Parkett polieren: Darauf sollte geachtet werden

Parkett polieren: Darauf sollte geachtet werden

Wer kennt das nicht aus der Vergangenheit. Erst das typische Geräusch, dann der unverwechselbare Geruch und zum Schluss das Schild: Achtung frisch gebohnert. Wer heutzutage sein Parkett auffrischen will, kann dies mit weitaus bedienungsfreundlicheren Methoden tun. Polieren von Parkett ist keineswegs eine Expertenaufgabe mehr. Dennoch gilt es, einige Dinge zu beachten.

Warum muss poliert werden?

Wer einen Parkettboden im eigenen Heim hat, weiß, dass dieser Pflege braucht, damit der wertvolle Boden auch in vollem Glanz erstrahlt. Das Polieren des Parketts gehört dazu. Es dient vor allem den optischen Effekt, machen aber den Bodenbelag auch resistenter gegen Feuchtigkeit und Schmutz. Dadurch erfreut sich der Besitzer länger an seinem Parkettboden. Oft wird das Polieren auch notwendig, wenn in der Nähe Renovierungsarbeiten stattfanden. Aber auch kleine Kratzer können durch Polieren so leicht entfernt werden und der Besitzer muss nicht gleich das ganze Parkett abschleifen. Die Kratzerentfernung funktioniert sowohl bei geölten als auch bei versiegelten Parkettböden.

Wie oft sollte das Parkett poliert werden?

Polieren ist nicht das Gleiche wie reinigen. Letzteres sollte regelmäßig durchgeführt werden, damit sich Schmutz und Abdrücke nicht auf dem Boden absetzen. Aber etwa zweimal im Jahr sollte das Parkett auch poliert werden. Gerade bevor die kalte Jahreszeit Einzug hält, empfiehlt sich diese Maßnahme. Denn dann wird der Boden durch dreckige und nasse Schuhe besonders beansprucht. Hier beugt eine Behandlung mit Politur vor. Auch ist es notwendig, wenn Kratzer und kleine Dellen den Boden verschandeln. Dann kann mit etwas Polieren dieser Schönheitsmakel beseitigt werden, ohne dass gleich das gesamte Parkett neu abgeschliffen und versiegelt werden muss. Die meisten Parkettarten sind entweder mit Lack versiegelt oder mit Öl geschützt. Welche Art am Fußboden verwendet wurde, ist auch ausschlaggebend für das Polieren. Wurde mit Öl gearbeitet, sind die Poren des Holzes offen. Hier atmet das Holz mit der Zeit aus – der Glanz nimmt ab, da Öl und Wachs aus den Poren schwinden. Daher ist eine Politur häufiger notwendig. Bei lackversiegelten Böden nimmt mit der Zeit die Verschleißschicht ab, die auf das Parkett aufgetragen wurde. Hier kann es unter Umständen nur notwendig sein, die Laufwege nachzupolieren.

Es gibt auch Hausmittel, die bei der Pflege von Parkett eingesetzt werden kann. So mancher schwört auf handelsüblichen schwarzen Tee, der den Glanz zurückbringt. Andere entfernen Pfotenabdrücke von Haustieren mit Glasreiniger und Kerzenreste können mit einem Lappen und Speiseöl beseitig werden.

Bohnern wie in alten Tagen und das Polieren von heute

Vor einigen Jahren war das Bohnern von Parkett aufwendig und zeitraubend. Wer kennt sie nicht mehr, die großen Bohnermaschinen? In ihnen wurde Bohnerwachs erhitzt, das gleichmäßig durch die Poliermaschine auf den Boden verteilt wurde. Schwer und sperrig war so manches Gerät dabei. Heute ist diese Technik nicht mehr zeitgemäß und würde sogar schädlich auf lackversiegeltem Parkett sein. Das heutige Bohnerwachs ist sogenanntes „Polish“. Diese Parkettpolituren sind mit Kunstharze ausgestattet und daher besonders reißfest und haften gut. Sie verleihen dem Parkett Widerstandfähigkeit und Langlebigkeit. Die flüssige Form ermöglicht zudem eine einfachere Verarbeitung gegenüber dem einst so sperrigen Bohnerwachs. Der Handel hat verschiedene Sorten vorrätig. So kann der Parkettbesitzer zwischen fertigen Mischungen und „Polish“ wählen, das noch mit Wasser versetzt werden muss. Zudem unterscheidet sich auch der Glanz: Je nach Geschmack kann das Parkett glänzend oder matt nach der Politur sein.

Die notwendigen Utensilien

Wer seinen Parkettboden polieren möchte, braucht daher Poliermittel, aber auch Parkettreiniger sowie bei Bedarf Holzkitt und Reparaturset. Auf der Werkzeugliste stehen:

  • Weiche Baumwolllappen
  • Wischmopp
  • Wolloder Poliertücher
  • bei Bedarf Poliermaschine
  • Staubsauger
  • weicher Besen

Bei der Auswahl der Politur sollte darauf geachtet werden, dass diese keine Silikonöle oder Mineralöl-Derivate beinhaltet. Denn diese können das Parkett irreversibel schädigen.

Die Anleitung: Schritt für Schritt

Das Polieren beginnt zunächst mit dem ersten Schritt: Freiräumen des gesamten Parketts. Möbel und Teppiche sollten zunächst aus dem Raum geschafft werden. Danach braucht der Boden eine gründliche Reinigung. Mit dem Besen muss jeglicher Schmutz entfernt werden, der auf dem Parkett reiben könnte. Hier kann auch der Staubsauger wertvolle Dienste leisten, wenn er eine weiche Bürste hat und so nicht auf dem Parkett kratzt. Anschließend sollte der Boden mit einem feuchten Tuch abgewischt werden. Nach der Reinigung kommen Reparatursets zum Einsatz. Sind kleine Kratzer oder Risse im Parkett zu sehen? Dann solle sie jetzt ausgebessert werden. Wichtig ist, dass diese Stellen trocknen, bevor der Poliervorgang begonnen wird.

Das Auftragen des Poliermittels hängt von dem jeweiligen Produkt ab. Es gibt Sprühmittel, die fertig auf die Fläche verteilt werden, andere müssen erst mit Wasser angerührt und dann mit dem Wischmopp aufgetragen werden. Auch ein Lappen kann hier als Verteiler dienen. Das eigentliche Polieren beginnt danach: entweder per Hand mit Woll- oder Poliertüchern oder mit der Maschine. Diese muss nicht teuer gekauft werden, Baumärkte bieten sie auch zum Verleih. Wichtig ist, dass die Bewegungen auf dem Parkett kreisend sind. So verteilt sich die Politur und der gewünschte Glanz entsteht. Bei manchem Parkett empfiehlt sich auch ein zweiter Poliergang – vor allem unversiegelte Böden können dadurch noch stärker glänzen.

Manchmal reicht Polieren nicht mehr aus, um das Parkett wieder neu erstrahlen zu lassen. Aber auch ein vollständiges Abschleifen muss nicht sein. Hier kann das Parkett „angeschliffen“ werden, um es anschließend neu zu versiegeln.

Zusammenfassung

Jeder Boden nutzt sich nach gewisser Zeit ab. Parkett braucht nicht nur Pflege, sondern auch ein- oder zweimal im Jahr eine Politur. Was früher schwerfällig mit der Bohnermaschine aufgetragen wurde, kann heute jedoch leicht mit einfachen Produkten realisiert werden.

Artikelbild: © Stokkete / Shutterstock

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.