilmittel gegen den Doldenbrand. Um den restlichen Bestand zu schützen, kann es notwendig sein, die befallenen Pflanzen restlos zu entfernen und die nächste Ernte im kommenden Jahr auf einem anderen Feld durchzuführen.

Anwendungsgebiete und -beispiele, Nutzung und Heilwirkung

Besonders die asiatische Küche schwört auf die wertvollen Aromen der Korianderpflanze. Die Früchte, die Blätter und teilweise ebenso die Wurzeln reichern im asiatischen Raum viele verschiedene Rezepte aromatisch an. Die Heilpflanze entfaltet als Gewürz einen pikanten, teilweise bitteren Geschmack mit süßlicher Nuance.

Die Blätter der Heilpflanze würzen thailändische Suppen ebenso wie Meeresfrüchte, Fleisch, Glasnudelsalate oder Fischgerichte. Die Samen und Früchte, welche aus der Pflanze gewonnen werden, lassen sich mitkochen und anbraten. Ganze Samen erleichtern es, Marinaden zuzubereiten. Zu den bekanntesten Gerichten gehören das Massaman-Curry oder das Pho Ba Tai Nam.

In der Ernährung kommt Koriandergrün gern gemeinsam mit Früchten oder Gemüse zum Einsatz. Köstliche Smoothies, würzige Salate oder intensives Pesto lassen sich damit herstellen. Alternativ lässt sich das Koriandergrün als medizinischer Tee verabreichen, bei dem die Blätter und Samen mit heißem Wasser übergossen werden. Nach etwa zehn Minuten Ziehzeit ist der Tee trinkbar. Er hilft gegen Magen-Darm-Krankheiten, regt den Appetit an und wirkt verdauungsfördernd.

In der Naturheilkunde kommen die Wirkstoffe der Heilpflanze unter anderem als Kraut zum Einsatz. Während sich in den mittelalterlichen Kräuterbüchern Hinweise mehren, wonach der Koriander überwiegend als Magenstärkungsmittel oder als Mittel gegen Menstruationsbeschwerden eingesetzt wurde, interessieren die modernen Wissenschaftler eher die schmerzlindernden Effekte der Pflanze auf den gesamten Magen-Darm-Trakt. Der Koriander erzielt im Hinblick auf den menschlichen Körper viele positive Wirkungen:

  • Ätherisches Korianderöl hilft dank sekundärer Pflanzenstoffe gegen Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Durchfall und Völlegefühl.
  • Die entwässernde Wirkungsweise vermindert bestehende Wasseranlagerungen in den Nieren und beugt somit rheumatischen Erkrankungen und geschwollenen Gelenken vor.
  • Die in der Pflanze enthaltenen Kräuter bekämpfen die Blutarmut, senken den Cholesterinspiegel und reinigen die Arterien und Venen des Körpers.
  • Diabetiker profitieren von der Pflanze, da diese Insulin aus der Bauchspeicheldrüse ausleitet und damit den Blutzuckerspiegel reguliert.
  • Endokrine Drüsen werden von den Korianderblättern in hohem Maße beeinflusst. Diese wirken sich auf die Hormone aus. Dadurch hilft Koriander, bestehende Zyklusschwankungen zu unterbinden und die menstruationsbedingten Beschwerden abzumildern.
  • Das in der Pflanze enthaltene Öl wirkt antibakteriell gegen verschiedenste Infektionen. Bereits eine geringe Dosis von rund 1,6 Prozent Öl sei laut Forschern ausreichend, um die Vermehrung von Bakterienstämmen zu verhindern. Dies betrifft beispielsweise die Salmonellen, welche zu Lebensmittelerkrankungen führen.
  • Korianderblätter wirken antioxidativ und entfalten gegenüber unterschiedlichen entzündlichen Krankheiten einen positiven Effekt. Medizinisch belegen lässt sich diese Wirkungsweise anhand eines Labortests an rheumakranken Ratten. Die Therapie mit den Samenextrakten sorgte bei den Ratten für einen Rückgang der Entzündungen.
  • Koriander wirkt synergetisch und spült Studien zufolge Quecksilber und weitere Schwermetalle aus dem Körper. Damit die toxischen Metalle das Immunsystem nicht schwächen und Krankheiten hervorrufen können, sollte das Extrakt der Heilpflanze gemeinsam mit Bärlauch und Chlorella eingenommen werden. Dann scheidet der Körper das schädliche Quecksilber aus.

Inhaltsstoffe des Korianders

In der Pflanze stecken viele medizinisch wichtige Inhaltsstoffe. Samen, Blätter und Früchte des Korianders sind reich an folgenden Inhaltsstoffen, die gesundheitsfördernd wirken:

  • Viele sekundäre Pflanzenstoffe
  • Linalool, aus dem sich ätherische Öle gewinnen lassen
  • Ölsäure und Gelbstoffe
  • Geraniol, Pinen und Limonen

Koriander wirkt folglich als natürliches Arznei- und Schönheitsmittel und erzielt mit den wirksamen Inhaltsstoffen eine beruhigende und schmerzstillende Wirkung.

Infos zur Giftigkeit von Koriander

Koriander lässt sich dargereicht als Tee oder als Gewürz unbedenklich in größeren Mengen konsumieren. Wechsel- und Nebenwirkungen sind bis auf wenige Ausnahmen nicht bekannt. Eine kosmetische Behandlung auf der Haut sollte mit Koriander mit Vorsicht erfolgen. Der im Koriander enthaltene Duftstoff Linalool begünstigt unter Umständen allergische Reaktionen auf der äußeren Haut.

Es ist ratsam, das Korianderextrakt nicht bei Neugeborenen und Kleinkindern im Mund- und Nasenraum anzuwenden. Dies führt bei den Kleinen möglicherweise zu Atemnot. Das Korianderöl kann weiterhin einen asthmatischen Anfall auslösen. Für Patienten mit einer solchen Erkrankung ist es deshalb sinnvoll, die Dosierung mit dem behandelnden Arzt abzuklären.

Wissenswertes zu Koriander

Der flüssige Dünger, der den Wachstumsprozess des Korianders unterstützt, lässt sich im Garten selbst anbauen. Dazu benötigen Hobbygärtner lediglich Kartoffelwasser, Kaffeesatzreste, Brennnessel, kleingedrückte Eierschalen, Zwiebelschalen und Löwenzahn. Die gemischten Zutaten werden in einem Holzbottich zu Jauche verrührt und lassen sich im Garten, nicht auf dem Balkon oder der Terrasse als flüssiger Dünger verwenden.

Fazit: Koriander als vielseitige Nutzpflanze

Menschen profitieren vor allem von dem Facettenreichtum des Korianders, der sich unter günstigen Bedingungen selbst auf dem eigenen Balkon anbauen lässt und medizinisch, als auch kulinarisch genutzt werden kann.

Zusammenfassung

Koriander ist eine Heilpflanze, die eine heilende Wirkung bei Magen-Darm-Beschwerden, Appetitlosigkeit oder Schlaflosigkeit entfaltet. Die Pflanze gedeiht unter feuchtwarmen Witterungsbedingungen im südöstlichen Mittelmeerraum. Als beliebtes, leicht bitteres Gewürz erlangt Koriander überwiegend in der asiatischen Küche eine kulinarisch-kulturelle Bedeutung.

Artikelbild: Madeleine Steinbach / Bigstock.com

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